Zu den Wintergemüse Sorten, die man auch bei frostigen Temperaturen ernten kann, zählen zum Beispiel Schwarzwurzeln, Lauch, Pastinaken und viele Kohlsorten. Zugegeben, man muss sich vorab ein wenig darüber informieren und Gartenarbeit sollte eher Freude als Mühsal bedeuten. Doch die Mühe wird belohnt. Spätestens, wenn an einem kalten Wintertag ein köstlicher Eintopf mit Gemüse aus eigenem Anbau auf dem Tisch steht. Nachfolgend ein Blick auf die Winter Gemüsesorten und ihre speziellen Bedürfnisse im Beet.

Anbau

Die meisten Gemüsesorten für den Winter werden von März bis Juli gesät oder gesetzt. Einige sogar noch später, wie der Winterportulak und die Winterkresse. Wer über wenig Platz im Garten verfügt oder es überschaubar und bequem haben möchte, sollte sich ein Hochbeet anlegen.

Neben der geeigneten Zeit für die Aussaat oder die Pflanzung, ist es wichtig zu wissen, welche Gemüse besser nicht in direkter Nachbarschaft gepflanzt werden sollten. Von vielen Gemüsesorten gibt es frühe und späte Sorten, zum Beispiel von Zwiebeln und Feldsalat.

Pflege

Wintergemüse gelten als relativ pflegeleicht. Dennoch sollten auch sie nicht von Unkraut überwuchert und mit ausreichend Kompost versorgt werden. Die Wassergaben richten sich nach der Witterung und danach, ob es sich um flach- oder tiefwurzelndes Gemüse handelt. Soweit es geht, sollte Gemüse immer mit Regenwasser oder zumindest mit abgestandenem Wasser gegossen werden.

Ernte

Es gibt Wintergemüse, die werden spätestens im
Spätherbst, vor dem ersten Frost geerntet und es gibt frostharte Wintergemüse.
Zu den frostharten Gemüsesorten zählen:
  • Grünkohl
  • Pastinaken
  • Steckrüben
  • Topinambur
  • Schwarzwurzeln (Ernte zwar im Spätherbst, vertragen aber auch Frost)
  • Feldsalat (leichter Schutz)
  • Winterkresse (leichter Schutz)
Eine späte Ernte, noch vor der Frostperiode, aber dafür bestens als Wintervorrat geeignet sind:
  • Rote Bete
  • Pak Choi
  • Chinakohl
  • Spinat
  • Winterkürbis
  • Winterzwiebeln
  • Winterlauch

