Bei der Frage nach der besseren Anbauart macht zunächst die Tomatensorte den Unterschied, denn nicht jede Sorte ist für jede Form des Anbaus geeignet. Aber genau diese Sortenvielfalt ermöglicht es, Tomaten sowohl im Freiland, im Gewächshaus oder auf dem Balkon anzubauen. Sind die örtlichen Gegebenheiten entsprechend, bevorzugen viele den Gewächshausanbau. Dennoch ist auch ein Freilandanbau möglich. Bei beiden gibt es einige grundsätzliche Dinge zu beachten. Aber was ist nun besser, der Anbau im Freiland oder in einem Gewächshaus?

Freiland- oder Gewächshausanbau, was ist besser?

In grundlegenden Dingen ähneln sich der Freilandanbau und der Anbau im Gewächshaus. In beiden Fällen sollten die Tomatenpflanzen so sonnig, geschützt und warm stehen wie möglich. Wählt man die falsche Sorte, kann bei beiden einiges schief gehen. Das größte Problem dieser Gewächse ist Feuchtigkeit bzw. Nässe, insbesondere an den Blättern. Das kann die gefürchtete Braunfäule, einen Pilzbefall, hervorrufen, der Pflanzen und Früchte befällt, die dann nicht mehr für den
Verzehr geeignet sind.

Braunfäule kann sowohl im Gewächshaus als auch im Freien auftreten, bei Letzterem allerdings wesentlich häufiger. Dafür sollen Freilandtomaten denen aus dem Gewächshaus geschmacklich überlegen sein. Auch das sogenannte Ausgeizen ist mit Ausnahme von Busch- und Hängetomaten im Freiland und im Gewächshaus empfehlenswert. Welche Anbauart nun letztendlich die Beste ist, hängt von mehreren Faktoren ab.

Freilandanbau von Tomaten

Bei dieser Anbauform können deutlich mehr Pflanzen gesetzt und somit auch beerntet werden als in einem Gewächshaus. Allerdings sind nur wenige Sorten robust und widerstandsfähig genug, um den widrigen Bedingungen im Freilandanbau trotzen zu können. Unter freiem Himmel sind die Tomatenpflanzen den unterschiedlichsten Witterungsbedingungen ausgesetzt. Deshalb sollte man sich vorzugsweise für Sorten entscheiden, die von Natur aus besonders widerstandsfähig gegenüber Krankheiten sind.

Problematisch beim Freilandanbau ist vor allem feuchte und nasse Witterung. Aus diesem Grunde sollte man insbesondere bei Buschtomaten auf ausreichende Pflanzabstände achten, damit die Luft zwischen den Pflanzen immer gut zirkulieren kann.

Regenschutz unverzichtbar

Gerade unter freiem Himmel sind komplett ungeschützte Orte problematisch für den Tomatenanbau. Da Freilandtomaten nicht wie Kübelpflanzen, je nach Bedarf von einem Ort zum anderen transportiert werden können, sollte der Standort mit großer Sorgfalt ausgewählt werden. Der wichtigste Schutz für Tomaten ist der vor Regen und Nässe. Sie sind der Nährboden für die gefürchtete Kraut- und Braunfäule.
Tomate mit Braunfäule
Diese Pilzkrankheit breitet sich schnell über die Pflanzen und Früchte aus, sodass es zu deutlichen Ernteeinbußen kommen kann. Schwierig wird es vor allem in verregneten Sommern. Deshalb ist ein entsprechender Regenschutz, der die Pflanzen sowohl vor Regen als auch Spritzwasser schützt, umso wichtiger. Das kann eine selbst gebaute, zu allen Seiten offene Holzkonstruktion oder eine handelsübliche Überdachung, ein sogenanntes Tomatendach sein. So ein Dach hat u.a. den Vorteil, dass es die Pflanzen und natürlich die Früchte vor zu starker Sonneneinstrahlung und insbesondere vor Regen und Hagel schützt.

