Feuchte Wände sind die Ursache für eine ganze Reihe von Problemen. Darunter Schäden an der Bausubstanz, höhere Heizkosten, ein schlechteres Raumklima und nicht zuletzt gesundheitliche Folgen. Es ist also ausgesprochen sinnvoll, feuchte Wände richtig zu isolieren. Über Vorbeugung bis hin zum Material bieten wir hier alles Wissenswerte, rund um die Isolierung feuchter Wände - innen und außen.

Dämmungsmaterialien

Werden nasse Wände zum Problem, können verschiedene Materialien zur Dämmung verwendet werden. Zu diesen gehören:

1. Mineralputze
Atmungsaktiv und "saugfähig" kann der Mineralputz Flüssigkeit aufnehmen und abgeben. Er begünstigt durch seine Struktur die Verdunstung und wirkt sich positiv auf das Raumklima aus - ist aber auch für den Außenbereich geeignet. Zudem
bringt er eine gute Wärmedämmungsfähigkeit mit sich, ist widerstandsfähig und in vielseitigen Ausführungen erhältlich. Somit kann er also auch gut angepasst ausgewählt werden.
Abhängig von der genauen Art des Mineralputzes werden Kosten von 2 bis 5 Euro pro Quadratmeter fällig.

2. Calciumsilikat-Platten
Die Platten sind vergleichsweise teuer, lassen sich jeder sehr gut verarbeiten und einfach anbringen. Zudem beugen sie durch ihren hohen pH-Wert der Bildung von Schimmel vor und können viel Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben.
Abhängig von der Dicke der Platten muss mit wenigstens 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Hinzu kommen noch Versand- beziehungsweise Transportkosten. Pro Quadratmeter wiegen die Platten ab sechs bis acht Kilo. Hierdurch kommen also schnell relativ hohe Preise für den Transport hinzu. Einige Anbieter haben jedoch eine Begrenzung der Versandkosten, sodass auch bei größeren benötigten Mengen die Preise gering gehalten werden können.

3. Holzfaserdämmplatten
Sie sind preislich günstiger und besonders umweltfreundlich, da sie vorwiegend aus Holzfasern von Nadelhölzern hergestellt werden und kein Bindemittel verwendet wird. Hinzu kommt, dass auch die Entsorgung unbedenklich ist. Ebenso wie massives Holz wirken die Holfaserdämmplatten feuchtigkeitsregulierend und können ein angenehmes Raumklima erschaffen.
Das preisliche Spektrum ist hier sehr groß - für einen Quadratmeter müssen 3,50 bis 30 Euro eingerechnet werden. Abhängig sind die Kosten von der Beschaffenheit und eventuellen zusätzlichen Eigenschaften. Wiederum muss der Versand miteinberechnet werden. Für eine ausreichende Plattenmenge für eine 10 Quadratmeter große Wand muss mit 50 Euro Versandkosten und mehr gerechnet werden. Allerdings sind die Kosten natürlich wieder abhängig von Anbieter und Gewicht. Bei dem Gewicht gibt es ähnlich große Unterschiede, wie im Preis.

4. Zelluloseplatten
Günstig und in den Eigenschaften sehr ähnlich den Holzfaserplatten sind die Zelluloseplatten. Sie lassen ein angenehmes und gesundes Raumklima entstehen und werden aus Altpapier und Jute gefertigt. Dadurch sind sie vergleichsweise leicht und einfach zu bearbeiten.
Die Kosten pro Quadratmeter liegen bei etwa 20 Euro. Die Versand- beziehungsweise Transportkosten fallen aufgrund des geringen Gewichts relativ gering aus.

5.
Mineralschaumplatten

Sie werden aus Mineralbaustoffen, wie beispielsweise Quarzsand, oder Porenbeton hergestellt, sind nicht brennbar, lassen keinen Schimmel entstehen und können zudem vergleichsweise einfach verarbeitet werden. Hinzu kommt noch, dass sie relativ leicht im Gewicht sind. In den Eigenschaften ähneln sie stark den Calciumsilikat-Platten.

Aufbau Fassade mit PutzAb 20 oder 30 Euro sollten allerdings bei dickeren Plattenstärken pro Quadratmeter eingeplant werden. Bei den Versandkosten lässt sich durch das geringe Gewicht zwar sparen, dennoch sind Mineralschaumplatten aber nicht die preisgünstigste Wahl für das Isolieren feuchter Wände. Welches Material in Frage kommt, richtet sich nicht nur nach dem jeweiligen Preis und der eigenen Vorliebe. Stattdessen müssen mehrere Faktoren berücksichtigt werden. Darunter unter anderem die vorhandene Bausubstanz und die zugrunde liegende Ursache für nasse Wände. Aus diesem Grund sollte von einem Fachmann entschieden werden, welches Material und welche Methode der Anbringung in Frage kommen.

