Ein Gemüsegarten wird mehr und mehr zum zentralen Punkt der Gartengestaltung. Von der Aussaat bis zur Ernte lassen sich die Entwicklung der Pflanzen und der Reifeprozess der Früchte verfolgen. Die wärmenden Sonnenstrahlen im Sommer lassen das Gemüse nicht nur optimal reifen, es sorgt auch dafür, dass jede einzelne Gemüseart viele nützliche Inhaltsstoffe enthält. Frisches knackiges Gemüse aus dem Garten ist je nach Sorte roh aber auch zubereitet ein echtes Geschmackserlebnis.

Beliebte Sorten

Es gibt viele Sorten Sommergemüse, die man mit mehr oder weniger Aufwand im heimischen Garten problemlos anbauen kann. Darunter sowohl einheimische als auch mediterrane Sorten als sogenannte Frucht-, Stängel-, Knollen- oder Blattgemüse.

Fruchtgemüse

Tomaten
Zu den bekanntesten und begehrtesten Gemüsearten zählt zweifellos die Tomate. Die je nach Sorte roten, gelben oder grünen Früchte können roh, getrocknet oder gekocht verzehrt werden. Mit der Aussaat kann man bereits ab Februar im Haus beginnen. Die Erntezeit beginnt sortenabhängig etwa ab Juni und endet vor dem ersten Frost im Oktober. Besonderes Augenmerk bei Tomaten sollte auf der Vermeidung von Braunfäule liegen. Gute Pflanznachbarn sind z.B. Gurken, Kopf- oder Feldsalat,
Radieschen, Lauch, Karotten, Sellerie, Zucchini und Erdbeeren. Meiden sollte man dagegen die Nähe zu Erbsen, Buschbohnen, Kartoffeln, Rettich und Stangenbohnen.

Gurken
Gurken zählen zur Familie der Kürbisgewächse und bestehen zu etwa 97 % aus Wasser. Sie unterscheiden sich vor allem in Größe, Form und Anbauart, weniger im Geschmack. Es gibt lange Salatgurken, überwiegend für den Gewächshausanbau und kleine aromatische Minigurken, die sich sehr gut für den Freilandanbau eignen. Was alle Sorten benötigen, sind warme und windgeschützte Standorte. Gurken sind sogenannte Starkzehrer und müssen von Beginn an gut mit Nährstoffen versorgt werden. Sie reifen nicht alle auf einmal, sondern nach und nach. Ihr Anbau sollte vorzugsweise neben Kohl, Tomaten oder Radieschen erfolgen. Gurken können frisch in Salaten verarbeitet, zum Dippen verwenden, und als Senf- oder Essiggurken eingelegt werden.

Frühkartoffeln
Selbst angebaute und geerntete Kartoffeln sind ein echter Genuss und nicht mit denen aus dem Supermarkt zu vergleichen. Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei Frühkartoffeln um früh reifende Kartoffelsorten.
  • Frühkartoffeln je nach Witterung und Temperatur zwischen März und Mai legen
  • Das frische Grün der Pflanzen anfangs mit Vlies vor Frösten schützen
  • Ernte bereits während der Blüte etwa Anfang Juni möglich
  • Frühkartoffeln nicht so gut lagerfähig, wie späte Sorten
  • Deshalb immer nur nach Bedarf ernten
  • Die restlichen Kartoffeln weiter im Boden lassen
  • Bei Kartoffeln grundsätzlich die Fruchtfolge in Form einer vierjährigen Anbaupause, einhalten
Paprika
Paprika ist ein hervorragendes Sommergemüse. Im Gegensatz zu längeren und schmaleren Gewürzpaprika ist Gemüsepaprika eher dick und rundlich, teilweise auch spitz zulaufend, mit mildem, fast süßlichem Geschmack. Im unreifen Zustand sind alle Sorten grün. Mit zunehmender Reife färben sie sich je nach Sorte gelb, rot oder orange. Ihr volles Aroma entwickeln sie erst bei Vollreife. Die Schoten finden in der Sommerküche vielfältige Verwendungsmöglichkeiten, sei es roh in Salaten, gefüllt, gegrillt oder als Zutat mediterraner Gerichte. Paprika gedeiht gut neben Kohl, Tomaten, Karotten und Gurken. Abzuraten ist dagegen von einer Nachbarschaft zu Erbsen, Roter Bete und Fenchel.