Dadurch, dass die Seiten offen sind, kann die Luft zwischen den einzelnen Pflanzen jederzeit gut zirkulieren. Überschüssige Feuchtigkeit wird schnell abtransportiert, die Blätter trocknen zügig wieder ab und den Pilzen wird der Nährboden entzogen. Wer Tomaten im Kübel auf Balkon oder Terrasse ziehen möchte, sollte sie am besten an eine wärmende und vor allem überdachte Hauswand stellen.

Tipp: So ein flexibles Tomatendach ist keineswegs ausschließlich für Tomaten zu verwenden. Es kann auch anderen Pflanzen Schutz bieten, die dann möglicherweise besser gedeihen.

Vor dem Pflanzen abhärten

  • Jungpflanzen vor dem Auspflanzen zum Abhärten nach draußen stellen
  • Außentemperaturen sollten mindestens 12 bis 15 Grad betragen
  • Dann die jungen Pflänzchen nur tagsüber für wenige Stunden nach draußen
  • Vorzugsweise an einen halbschattigen und windgeschützten Platz stellen
  • Auf keinen Fall in die pralle Sonne, sie würde die jungen Blätter verbrennen
  • Nach ein paar Tagen, sind sie an die neuen Bedingungen gewöhnt
  • Jetzt langsam etwas sonniger stellen
  • Ab Mitte/Ende Mai, je nach Wetterlage an ihren endgültigen Standort pflanzen

Vor dem ersten Frost ernten

Die Reifezeit von Freilandtomaten beginnt je nach Sorte und Wetterlage etwa im Juni. Im Gegensatz zum Gewächshausanbau sollte die Ernte von Freilandtomaten im Oktober abgeschlossen sein. Meist sind zu diesem Zeitpunkt noch nicht alle Früchte ausgereift, sei es aufgrund von zu wenig Wärme und Sonnenlicht oder allgemein, wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse. Die noch grünen Früchte müssen aber nicht entsorgt werden. Sie können ebenfalls geerntet werden und in einem kühlen und dunklen Raum nachreifen. Allerdings leiden dabei Geschmack und Qualität der Früchte.

Anbau im Gewächshaus

Auch der Tomatenanbau im
Gewächshaus hat Vor- und Nachteile. Hier sind die Pflanzen vor jeglichen Witterungseinflüssen geschützt, Kälte, starke Winde und Regen können ihnen nichts anhaben. Die Gefahr eines Befalls mit Kraut- oder Braunfäule ist hier deutlich geringer. Die jungen Tomatenpflanzen können bereits Ende April gepflanzt werden also deutlich früher als bei einer Freilandkultur. Dank des warmen Klimas wachsen sie schneller und reifen häufig etwas früher. Die Tomaten können bis zur Vollreife an den Pflanzen verbleiben, denn Frostgefahr besteht nicht, vorausgesetzt das Gewächshaus ist frostsicher.

Tipp: Beim Düngen gibt es eine Besonderheit: Im Gegensatz zu Freilandtomaten sollte der Dünger für Kulturen im Gewächshaus nur wenig Stickstoff enthalten, unabhängig von der jeweiligen Sorte.

Begrenztes Platzangebot

  • Die nutzbare Fläche in Gewächshäusern meist stark begrenzt
  • Insbesondere beim gleichzeitigen Anbau unterschiedlicher Gemüsesorten
  • Tomaten allein benötigen für einen optimalen Wuchs relativ viel Platz
  • Zudem müssen ausreichend Pflanzabstände eingehalten werden
  • Deshalb ist Ausgeizen der Tomatenpflanzen auch im Gewächshaus unabdingbar
  • Dabei vor allem die Seitentriebe entfernen
  • Das reduziert den wuchs in die Breite und fördert das Höhenwachstum
  • Auf geeignete Sorten zu achten, deshalb umso wichtiger

Nicht jede Sorte geeignet

TomatensortenFür den Anbau im Gewächshaus eignen sich vor allem hoch wachsende Sorten, wie die rote Flaschentomate 'San-Marzano', die Fleischtomate 'Tigerella', die F1-Hybriden 'Dolcevita' und 'Pannovy' sowie die gelbe Cocktailtomate ' Yellow Pearshaped'. Diese Sorten kann man sehr gut an langen Stützen hochranken lassen. So benötigen sie deutlich weniger Grundfläche, was bei dem meist begrenzten Platzangebot in herkömmlichen Gewächshäusern von Vorteil ist. Weniger gut geeignet sind dagegen starkwüchsige Busch- oder Strauchtomaten.

