Gauklerblumen sind vielseitige und reich blühende Pflanzen. Viele Arten erfreuen den Gärtner mit einer Vorliebe, die andere Pflanzen eher meiden: Ihre Wurzeln lieben Nässe. Ab Mai bis in den November hinein bilden sie einen farbigen Blütenrand um den Teich. Aber auch im Beet und Kübeln fühlen sie sich ausgesprochen wohl. Was brauchen sie sonst noch zum Gedeihen, außer feuchte Füße?

Wuchs und Blüte

Die Gattung der Gauklerblumen, botanisch Mimulus, besteht aus krautigen Pflanzen, die sowohl ein- als auch mehrjährig wachsen. Unter den mehr als einhundertfünfzig Arten gibt es einige wenige, die verholzte Halbsträucher bilden. Gauklerblumen wachsen je nach Sorte aufrecht, buschig oder kriechend. Neben den reinen Sorten gibt es noch zahlreiche Hybride, die als einjährige Blumen in Beete oder Gefäße kultiviert werden. Die Blüten erinnern ein wenig an Orchideen und erblühen typischerweise in Gelb oder Rot und sind oft gemustert. Inzwischen gibt es auch Züchtungen, die andersfarbige Blüten hervorbringen. Das zeitliche Spektrum für die Blütenbildung reicht von Mai bis in den November hinein. Die tatsächliche Blütendauer und die
Blütezeit der einzelnen Sorten können allerdings stark variieren.

Standort

Die Gauklerblume ist ein Gewächs mit wenigen Ansprüchen. Sie verträgt sowohl sonnenbeschienene als auch halbschattige Plätze gut. Hauptsache ist, sie bekommt genügend Feuchtigkeit. Ihr Einsatzbereich im Garten ist daher groß. Bekommt die Gauklerblume einen geeigneten Standort, zeigt sie sich dankbar und gedeiht auch bei minimaler Pflege prächtig.
  • geeignet als Unterpflanzung
  • entwickelt sich auch an feuchten Standorten gut
  • optimal für die Gestaltung von Wegrändern
  • mag Plätze unter immergrünen Sträuchern
  • verträgt sich mit Sumpfdotterblume und Sumpf-Vergissmeinnicht
  • Kübelpflanzen nicht in die direkte Mittagssonne platzieren
Oft wird diese Blume für die Bepflanzung von Teichrändern gewählt. Wo andere Pflanzen auf Nässe empfindlich reagieren, fühlen sich die meisten Arten der Gauklerblume pudelwohl. Ihre Füße dürfen ruhig im Wasser stehen. Das haben sie ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet zu verdanken, das in unmittelbarer Nähe von Bächen und Flüssen liegt.

Boden

Wenn es um die Bodenfeuchtigkeit geht, kann keine generelle Aussage getroffen werden. Alles hängt von der gewählten Sorte ab. Die zahlreichen Arten der Gauklerblumen unterscheiden sich zum Teil stark voneinander. In dieser Gattung lieben die meisten Arten einen feuchten Boden, einige mögen sogar Staunässe. Die Exemplare, die es besonders nass mögen, wachsen daher gern an Uferbereichen oder direkt im Teich. Wenn Sie eine dieser Arten für Ihren Garten wählen, müssen Sie ihr dieses feuchte Milieu bieten, damit sie sich gut entwickelt. Es gibt aber auch Gauklerblumen, die in normaler Gartenerde gut gedeihen. Einige wenige Arten kommen sogar mit trockener Erde aus. Erkundigen Sie sich beim Erwerb einer Gauklerblume, wie viel Feuchtigkeit sie benötigt. Dann können Sie ihr von Anfang an den richtigen Platz aufbereiten. Im Beet gepflanzte Mimulus mögen reichlich Kompost.

Pflanzen

Die Gauklerblume kann direkt ins Beet oder in einen Kübel gepflanzt werden, sie muss dann allerdings an warmen Tagen öfter gegossen werden. Idealerweise sollte das Pflanzen nach den Eisheiligen im Mai geschehen, wenn die Tage wärmer werden und mit Frost nicht mehr zu rechnen ist.

