Sobald sich nach einem langen, kalten Winter endlich wieder die ersten warmen Sonnenstrahlen zeigen, juckt es natürlich auch den Hobbygärtner in den Fingern. Es ist Zeit, den Garten vorzubereiten und die ersten Pflanzen zu säen. Traditionell beginnt das Gartenjahr mit dem sogenannten Frühlingsgemüse. In der Regel kann es je nach Witterungsverhältnissen ab März in die Erde gebracht werden. Typische Sorten sind etwa Eisbergsalat, Spinat oder auch Radieschen. Sie können nicht nur früh im Jahr gesät, sondern damit auch schon früh geerntet werden.

Was ist Frühlingsgemüse?

Eine genaue Definition, was unter Frühlingsgemüse verstanden wird, gibt es nicht. Es handelt sich dabei auch nicht um einen botanischen Fachausdruck. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass alle Gemüsesorten, die bereits zu einem frühen Zeitpunkt im Frühling gesät oder gepflanzt werden, als Frühlingsgemüse gelten. In einem engeren Sinn geht es dabei aber um
Sorten, die gut mit dem einen oder anderen noch zu befürchtenden Nachtfrost zurechtkommen. Man spricht im Übrigen auch von frühen Sorten. Witterung und Temperaturen spielen daher bei der Aussaat von Frühlingsgemüsen natürlich die entscheidende Rolle. Unter normalen Umständen wird das Wetter erst ab März so sein, dass der Anbau ohne Beeinträchtigungen möglich ist. Der Monat gilt allerdings nur als ungefährer Richtwert. Die grundsätzliche Aussage, ab März könne man Frühlingsgemüse säen, ist nicht zutreffend. Entscheidend ist das Wetter.

Tipp: Schnee ist ein guter Indikator. Solange nämlich noch Schnee oder größere Schneereste im Garten liegen ist die Aussaat von Frühlingsgemüsen nicht möglich. Der Boden dürfte dann in der Regel noch zu kalt für die Samen sein.

Die Sorten

Frühlingsgemüse lässt sich im Prinzip in drei Kategorien einteilen. Die erste Kategorie umfasst all jene Sorten, die relativ problemlos mit eventuell auftretenden Nachtfrösten zurechtkommen. Dazu gehören Eisbergsalat, Kopfsalat, Radieschen, Kohlrabi und Spinat. Die zweite Kategorie beinhaltet Gemüsesorten, die zwar ebenfalls relativ unempfindlich gegenüber Kälte sind, die aber dennoch vor Frost geschützt werden müssen. Typische Vertreter sind Mangold, Eichblattsalat und Lollo. In der dritten Kategorie schließlich findet sich lediglich der Spargel. Er ist auch ein klassisches Frühlingsgemüse, stellt aber insofern einen Sonderfall dar, da sein Anbau ganz besondere Kenntnisse erfordert und relativ komplex ist. Für Hobbygärtner und Selbstversorger eignet er sich daher nur sehr bedingt.

Grundsätzliches zu Anbau und Pflege

Frühlingsgemüse wird in der Regel gesät und nicht gepflanzt. Damit das ohne Probleme klappt muss nach der Winterperiode zunächst einmal die Erde im Beet gründlich mit einer Harke aufgelockert werden. Darüber hinaus sollte man in das Erdreich auch etwas Kompost einarbeiten. Das gilt insbesondere dann, wenn im Herbst keine Düngung erfolgt ist. Damit die Samenkörner keimen und zu Pflänzchen heranwachsen können, braucht es unbedingt Wasser. Es ist dabei stets auf einen relativ feuchten Boden zu achten. Fällt wenig Regen, muss also schon zu diesem frühen Zeitpunkt im Gartenjahr gegossen werden. Bestimmte Sorten wie etwa der Mangold oder der Eichblattsalat müssen darüber hinaus vor Nachtfrost geschützt werden. Hier bietet sich eine Abdeckung des Beetes durch eine Folie an. Das relativ kalte Wetter im Frühjahr hat freilich auch einen Vorteil: Um die Bekämpfung von Schädlingen muss man sich beim Frühlingsgemüse normalerweise keine Gedanken machen, weil es den Tieren schlicht noch zu frisch ist.

Die beliebtesten Sorten

Die Liste der Gemüsesorten, die als Frühlingsgemüse gelten, ist relativ umfangreich. Es gibt allerdings fünf Sorten, die so etwas wie die Klassiker darstellen. Sie sind folglich auch die beliebtesten Sorten bei Gartenfreunden und werden typischerweise zum Beginn der Saison gesät:

