Viel Geld ist zu sparen, wenn eine Schornsteinverkleidung selbst übernehmen. Allerdings sollten Sie unbedingt schwindelfrei sein und über keine Höhenangst verfügen, da ansonsten das Spar-Projekt böse enden könnte. Um von der Planung bis zur Ausführung die richtigen Schritte vornehmen zu können, ist die folgende Anleitung durch die Heimwerker-Experten für Sie erstellt worden. Mit dieser wird das Verkleiden Ihres Schornsteins fast zum Kinderspiel.

Sicherheit

Bei Arbeiten in der Höhe ist es unabdingbar, dass auf Sicherheit geachtet wird. Diese ergibt sich aus der Unfallverhütungsvorschrift, kurz UVV, wie sie für jeden gesetzlich Krankenversicherten und Unternehmen gilt. Dazu zählen zum Beispiel:
  • Gerüstaufstellung am Gebäude
  • Absturzsicherung am Gerüst
  • Sicherung gegen das Herunterfallen vom Gerüst von Geräten/Gegenständen
  • Gerüst auf dem Dach oder angebrachter Fanggurt zur
    Selbstsicherung
TIPP: Erkundigen Sie sich bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (gesetzliche Unfallversicherung) vor Arbeitsbeginn detailliert über die Vorschriften bei Dach- beziehungsweise Schornsteinarbeiten, damit Ihnen die Versicherung im Falle eines Falles keine Probleme bereitet.

Planung

Können Sie alle sicherheitsrelevanten Faktoren erfüllen und trauen sich das Arbeiten auf dem Dach zu, können Sie zur Planung übergehen. Dabei geht es um die wesentlichen Punkte im Folgenden:

Optik der Verkleidung
Vorrangig dient eine Schornsteinverkleidung dem Schutz vor Witterungseinflüsse. Dies sollte grundsätzlich bei Ihrem Vorhaben im Vordergrund stehen. In zweiter Instanz erst ist das Aussehen von Bedeutung. Hier können Sie sich in Material-/Farbfragen zum Beispiel an den Dachziegeln, den Dachflächenfensterumrandungen oder des Ortsgangs orientieren und die Verkleidung entsprechend anpassen.
Dachschindeln
Bei einem Ortgang handelt es sich um den seitlichen Dachflächenabschluss am senkrecht stehenden Dachgiebel. Wenn sich hier zum Beispiel eine Plattenverkleidung anstatt klassischen Ortgangziegel befinden, so zeigen sich gleichfarbige und gleichförmige Schornsteinplatten sehr ästhetisch.

Verkleidungsart
Bei der Verkleidungsart stehen Ihnen zwei Optionen zur Auswahl: Sie übernehmen die komplette Verkleidung selbst oder Sie kaufen eine Fertig-Verkleidung, die Sie im Grunde genommen nur noch über den Schornstein stülpen müssen. Letzteres hat den Vorteil, dass im Falle einer erforderlichen Kaminreparatur die "Stulphaube" problemlos ohne viel Aufwand abgenommen werden kann.

Bei der Selbst-Verkleidung fertigen Sie die Umrandung beispielsweise aus Zinkplatten an. Diese sind als Rolle oder Platten in verschiedenen Breiten erhältlich und können auf Maß zurecht geschnitten werden. Alternativ kann die Verkleidung durch die Anbringung von Platten aus Schiefer oder aus einer Verklinkerung erfolgen. Für das Setzen von Klinkersteinen ist eine Kragplatte notwendig. Dies ist eine Platte, die aus der Fassade herausragt und in der Regel beim Bau eingesetzt wird. Ein nachträglicher Einbau wäre nur durch das Aufreißen der Fassade möglich.

Vorbereitung

Materialbeschaffung
Welches Material Sie benötigen, hängt von der Verkleidungsart ab. Folgende Materialliste gibt einen Überblick:
  • Dachlatten, Schalbretter oder Grobspanplatten mit Imprägnierung für die Untergrundkonstruktion
  • Befestigungsmaterialien wie Schrauben und Dübel
  • Dachpappe
  • Als Verkleidungsmaterial Schieferplatten, Blech- oder Faserzementplatten oder Kaminklinker
  • Bei Schieferverkleidungen werden zusätzlich Eckleisten und Schieferstifte zur
    Befestigung benötigt
  • Für Faserzementplatten müssen Spezialnägel zur Anbringung verwendet werden
  • Mörtel, wenn Klinker gemauert werden
  • Kupfer, Aluminium oder Zink für die Übergangsherstellung zwischen Dacheindeckung und Kaminverkleidung

Benötigtes Werkzeug

Allgemein:
  • Zollstock
  • Hammer
  • Zange
  • Schraubenzieher oder Akku-Schraubbohrer
  • Markierungsstift
  • Etc.
Schieferplatten
  • Schieferhammer
  • Haubrücke
Eternitplatten:
  • Schlagschere beziehungsweise einen kleinen Trennschleifer
Verkleidung mit Blech
  • Blechschere
  • Abkantbank
  • Schlagschere für Bleche
  • Lötkolben mit Lötmaterialien
  • Bohrmaschine
Klinker
  • Mörtelkelle
  • Fugeisen
Unterkonstruktion bei Fertigkaminteilen
  • Mindestens zwei Schraubzwingen

Schornsteinüberprüfung

Schieferplatten - DachschindelnBevor mit der Arbeit einer Verkleidung begonnen werden kann, ist der Schornstein auf seine Standfestigkeit zu prüfen. Vor allem ältere Exemplare weisen mit den Jahren lockere Reihen im oberen Bereich auf. Da der Schornstein fest und tragfähig sein muss sowie lockeres Mauerwerk ein grundsätzliches Risiko darstellt, ist dieser Bereich zu erneuern. Dazu sind die Mauersteine abzunehmen und wieder neu zu mauern.

