Ob gefüllt oder gebraten: Auberginen sind auf vielfältige Art und Weise eine Delikatesse. Das subtropische Gemüse gehört seit vielen Jahren schon zum festen Bestandteil gut sortierter Obstabteilungen. Die Anzucht und Ernte im eigenen Garten ist mit einigen Hürden verbunden. Denn die Nachtschattengewächse reagieren empfindlich auf verschiedene Faktoren. Der Grundstein für eine erfolgreiche Kultivierung erfolgt bereits mit der Aussaat von Solanum melongena. Mit den richtigen Tipps und etwas Vorbereitung können Sie schon bald die eigenen "Eierfrüchte" ernten.

Subtropisches Gemüse für den Garten

Aus der indischen Küche sind die vitaminreichen Auberginen seit rund 4000 Jahren nicht mehr wegzudenken. Von dort aus traten die schmackhaften Eierfrüchte auch ihren Siegeszug in zahlreiche andere Länder an. Während in mediterranen und türkischen Regionen Auberginen zum Standard-Nahrungsmittel gehören, wird das Gemüse in unseren Breitengraden in manchen Gegenden noch immer als Exot betrachtet. So unterschiedlich wie die Anbaugebiete ist auch die Auswahl der Auberginen Sorten. Die Eierfrüchte unterscheiden sich in Form und Farbe. Neben kugeligen und länglichen Sorten sind keulen-, schlangen- und tropfenförmige Früchte bekannt. In gelber, grüner, orangeroter bis hin zu weißer, violetter oder marmorierter Farbe dominieren Auberginen die mediterranen
Gemüsemärkte.

Solanum melongena kann eine Wuchshöhe zwischen 40 bis 150 cm erreichen. Die aufrecht wachsenden Gemüsepflanzen mit den behaarten Laubblättern lassen sich mit etwas Vorbereitung und der richtigen Pflege auch in kühleren Regionen kultivieren. Neben dem optimalen Standort und Pflege entscheidet auch die richtige Aussaat-Zeit über Erfolg oder Misserfolg des Anbaus. Aufgrund ihrer Herkunft sind die Gewächse mit den lilafarbenen Blüten sehr licht- und wärmebedürftig. Eine direkte Anzucht im Freiland wäre ab Ende Mai möglich. Die lange Entwicklungs- und Reifezeit der Pflanzen macht eine Ernte in diesem Fall jedoch unmöglich. Die Aussaat der asiatischen Gemüsestauden erfolgt aus diesem Grund ab Anfang März unter Glas.

Anzucht im Frühjahr

Noch bevor die Sonnenstrahlen das erste zarte Grün im Freiland aus dem Winterschlaf erweckt, beginnen die ersten Vorbereitungen für die bevorstehende Gartensaison im warmen Gewächshaus. Temperaturen von 20° bis 25 °C sind notwendig, damit Auberginen austreiben. Die Keimung kann alternativ auch auf der hellen, warmen Fensterbank erfolgen. Zur Grundausstattung der Samenanzucht gehören folgende Komponenten:
  • Anzuchtgefäß
  • Mageres Substrat
  • Wasserzerstäuber
Auberginen Saatgut erhalten Sie in gut sortierten Gärtnereien. Der Anbau seltener Sorten ist nicht schwierig, unter Umständen kann sich jedoch die Suche nach den passenden Samen als Herausforderung gestalten. Wählen Sie für die Anzucht einen warmen Platz an einem hellen Fenster aus. Solanum melongena ist für die Entwicklung der schmackhaften Früchte auf viel Sonnenlicht angewiesen. Bis zur Keimung kann sich die direkte UV-Strahlung jedoch kontraproduktiv auf das Saatgut auswirken. Die jungen Pflanzen sind in diesem Stadium noch nicht in der Lage, sich ausreichend zu schützen. Gleichzeitig steigt die Gefahr, dass das Substrat zu schnell austrocknet. Schirmen Sie das Anzuchtgefäß während der Mittagszeit vor dem Sonnenlicht ab oder wählen Sie einen sicheren Standort.
  • Magere Erde in das Gefäß füllen
  • Mit dem Wasserzerstäuber ausreichend anfeuchten
  • Die Samen 1 cm tief in das Substrat drücken
  • Mindestabstand von ca. 3 cm zwischen den einzelnen Körnern einhalten
  • Den Boden feucht halten
Aubergine - Solanum melongenaMit einem Trick können Sie die Keimhemmung der Auberginen brechen. Legen Sie das Saatgut dafür für ungefähr 3 bis 4 Stunden in Wasser oder Kamillentee ein. Danach sofort aussäen. Überprüfen Sie täglich den Feuchtigkeitsgehalt des Erdreichs. Bei Bedarf unverzüglich nachgießen. Häufig gemachte Fehler während der Anzucht sind auf Trockenheit oder Staunässe zurückzuführen. Beides kann zum Tod der jungen Pflanzen führen bzw. verhindert die Keimung. Unter optimalen Bedingungen zeigen sich die ersten grünen Triebspitzen nach ungefähr 21 bis 25 Tagen.

