Beton selbst zu mischen ist keine Herausforderung - solange die richtigen Mischverhältnisse bekannt sind. Diese sind wiederum davon abhängig, was betoniert werden soll. Wird der Beton später lediglich mechanischen Belastungen ausgesetzt oder wird er auch Frost und chemischen Einflüssen standhalten müssen? Um ein widerstandsfähiges Ergebnis zu erhalten, muss das Verhältnis der einzelnen Komponenten optimal abgestimmt sein.

Mischung

Beton besteht aus drei Komponenten: Zement, Wasser und dem sogenannten Zuschlag. Beim Zuschlag handelt es sich um Sand, Kies oder Splitt.
Das
Verhältnis zwischen Zement und Zuschlag liegt bei 1:4. Beton besteht also zu einem Teil aus Zement und zu vier Teilen Zuschlag. Hinzu kommt noch das Wasser. Wie viel Wasser zugegeben wird, ist jedoch abhängig von der Expositionsklasse. Diese gibt an, wie stark und wodurch der Beton später belastet werden wird. Auch die Wassermenge lässt sich jedoch einfach berechnen.

Dichte und Menge

Beton hat eine durchschnittliche Dichte von 2,4 bis 2,5 kg/dm³ (Kilogramm pro Kubikdezimeter). Für ein Volumen von einem Kubikmeter werden also 2.400 bis 2.500 kg Beton benötigt. Hieraus lässt sich sehr einfach die benötigte Zementmenge berechnen.

Beton besteht zu einem Teil aus Zement und zu vier Teilen aus Zuschlag beziehungsweise zu einem Fünftel aus Zement. Die benötigte Gesamtmenge an Beton wird also lediglich durch fünf geteilt, um den benötigte Zementmenge zu erhalten. Für einen Kubikmeter bedeutet das:
  • 2400 kg / 5 = 480 kg
  • 2500 kg / 5 = 500 kg
Für einen Kubikmeter Beton werden demnach 480 bis 500 kg Zement benötigt.

Selbstverständlich kann die Rechnung auch in die andere Richtung durchgeführt werden, um zu kalkulieren, wie viel Beton aus dem vorhandenen Zement hergestellt werden kann. Hierfür wird die Menge an Zement lediglich mit fünf multipliziert. So ergibt sich für die handelsübliche Verpackungsgröße von 25 kg Zement:
  • 25 kg Zement x 5 = 125 kg Beton

W/Z-Wert

W/Z WertDer W/Z-Wert gibt an, wie viel Wasser dem Zement und dem Zuschlag zugegeben werden muss, um ein möglichst widerstandsfähiges Ergebnis zu erhalten. Der Wert ist abhängig davon, welchen Beanspruchungen und Umwelteinflüssen der Beton später standhalten soll. Der W/Z-Wert liegt in den folgenden Fällen jeweils bei:

Mechanischer Verschleiß
  • Sehr stark 0,40
  • Stark 0,45
  • Mittelmäßig 0,55
Frost
  • Bei hoher Wassersättigung 0,50
  • Bei mäßiger Wassersättigung 0,60
Chemische Einflüsse
  • Schwach 0,60
  • Mittelmäßig 0,50
  • Stark 0,45

Verhältnisse berechnen

Um den Bedarf an Zement, Zuschlag und Wasser zu berechnen, muss zunächst die notwendige Gesamtmenge in Kilogramm berechnet werden. Dazu wird zunächst das Volumen errechnet, wobei Länge, Breite und Höhe miteinander multipliziert werden. Soll beispielsweise ein Weg von einem Meter Breite und zehn Metern Länge mit einer zehn Zentimeter dicken Schicht Beton versehen werden, ergibt sich ein benötigtes Betonvolumen von:
  • 1 Meter (Breite) x 10 Meter (Länge) = 10
    Quadratmeter
  • 10 Quadratmeter x 0,1 Meter (Höhe bzw. Dicke der Betonschicht) = 1 Kubikmeter
Aufgrund der durchschnittlichen Masse von 2.450 kg Beton pro Kubikmeter werden demnach 2.400 bis 2.500 kg Beton benötigt. Daraus ergibt sich wiederum ein Bedarf an Zement von:
  • 2.500 kg Beton / 5 = 500 kg Zement (20 Säcke á 25 kg)
Für den Zuschlag wird die Gesamtmenge an Beton mit 4/5 beziehungsweise 0,8 multipliziert oder die Differenz zwischen Gesamtmenge und Beton benutzt.
  • 2.500 kg Beton x 0,8 = 2.000 kg Zuschlag
  • 2.500 kg Beton - 500 kg Zement = 2.000 kg Zuschlag
Zuletzt wird die benötigte Menge Wasser mit dem W/Z-Wert berechnet. Ist der Beton beispielsweise einem starken mechanischen Verschleiß ausgesetzt, liegt der W/Z-Wert bei 0,40. Berechnet wird das Verhältnis von Zement und Wasser durch einfache Multiplikation:
  • 500 kg Zement x 0,40 W/Z-Wert = 200 Liter Wasser
Für das aufgeführte Beispiel mit einer Menge von 2.500 Kilogramm Beton werden also 500 kg Zement, 2.000 kg Zuschlag und 200 Liter Wasser benötigt.

Kosten

25 kg ZementFür eine handelsübliche Verpackungsgröße von 25 kg Zement sollte mit Kosten von 3 bis 6 Euro gerechnet werden. Für das obige Beispiel werden 500 kg Zement benötigt. Die Kosten hierfür berechnen sich wie folgt:
  • 500 kg Gesamtmenge / 25 kg Sack = 20 Säcke Zement
  • 3 Euro pro Sack x 20 Säcke = 60 Euro
  • 6 Euro pro Sack x 20 Säcke = 120 Euro
Die Kosten können im Durchschnitt also zwischen 60 und 120 Euro liegen.
Hinzu kommen noch die Kosten für den jeweiligen Zuschlag. Für Betonkies, Splitt und Sand ist je nach Größe mit 30 bis 50 Euro pro Tonne zu rechnen, was für das Berechnungsbeispiel einen Preis von 60 bis 100 Euro ergibt.

Für die Rohstoffe sollte also mit 120 bis 220 Euro gerechnet werden.
Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Anlieferung aufgrund der hohen Gewichte oftmals über dem Preis von Zement und Zuschlag liegt. Es handelt sich bei diesen Angaben daher nicht um den Gesamtpreis.