Wichtig dabei ist, dass die vorherige Höhe unbedingt eingehalten wird. Eine eigenmächtige Höhenveränderung könnte den ordnungsgemäßen Rauchabzug negativ beeinträchtigen und zu Problemen bei der nächsten Schornsteinfeger-Prüfung führen.

Bau-Anleitung

Unterkonstruktion
Eine Unterkonstruktion wird dann notwendig, wenn die Schornsteinverkleidung aus Schiefer, Eternitplatten oder Blech erfolgen soll. Im Falle einer Verklinkerung oder der Verwendung eines Stülpkopfes ist eine Unterkonstruktion nicht erforderlich.
Gehen Sie bei gemauerten Kaminen wie folgt vor:
  • Dachlatten auf die Länge der Schornsteinbreiten zurechtschneiden
  •  Mindestens zwei Latten pro Kaminseite anbringen
  •  Mit Bohrmaschine an den Kaminecken durch die Lattung Dübellöcher zur Lattenbefestigung bohren
  •  Dübel einstecken, Latten auflegen und verschrauben
TIPP: Die Schraubbohrung sollte immer im Stein erfolgen und nicht in den Fugen/dem Mörtel. Dieser könnte sich lösen und in das Kamininnere fallen sowie in der Folge weniger Halt bieten.

Arbeitsschritte für der Unterkonstruktion für Kamine aus Fertigteilen, sehen folgendermaßen aus:
  • Dachlatten in entsprechende Länge schneiden
  • An die vorgesehene Stellen anhalten und mit Schraubzwinge befestigen
  • Verschraubung der einzelnen Latten an den Ecken
Plattensetzung
Die Plattensetzung erfolgt nicht bei einer Verkleidung mit Schiefer oder Klinkern. Angebracht werden Schalbretter oder OSB-Platten, indem sie auf die Dachlatten verschraubt/genagelt werden. Eine anschließende Dachpappenbefestigung sorgt für Wetterfestigkeit.

Blechverkleidung
Bei der Blechverkleidung gehen Sie wie folgt vor:
  • Dachziegel um den Kamin herum aufnehmen
  • Bleche zurechtschneiden
  • Breite mindestens fünf Zentimeter länger
  • Die Länge muss ausreichen, sodass die Bleche über die Dachfläche auslaufen kann (dient des Wasserablaufs)
  • Bleche anliegen und an den Ecken die Teile miteinander verlöten (auslaufende Fußstücke nicht vergessen)
TIPP: Verwenden Sie Kupfer zur Vollverkleidung, sollten die Dachrinnen sowie die Fallrohre ebenfalls als dem Material bestehen, da es in Verbindung mit Zink zu einer chemischen Reaktion kommt. In der Folge ist eine Beschädigung der Zinkteile durch abfließendes Wasser möglich.
SchornsteinSchiefer und Eternitplatten
  • Eckleisten auf entsprechende Höhe schneiden
  • Eckleisten anbringen
  • Erste Platte als erste untere Reihe an der Eckleiste setzen (auf das richtige Einsetzen in die Leiste achten)
  • Mit der Eckleiste durch Nagelung verbinden
  • Nach und nach die Platten mit Schiefernägeln beziehungsweise Spezialnägeln befestigen
  • Gegebenenfalls mit Schlagschere oder Trennschleifer Platte in gewünschte Größe schneiden
  • Ist eine Seite verkleidet, mit der nächsten beginnen
Klinkerverkleidung
  • Bleche zum Ablaufen des Wassers um den Kamin herum am Kamin verschrauben
  • Auf die Kragplatte mit dem ersten Klinker am Kaminrand beginnen
  • Rundherum mit dem Verklinkern fortfahren
  • Ist der Mörtel gut abgetrocknet wird verfugt
Kaminabschluss
Damit kein Regenwasser zwischen den Hauptkamin und der Kaminverkleidung läuft, ist eine Kaminabdeckung erforderlich. Hier stehen Ihnen das Anbringen von Blechen oder die Fertigung eines Betonkranzes zu Verfügung. Für die Blechumrandung formen sie dieses entsprechend des Kaminrandes und Kanten die unteren Ränder ab. Für den Betonkranz benötigen Sie unter Umständen mehrere Helferhände und Erfahrung in der Zubereitung von Zement. Dieser darf nicht zu feucht sein, sodass er auf keinen Fall in das Kamininnere
fällt.