Der Wollziest trägt die botanische Bezeichnung Stachys byzantina und gehört zur Familie der Lippenblütler. Ursprünglich stammt die Pflanze aus Vorderasien und wird wegen seiner grau behaarten Blätter umgangssprachlich auch Eselsohr genannt.

Standort

Aufgrund seiner asiatischen Herkunft fühlt sich die Staude an einem warmen und lichtdurchfluteten Standort sehr wohl. Die dichte Behaarung bewahrt das Eselsohr vor einem schnellen Austrocknen, deshalb kann er auch in exponierten Lagen wachsen. Ideal ist das Anpflanzen in Kiesbeeten und als Einfassung von Blumenbeeten. Der Woll-Ziest bietet sich auch zum Unterpflanzen von Rabatten und Stauden an. Das Gewächs lässt sich aber nicht nur im Garten ansiedeln, sondern ist auch für eine Kultur im Kübel oder Topf gut geeignet.

  • Bevorzugt vollsonnige bis sonnige Standorte
  • Verträgt kurze Schattenphasen in halbschattigen Lagen
  • Braucht aber täglich mindestens 3 bis 4 Stunden pralle Sonne
  • Ideal für Bauern-, Dach- und Steingärten geeignet
  • Passt perfekt in mediterran thematisierte Gärten

Tipp: Der Wollziest lässt sich sehr gut als pflanzliche Barriere zwischen angrenzenden Gewächsen einsetzen, da der Bodendecker den Wuchs von anderen Pflanzen unterdrückt.

Boden & Pflanzsubstrat

Stachys byzantina ist eine relativ genügsame Pflanze, welche an die Bodenqualität nur bescheidene Ansprüche stellt. Aus seiner Heimat ist das Gewächs eher trockene und magere Böden gewohnt, durch zu viel Feuchtigkeit kommt es zum Faulen der Wurzeln. Aus diesem Grund sollten zu feuchte Böden bereits beim Pflanzen mit einer Drainage aus Kieselsteinen im Pflanzloch versehen werden. Bei einer sehr reichhaltigen Erde ist eine Zugabe von Blähton, Kies, Lavagranulat, Sand oder feinem Splitt für die Abmagerung anzuraten. Je besser der Standort sowie der Erdboden vorbereitet sind, desto prächtiger gedeiht das Eselsohr.

  • Begnügt sich mit nährstoffarmen und sandigen Böden
  • Ideal ist gut durchlässige Erde
  • Auf humose und leicht kalkhaltige Eigenschaften achten
  • Lehmige und kompakte Böden gut auflockern
  • Im Kübel trockenes bis leicht frisches Substrat

Aussaat

Der Woll-Ziest lässt sich aus Samen ziehen und im Frühling oder Herbst direkt ins Beet säen. Für das Aussähen ist das

Saatgut im Fachhandel erhältlich. Wenn bereits Exemplare der Pflanze im Garten wachsen, lassen sich die Samen nach der Blüte ernten. Dafür so lange warten, bis die Blütenkerzen komplett verwelkt sind. Diese dann abschneiden und die Samen vorsichtig entnehmen. Das Saatgut bis zum nächsten Frühling an einem dunklen sowie trockenen Ort aufbewahren und anschließend verwenden. Da das Eselsohr ein Lichtkeimer ist, dürfen die Samen nicht zu tief in die Erde gesteckt werden, da sie ansonsten nicht keimen.

Wollziest - Stachys byzantina - Eselsohr

  • Im April oder September direkt im Gartenbeet aussähen
  • Alternativ in Saatschalen setzen und dann ins Freie stellen
  • Samen locker auf der Erdoberfläche verteilen
  • Saatgut nur leicht mir Erde bestäuben
  • Substrat während der Keimphase gleichmäßig feucht halten
  • Erde darf nie komplett austrocknen, aber leicht trocken sein
  • Kräftige Keimlinge einzeln am gewünschten Standort einsetzen

Pflanzen

Stachys byzantina wird am besten während der Herbstmonate im Garten angesiedelt. Wenn die Bedingungen bezüglich des Bodens nicht stimmen, ist eine entsprechende Aufbereitung im Vorfeld erforderlich. So erhält die Pflanze perfekte Bedingungen, um sich direkt am neuen Standort wohlzufühlen. Außerdem wird dadurch auch der anschließende Aufwand bei der Pflege verringert. Beim Pflanzen ist immer darauf zu achten, dass der Wollziest genügend Abstand zu den benachbarten Gewächsen bekommt. Da er im Laufe der Zeit großflächige Polster ausbildet, ist ein ausreichendes Platzangebot extrem wichtig.