Tipp: Meiden Sie aktive Heizquellen. Zum Schutz bzw. zur Isolierung können Sie zwischen Fensterbank und Anzuchtgefäß eine dicke Styroporplatte legen.

Gewächshaus im Miniformat

Eine hohe Luftfeuchtigkeit und konstante Temperaturen beschleunigen die Keimung und das Wachstum der exotischen Gemüsepflanzen. Passionierte Gartenfreunde greifen häufig auf einen simplen Trick zurück und stülpen eine perforierte Plastikfolie über den Blumentopf. Diese Methode reicht auch für Solanum melongena aus, allerdings ist es mühselig, die Folie täglich für ein paar Stunden abzunehmen. Das fördert die Luftzirkulation und beugt Fäulnis und Schimmelbildung vor. Mit einfachen Materialien können Sie die Technik verfeinern, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen. Sie benötigen:
  • Engmaschigen Volierendraht (Kaninchengitter)
  • Stabiles Klebeband
  • Durchsichtige Folie
  • Kleine Kiste aus Holz oder Plastik
Für das Grundgerüst brauchen Sie nur ein kleines Stück Gitter. Das Geflecht wird dachartig über die Kiste gebogen und sollte in der Mitte keinen direkten Kontakt mit dem späteren Anzuchtgefäß haben. Auf diese Weise besteht die Möglichkeit, Keimlinge und Stecklinge unter der Konstruktion zu ziehen. Legen Sie die Folie auf den Draht und fixieren Sie ihn mit dem Klebeband. Die Kiste dient als Anzuchtgefäß. Ob Sie das Substrat direkt darin ausbringen oder die Kiste nur als Behälter für den eigentlichen Topf verwenden, bleibt Ihnen überlassen. Das vorbereitete Oberteil können Sie in der Obstkiste befestigen. Der Vorteil: Das Mini-Gewächshaus verzögert das Austrocknen des Erdreichs und erhöht gleichzeitig die Luftfeuchtigkeit.

Tipp: Verwenden Sie bei Lichtmangel ein künstliches Licht für Pflanzen. Das fördert das Wachstum und die Widerstandsfähigkeit.

