Sogenanntes Zementwasser, Zementschlämme oder Zementkleber kann dazu verwendet werden, um alten und frischen Beton miteinander sicher zu verbinden. Wir zeigen, wie der Haftgrund hergestellt werden kann.

Anwendungsmöglichkeiten

Der Zementkleber kann unter anderem verwendet werden, wenn beispielsweise eine alte Betonfläche saniert werden soll. Zeigen sich in dieser Risse, ist sie über die Zeit unansehnlich oder uneben geworden, kann eine neue Schicht die Probleme lösen und zum Nivellieren verwendet werden.

Ebenso ist es aber möglich, damit beispielsweise:

  • ein notwendiges Gefälle herzustellen
  • Mauern zu erhöhen
  • Schäden auszugleichen
  • Wände zu verdicken

Vorbereitung

Bevor der Zementkleber und eine neue Betonschicht aufgebracht werden, muss der Festbeton zunächst passend vorbereitet werden. Dazu sind die folgenden Schritte erforderlich:

Trockene Reinigung

Grobe und trockene Verschmutzungen können mit einem Besen mit harten Borsten entfernt werden. Moos und sonstige Beläge sollten ebenfalls beseitigt werden, indem sie aus Fugen und von den Steinen gekratzt oder abgebürstet werden.

Nasse Reinigung

Da sich bei der trockenen Reinigung nicht alle Verschmutzungen entfernen

lassen, sollte der Festbeton im Anschluss noch feucht gereinigt werden. Bei hartnäckigen Verschmutzungen empfiehlt es sich, die Fläche im Vorfeld mit einer Mischung aus Soda und warmem Wasser eingeweicht werden. Im Anschluss kann wiederum mit einer Bürste Moos und sonstige Rückstände entfernt werden.

Reinigung vom Betonboden

Alternativ kann auch ein Hochdruckreiniger zum Einsatz kommen.

Schäden beheben

Finden sich Risse oder Löcher in dem Festbeton, müssen diese vor dem Aufbringen des Zementwassers gereinigt und Bruchstücke entfernt werden.

Trocknen lassen

Bevor der Haftgrund verteilt wird, muss der Beton vollständig durchtrocknen können. Es ist daher sinnvoll, die vorbereitenden Maßnahmen an einem trockenen und sonnigen Tag durchzuführen und den Beton wenigstens für mehrere Stunden besser noch über Nacht oder einen Tag abtrocknen zu lassen.

Tipp: Um den gereinigten Festbeton vor dem Aufbringen vor erneuten Verschmutzungen und Feuchte zu schützen, können wasserundurchlässige Planen darüber gespannt werden. Direkt aufliegen sollten sie jedoch nicht, damit die Oberfläche ungestört und vollständig trocknen kann.

Zementwasser herstellen

Die Herstellung des Zementwassers ist sehr einfach und erfordert nur wenig Zubehör und lediglich zwei Mittel - Wasser und Zement.

Hilfsmittel und Werkzeuge

Notwendig sind zudem:

  • ein Eimer oder eine Maurertuppe
  • eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz oder ein anderes Utensil zum Rühren
  • eine Schaufel
  • einen Piassavabesen
  • gegebenenfalls einen Messbecher

Anleitung

  1. Wasser abmessen und in Eimer oder Maurertuppe geben.
  2. Zementpulver in das Wasser geben und dabei rühren, um Klumpen Bildung zu vermeiden. Auf zehn Liter Wasser wird eine Schaufel Zement gegeben.
  3. Die Mischung so lange rühren, bis sich das trockene Pulver gleichmäßig verteilt hat und eine homogene Lösung entstanden ist.
  4. Den Frischzement anrühren, um ihn direkt nach dem Aufbringen des Zementwassers verteilen zu können.
  5. Den Haftgrund auf der Betonoberfläche verteilen und mit dem Besen einarbeiten.
  6. Den Zement direkt im Anschluss auf der Grundierung auftragen, gleichmäßig verteilen und glätten.

Zement glätten

Nun muss der Frischbeton lediglich vollständig durchtrocknen, bis er begehbar oder auch befahrbar ist. Je nach Dicke der Schicht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit kann dies einige Tage in Anspruch nehmen. Bis dahin sollte der neu betonierte Bereich abgesperrt und wenn möglich mit Planen überspannt werden.

Tipp: Ideal ist es, wenn die Arbeit von zwei Personen durchgeführt wird. Hierdurch wird es möglich, gleichzeitig den Zementleim und den Zement selbst vorzubereiten und sie zeitnah auf dem Boden zu verteilen.

Alternativen

Als alternative zu dem Zementleim finden sich noch weitere

Mittel, mit denen Festbeton und Frischbeton miteinander verbunden werden können. Darunter:
  • Haftgrundierung
  • Moniereisen
  • Spannschlösser

Der Vorteil bei Haftgrundierung ist, dass ein Anrühren in der Regel nicht notwendig ist. Dadurch gestaltet sich die Anwendung schnell und einfach. Der Nachteil daran ist, dass die Produkte in der Regel teurer sind als Zementwasser selbst herzustellen. Die Anwendungsbereiche sind jedoch bei beiden Mitteln gleich.

Bei Moniereisen handelt es sich um Metallstücke, die in den bereits vorhandenen Beton zur Hälfte eingesteckt werden. Hierzu müssen zunächst Löcher vorgebohrt werden. Die zweite Hälfte der Moniereisen ragt heraus und dient somit als Halterung für den Frischbeton. Zusätzlich zu den Moniereisen Zementwasser oder Haftgrundierung verwendet werden. Das erhöht die Haftung. Eingesetzt werden können die Steckverbindungen vor allem bei Erhöhungen oder Verlängerungen einer Mauer, aber auch für Aufbauten von Fundamenten.

Moniereisen

Spannschlösser sind das Mittel der Wahl bei fertigen Betonteilen, die zusammengeführt werden sollen. Sie ähneln den Moniereisen, bestehen jedoch aus zwei Teilen, die zusammengeführt und zusammengeschraubt werden. Hierdurch muss eine Aussparung in den Betonteilen bleiben, die bei einigen Stücken im Handel bereits vorhanden sein können aber in der Regel selbst angefertigt werden müssen. Der Vorteil ist, dass sich fertige Betonteile einfach miteinander verbinden lassen. Der Aufwand ist bei Teilen, die noch nicht mit Aussparungen versehen sind jedoch größer. Zudem ist auch der Kostenaufwand größer als bei der Herstellung des Zementwassers. Allerdings können mit dieser Methode und Verbindungstechnik sehr schnell Mauern errichtet werden. Zudem eignet sich die Technik für jeden Bereich, in dem kein Beton gegossen werden kann und es wird keine Grundierung benötigt.