Stampfbeton hat einige positive Eigenschaften. Die Verarbeitung bei größeren Mengen ist jedoch aufwendig und langwierig, weswegen er nur noch selten eingesetzt wird. Aufgrund seiner ansprechenden Optik und hohen Belastbarkeit kann er jedoch für Heimwerker durchaus interessant sein. Wir verraten, wie er hergestellt und ausgebracht wird, worauf zu achten ist und mit welchem Preis gerechnet werden muss.

Zusammensetzung und Mischverhältnis

Die Zusammensetzung des Stampfbetons ist sehr einfach. Benötigt werden nur drei Bestandteile:
  • Zement
  • Steine, Splitt und/oder Sand
  • Wasser
Beton, Kies, SandWichtig ist, dass der Zement die Beigabe beziehungsweise den Zuschlag - wie Sand oder Natursteine - umschließt und nur wenig Wasser verwendet wird. Wie das Verhältnis zwischen Zement und Steinen ausfallen sollte, gestaltet sich daher individuell. Erwünscht ist eine lediglich erdfeuchte Konsistenz.
Als Faustregel gilt: Ein Teil Zement kommt auf vier Teile Zuschlag. Mit der handelsüblichen Menge an Zement - einem 25 kg Sack - lassen sich durch Zuschlag und Wasser 125 Kilogramm Beton herstellen.

Eigenschaften

Die Betonart wird durch Stampfen verdichtet und zeigt sich daher sehr fest und beständig. Zudem weist er die folgenden Merkmale auf:

Hohe Druckfestigkeit und Beständigkeit
Durch das Stampfen wird der Beton sehr dicht, ist ausgesprochen druckfest und beständig.

Interessante und anpassbare Optik
Einerseits ist die Optik dadurch interessant, dass der Beton durch verschiedene Natursteine, Sand, Splitt oder Kiesel bestimmt werden kann. Ziegelbruchstücke, Feldsteine oder verschiedenfarbiger Sand können einzeln oder gemischt eingesetzt werden und somit das Aussehen variieren. Zum anderen ergeben sich durch den Auftrag in Schichten weitere Möglichkeiten der Gestaltung. Sowohl Farbe als auch Form und Größe der Beigabe können zwischen den verschiedenen Schichten variiert werden.

Kostengünstig
Das Material für den Stampfbeton ist ausgesprochen
günstig erhältlich. Bei der Beigabe sind sogar noch Ersparnisse möglich, wenn beispielsweise Steine selbst gesammelt oder Baustoffreste verwendet werden.

Verarbeitung: Schritt für Schritt

Beim Ausbringen des Stampfbetons müssen einige Punkte beachtet werden. Die folgende Anleitung zeigt, wie es geht:

1. Zement, Beigabe aus Steinen, Sand oder Splitt und Wasser werden miteinander vermischt. Hierbei sollte nur wenig Wasser verwendet werden, da der Beton eine sehr steife Konsistenz aufweisen und nur erdfeucht sein sollte. Die Menge sollte so gewählt werden, dass eine Schicht von 15 bis maximal 25 Zentimeter Dicke damit gebildet werden kann.

2. Der erdfeuchte Beton wird in eine Schalung oder auf den vorbereiteten Untergrund gegeben und möglichst gleichmäßig verteilt.

3. Nun wird der Beton "gestampft". Dieser Arbeitsschritt kann mit einem Handstampfer oder einem Maschinenstampfer erfolgen. Die Bearbeitung erfolgt solange, bis der Beton weich wird, eine geschlossene Oberfläche bildet und sich ein Feuchtigkeitsfilm darauf zeigt. Das zugegebene Wasser wird also aus dem Beton gestampft.

4. Die erste Schicht muss abtrocknen, bevor eine weitere Schicht aufgetragen wird. Anderenfalls kann es zu Vorwölbungen kommen. Für einen besseren Halt und höhere Druckfestigkeit sollte die untere Schicht vor dem Auftrag nicht nur abtrocknen, sondern auch gereinigt, angeraut und oberflächlich befeuchtet werden.

Beton gemischtWie lange der Trockenvorgang und das Aushärten dauern, hängt von der Schichtdicke, der Luftfeuchtigkeit und der Temperatur ab. Im Durchschnitt kann von mindestens einem Tag ausgegangen werden. Besser sind meist längere Wartezeiten, damit ein Durchhärten erfolgen kann.

Tipp: Die Schichtdicke von 15 bis 25 Zentimetern ist einerseits wichtig, damit ein vollständiges Durchhärten in kurzer Zeit erfolgen kann. Andererseits kann nur so sichergestellt werden, dass das Stampfen für die vollständige Verdichtung des Stampfbetons sorgt.

Preis

Die Kosten für den Stampfbeton setzen sich aus den folgenden Faktoren
zusammen:
  • Zement
  • mineralischer Zuschlag, wie Sand, Splitt, Kies oder Natursteine
  • Wasser
  • Stampfer
  • gegebenenfalls Betonmischer
Ein 25 kg Sack Zement ist bereits für drei bis sechs Euro erhältlich. Beim Zuschlag ist die Preisspanne deutlich breiter. Reste von Baustoffen, selbstgesammelte Steine oder gar Bruchstücke können verwendet werden, wodurch keine zusätzlichen Kosten entstehen. Selbstverständlich können auch Sand, Splitt oder Steine gekauft werden. Bei einem Mischungsverhältnis von eins zu vier werden 100 kg Zuschlag benötigt. Für Sand oder Kies ist hierbei mit 30 bis 50 Euro zu rechnen.
  • Bei einer Betonmenge von insgesamt 125 kg belaufen sich die Materialkosten also auf drei bis 53 Euro.
Zubehör
Ein Handstampfer ist neu für etwa 30 Euro erhältlich. Ein Betonmischer ist erst dann sinnvoll, wenn größere Mengen verarbeitet werden sollen. Das Gerät kann ebenso wie ein maschineller Stampfer gemietet werden. Die Preise hierfür fallen sehr unterschiedlich aus.