Wichtige Pflegemaßnahmen

Nach ungefähr 3 bis 4 Wochen haben die Keimlinge eine passable Größe erreicht und müssen pikiert werden. Diese Maßnahme ist wichtig und verhindert, dass die Wurzeln der Auberginen untrennbar zusammenwachsen. Erst ab den Eisheiligen im Mai können die Gemüsepflanzen an ihren endgültigen Platz im Beet umziehen. Bis dahin sollten Sie den jungen Gewächsen einzelne Töpfe mit humusreicher Erde zugestehen. Wenn die Temperaturen tagsüber im Freien auf 18° C steigen, können Sie Solanum melongena langsam an die klimatischen Bedingungen im
Garten gewöhnen.
  • Schützen Sie die Gewächse in der ersten Zeit vor der direkten Sonne
  • Substrat feucht halten
  • Nach dem Pikieren werden die Auberginen das 1. Mal gedüngt
Aubergine - Solanum melongenaWenn Sie ein beheiztes Gewächshaus besitzen, sollten Sie die Gemüsepflanzen bereits am April umsetzen. Im Garten ist ein geschützter Standort wichtig. Die Nähe von Mauern hat sich für diese Aufgabe beispielsweise bewährt. Tagsüber speichern die Steine die Wärme und geben diese in der Nacht langsam an die nähere Umgebung ab. Je nach Höhe sind die Stauden an diesem Platz auch vor Zugluft und Windwurf geschützt. Auberginen sind empfindlicher als Paprika und nehmen derartige Sicherheitsmaßnahmen dankbar an.

Bedingungen im Garten

Auberginen nehmen es mit dem Boden und der richtigen Pflege sehr genau. Bereits kleine Abweichungen bzw. Fehler können dazu führen, dass die Nachtschattengewächse kümmern und die Ernte sehr gering ausfällt. Neben dem richtigen Substrat muss auch das Substrat gewisse Voraussetzungen erfüllen:
  • Durchlässig
  • Humusreich
  • Tiefgründig
  • ph-Wert zwischen 5.5 - 6.5
Die exotischen Gewächse besitzen ein weitverzweigtes und tief reichendes Wurzelgeflecht. Treffen Sie bereits vor der Pflanzung Vorbereitungen und bereiten Sie das Beet vor. Dazu gehört, dass mit einer Grabegabel das umliegende Erdreich gründlich aufgelockert wird. Setzen Sie die Gemüsepflanzen erst in den Garten um, wenn sich auch der Boden aufgewärmt hat. Mit kalten Füßen kommt Solanum melongena gar nicht zurecht. Wärmen Sie das Erdreich bei Bedarf vorher mit einer speziellen Pflanzenfolie vor.
  • Das Pflanzloch sollte den doppelten Umfang als die Wurzeln der Auberginen haben
  • Schwere Erde mit Quarzsand auflockern
  • Eine dicke Schicht Kompost auslegen
  • Mindestabstand von ungefähr 60 cm zwischen den einzelnen Stauden einhalten
  • Kräftig angießen
Auberginen bevorzugen ein feuchtes Substrat, auf Staunässe reagieren die Exoten aber empfindlich. Mit kleinen Kieselsteinen oder Kügelchen aus Blähton können Sie den Boden dauerhaft auflockern. Die anorganischen Materialien verhindern dauerhaft, dass sich das Erdreich verdichten kann. Gleichzeitig kann das Wasser zügig abfließen und wichtiger Sauerstoff gelangt an die Wurzeln der Gewächse. Bis zur Ernte sollte im Abstand von ungefähr 14 Tagen gedüngt werden. Flüssiger Dünger aus dem Handel hat sich für diese Aufgabe bewährt und wird direkt über das Gießwasser verabreicht. Halten Sie sich bei der Nährstoffversorgung an die Packungsbeilage. Eine Überdüngung kann die Gewächse schädigen.

Tipp: Die Gemüsepflanzen brauchen eine stabile Rankhilfe, damit die Triebe mit den schweren Früchten nicht abknicken.