Wintergemüse

Grünkohl
Grünkohl - Brassica oleraceaEin frostharter Klassiker ist der Grünkohl (Brassica oleracea var. sabellica L.). Er braucht sogar den Frost, erst dann blüht er auf, kulinarisch gesehen. Grünkohl wächst wie eine Palme, seine krausen Blätter sitzen am Stiel und der kann bis zu einem Meter hoch werden. Die grau-grünen Blätter lassen sich nach Bedarf einfach vom Stängel zupfen. Am besten ist es, man zieht den Grünkohl aus Samen vor und pflanzt ihn ab Juli, spätestens im August, ins Beet. Grünkohl zählt zu den Starkzehrern, benötigt also nährstoffreiche Erde. Eine gründliche Einbringung von Kompost im Jahr ist jedoch vollkommen ausreichend.
  • lässt sich gut mit Wellerie anbauen, dieser vertreibt schädliche Kohlweißlinge
  • Kräuter (Kümmel & Koriander) im gleichen Beet aromatisieren ihn
Feldsalat
Feldsalat - Valerianella locustaFeldsalat (Valerianella) ist der Wintersalat schlecht hin. Er kann ab Mitte August bis in den Oktober hinein breitwürfig ausgesät werden. Natürlich ist auch eine übersichtliche Reihenpflanzung möglich. Für eine spätere Aussaat wählt man eine winterharte Sorte. Die Blätter sind kleiner und der Wuchs leicht gedrungen. Feldsalat, oder Rapunzel, ist genügsam und muss nicht weiter gedüngt werden. Spezielle Bodenansprüche hat er auch nicht.
  • Standort sollte hell und sonnig sein
  • ersten drei Wochen nach der Aussaat darf der Boden auf keinen Fall austrocknen
  • Ernte am besten abends oder früh morgens bei frostfreier Witterung
  • gute Nachbarn sind Erdbeeren und Radieschen
Winterportulak
Der Winterportulak (Claytonia perfoliata), auch Postelein oder Tellerkraut genannt, ist eine gesunde Bereicherung für Wintersalate. Er ist ein sogenannter Kaltkeimer, das heißt, er keimt auch bei Bodentemperaturen unter 12 Grad. Der Winterportulak kann Anfang September noch ausgesät werden. Bereits nach zwei Monaten lassen sich die spinatähnlichen Blätter, den ganzen Winter hindurch ernten.
  • bei der Ernte ungefähr fünf Zentimeter stehen lassen, damit er wieder neu austreiben kann
  • ist ein Schwachzehrer und hat kaum Bodenansprüche
  • mag feuchte Böden und wächst gerne im Schatten oder Halbschatten
  • Rauke, Rettich und Erdbeeren gute Nachbarn
Pastinake
Die Pastinake (Pastinaca sativa) wird in den deutschen Küchen wieder zunehmend gern verwendet. Die weißen, langen Pfahlwurzeln werden häufig mit der Wurzelpetersilie verwechselt. Geschmacklich liegen sie jedoch weit auseinander. Ein wenig Frost im beginnenden Winter schadet ihr nicht, im Gegenteil, sie bekommt einen milderen Geschmack. Ausgesät werden die Samen bereits im März, April, auf nährstoffreichem und lockerem Boden. Ein tiefgründiger, lehmiger Sandboden ist ideal. Die Hauptwachstumszeit für die Wurzeln ist der September.
  • Erntezeit ist dann im Oktober
  • Ungewaschen können die Wurzeln lange aufbewahrt werden, am besten in einem kühlen dunklen Kellerraum lagern
  • Ideal ist ein Behälter mit feuchtem Sand
  • einige Zuchtsorten sind sehr frosthart und können sogar bis ins nächste Jahr hinein im Boden bleiben
  • gute Partner im Beet sind Zwiebeln, Salate und Radieschen
  • eine Kompostdurchmischung gleich vor der Aussaat genügt für das Nährstoffangebot bis zur Ernte
Rote Bete
Erntezeit -rote beteDie Rote Bete(Beta vulgaris) muss bereits vor dem ersten Frost aus der Erde. Doch dafür können die späten Sorten bis weit in den Winter hinein gelagert werden. Im Juni werden sie ausgesät. Der Boden sollte humusreich und locker sein. Für die Ausreifung der tiefwurzelnden Knollen ist eine durchgehende Feuchtigkeit bis zur Ernte wichtig. Bei nährstoffreichem Boden genügt es, einmal während der Wachstumsperiode zu düngen, sobald sich die ersten Knollen ausbilden. Brennnessel- oder Beinwelljauche mit Gesteinsmehl ist eine gute Mischung für einen natürlichen Nahrungsnachschub.
  • Ernte nach drei bis vier Monaten nach Aussaat
  • lange lagerbar in Kister mit feuchtem Sand bei ein bis vier Grad
  • gute Beetnachbarn sind: Zwiebeln, Kohlsorten, Salate, Dill und Bohnenkraut