  • Pflanzen ab März möglich, Boden sollte frostfrei sein
  • Ideale Pflanzzeit ist zwischen September und November
  • Getopfte Pflanzen genauso tief einsetzen, wie vorher im Gefäß
  • Abstände zwischen den Pflanzen von 30 bis 40 cm einhalten
  • Nicht mehr als 5 bis 7 Pflanzen pro Quadratmeter einsetzen
  • Nach dem Pflanzen Erdoberfläche mit Händen gut andrücken
  • Im Anschluss das Gewächs mäßig angießen

Gießen & Düngen

Dank der wollartigen Behaarung der Blätter und Blütenstiele kann der Woll-Ziest seinen Wasserhaushalt fast immer in Eigenregie regulieren. Deshalb reichen die üblichen

Regenfälle in den hiesigen Breitengraden normalerweise als Wasserspender aus. Allerdings kann es im Sommer während langer Trockenphasen zu einer vorzeitigen Austrocknung kommen. Wenn die silbrig-grauen Blätter der Staude schlaff herabhängen, ist sie auf zusätzliche Gießeinheiten angewiesen. Dabei direkt die Erdoberfläche über dem Wurzelbereich wässern und nicht die Blätter benetzen. So erholt sich die Pflanze sehr schnell von der Trockenheit. Da der Woll-Ziest vor allem auf kargen Böden gedeiht, ist eine Düngung normalerweise nicht erforderlich. Wenn sich jedoch eine spärliche Blüte oder ein geringes Wachstum zeigt, braucht die Pflanze ergänzende Düngerangaben.

  • Trockenheitsliebende und genügsame Pflanze
  • Während der Wachstumsphase leicht feucht halten
  • Nur bei extremer Hitze und Trockenheit zusätzlich gießen
  • Reagiert sehr empfindlich auf Stau- und Winternässe
  • Bei Kübelhaltung erst nach Fingerprobe gießen
  • Oberste Substratschicht sollte in Tiefe von 3-4 cm trocken sein
  • Bei Mangelerscheinungen etwas Kompost verabreichen

Hinweis: Topf- und Kübelpflanzen brauchen ebenfalls keinen zusätzlichen Dünger, sofern jedes Jahr ein Umtopfen in frisches Pflanzsubstrat erfolgt.

Blüte, Blätter & Wuchs

Der Wollziest ist vor allem aufgrund seiner weichen Blätter sehr beliebt, die zum Streicheln einladen. Bei der Berührung fühlen sich die filigranen Blätter wie ein Fell an. Die Haare auf dem Laub sorgen dafür, dass die Pflanze bei Hitze nicht zu viel an Flüssigkeit verliert. Das Eselsohr behält sein Laub über die Wintermonate, erst im Frühling sterben die Blätter beim neuen Austrieb ab. Als Staude bildet der Woll-Ziest mit den Jahren dichte Pflanzenkissen aus, dieser Faktor ist unbedingt bei der Standortwahl zu bedenken. Im Sommer kommen dann die langen und gräulichen Blütenkerzen sowie Früchte dazu. Die Blütenstände mit den zahlreichen Einzelblüten bieten den heimischen Insekten reichlich Pollen und Nektar als willkommene Nahrung.

  • Laub ist samtig, filzig und wollig behaart
  • Oval geformte Blätter, schimmern in silbrig grauer Farbe
  • Länge der Blätter sortenabhängig von 25 bis 50 cm
  • Ausdauernder Bodendecker, wächst kriechend
  • Wuchshöhe variiert zwischen 15 bis 60 cm
  • Blütezeit ist von Juni bis August
  • Bildet kleine und unauffällige Lippenblüten aus
  • Je nach Sorte entweder in Rot, Rosa, Silbrig-Weiß oder Violett
  • Reife Nüsschen sind länglich, unbehaart und braun gefärbt

Giftig

Der Wollziest verfügt über wohltuende Inhaltsstoffe und zählt deshalb seit dem Altertum zu den Heilkräutern. So lassen sich die Blätter als heilende Auflage bei Hautentzündungen verwenden. Aufgebrüht im Tee lindern die Blüten Beschwerden im Magen und Darm, genauso wie Blähungen und Sodbrennen. Allerdings darf der Verzehr der Kräuterpflanze nicht übermäßig erfolgen, da sonst mit Nebenwirkungen zu rechnen ist.