Ernte

Aubergine - Solanum melongenaBei Auberginen übernehmen keine Insekten die Bestäubung, sondern der Wind. Kleinbleibende Sorten von Solanum melongena können in großen Kübeln kultiviert werden. Werden die Gewächse auf dem Balkon oder im Gewächshaus gehalten, sollten sie, in voller Blüte stehend, regelmäßig geschüttelt werden. Auf diese Weise stellen Sie die Befruchtung der weiblichen Blütenstände sicher, sodass sich die vitaminreichen Früchte ausbilden können. Ab Ende Juli bzw. Anfang August beginnt die Erntezeit der Auberginen. Abhängig von der Witterung kann sich dies bis in den Oktober hinein ausdehnen. Schneiden Sie die Früchte inklusive Blütenansatz und Stiel mit einem scharfen Messer ab, damit die Pflanze nicht unnötig beschädigt wird.
  • Seitentriebe ähnlich wie bei Tomaten ausgeizen
  • Keine vollreifen Früchte ernten
  • Unreife Auberginen reifen bis zu einem geringen Grad nach
  • Lagerung sollte bei unreifen Früchten warm und dunkel erfolgen
Wenn die Frucht eine glänzende Haut besitzt und bei Druck leicht nachgibt, ist der optimale Zeitpunkt der Ernte. Das Gemüse können Sie im Kühlschrank für ungefähr 2 Wochen aufbewahren. Kleingeschnitten im Tiefkühlschrank halten sich Auberginen über mehrere Monate hinweg. Nach der Erntesaison im Oktober können Sie die Gewächse mitsamt den Wurzeln herausreißen und auf dem Kompost entsorgen. Eine Überwinterung ist nicht möglich. Um Krankheiten zu vermeiden, muss die Fruchtfolge des Standorts berücksichtigt werden. In den kommenden 3 bis 4 Jahren ist das Substrat ungeeignet für den Anbau von Auberginen. Ein großflächiger Austausch des Erdreichs wäre notwendig, um dieser Wartezeit zu entgehen.

Sorten

Aubergine - Solanum melongenaDie exotischen Gewächse sind variantenreich. Dabei unterscheiden sich die Variationen überwiegend in der Erntezeit, Fruchtfarbe und -größe. Zu den beliebtesten Arten der asiatischen Pflanzen gehören:
  • Solanum melongena esculentum: Fast alle im Supermarkt erhältlichen, keulenförmigen Auberginen stammen von dieser Sorte ab.
  • Solanum melongena depressum: Diese Sorte bildet kleine Früchte aus und ist in Asien weit verbreitet.
  • Solanum melongena serpentinum: Der Begriff "Eggplant" kommt nicht von ungefähr. Die Früchte dieser Auberginen-Sorte sind klein und eierförmig.
  • Solanum melongena Belezza Nera: Die runden, großen Früchte mit dunkelvioletter Schale sind ein Blickfang im Garten. Die Sorte erhielt den Beinamen "Schwarze Schönheit".
  • Solanum melongena Prosperosa: Die Staude ist robust und verträgt kühlere Temperaturen. Prosperosa besitzt runde, dunkelviolette Früchte.
  • Solanum melongena Striped Toga: Eine äußerst farbenfrohe Auberginen Sorte. Die kleinen Früchte sind zunächst gelbgrün gestreift und nehmen während der Reife eine orange rote Färbung an. Der Geschmack ist leicht bitter.
  • Solanum melongena Bambino: Eine kleinwüchsige Sorte, die für die Kultur in Pflanzgefäßen geeignet ist.
  • Solanum melongena Money Maker: Diese Stauden kommen mit kühleren Temperaturen zurecht. Frühreifende und reichtragende Sorte mit keulenförmigen, dunkelvioletten Früchten.
Fazit
Die aus Indien stammenden Nachtschattengewächse erfreuen sich steigender Beliebtheit bei passionierten Hobbygärtnern. Im Bezug auf Pflege, Standort und Substrat nehmen es die wärmeliebenden Pflanzen allerdings sehr genau und reagieren auf Missstände sehr empfindlich. Wer es schafft, alle Bedürfnisse der Auberginen zu erfüllen, kann sich über eine reichhaltige Ernte im eigenen Garten freuen.