Zucchini
Wie die Gurke ist auch die Zucchini ein Kürbisgewächs. Am verbreitetsten ist die längliche, grüne Zucchini. Darüber hinaus gibt es auch rundliche Sorten und Früchte mit gelber Färbung. Gelbe Zucchini sind meist dünnschaliger und milder im Geschmack als ihre grünen Verwandten. Sie können ab Mitte April im Haus vorgezogen oder ab Mitte Mai direkt ausgesät und je nach Sorte etwa 8 Wochen später geerntet werden. Am besten erntet man längliche Zucchini bei einer Größe von 15 - 20 cm, dann sind sie am besten. So können sich schnell wieder neue Früchte bilden. Auch wenn sie grundsätzlich eher geschmacksneutral sind, sind Zucchini eine beliebte und abwechslungsreiche Zutat in der Küche. Sie können roh verzehrt, gefüllt, gebacken, gegrillt und sogar in Kuchen verarbeitet werden. Die Zucchini ist eins der wenigen Gemüse, bei dem auch die Blüten eine Delikatesse sind.

Aubergine
Aubergine - Solanum melongenaAuberginen findet man vor allem in der mediterranen Küche. Am bekanntesten sind die länglichen auberginefarbenen Sorten, wobei es auch rundliche Sorten und jene mit heller Schale gibt.
  • Auberginen sind sehr wärmebedürftig
  • Deshalb vorzugsweise unter Gewächshausbedingungen anbauen
  • Ab Februar im Haus vorziehen und ab Ende April ins Gewächshaus pflanzen
  • Freilandpflanzung erst ab Mitte Mai, nicht vor den Eisheiligen
  • Erntereife von Frühkartoffeln zwischen Ende Juli und Anfang August
  • Schale reifer Früchte gibt auf leichten Druck nach
  • Ausgereifte Auberginen haben eine intensive dunkelviolette Färbung
  • Sie sollten im Innern weiß und nicht mehr grünlich sein
Auch Auberginen reifen nicht alle gleichzeitig. Die Letzten sind etwa im Oktober reif für die Ernte. Zum Rohverzehr sind sie zwar nicht geeignet, können aber beispielsweise gegrillt oder für Aufläufe verwendet werden und was wäre schon ein Ratatouille oder eine Moussaka ohne Aubergine.

Gartenbohnen
Bohnen sind sehr artenreich und besonders ergiebig. In heimischen Gärten werden vorwiegend niedrig wachsende Buschbohnen und rankende Stangenbohnen angebaut, wobei die Sortenvielfalt noch wesentlich größer ist. Der Anbau ist denkbar einfach und bereits zwei Monate nach der Aussaat können die ersten Bohnen geerntet werden. Ausgesät wird ab Mitte Mai und geerntet etwa ab Mitte Juli. Sie sind der ideale Partner für eine Mischkultur mit Kohl, Kopfsalat, Kartoffeln, Sellerie und Radieschen. Schlechte
Nachbarn sind Erbsen, Lauch, Fenchel und Knoblauch. Bohnen sind nicht nur als Eintopf lecker. Sie sind eine leckere Beilage zu vielen Hauptgerichten und können süßsauer eingelegt werden.

Erbsen/Zuckerschoten
Die Erbse ist eine der ältesten Gemüsesorten. Unter den zahlreichen Sorten sind vor allem die zarten Zuckerschoten besonders begehrt. Hier können nicht nur die Erbsen im Innern, sondern die komplette Schale mitgegessen werden. Frisch vom Strauch schmecken Erbsen natürlich am besten. Der Anbau ist unkompliziert. Je nach Sorte kann ab März/April gesät und etwa ab Juni geerntet werden. Sät man alle 3-4 Wochen neu aus, beschert das eine Ernte bis weit in den Sommer hinein. Erbsen gedeihen gut neben Gurken, Kohl, Möhren, Radieschen, Kopfsalat, Zucchini und Rettich. Schlechte Pflanznachbarn sind u.a. Busch- und Stangenbohnen, Kartoffeln, Lauch und Tomaten.

Tipp: Nach der letzten Ernte sollte man die Pflanzen nicht aus dem Boden ziehen, sondern die Wurzeln im Boden belassen, denn sie reichen den Boden mit Stickstoff an, der anderen Nachkulturen zugutekommt.

Knollengemüse

Kohlrabi
KohlrabiAuch Kohlrabi ist ein beliebtes Sommergemüse und lecker obendrein. Roh ist er ein Geschmackserlebnis und in der Küche ein echter Alleskönner, sei es in Salaten, Aufläufen oder als Gemüsebeilage. Einen besonders hohen Nährstoffgehalt haben die Blätter, die mit verarbeitet werden können. Kohlrabi kann ab Mitte März vorgezogen und ab Mitte April aufgepflanzt werden. Für eine längere Ernte sind Folgesaaten empfehlenswert. Nach 8-12 Wochen je nach Sorte sind die leckeren Knollen erntereif. Mit der Ernte sollte man nicht zu lange warten, denn wird zu spät geerntet, werden Kohlrabis schnell holzig und ungenießbar. Junge Kohlrabis sind am zartesten und schmackhaftesten. Sie gedeihen neben Erbsen, Busch- und Stangenbohnen, Gurken, Kartoffeln, Kopfsalat, Lauch, Spinat, Sellerie und Tomaten besonders gut.