Ansprüche an das Gewächshaus

Gewächshäuser gibt es in den unterschiedlichsten Größen und Ausstattungen. Das können massive Gewächshäuser sein oder ein einfaches Folienzelt. Im Idealfall ist es groß genug für mehrere Pflanzen, verfügt über ein lichtdurchlässiges Dach und ist im Innern hell und warm. Nicht minder wichtig sind ausreichend Belüftungsmöglichkeiten, dass das Laub zügig abtrocknen kann, sowie die Möglichkeit zur Beschattung gegen intensive Sonneneinstrahlung im Sommer.

In Gewächshäusern herrscht in der Regel eine hohe Luftfeuchtigkeit, von der die Tomaten zum einen profitieren, die ihnen aber auch schaden kann, wenn übermäßige Feuchtigkeit nicht entweichen kann. Deshalb sollte immer für eine gute Belüftung gesorgt und täglich gelüftet werden. Kann die feuchte Luft nicht entweichen, bildet sich Kondenswasser an Decke und Wänden, was permanent auf die Pflanzen tropft und zu Fäulnis führen kann. Im Handel angebotene Folienzelte müssen darüber hinaus vor starken Winden geschützt werden, sollten aber dennoch an einem sonnigen Platz stehen. Nicht beheizbare Foliengewächshäuser haben den Nachteil, dass sie keinen Schutz vor Frost bieten.

Temperaturschwankungen vermeiden

  • Jungpflanzen im Frühjahr im Gewächshaus starken Temperaturschwankungen ausgesetzt
  • Tomaten bevorzugen konstante Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad
  • Nächte sind im Frühjahr noch sehr kalt, teilweise sogar frostig
  • Mittags können Temperaturen schon bis auf 30 Grad ansteigen
  • Starke Temperaturschwankungen können Spannungsrisse an den Stängeln hervorrufen
  • Abhilfe schafft regelmäßiges und gut dosiertes Lüften
  • Optimale Belüftung kann temperaturbedingten Schäden vorbeugen

Hilfe bei der Befruchtung erforderlich

Tomatenpflanze blüht mit FruchtEin großes Thema ist die Bestäubung der Pflanzen, die im Garten zahlreiche Insekten oder der Wind übernehmen. Im Gewächshaus muss man etwas nachhelfen. So hat man die Möglichkeit, an den Pflanzen während der Blüte immer wieder vorsichtig zu rütteln, sodass die Blüten ihre Pollen freigeben. Oder man lässt tagsüber die Fenster oder die Tür offen, dass Insekten hineinfliegen und die Blüten bestäuben können. Bitte nicht Türen und Fenster gleichzeitig offenlassen, die Zugluft wäre nicht förderlich.

Tipp: Auch die Temperatur spielt bei der Bestäubung eine entscheidende Rolle, denn bei Temperaturen von über 30 Grad verkleben die Pollen, sodass keine Befruchtung möglich ist.

Fazit
Ob der Tomatenanbau nun im Freiland oder im Gewächshaus besser ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Für welche Anbauvariante man sich letztendlich entscheidet, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Der größte Vorteil beim Gewächshausanbau liegt darin, dass die Pflanzen vor allen Widrigkeiten des Wetters geschützt sind. Dagegen sollen Freilandtomaten schmackhafter und aromatischer sein. Gut geschützt gedeihen Tomaten sowohl draußen als auch unter Glas oder Folie, sofern man auf bestmöglichen Schutz vor Regen und die richtigen Sorten achtet.