Tomaten werden gern im Garten herangezogen, weil sie leicht zu pflegen sind und eine reiche, wohlschmeckende Ernte bringen, an die gekaufte Tomaten nur schwer heranreichen. Im Frühjahr muss die Wahl zwischen dem selbst anziehen und dem Kauf von Jungpflanzen getroffen werden. Werden die Tomatenpflanzen selbst gesät, müssen sie irgendwann vereinzelt werden. Das Pikieren geschieht, damit die Pflanzen bessere Wachstumsbedingungen haben und um die besten Tomaten zur Weiterkultur auszuwählen.

Zeitpunkt

Je nachdem, wann die Tomaten gesät wurden, kann der Zeitpunkt zum
Pikieren unterschiedlich sein. Grundsätzlich sollten die Jungpflanzen gut entwickelt sein und schon eine gewisse Größe aufweisen. Stellt sich beim Herausnehmen der Tomatenpflanzen heraus, das die Wurzeln so umfangreich sind, das sie sich in der Anzuchtschale schon gegenseitig behindern und umschlingen, wurde mit dem Pikieren zu lange gewartet. Der richtige Zeitpunkt ist außerdem vom Standort der Pflanzen abhängig. Bei Wärme und viel Licht wachsen Tomaten schneller. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Jungpflanzen etwa 4 Wochen nach dem Aussäen vereinzelt werden können.
Arbeitsmittel:
  • Töpfe aus Ton oder Plastik, 10 cm Durchmesser
  • Pflanzerde
  • Holzstäbchen, Pikierstab, Gabel, Löffel oder Ähnliches
  • Wasser, Mini-Gießkanne oder Sprühflasche
  • wasserdichte Unterlage oder Untersetzer für die Töpfe
  • eventuell saubere Schere

Vorbereitung

junge TomatenpflanzeDie Jungpflanzen werden noch einmal gründlich gewässert, damit die Wurzeln ausreichend versorgt sind und schnell im neuen Substrat anwachsen. Die Löcher in den Töpfen werden so abgedeckt, dass keine Erde heraus geschwemmt werden kann, der Wasserabfluss dennoch garantiert ist. Geeignet sind dafür Tonscherben, Kieselsteine oder ein Stück Küchenpapier, welches später verrottet. Als Substrat eignet sich Pflanzerde aus dem Gartenfachmarkt. Im Gegensatz zu Anzuchterde ist sie mit Dünger versehen, der die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen versorgt. Ebenso geeignet ist fertige, gesiebte Komposterde, mit einem Teil Sand gemischt. Allerdings besteht dann die Gefahr von
Unkrautentwicklung.

Jungpflanzen zur Weiterkultur auswählen

Zum Vereinzeln werden die kräftigsten Jungpflanzen herausgesucht. Neben den Keimblättern sollten sie noch mindestens zwei gut entwickelte Blätter besitzen. Kranke oder schwächliche Pflanzen eignen sich nicht zur Weiterkultur. Auch auf Schädlinge sollte geachtet werden.

Jungpflanzen vorbereiten

In die neuen Töpfe wird etwas Erde eingefüllt. Dann wird die Jungpflanze aus ihrer Anzuchtschale gelöst. Dazu wird mit einem Pikierstab, einer Gabel oder einem anderen Werkzeug die Erde rund um die Pflanze vorsichtig gelockert. Möglich ist es auch, einfach nur die Finger zu verwenden. Keinesfalls sollte die Pflanze mit Gewalt aus der Erde gezogen werden. Wurzeln könnten dabei abreißen. Blätter und Stiel dürfen nicht abgeknickt werden.
Sind die Wurzeln sehr lang, können sie mit der Schere etwas eingekürzt werden. Hat sich um die Wurzeln jedoch ein Erdballen gebildet, sollte dieser nicht entfernt werden. Die Pflanze wird mit der Erde in den neuen Topf eingesetzt.

Einsetzen in neue Töpfe

Die Pflanzen werden in der Mitte der neuen Töpfe in der Erde platziert und dort mit der Hand fixiert. Mit der anderen Hand wird Erde rund um die Pflanze eingefüllt, bis der Topf voll ist. Die Erde dann vorsichtig um die Tomate herum andrücken. Eventuell noch etwas Erde nachfüllen.

Tipp: Tomatenpflanzen beim pikieren tiefer als vorher einpflanzen. Am Stamm bilden sich neue Wurzeln, die die Pflanze zusätzlich mit Nährstoffen und Wasser versorgen.

Gießen

Tomaten pikierenDas richtige und gründliche Wässern ist für die Jungpflanzen sehr wichtig. Die Töpfe werden auf eine wasserundurchlässige Unterlage gestellt oder in eine kleine Wanne und mithilfe einer kleinen Gießkanne oder noch besser einer Sprühflasche durchdringend gewässert. Überschüssiges Wasser sollte ablaufen können, damit keine Staunässe entsteht. Durch das Gießen wird die Erde direkt an die jungen Wurzeln geschwemmt, die dann besser anwachsen.

Standort

In den ersten Tagen sollten die Jungpflanzen nicht in der prallen Sonne stehen. Die Wasseraufnahme über die Wurzeln ist noch unzureichend, während über
die Blattmasse viel Wasser verdunsten kann. Es besteht die Gefahr, dass die Jungpflanzen verwelken. Dass die Tomatenpflanzen angewachsen sind, ist daran ersichtlich, dass sich neue Blätter bilden und die Stiele länger werden. Dann können sie auch wieder in der Sonne stehen, später durchaus auch im Freien.

Weitere Nachsorge

Die Jungpflanzen müssen regelmäßig gewässert werden, dürfen aber nicht zu nass stehen. Gedüngt wird bis zum Auspflanzen gar nicht oder nur wenig. Im Substrat ist genug Dünger vorhanden. Ein weiteres Umtopfen sollte vermieden werden, damit die Pflanzen an ihrem endgültigen Standort später schnell anwachsen. Jedes Umpflanzen bedeutet Stress für die jungen Tomaten. Ein Stützstab wird immer wichtiger, je größer die Pflanzen werden. Wird er später platziert, sollte vorsichtig vorgegangen werden, um die Wurzeln der Pflanzen nicht zu beschädigen.

Tipp: Schon im frühen Stadium kann eine Stützhilfe von Vorteil sein. Bevor die Jungpflanzen eingetopft werden, zum Beispiel ein Essstäbchen oder einen Schaschlikspieß in die Erde stecken, an dem die Tomate später angebunden werden kann.