Tomaten erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit bei Hobbygärtnern. Kein Wunder: Sie sind gesund, schmackhaft und lassen sich verhältnismäßig leicht kultivieren. Man zieht sie bequem in der Wohnung heran und verpflanzt sie dann in den Garten. Die Frage dabei ist jedoch: Wann können die Tomaten ins Freie. Die Antwort: Wenn kein Nachtfrost mehr zu erwarten ist. Und wenn sie sich eingewöhnt haben.

Grundlagen

Tomaten lieben Wärme und Sonne. Kein Wunder: Sie kommen ursprünglich aus Südamerika. Kein Wunder auch, dass sie gegenüber Kälte überaus
sensibel reagieren. Nachtfröste machen praktisch allen Tomatenpflanzen den Garaus. Sie können folglich erst dann ins Freie verpflanzt werden, wenn mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine Fröste mehr zu erwarten sind. Etwas früher kann hingen das Setzen in einem Gewächshaus erfolgen. Egal, ob aber nun Freiland oder Gewächshaus - zunächst einmal müssen die Tomatenpflanzen aufgezogen werden. Entweder man zieht sie aus Samen oder man kauft Jungpflanzen im Fachhandel bzw. im Baumarkt. Die Aufzucht selbst erfolgt immer im Inneren. Da die jungen Pflanzen sehr empfindlich sind, können sie erst aber einer gewissen Größe nach draußen oder eben ins Gewächshaus. Außerdem müssen sie langsam an die neue Umgebung gewöhnt werden.
Voraussetzungen

Damit eine Tomatenpflanze direkt in den Garten gepflanzt werden kann, muss sie robust genug sein, um die dortigen Witterungsbedingungen auch überstehen zu können. Ob sie bereit für einen Umzug ins Freie ist, lässt sich an einigen konkreten Merkmalen ablesen. Diese Merkmale sind:
  • eine Größe bzw. Höhe, die sich in einem Rahmen von 30 bis 40 Zentimetern bewegt
  • eine beginnende Ausbildung von ersten Blütendolden
  • möglichst keine oder nur eine sehr gering ausgebildete Vergeilung
Tomaten - JungpflanzenDarüber hinaus ist es zwingend erforderlich, dass die junge Pflanze vor dem Auspflanzen behutsam abgehärtet bzw. an die Witterungsbedingungen im Freien gewöhnt worden ist. Das kann beispielsweise dadurch geschehen, dass man sie stundenweise auf einen geschützten Balkon stellt oder bei
geöffneten Fenster auf der Fensterbank platziert. Alternativ können sie natürlich auch in ihrem Topf ab etwa Ende Mai für einige Stunden in den Garten gestellt werden. Grundsätzlich sollte man auf einen halbschattigen Platz achten und eine direkt Sonneneinstrahlung unbedingt vermeiden. Diese Abhärtungsphase dauert etwa einen halben Monat.

Tipp: Die Abhärtung einer Tomatenpflanze lässt sich durch eine transparente, locker über die gesamte Pflanze gestülpte Tomatenhaube beschleunigen. Die Folie muss Luftlöcher haben und darf die Blätter nicht berühren.

Idealer Zeitpunkt

Wie bereits erwähnt, bedeutet Nachtfrost den sicheren Tod von Tomatenpflanzen. Daraus folgt zwingend, dass sie erst ins Freie verbracht werden dürfen, wenn keine Nachtfröste mehr drohen. Allerdings muss man hier zwischen Tomatenpflanzen, die direkt in ein Beet gesetzt werden und solche, die in einem Gewächshaus oder auf dem Balkon kultiviert werden sollen, unterscheiden.

Freiland
Ins Beet dürfen die Tomatenpflanzen erst nachdem die Eisheiligen vorbei sind und damit auch keine Nachtfröste mehr zu erwarten sind. Als Faustregel gilt, dass das ab dem 20. Mai eines Jahres der Fall ist. Außerdem dürfte ab diesem Zeitpunkt die Wahrscheinlichkeit von Niederschlägen deutlich geringer sein. Tomaten wollen zwar regelmäßig gegossen werden und benötigen relativ viel Wasser, mit Regen kommen sie hingegen weniger gut zurecht. Grundsätzlich gilt außerdem, dass der Boden eine Temperatur von mindestens 13 Grad Celsius haben sollte.

Gewächshaus
Das Setzen von Tomatenpflanzen in einem Gewächshaus kann hingegen deutlich früher erfolgen, nämlich in einem Zeitraum von Mitte bis Ende April. Die Gefahr von Nachtfrösten ist in einem Gewächshaus verschwindend gering. Zudem bietet es garantierten Schutz vor Regen und Wind. An besonders kalten Tagen bzw. in kalten Nächten lässt sich die Temperatur im Gewächshaus erhöhen, indem man brennende Grablichter in das Glashaus stellt. Die Flammen erwärmen dann die Luft. Die Gefahr, dadurch einen Brand zu verursachen tendiert übrigens gegen Null.

Balkon
Tomatenpflanzen, die auf dem Balkon kultiviert werden, wurzeln stets in einem Pflanztopf. Sie können in etwa ab Anfang Mai nach draußen verbracht werden. Die Außentemperatur sollte dabei allerdings mindestens zehn Grad Celsius betragen. Fällt sie unter diese Marke, sollten die Pflanzen wieder ins Innere Verbracht werden oder mit eine Folie geschützt werden. Auf dem Balkon ist zwingend ein geschützter Platz zu wählen, der die Pflanzen vor Wind, Regen und einer zu starken Sonneneinstrahlung bewahrt.

Standort

Obwohl die Tomate aus deutlich wärmeren Regionen als der unseren stammt, kommt sie mit den hiesigen Witterungsverhältnissen gut zurecht. Wichtig ist einfach, die Pflanzen vor Kälte, starkem Wind und Regen zu schützen. Neben dem richtigen Zeitpunkt spielt daher auch der richtige Standort eine entscheidende Rolle. Ideal ist stets die Nähe einer Mauer, die einen gewissen Schutz vor Wind bietet, der die Pflanzen vor allem in einem frühen Stadium knicken könnte. Gehört die Mauer zu einem Gebäude mit einem Dachvorsprung, ist auch ein gewisser Regenschutz gewährleistet. Und mit etwas Glück spendet sie sogar die meiste Zeit des Tages über ausreichend viel
Schatten.