Sie benötigen eine Grundlage für Ihre Fußböden oder wollen selbst einen Zaunpfahl aus Beton gießen? Dann ist der Estrichbeton genau das Richtige für Sie. Beim Estrichbeton handelt es sich um einen speziellen Fertigmörtel, der für den Innen- und Außenbereich benutzt wird und dabei nicht nur für Verbundestriche und Estriche, auch schwimmend, angewendet werden kann. Weitere Nutzungsmöglichkeiten sind das Gießen von Betonteilen, als Fundament oder einen einfachen Fußboden, zum Beispiel im Gartenhäuschen. Estrichbeton wird in großen Säcken, meist zu 30 oder 40 Kilogramm, in Baumärkten für die eigene Verwendung angeboten. Er ist stark in Bezug auf die Beschaffenheit und komplett witterungsbeständig.

Anschaffungskosten

Die Preise für Estrichbeton halten sich aufgrund der verwendeten Stoffe in Grenzen, was üblich ist bei Materialien wie Mörtel oder Beton. Er besteht an sich nur aus den folgenden Inhaltsstoffen:
  • Zement
  • Gesteinskörnung (6er)
  • Wasser
Aus diesem Grund können sie viel Geld sparen, da Sie durch diese drei Stoffe selbst Estrichbeton herstellen können. Die Stoffe werden einfach in einen Betonmischer oder einen Kübel gegeben und bis zur möglichen Nutzung gemischt. Vor allem kleine Flächen können problemlos mit selbst angerührtem Estrichbeton gefüllt werden. Hierfür muss nicht extra ein ganzer Sack gekauft werden. Die Preise für den Trockenmörtel sind recht unterschiedlich von Baumarkt zu Baumarkt oder Onlinehändlern und zudem abhängig vom jeweiligen Hersteller. Der niedrigste Preis liegt bei etwa zwei Euro für einen Sack mit 30 Kilogramm Inhalt, jedoch variieren die Anschaffungskosten je nach Marke:
  • Toom Baumarkt Eigenmarke: 3,29 Euro für 40 kg
  • Baumit: 3,75 Euro für 10 kg
  • Sakret: 3,79 Euro für 10 kg
  • Obi Eigenmarke: 3,39 Euro für 40 kg
  • Benz Professional Betonestrich: 3,95 Euro für 30 kg
  • Saint-Gobain Weber Beton/Estrich: 5,49 Euro für 10 kg
  • Quick-Mix Estrichbeton: 6,60 für 40 kg
Mischung anrührenJe nach Qualität der einzelnen Werkstoffe kann es natürlich sein, dass das Kilo teurer ist. Aus diesem Grund sollten Sie die einzelnen Estrichbetons im Baumarkt oder Fachhandel direkt miteinander vergleichen. Je nach Hersteller kann zum Beispiel eine feinere Körnung verwendet werden oder das grundlegende Bindemittel ist effektiver. Zudem sollten Sie bei der Anschaffung auf die Menge achten, die Sie benötigen. Beim Anmischen gilt die folgende Mengenverteilung:
  • 1 l Wasser auf 10 kg Estrichbeton
Dadurch wissen Sie genau, wie viel Wasser Sie zum Anmischen benötigen. Die notwendige Menge in Kilogramm gestaltet sich wie folgt:
  • 20 kg Trockenmasse für 1 m² bei einer Schichtdicke von 1 cm
Das heißt wenn Sie einen Quadratmeter füllen müssen, der drei Zentimeter hoch ist, kommen Sie auf einen Bedarf von etwa 60 Kilogramm. Müssen Sie einen ganzen Keller mit 5 Quadratmetern ausfüllen, dessen Dicke 3 Zentimeter beträgt, benötigen Sie 300 Kilogramm Trockenmasse. Diese 300 Kilogramm müssen Sie mit 30 Liter Wasser anmischen. Der Preis hierfür würde in der günstigsten Variante zwischen 15 und 25 Euro liegen. Dies gilt jedoch nur für unebene Untergründe. Ein ebener Untergrund benötigt meist weniger Estrichbeton. Wenn Sie sich für einen schwimmenden Estrich entscheiden, benötigen Sie eine Stärke von mindestens 3,5 Zentimetern.

Tipp: bevor Sie sich für einen Estrichbeton entscheiden, sollten Sie darauf achten, dass dieser den Anforderungen der DIN EN 13813 und DIN EN 206-1/DIN 1045-2 gerecht wird. Die DIN EN 206-1/DIN
1045-2 kommt für den Einsatz des Estrichbetons in Bezug auf die Dauerhaftigkeit von Bauwerken zum Einsatz, während die DIN EN 13813 für Fußbodenkonstruktionen in Innenräumen wichtig ist.

Verarbeitung: Anleitung

Nachdem Sie die notwendige Menge Estrichbeton bestellt oder eingekauft haben, können Sie nun mit dem Anmischen und der Verarbeitung beginnen. Um den Estrichbeton effektiv verarbeiten zu können, benötigen Sie die folgenden Werkzeuge und Materialien:
  • Betonmischer
  • alternativ Betonwanne in ausreichender Größe
  • Rührwerk oder Schaufel
  • fertiger Estrichbeton
  • ausreichend Wasser
  • Richtlatte
  • Reibebrett
  • Epoxidharz bei einem empfindlichen Unterbau
  • Tiefengrund bei allen anderen Böden
  • bei Heizestrich: Emulsion
  • Armierungsgitter, falls Fliesen, Kacheln oder Natursteine danach zum Einsatz kommen
Mischung abziehenZudem kann es notwendig sein, Schutzkleidung wie eine Schutzbrille und lange Kleidung und Handschuhe zu tragen, da der Stoff nicht auf die Haut gelangen darf. Er ist alkalisch und reagiert bei Kontakt mit Wasser, was vor allem gefährlich werden kann für Ihre Augen. Aus diesem Grund ist es wichtig, Schutzkleidung zu tragen.