  • Bei normalem Konsum nicht giftig, sondern heilsam
  • Überdosis führt zu leichten Vergiftungserscheinungen
  • Anpflanzen problemlos im Familiengarten möglich
  • Es besteht keine Gefahr für Kinder und Haustiere
  • In Maßen als Futter für Nagetiere einsetzbar

Schneiden

Das wintergrüne Laub ziert den Garten in der kalten Jahreszeit noch bis zum zeitigen Frühling. Deshalb ist das Schneiden der Blätter zum Ende der Wachstumsphase nicht erforderlich. Rückschnitt erst ansetzen, wenn die

behaarten Blätter ihre attraktive Optik verlieren. Während der Sommermonate lassen sich die schönsten Blütenstängel und Blätter abschneiden, um daraus einen dekorativen Vasenschmuck zu kreieren. Wenn das Blumenwasser regelmäßig ausgetauscht wird, kann der Strauß über viele Wochen lang seine natürliche Schönheit behalten.

  • Verwelkte Blütenstände im frühen Herbst schneiden
  • Nach der Blüte und im Frühling die Pflanzen ausputzen
  • Vorjährige Blätter zum Frühlingsbeginn bodennah kürzen
  • Gezielter Rückschnitt fördert kompakten Wuchs
  • Ausufernden Wuchs durch Abstechen mit Spaten eindämmen

Überwintern

Der Woll-Ziest kann selbst extrem niedrige Minusgrade aushalten. Allerdings kommt das Gewächs mit winterlicher Dauernässe nicht so gut zurecht. Darüber hinaus freuen sich empfindliche Jungpflanzen sowie Exemplare in Kübelhaltung über einen Winterschutz.

Wollziest - Stachys byzantina - Eselsohr

  • Extrem winterharte Pflanze, kommt ohne Winterschutz aus
  • Jungpflanzen bei strengen Frösten mit Reisig abdecken
  • Gegen Nässe einige Tannenwedel über dem Wurzelbereich auslegen
  • Bei Kübelpflanzen Topf zur Vorsicht mit Vlies oder Jute umwickeln

Sorten

Stachys byzantina gibt es in verschiedenen Sorten zu erhalten, welche sich sowohl bei der Größe als auch bei der Blüte unterscheiden. Da die diversen Sorten ebenfalls über unterschiedliche Wuchsformen verfügen, lassen sie sich optimal in die individuelle Garten- und Terrassengestaltung integrieren.

Big Ears

  • Blätter erinnern besonders stark an Eselsohren
  • Violette bis rote Blüten im Sommer
  • Stängel wachsen bis zu 60 cm hoch
  • Mittelgrüne Blätter mit stark verzweigtem Wuchs

Cotton Ball

  • Bodendecker mit kriechendem Wuchs
  • Rosafarbene Blüten von Juli bis August
  • Wollige Blütenbälle und immergrüne Blätter
  • Stiele ähneln einer Baumwollpflanze
  • Erreicht Wuchshöhen von etwa 40 bis 60 cm

Silky Fleece

  • Blühfreudige Sorte mit violetten Blüten
  • Blütezeit von Juli bis August
  • Laub schimmert silbrig

Silver Carpet

  • Blüht sehr zurückhaltend oder gar nicht
  • Bildet extrem dichtes Blätterkleid aus
  • Eignet sich perfekt als Bodendecker
  • Dank vieler Ausläufer ideal für Steingärten

Vermehren

Genauso unkompliziert wie die Pflege lässt sich auch das Vermehren beim Woll-Ziest durchführen. Beim Stachys byzantina ist die Nachzucht sowohl über Samen und Stecklinge als auch durch Ableger und Teilung möglich. Sehr einfach und effektiv ist die Vermehrung durch Teilung oder mit Stecklingen.

Krankheiten & Schädlinge

Der Wollziest ist recht widerstandsfähig und nicht besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge. Wenn die Pflanze jedoch zu nass oder zu dunkel steht, beeinträchtigen diese Faktoren das Wachstum und die Gesundheit negativ. Zwar verschmähen Schnecken das Gewächs und fressen das Laub nicht, versammeln sich aber gerne im feuchten Schatten unter dem filzigen Laubwerk.

  • Schnecken legen ihre Eier unter den Blättern ab
  • Blattunterseiten überprüfen und manuell entfernen
  • Zur Vorbeugung biologisches Schneckenkorn ausbringen