1. Tauchen Sie den Pflanzenballen vor dem Auspflanzen in einen Eimer mit Wasser, bis er sich damit vollgesogen hat.

2. Mischen Sie die Pflanzerde mit Kompost.

3. Pflanzen Sie die Blumen ein, im Abstand von etwa 20 bis 30 cm.

4. Drücken Sie die Erde gut fest.

5. Gießen Sie die Pflanzen mit reichlich Wasser an.

6. Verteilen Sie um den Wurzelbereich eine Mulchschicht, die die Blumen vor der Austrocknung schützt.

Hinweis: Anders als die meisten Pflanzen benötigen die im Kübel wachsenden Gauklerblumen keine Drainageschicht, damit das Wasser abfließen kann. Ganz in Gegenteil, ihre Wurzeln mögen es feucht.  

Pflanzen am Teichrand

Viele Sorten der Gauklerblume können auf feuchtem Grund oder direkt in den Teich eingepflanzt werden. Bei Wasserpflanzen ist es wichtig, keinen Kompost beizumischen, da die Nährstoffe in das Wasser gelangen und Algenwachstum verursachen. Es ist zudem sinnvoll das starke und unkontrollierte Ausbreiten der Gauklerblume zu kontrollieren, indem drum herum einige große Steine als Begrenzung aufgestellt werden. 10 cm sind die ideale Tiefe, wenn die
Gauklerblume in den Teich eingepflanzt werden soll. Diese Tiefe ist allerdings nicht für alle Pflanzen geeignet. Die Uferzone ist oft der geeignetere Platz. Im Winter benötigen junge Pflanzen eine Abdeckung als Winterschutz.

Gießen

Alle Arten, die ihre Wurzeln gern in feuchte Erde tauchen, brauchen regelmäßige Wassergaben. Gerade wenn der Standort starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist, trocknet das Erdreich schnell aus. Dann muss die verlorene Feuchtigkeit wieder ersetzt werden. Im Sommer wird tägliches Gießen notwendig sein, während einer Hitzeperiode muss möglicherweise zwei Mal zum Wasserschlauch oder Gießkanne gegriffen werden. Lassen Sie den Wurzelbereich dieser Arten nie austrocknen. Kübelpflanzen benötigen dahin gehend noch mehr Aufmerksamkeit, da in Kübeln die Erde schneller austrocknet.

Düngen

Die Gauklerblume mag es, regelmäßig Nährstoffe zu bekommen. Düngen Sie Ihre Pflanzen etwa ein Mal wöchentlich mit flüssigem Dünger. Diese Empfehlung gilt für alle Arten, allerdings ist bei im Teich wachsenden Blumen Vorsicht angesagt. Der Dünger kann hier nicht gezielt nur der Mimulus verabreicht werden. Die Pflanze kann nicht alle Nährstoffe sofort mit ihren Wurzeln aufnehmen. Der wasserlösliche Dünger würde sich im gesamten Wasser des Teiches verteilen und so auch andere Teichpflanzen erreichen. Doch nicht allen pflanzlichen Bewohnern tut ein Nährstoffüberfluss gut. Er führt insbesondere zur Algenblüte, die kein Gartenfreund begrüßt. Hier sollte auf Dünger lieber verzichtet werden.

Schneiden

Gauklerblume - MimulusBei der Gauklerblume ist Schneiden als gärtnerische Maßnahme kaum gefragt. Nur die winterharten, mehrjährigen Sorten sollten nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Alle anderen Sorten benötigen keinen Schnitt. Nur wenn Sie neue Blüten fördern möchten, ist es hilfreich, Verblühtes regelmäßig und zeitnah zu entfernen. Wenn sich die Blütezeit dem Ende nähert, können einige verblühte Blüten stehen gelassen werden. Der Samen darf dann ausreifen, damit im nächsten Gartenjahr daraus neue Pflanzen entstehen.

Vermehrung durch Samen

Am einfachsten lässt sich die Gauklerblume durch Aussaat vermehren. Samen können im Fachhandel gekauft oder von eigenen Pflanzen gesammelt werden. Hier ist jedoch zwischen reinen Arten und Hybriden zu unterscheiden. Bei Letzteren könnte es sein, dass gar keine oder nur schwache Keimlinge sprießen.  
  • März ist der beste Monat für die Anzucht
  • im Minigewächshaus oder auf warmer Fensterbank
  • die Samen nur ganz leicht mit Erde bedecken
  • die Erde muss durchgehend feucht bleiben
  • jedoch nicht zu nass
  • Keimtemperatur ist optimal zwischen 12 und 15 Grad Celsius
  • Keimung erfolgt nach etwa 2 Wochen
  • 4 Wochen alte Sämlinge pikieren
  • bis zur Blüte dauert es dann nur noch etwa 4-5 Wochen
Tipp: Bewahren Sie die Samen bis zur Aussaat im Frühjahr in einem luftdichten Behältnis, der an einem kühlen, dunklen und trockenen Platz gelagert wird.