Vorbereitung

1. Anmischen: beim Anmischen füllen Sie die entsprechende Menge Trockenmörtel zusammen mit dem Wasser in den Betonmischer oder die Betonwanne. Nun rühren Sie mit dem Werkzeug Ihrer Wahl, die Schaufel sorgt für die meiste Arbeit und körperliche Anstrengung. Wenn Sie etwas mehr Wasser für das Anmischen verwenden wollen, zum Beispiel wenn die Masse schwer zum umrühren ist, ist das möglich, nur muss beachtet werden, dass sich dann die Trockenzeit verlängert. Tragen Sie am besten schon beim Anmischen Ihre Schutzkleidung, um mögliche Spritzer zu vermeiden. Wird der Estrichbeton als Heizestrich verwendet, benötigen Sie die Hälfte Wasser und nutzen die Emulsion nach Herstellerangaben.

2. Temperatur: es ist wichtig, den Estrichbeton nicht in zu kalten Temperaturen aufzutragen, da er sonst unter der Kälte leidet. Ebenso sollte er nicht den folgenden Wetterbedingungen ausgesetzt sein:
  • direkte Sonneneinstrahlung
  • Regen
  • starke Winde
3. Unterbau: bevor Sie den Estrichbeton auftragen können, müssen Sie zuerst den Unterbau vorbereiten. Dieser sollte trocken und sauber sein. Setzungen oder Risse sollten ausgebessert, ebenso wie lose Betonreste entfernt werden. Nachdem Sie den Unterbau gesäubert haben, müssen Sie die Grundierung auftragen. Dabei richten Sie sich nach den Angaben des Herstellers, um sie gründlich auftragen zu können. Danach können Sie sich dem Auftragen des Estrichbetons widmen.

Verarbeitung

Nachdem Sie die Vorbereitung abgeschlossen haben, kommt es nun zur Verarbeitung des Baustoffs. Hierfür sollten Sie ihre Schutzkleidung weiterhin anhaben, damit Sie nicht aus Versehen etwas abbekommen. Gehen Sie wie folgt vor:
  1. Verarbeiten Sie den Estrichbeton sofort. Je länger Sie diesen stehen lassen, desto schneller trocknet er an und lässt sich danach schlechter verteilen.

  2. Tragen Sie gleichmäßig und zügig die Masse auf. Zu Beginn ist es noch recht egal, wie die Fläche aussieht, solange sie geschlossen ist. Für diesen Schritt nutzen Sie die Richtlatte und streichen nach dem Auftragen mit dieser den Estrichbeton glatt. Ebenfalls können Sie für diesen Schritt das Reibebrett benutzen, welches hervorragend für Ecken und kleine Flächen genutzt werden kann.

  3. Falls Sie mehr Stabilität benötigen, setzen Sie das

    Armierungsgitter in das obere Drittel des Estrichbetons und fixieren dieses mit dem Mörtel. Danach können Sie dieses komplett einbetten.
  4. Abschließend streichen Sie nochmal alles glatt, am besten mit dem Reibebrett, da an diesem nichts haftet, und lassen den Estrichbeton trocknen.

Trockenzeiten

Die Trockenzeiten sind essentiell für Sie und Ihr Projekt. Dadurch wissen Sie nämlich ganz genau, wann Sie den Boden oder Betonbauteil belasten können, ohne dass dieses beschädigt oder nochmal neu gegossen werden muss. Aus diesem Grund sollten die Trockenzeiten unbedingt eingehalten werden, Sie wollen ja nicht die eigenen Fußabdrücke im Estrich oder Ihrem Boden in der Garage haben. Die typischen Trockenzeiten beim Estrichbeton nach DIN-Normen sind:
  • 3 Tage: zu diesem Zeitpunkt kann der Estrichbeton vorsichtig begangen werden
  • 28 Tage: zu diesem Zeitpunkt sollte der gesamte Estrichbeton ausgehärtet sein
EstrichTrotz der Norm ist es häufig so, dass die Masse nicht direkt vier Wochen später trocken ist, sondern in einem Zeitraum von 21 bis 35 Tagen, was auf die folgenden Einwirkungen zurückzuführen ist:
  • Zugluft
  • Belastung, zum Beispiel durch einen Gegenstand, der auf dem Spezialmörtel gelagert wurde
  • Umgebungstemperatur
Aus diesem Grund ist es schwierig, die direkte Trockenzeit zu bestimmen, auch wenn 28 Tage einen typischen Rahmen darstellen. Falls Sie sich sicher darüber sein müssen, dass der Estrichbeton getrocknet ist, sollten Sie ein CM-Messgerät nutzen, das direkt anzeigen kann, wie viel Restfeuchte sich noch in der Masse befindet. Werden zwei Prozent Restfeuchte überschritten, muss der Estrichbeton noch weiter trocknen, bevor hier andere Arbeitsschritte zum Tragen kommen.