Kohlrabi
KohlrabiKohlrabi ist relativ unempfindlich gegenüber Kälte. Seine Samen und auch die Jungpflanzen kommen gut mit Temperaturen zwischen zwölf und 15 Grad Celsius zurecht. Unter normalen Umständen kann er deshalb bereits ab Mitte, Ende März problemlos ins Beet ausgebracht werden. Ab April sollte man in Sachen Temperaturen sowieso auf der sicheren Seite sein. Grundsätzlich gilt für Kohlrabi, dass die Temperaturen nicht über mehrere Tage hinweg unter zehn Grad fallen sollten. Ein halbschattiger oder sonniger Standort ist ideal. Kohlrabi verträgt sich nicht mit anderen Kohlsorten. Im Beet sollten deshalb auch zuvor keine anderen Sorten angepflanzt worden sein. Um gut ausgeprägte
Knollen zu erhalten, die weder holzig sind noch aufplatzen, kommt es auf zwei entscheidende Faktoren an - nämlich auf eine gleichmäßige Bewässerung und auf einen möglichst nährstoffreichen Boden. Es empfiehlt sich den Boden zu mulchen, um eine Art Wasserspeicher zu schaffen. Beständiges Gießen ist dennoch nötig. Der Kohlrabi benötigt vom Samenkorn bis zur Ernte einen Zeitraum von rund acht bis zehn Wochen. Er ist pflegeleicht und daher auch ein sehr unkompliziertes, aber ergiebiges Frühlingsgemüse, das sich vielfältig in der Küche verwenden lässt. Nach der ersten Ernte kann erneut bis zum ersten Frost hin angebaut werden.

Eisbergsalat
Auch der Eisbergsalat kommt hat mit kalten Temperaturen keine allzu großen Probleme. Er kann deshalb ab März oder April im Frühbeet gesät werden. Alternativ lassen sich Jungpflanzen zunächst gesondert in Töpfen heranziehen. Die Pflanzung im Freien erfolgt dann etwa ab Mitte April. Beim Säen wird grundsätzlich in Reihen gesät. Die Samenkörner dürfen dabei nicht zu tief in die Erde gedrückt werden. Damit sie keimen können benötigen sie nämlich die Wärme der Sonne - und die erreicht sie nicht, wenn sie zu tief im Boden stecken. Haben die Jungpflanzen eine Höhe von etwa zehn Zentimetern erreicht müssen sie unbedingt pikiert werden. Gemeint ist damit ein Vereinzeln der Pflanzen. Man sticht sie dabei aus dem Boden und pflanzt sie in einem größeren Abstand wieder ein, damit sie sich später voll entfalten können. Beim Eisbergsalat empfiehlt sich ein Abstand von circa 30 Zentimetern zwischen den einzelnen Pflanzen. Der Standort sollte grundsätzlich sonnig, der Boden ausgesprochen locker sein. Bereits mit der Aussaat ist es erforderlich, regelmäßig zu gießen. Um gedeihen zu können, braucht der Eisbergsalat sehr viel Wasser.

Tipp: Der Schutz vor Schädlingen. Die Pflanzen ziehen die ungeliebten Gäste nämlich geradezu magisch an. Am besten spannt man über das gesamte Beet ein sogenanntes Kulturnetz und versperrt damit Schädlingen den Weg zum Salat.

Kopfsalat
Schnittsalat - KopfsalatWas für den Eisbergsalat gilt, gilt im Wesentlichen auch für den Kopfsalat. Auch er kann ab Mitte, Ende März bereits im Freien gesät werden. Wie bei allen Salatsorten wird in der Regel auch der Kopfsalat mehrmals im Jahr ausgebracht und geerntet. Wichtig dabei sind stets ein sonniger Standort, ein lockerer Boden, regelmäßiges Gießen und der Schutz vor Schädlingen.

Radieschen
Radieschen - Raphanus sativusRadieschen können unter normalen Umständen ab Mitte März im Freien gesät werden. Die Samenkörner werden dabei etwa einen Zentimeter in die Erde gesteckt bzw. gedrückt. Der Abstand zwischen den einzelnen Körnern sollte rund vier bis fünf Zentimeter betragen. Das Säen in Reihen ist dabei selbstverständlich. Werden mehrere Reihen ausgebracht, sollte zwischen den Reihen ein Abstand von circa 15 Zentimetern bestehen, damit sich die Pflanzen auch wirklich gut entfalten können. Das Pikieren ist bei Radieschen nicht notwendig. Der Standort sollte sonnig, der Boden locker und nährstoffreich sein. In der Nähe der Radieschen dürfen auf gar keinen Fall Gurken angebaut werden, da diese dem Boden stark Wasser entziehen. Ein feuchter Boden ist für die kleinen roten Knollen wichtig. Staunässe gilt es allerdings vermieden werden. Radieschen benötigen von der Aussaat bis zur Ernte etwa sechs bis acht Wochen. Sie können bis in den Herbst hinein angebaut werden. Wichtig: Radieschensamen nie dort säen, wo bereits zuvor Radieschen gewachsen sind. Auch die Gesellschaft von Kohl oder Rettich gilt es unbedingt zu meiden.

Spinat
Spinat - Spinacia oleraceaDer Spinat ist ein typisches Frühlingsgemüse, das im Sommer und vor allem im Hochsommer weit weniger gut gedeiht. Ab Mitte März kann er im Freien gesät werden. Am besten eignen sich dafür halbschattige und sonnige Standorte. Wichtig ist eine ausreichende Versorgung mit Wasser. Reichen die Niederschläge nicht aus, muss deshalb zwingend gegossen werden. Die Spinatblätter können normalerweise etwa acht Woche nach der Aussaat geerntet werden. Die Spinatherzen selbst sollte man dabei nicht miternten. Verbleiben sie an Ort und Stelle, wachsen die Blätter nämlich nach und mindestens einer weiteren Ernte steht nichts mehr im Wege. Eine zweite Aussaat kann übrigens im Spätsommer erfolgen.