Nelken (Dianthus) aus der Familie der Nelkengewächse sind ausdauernde, vereinzelt ein-bis zweijährige, krautige Pflanzen. Je nach Sorte zeigen sie von Mai bis August ihre farbenprächtigen, gefüllten oder ungefüllten Blüten. Ebenso variantenreich wie die Blütenfarben sind die gezahnten, gerüschten, gefransten oder andersfarbig abgesetzten Blütenblätter. Nelken der Gattung Dianthus stellen keine besonderen Ansprüche und benötigen kaum Pflege.

Steckbrief

  • Pflanzenfamilie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
  • Herkunft: Pyrenäen
  • Botanischer Name: Dianthus
  • Deutsche Namen: Nelken, Steinröschen
  • Wuchs: ausdauernd, krautig, aufrecht, polsterbildend
  • Wuchshöhen: sortenabhängig bis 60 cm
  • Blüte: weiß, gelb, rosa, rot, violett, einfarbig oder gefleckt
  • Blütezeit: je nach Sorte von Mai bis August
  • Laub: grün, dünn, spitz zulaufend
  • Kalkverträglichkeit: Kalktolerant, außer Heidenelke (Dianthus deltoides)

Standortbedingungen

Unabhängig davon, ob es sich um Garten-, Land-, Bart-, Feder-, Karthäuser-, Pracht- oder Heidenelken handelt, alle Dianthus-Arten lieben einen vollsonnigen, windgeschützten Standort. Etwas anders sieht es mit den Ansprüchen an die Bodenbeschaffenheit aus.

  • Arten verlangen teils unterschiedliche Substrate
  • Bartnelke (Dianthus barbatus), frische bis feuchte und lehmige Substrate
  • Prachtnelke (Dianthus superbus), feuchte Böden
  • Kartäusernelke (Dianthus carthusianorum), sandige Untergründe
  • Garten- oder Landnelke (Dianthus caryophyllus) eher trocken
  • Federnelke (Dianthus plumarius) mäßig trocken bis feucht
  • Heidenelke (Dianthus deltoides) einzige Art, die keinen Kalk verträgt
  • Gedeiht in saurer Erde am besten

Pflanzung

Die richtige Pflege von Nelken beginnt mit dem Pflanzen, wir zeigen was es alles zu beachten gibt.

Bester Pflanzzeitpunkt

Kartäusernelke - Dianthus carthusianorumDer richtige Zeitpunkt zum Pflanzen ist für einjährige Arten vom Spätfrühling bis in die erste Maihälfte. Mehrjährige pflanzt am idealerweise im Sommer, gegen Ende August. Bevor gepflanzt wird, muss der Boden entsprechend vorbereitet werden.

Bodenvorbereitungen

Mit den Bodenvorbereitungen beginnt man idealerweise im Herbst des Vorjahres, um das Bodenmilieu zu verbessern. Man lockert die Pflanzstelle gründlich auf und arbeitet reifen Kompost oder gut verrotteten

Stallmist und Kalk ein. Beim Auflockern sollten sämtliche Unkräuter entfernt werden. Darüber hinaus ist darauf zu achten, Nelken nicht dorthin zu pflanzen, wo bereits zuvor Nelken angebaut wurden. Auch wenn diese Pflanzen von Natur aus sehr widerstandsfähig sind, kann das anderenfalls Pilzerkrankungen begünstigen.

Tipp: Zur Gesunderhaltung der Nelken sollte man auch auf die richtigen Pflanznachbarn achten. Das können Glockenblumen, Lavendel, Prachtspiere, Margeriten, Fingerhut aber auch Salbei und Rosen sein.

Pflanzanleitung

Zum Pflanzen hebt man entsprechend große Pflanzlöcher aus. Exemplare im Topf stellt man zuvor in einen Eimer mit Wasser. Auf den Boden der Pflanzgrube gibt man eine Drainageschicht aus Kies, Splitt oder Tonscherben, um einen guten Wasserablauf zu gewährleisten. Dann gibt man etwas Erdaushub hinein und darauf mittig die Nelke. Sie wird so tief eingesetzt, dass die Stängelbasis bündig mit der Bodenoberfläche abschließt. Abschließend füllt man mit Erde auf, drückt diese fest und gießt das Ganze an.

Tipp: Auf eine entsprechende Drainage ist auch und insbesondere bei einer Pflanzung in Töpfen oder Kübeln zu achten.

Pflanzabstände

Sollen mehrere Exemplare gepflanzt werden, müssen ausreichende Pflanzabstände eingehalten werden. Auch hierbei spielt die Nelkensorte eine entscheidende Rolle bzw. deren Wuchshöhe und Wuchsform. So sollten bei der zierlichen Prachtnelke 15-20 cm, der Gartennelke 20-25 cm, der Heide- und Federnelke 20-30 cm und bei Bart- und Karthäusernelke Abstände von jeweils 30 cm eingehalten werden.