Petersilienwurzel

Die Wurzelpetersilie, Petersilienwurzel oder Petersilienknolle (Petroselinum crispum) braucht lange, bis ihre cremeweißen, oft unregelmäßig wachsenden Wurzeln geerntet werden können. Die Aussaat erfolgt am besten im März oder April. Eine spätere Aussaat ergibt kleinere Wurzeln im Herbst. Der Boden sollte zuvor tiefgründig gelockert und mit Kompost durchmischt werden. Die Petersilienwurzel hat es übers Jahr gerne warm, sonnig und nicht zu feucht. Gegen Unkraut kann sie sich nur schwer durchsetzen, also muss das Beet weitestgehend unkrautfrei gehalten werden.
  • Rote Bete und Spinat sind gute Nachbarn
  • ab Oktober kann man sie den ganzen Winter über ernten
  • vom Grün, dass ähnlich wie Petersilie
    schmeckt, kann man schon im Sommer ernten
  • doch damit sollte man es nicht übertreiben, weil es die Ausbildung der Wurzeln schwächt
Knollensellerie
Der Knollensellerie (Varietät des Apium graveolens)muss noch vor dem Winter geerntet werden, kann aber bei guter Lagerung auch im Winter immer noch zur Verfügung stehen. Am besten ist es, ihn frühzeitig vorzuziehen, um die Pflänzchen dann, nach den Eisheiligen, ins Freiland zu setzen. Sellerie ist ein Starkzehrer, daher sollte der Boden zuvor großzügig mit Kompost aufgewertet werden. Im weiteren Wachstumsverlauf braucht er grundsätzlich feuchten Boden. Mit Brennnesseljauche kann man ab und zu nach düngen. Wer helle Knollen haben möchte, kann zu Beginn ein paar Mal mit einer leichten Salzlösung gießen. Wenn sich eine kleine Knolle gebildet hat, regt man das Knollenwachstum an, indem man die Erde oben etwas abträgt, sodass etwas von der Knolle aus dem Boden herausschaut.
  • bis Oktober wachsen lassen, dann ernten
  • Ungewaschene Knollen können für eine ganze Zeit in einem trockenen und kühlen (Keller)Raum gelagert werden
  • verträgt sich gut mit Kohl, Lauch und Spinat
Tipp: Achtung beim gießen mit Salzlösung, das ist nur für den Sellerie verträglich!

Winterkresse

Winterkresse - Barbarakraut - Barbarea vulgarisWie alle Kressearten, ist auch die Vitamin-C haltige Winterkresse (Barbarea vulgaris) leicht zu kultivieren, denn sie ist sehr anspruchslos. Sie bildet knackige, dunkelgrüne, würzige, leicht scharfe Blätter in einer Rosette aus. Das Barbarakraut, wie sie auch genannt wird, ist frosthart. Bis in den September hinein kann Winterkresse ausgesät werden. Ungefähr 10 Wochen später ist Erntezeit. Der Boden sollte bei der Aussaat nährstoffreich und feucht sein. Im weiteren Verlauf reicht es, genügend zu wässern und die Umgebung unkrautfrei zu halten.
  • bruacht keinen extra Dünger
  • ist zweijährig
  • sät sich selbst regelmäßig aus
  • gute Beetnachbarn sind Erdbeeren und Feldsalat
Topinambur
Eine Sonnenblume mit knolligen, braunen, kartoffelähnlichen Wurzeln, das ist die Topinambur (Helianthus tuberosus). Die Kultivierung von Topinambur im Garten ist extrem einfach und mit sehr wenig Pflegeaufwand möglich. Ähnlich wie bei Kartoffeln werden im Frühjahr Pflanzknollen gesetzt. Alles Weitere regelt schon fast die Natur. Einzig: Die Topinambur lieben es sonnig, benötigen aber auch ausreichend Wasser. Sie lassen sich längs einer Grundstücksgrenze setzen. Die leuchtend gelben Blumen werden bis zu zwei Meter hoch und können einen schönen Sichtschutz bilden.
  • Erntezeitpunkt kann man nicht verpassen
  • wenn das Kraut verwelkt, sind die ersten Knollen reif für die Ernte
  • können im Boden bleiben, bis zum Verzehr
  • oder bis sie im nächsten Frühjahr erneut austreiben
Tipp: Achtung die Topinambur neigt zum Wuchern und breitet sich stark aus, wenn sie nicht gebremst wird.