Radieschen
Kaum eine andere Gemüseart lässt sich so leicht anbauen wir Radieschen. Selbst angebaute Radieschen besitzen eine sehr feine Schärfe und überzeugen mit zartem Fruchtfleisch.
  • Sie können vom Frühjahr bis in den August hinein gesät werden
  • Komplette Kulturdauer beträgt 6-8 Wochen
  • Eignen sich als Vor-, Zwischen- und Nachkultur anderer Gemüsesorten
  • Fruchtfolge sollte beachtet werden
  • Nicht dort anbauen, wo zuvor bereits Radieschen, Kohl oder Rettich standen
  • Positiv, ist eine Nachbarschaft zu Bohnen, Erbsen, Möhren, Tomaten und Kopfsalat
Radieschen können etwa 21-28 Tage nach der Aussaat geerntet werden. Am besten erntet man sie bei einem Knollendurchmesser von 2 - 3 cm, dann sind sie am aromatischsten. Erntet man später, verholzen sie schnell. Radieschen sollten möglich frisch verzehrt oder weiterverarbeitet werden.

Kohlgemüse

Blumenkohl
Der mit dem Brokkoli verwandte Blumenkohl ist eine echte Vitaminbombe und eine der etwas anspruchsvolleren Kohlsorten. Er gedeiht in Töpfen, Balkonkästen und im Beet gleichermaßen. Da Blumenkohl zu den Starkzehrern gehört, sind seine Nährstoffansprüche besonders hoch. Je nach Aussaat- oder Pflanzzeitpunkt können die schneeweißen Köpfe von Juni bis Oktober geerntet werden, also etwa 8-12 Wochen später. Ob der Blumenkohl reif ist, erkennt man daran, dass die kleinen Röschen komplett geschlossen sind. Eine Besonderheit ist der sogenannte Pflückblumenkohl, eine F1-Hybride, die mehrere Seitentriebe bildet mit jeweils einem Köpfchen. So kann man von Juli bis August immer wieder frischen Blumenkohl ernten. Auch bei diesem Gemüse ist auf die Fruchtfolge zu achten und eine Anbaupause von 3-4 Jahren einzuhalten, in denen er nicht auf dem selben Beet angebaut werden sollte.

Tipp: Für eine intensiv weiße Färbung muss der Kopf des Blumenkohls vor zu viel Sonneneinstrahlung geschützt werden, auch wenn er sehr sonnige Standorte bevorzugt. Am besten bindet man dazu die Blätter über dem Kohlkopf zusammen.

Blattgemüse

Pflück- und Schnittsalate
Schnittsalat - KopfsalatUnter den beliebtesten Sommergemüsen finden sich auch knackige Pflück- und Schnittsalate wie z.B. Eichblattsalat, Lollo rossa oder Lollo bionda. Eichblattsalat hat rote oder hellgrüne, sehr zarte Blätter mit nussartigem Geschmack. Lollo rossa und Lollo bionda haben jeweils rote oder grüne, stark gekrauste Blätter, die dichte Rosetten bilden.
Im Unterschied zu Kopfsalaten bilden Pflück- oder Schnittsalate keine Köpfe, sondern werden fortlaufend geerntet, indem man die einzelnen Blätter von außen nach innen abpflückt oder abschneidet. Im Laufe einer Saison kann mehrmals nachgesät und die Erntezeit so erheblich verlängert werden. Je nach Aussaat- oder Pflanzzeitpunkt kann 5-6 Wochen später das erste Mal geerntet werden.

Tipp: Die Sprossachse bzw. die Herzblätter sollten unberührt bleiben, damit sich wieder neue Blätter bilden können.

Eisberg- oder Eissalat

Der Eisbergsalat, vielen auch bekannt als Eis- oder Krachsalat, entwickelt große Köpfe mit knackigen Blättern. Auch er kann während der Saison immer wieder nachgesät werden. Eissalat kann viel Hitze vertragen, ohne zu schießen. Er kann ab Februar im Haus vorgezogen, und wenn keine Frostgefahr mehr besteht, in den Garten gepflanzt werden. Eisbergsalat kann wie auch Pflück- und Schnittsalate mit herzhaften aber auch süßen und fruchtigen Zutaten angerichtet werden.
Bis zur Ernte vergehen etwa 8-12 Wochen.

Fazit
Wer möchte nicht mit frischem Gemüse immer wieder neue Gerichte zaubern oder aufpeppen. Zumal selbst geerntetes Gemüse nicht nur lecker, sondern auch noch gesund ist. Dabei ist die Auswahl im Sommer am höchsten, jetzt ist Hochsaison, insbesondere für knackiges Fruchtgemüse. Auch wer keinen Garten hat, muss nicht auf frisches Gemüse verzichten, denn die meisten Sommergemüse lassen sich problemlos auch im Topf auf Balkon oder Terrasse anbauen.