Anschließende Pflege

Auch wenn diese attraktiven Blühpflanzen auf den ersten Blick eher zart und zerbrechlich erscheinen, sind sie sehr robust, winterhart und absolut pflegeleicht. Aber ganz ohne Pflege geht es natürlich nicht.

Gießen

  • Meisten Arten bevorzugen leicht feuchte Substrate
  • Bodenfeuchtigkeit, Staunässe und hohe Luftfeuchtigkeit werden nicht vertragen
  • All das kann Pilzbefall begünstigen
  • Anfälligkeit für andere Krankheitserreger erhöht sich
  • Deshalb beim Bewässern nicht über die Blätter gießen
  • Vor allem bei anhaltend trockener Witterung bewässern
  • Nur frühmorgens oder abends
  • Arten, die es trockener mögen, entsprechend weniger gießen
  • Auf Mulchen komplett verzichten
  • Mulch hält Feuchtigkeit zu lange im Boden und behindert die Luftzirkulation

Tipp: Exemplare im Topf müssen gegebenenfalls etwas häufiger aber dennoch nur mäßig gegossen werden. Hier trocknet das Substrat wesentlich

schneller aus.

Düngen

Federnelke - Dianthus plumariusWas den Bedarf an Nährstoffen betrifft, sind Nelken sehr genügsam und sollten eher sparsam gedüngt werden. In der Regel ist es ihnen anzusehen, wenn Nährstoffe fehlen, dann sehen sie etwas kränklich aus. In den meisten Fällen reicht es aus, zu Beginn der Vegetationsphase einen Volldünger zu verabreichen. Den Rest des Jahres benötigen sie keinen weiteren Dünger. Bei der Wahl des richtigen Düngers sollte man darauf achten, dass er stickstoffarm und der Kaliumanteil etwas höher ist.

Tipp: Im Topf kultivierte Nelken düngt man alle zwei Wochen mit einem Dünger für Blühpflanzen.

Schneiden

Einen intensiven Rückschnitt benötigen diese Pflanzen nicht. Sind sie verblüht, sollte man welke Blüten abknipsen. So wird verhindert, dass sie viel Energie in die Ausbildung der Samenstände investieren. Gegebenenfalls kann man sich danach auf eine üppige Nachblüte freuen. Rechtzeitig vor dem Neuaustrieb im Frühjahr schneidet man die verwelkten Stängel ab. Ist ein buschigerer Wuchs gewünscht, kneift man bei Jungpflanzen die wachsende Spitze ab sowie die Knospen an den Spitzen der Seitentriebe. Dadurch verzögert sich zwar die Blütezeit, dafür ist die Blüte aber üppiger und auch an den Seitentrieben kommt es zur Blütenbildung.

Überwintern

Es gibt verschiedene Möglichkeiten Nelke erfolgreich über den Winter zu retten.

Im Beet

Nelken sind von Natur aus winterhart, was je nach Art unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Im Zweifel empfiehlt sich eine Abdeckung mit Tannenreisig. Trotz Abdeckung sollte immer ausreichend Licht und Luft an die Pflanzen gelangen. Abgestorbene Nelken im Frühjahr sind in den meisten Fällen nicht auf Erfrieren, sondern zu viel Nässe zurückzuführen. In besonders strengen Wintern kann es vorkommen, dass einzelne Pflanzenteile erfrieren. Die können im Frühjahr problemlos abgeschnitten werden.

Im Topf

Auch wenn Nelken winterhart sind, besteht bei Topfpflanzen die Gefahr, dass das Substrat durchfriert und die Wurzeln erfrieren. Um sie sicher zu überwintern, kann man sie an einen frostfreien Platz bei Temperaturen nicht unter sieben Grad stellen. Ist das nicht möglich, können sie mit entsprechendem Schutz im Freien überwintern.

  • Dazu an einen geschützten Platz stellen
  • Vom Boden weg, auf Holzpalette oder Styroporplatte
  • Wurzeln so vor aufsteigender Bodenkälte geschützt
  • Kübel mit Vlies oder Noppenfolie umwickeln
  • Alternativ mit einer Haube abdecken
  • Substrat zusätzlich mit trockenem Laub, Stroh oder Holzwolle abdecken

Tipp: Bleibt der Schnee aus, müssen die Pflanzen an frostfreien Tagen gegossen werden, sonst droht Trockenstress.

Vermehren

Federnelke - Dianthus plumariusUm Nelken zu vermehren gibt es drei Möglicheiten, hier erfahren Sie wie man vorgeht.