Schwarzwurzel
Schwarzwurzel - ScorzoneraSchwarzwurzeln (Scorzonera) oder Winterspargel sind eine gelb blühende, attraktive Bereicherung für jedes Gemüsebeet. Sie werden im März, April direkt ins Freiland gesät. Ein Vorziehen ist eher nicht zu anraten, da die kleinen Pflänzchen sehr empfindlich sind. Genau wie die Samen, sie sind länglich und können leicht brechen. Sie brauchen einen tiefgründig, gelockerten, möglichst steinfreien Boden. Ab und zu organische Düngergaben, regelmäßiges Wässern und Unkraut jäten gehören zu den Anforderungen, um ab Herbst diese schmackhaften Wurzeln genießen zu können.
  • wachsen sehr langsam,  sechs Monate bis zur Reife
  • ab Oktober, und dann den ganzen Winter über, können sie geerntet werden, denn sie sind frosthart
  • gute Nachbarn im Beet sind Kohl, Salate und Zwiebeln
Tipp: Geerntet wird natürlich an einem frostfreien Tag, denn die langen Wurzeln brechen leicht und müssen vorsichtig mit einer Grabgabel aus dem Erdreich geholt werden.

Steckrüben
Wie auch die Pastinaken, waren Steckrüben (Brassica napus subsp. rapifera) lange Zeit vom Speiseplan verbannt und erleben seit einiger Zeit eine Renaissance in deutschen Küchen. Schmackhafte Züchtungen und ihre Winterhärte machen sie zu einem beliebten Anbaugemüse für den Winter. Sie können ab Oktober je nach Bedarf geerntet werden. Ab Juni werden sie direkt ins Freiland gesät werden, müssen dann aber noch vereinzelt werden.
  • benötigt rund herum ca. 40 cm Platz
  • Mittelzehrer -verlangt keine großen Düngergaben
  • zusätzliches Wasser ist nur in längeren Trockenperioden gefordert
  • Erntezeit beginnt im September
  • winterharten Knollen können dann je nach Bedarf frisch aus dem Boden geholt werden
  • Frost sorgt auch bei den Steckrüben für eine leichte Süße im Geschmack.
Rosenkohl
Rosenkohl - Brüssler Kohl - Brassica oleracea var. gemmiferaÄhnlich wie der Grünkohl ist auch der Rosenkohl (Brassica oleracea var. gemmifera) ein klassisches Wintergemüse, das erst im November geerntet wird. Auch wenn die ersten Fröste seinem Geschmack förderlich sind, zu starkem, anhaltendem Frost darf er nicht über längere Zeit ausgesetzt werden, da sonst die Röschen weich werden. Ab Mitte April, Mai kann man ihn direkt ins Freiland aussäen. Der Boden sollte mit Kompost und Hornspänen zuvor aufgewertet werden. Im Sommer kann man das Beet mulchen, damit die Erde nicht so schnell austrocknet. Jetzt hat der Rosenkohl bereits seine endgültige Höhe erreichet und muss eventuell abgestützt werden
  • schneidet man die Spitze ab, verhindert man das Treiben weiterer Röschen und die Kraft kann in die vorhandenen Röschen gehen
  • geerntet wird immer von unten nach oben
  • um sie nach der Ernte länger aufzubewahren empfiehlt es sich, sie zu blanchieren und einzufrieren

Anbau-Tipps

Wer für einen Gemüseanbau nicht über ausreichend Platz im Garten verfügt, kann sich ein Hochbeet anlegen. Ein Hochbeet bietet neben seiner Größe und Überschaubarkeit weitere Vorteile:
  • einer bequemen Höhe für die Gartenarbeit und Ernte
  • der Boden ist wärmer
  • frühere Aussaat möglich
  • nährstoffreicher Boden
Fazit
Beim Wintergemüse sind einige Sorten dabei, die extrem pflegeleicht sind und auch Anfänger können sie fast nebenbei anbauen, beziehungsweise einfach wachsen lassen. Nicht alle Wintergemüse sind auch frosthart, wie Topinambur oder Steckrüben. Rosenkohl und Rote Bete können nicht den ganzen Winter über frisch geerntet werden, sondern müssen zeitig geerntet und adäquat einlagert werden. Je nach dem, ob es sich um Schwach- oder Starkzehrer handeln, ob sie tief oder flach wurzeln, gilt es, sich mit den Dünger- und Wassergaben an die entsprechenden Bedürfnisse anzupassen. Beete mit stark wucherndem Gemüse (Topinambur) müssen übers Jahr nicht so sorgfältig vom Unkraut befreit werden, wie Bereich in denen eher die zarten Vertreter (Petersilienwurzel, Schwarzwurzeln) wachsen.