Vermehrung über Kopfstecklinge

Gauklerblumen lassen sich auch gut über Stecklinge vermehren. Die beste Jahreszeit dafür ist der Frühling.

1. Schneiden Sie von der Mutterpflanze etwa 15 bis 20 cm lange Kopfstecklinge, die vom kräftigen Wuchs sind.

2. Entfernen Sie alle Blüten, die sich noch daran befinden.

3. Entfernen Sie ebenso die meisten Blätter. Nur 3 bis 4 Blätter an der Spitze des Stecklings dürfen noch dran bleiben.

4. Stecken Sie die Stecklinge in Töpfen mit Anzuchterde.

5. Stellen Sie die Töpfe an einen warmen und hellen Ort.

6. Halten Sie die Erde feucht, aber nicht zu nass.

Hinweis: Die Stecklinge können vor dem Einpflanzen in die Erde zunächst in ein Glas mit Wasser gestellt werden, bis sich ausreichend Wurzel gebildet haben. Das ist aber kein Muss, damit die Vermehrung glückt.

Krankheiten und Schädlinge

Die Gauklerblume ist eine durch und durch gesunde Blume. Sie ist sehr widerstandsfähig gegenüber Krankheitserregern. Der größte tierische Feind der Gauklerblume ist die Schnecke, hier insbesondere die Nacktschnecke. Für sie scheint diese Pflanze eine wahre Köstlichkeit zu sein. Wer um die Gefräßigkeit der schleimigen Tierchen weiß, tut gut, zeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören zum Beispiel Schneckennematoden, die am besten schon vor dem Pflanzen der Gauklerblume ins Beet ausgebracht werden.
Kübelpflanzen können so gestellt werden, dass sie von den Schnecken schwer zu erreichen sind. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten diese Plagegeister zu bekämpfen und jeder Gärtner hat da seine bevorzugten Methoden. Unter anderem soll Folgendes helfen:
  • um die Pflanze ausgestreuter Kaffeesatz
  • Schnecken fleißig und konsequent einsammeln
  • Pflanzgemeinschaften mit Pflanzen, die Gerb- und Bitterstoffe enthalten
  • Schneckenzäune und Schneckenkragen
  • Schneckenkorn

Überwintern

Die Gauklerblume ist nicht nur eine Pflanzenart. Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Pflanzengattung mit mehr als einhundertfünfzig Arten. Erkundigen Sie sich beim Kauf Ihrer Gauklerblume, um welche Art es sich handelt. Damit wird auch die Frage nach der Winterhärte beantwortet. Einjährige Gauklerblumen müssen nicht überwintert werden, sie werden jeden Frühling neu ausgesät. Meist säen sie sich gut von selbst aus, wenn einige Blumen für die Samenbildung stehen gelassen werden.

Nicht winterharte Sorten können im späten Herbst aus der Erde ausgegraben und kompostiert werden. Im Folgejahr werden sie leicht durch Aussaat wieder vermehrt. Deswegen ist es durchaus praktisch, diese schöne Blume immer wieder neu auszusäen und sich die Mühe mit der Überwinterung zu sparen. Wenn Sie ein gutes Winterquartier zur Verfügung haben, können Sie eine Überwinterung dennoch versuchen.
  • ein Kellerraum ist optimal
  • der Raum sollte kühl und dunkel sein
  • die Temperatur darf nicht unter 0 Grad Celsius fallen
  • ab März werden die Pflanzen aus dem Keller hervor geholt
  • in anderem Raum langsam an Licht und Wärme gewöhnen
  • ab Mitte Mai können die Gauklerblumen wieder ins Freie
  • draußen langsam an die Sonne gewöhnen
Winterharte Pflanzen werden im Herbst bodennah abgeschnitten und mit einer schützenden Schicht abgedeckt. Das erfordert einiges an Zeit. Auch hier ist die Neuaussaat oft die arbeitssparendere Methode für das neue Gartenjahr vorzusorgen.

Tipp: Die bekannte 'Gelbe Gauklerblume' ist eine einjährige Art. Sie vermehrt sich allerdings fleißig durch Selbstaussaat. Einmal auspflanzen reicht und Sie können sich jedes Jahr an ihr erfreuen.