Aussaat

  • Samen etwa ab März in magerer Kakteen- oder sandiger Anzuchterde aussäen
  • Leicht mit Substrat bedecken und angießen
  • Das Ganze an einen warmen Platz stellen
  • Optimale Keimtemperaturen zwischen 15 und 20 Grad
  • Keimlinge nach drei bis vier Wochen vereinzeln
  • Bei etwa zwölf Grad weiterkultivieren
  • Nach den Eisheiligen in den Garten pflanzen

Stecklinge

  • Bester Zeitpunkt, wenn Nelken verblüht sind
  • Von einer kräftigen Pflanze 10 cm lange, nicht blühende Triebe schneiden
  • Schnitt unterhalb eines Blattknotens
  • Dann die unteren Blätter entfernen
  • Kleine Töpfe mit Anzuchterde befüllen und Stecklinge einsetzen
  • Zu zwei Dritteln tief in der Erde stecken
  • Saat angießen und mit lichtdurchlässiger Folie
    abdecken
  • An warmen, halbschattigen Platz stellen
  • Temperaturen von 12-14 Grad empfehlenswert
  • Substrat leicht feucht halten
  • Nach erfolgter Bewurzelung, Pflanzen in normale Blumenerde umsetzen
  • Bei 6-10 Grad überwintern
  • Im kommenden Frühjahr in den Garten pflanzen

Tipp: Um den bestehenden Pflanzenbestand nicht unnötig zu schwächen, ist es ratsam, nur alle drei bis vier Jahre Stecklinge zu schneiden.

Absenker / Ableger

  • Einen bodennahen, noch jungen, gut entwickelten Steintrieb auswählen
  • Trieb sollte noch nicht geblüht haben
  • Die unteren Blätter entfernen
  • Obersten vier bis fünf Blattpaare belassen
  • Trieb anschließend einschneiden
  • Von unterhalb des letzten beblätterten Blattknotens bis zum ersten blattlosen
  • Nun den Trieb zum Boden biegen
  • Eingeschnittenen Teil flach in kleine Furche im Boden legen
  • Etwa drei Zentimeter mit Anzuchtsubstrat bedecken
  • Mit Heringen oder herkömmlichem Draht fixieren

Dieser Bereich sollte in den nächsten Wochen feucht gehalten werden. Innerhalb von sechs Wochen bilden sich an der Schnittstelle Wurzeln, sodass der Ableger von der Mutterpflanze getrennt und separat eingepflanzt werden kann.

Teilung

Eine weitere Möglichkeit Nelken zu vermehren und ältere Exemplare zu verjüngen, ist eine Teilung. Zu diesem Zwecke gräbt man die Pflanze im Frühjahr oder späten Sommer aus. Danach teilt man den Wurzelballen in mehrere Teilstücke, die jeweils über mindestens zwei Triebe und Wurzeln verfügen sollten. Im letzten Schritt werden die einzelnen Teilstücke an ihrem Bestimmungsort eingepflanzt und gewässert. Bis sie gut angewachsen sind, sollte der Boden möglichst nicht austrocknen.

Krankheiten & Schädlinge

Federnelke - Dianthus plumariusTrotz guter Pflege kann es zu einem Befall von Schädlingen oder Krankheiten der Nelke kommen. Wir zeigen wie man diese erkennt und erfolgreich bekämpft bzw. verhindern kann.

Nelkenrost

Die häufigste Krankheit ist der Nelkenrost. Er tritt insbesondere an ungünstigen Standorten auf und äußert sich in rötlich-braunen Pusteln auf den Blättern. Betroffene Teile der Pflanze sterben ab und müssen im Restmüll entsorgt werden. Sie sollten möglichst frühzeitig entfernt und die Pflanzen gegebenenfalls zurückgeschnitten werden. Vorbeugend sollte man auf eine nicht zu dichte Bepflanzung achten.

Nelkenmosaik-Virus

Helle Flecken oder Streifen auf Blättern und Blüten können auf den Nelkenmosaik-Virus hindeuten. Eine Bekämpfung ist nicht möglich. In der Regel bleibt nur das Entsorgen der betroffenen Pflanze.

Schnecken

Schnecken sind sehr gefräßige Schädlinge, die auch vor Nelken nicht Halt machen. Offensichtlichste Anzeichen für einen Befall sind Fraßspuren an den Blättern. Um diesen Schädling loszuwerden, kann man sie regelmäßig absammeln, was allerdings nicht jedermanns Sache ist. Was sich bereits vielfach bewährt hat, ist biologisches Schneckenkorn, was um die zu schützenden Pflanzen herum ausgebracht wird.

Blattläuse

Blattläuse treten vor allem an jungen Blättern und Trieben auf. Sie saugen Pflanzensaft und lassen so die Nelken verkümmern, die Blüte bleibt aus. Wird ein Befall festgestellt, sprüht man die Pflanzen zunächst mit einem stärkeren Wasserstrahl ab. Zusätzlich können sie mit Brennnesselsud oder entsprechenden Mitteln aus dem Fachhandel gespritzt werden.

Nelkenfliege

Nelkenfliegen bzw. deren Larven bilden sogenannte Miniergänge und verursachen so das Welken und eintrocknen der Herzblätter, an deren Basis Fraßspuren zu sehen sind. Befallene Pflanzen sollten schnellstens entfernt werden. Der Boden, in dem sie standen, sollte tief umgegraben werden, um die Puppen der Nelkenfliege zu vernichten.