Außenwand isolieren

Für die Isolierung der Außenwände gegen Flüssigkeit und Kälte bietet sich ein Wärmeverbundsystem an. Dieses wird in verschiedenen Schritten aufgebracht, nachdem die Außenwand passend vorbereitet wurde:

1. Die Außenwand wird freigelegt und gereinigt. Bei Kellerwänden muss ein Graben bis zur Oberkante des Fundaments ausgehoben werden. Die Wand wird auf Risse, Löcher und sonstige Schäden untersucht und ausgebessert. Zudem muss die Wand trockengelegt werden. Trocknet sie nicht von allein, muss eine mechanische Trocknung erfolgen, die auch von einem Fachmann durchgeführt werden kann.

2. Wenn die Wand nur noch leicht feucht ist, kann eine Dichtschlämme aufgetragen werden.

3. Wenn eine Drainage notwendig ist, wird diese nun angelegt. Auch wenn sie nicht zwingend erforderlich ist, kann sie das Risiko für weitere Feuchtigkeitsprobleme verringern. Im Anschluss wird eine Noppenbahn angebracht, die Flüssigkeit abführt und die Wand so dafür schützt, wieder feucht zu werden.

4. Die Fassade des Hauses kann mit den gewählten Dämmmaterialien versehen werden. Wie hierbei vorgegangen wird, hängt natürlich von den jeweiligen Materialien ab. In einigen Fällen reicht bereits das Auftragen eines Mineralputzes aus. Bei dem Wärmedammverbundsystem werden hingegen Platten gedübelt, angeklebt oder durch ein Schienensystem befestigt.

5. Auf diese Platten kommt wird eine sogenannte Putzträgerschicht aufgetragen, die auch als armierter Unterputz bezeichnet wird.

6. Abschließend wird der Oberputz aufgetragen oder eine Verblendung, beispielsweise Klinkerriemchen, angebracht.

Innenwand isolieren

Ist es nicht möglich, die Außenwand von außen zu isolieren, kann auch innen eine Isolierung angebracht werden. Das Anbringen der Innenwand ist an sich nicht schwierig, die Wahl des passenden Dämmstoffs stellt jedoch eine Herausforderung dar. Wird das falsche Material gewählt oder beim Anbringen falsch vorgegangen, kann Wasser von außen nach innen dringen und zwischen Wand und Isolierung Schimmel entstehen lassen.

Daher ist es wichtig, im Vorfeld jeweils einen
Energieberater oder Architekten hinzuziehen und sich entsprechend beraten zu lassen. Bei der Anbringung wird generell zwischen zwei Varianten unterschieden:

1. Platten ankleben oder dübeln
Die gewählten Dämmplatten werden direkt auf die Wand gebracht, in dem sie aufgeklebt oder gedübelt werden. Die Wand sollte zuvor auf Schäden untersucht und diese behoben werden. Zudem sollte sie sauber und trocken sein. Bei nassen oder sehr feuchten Wänden kann wiederum eine mechanische Trocknung erforderlich sein, bevor die Platten angebracht werden.
sanierter Haussockel mit Lüftungsöffnung
2. Untergerüst anbringen
Bei der zweiten Variante wird die Wand ebenso wie obig beschrieben vorbereitet. Sie sollte sauber und trocken sowie frei von Schäden sein. Im Anschluss wird ein Gerüst aus Holz an die Wand geschraubt. In die Abstände zwischen den Latten wird das gewählte Dämmmaterial eingesetzt. Platten aber auch Matten oder Filz können verwendet werden, um die Zwischenräume zu füllen.
Als Abschluss wird dann in der Regel eine Bauplatte aus Holz oder Gipskarton auf dem Gerüst befestigt. Sie kann zusätzlich verputzt werden, wenn das gewünscht wird.

Fachmännische Beratung

Auch wenn die Isolierung nasser Wände selbst vorgenommen wird, sollte in jedem Fall zunächst eine fachmännische Beratung bezüglich Material und Anbringung erfolgen. Hierdurch kann die Dämmung optimal auf die Ursache und das Gebäude abgestimmt werden und die feuchte Wand gehört der Vergangenheit an.