Dunkles Blau, intensives Rot, Anthrazit oder gar Schwarz - dunkle Wandfarben als kontrastierende Akzente oder gemütliches Innendekor liegen immer wieder im Trend. Bei Umzug oder Umgestaltung können sie sich jedoch als Herausforderung erweisen, denn das Überstreichen erfordert häufig viel Aufwand. Die folgenden Tipps und Anleitungen helfen weiter.

Hochwertige Farben

Wer dunkle Wandfarbe überstreichen will, stößt dabei oftmals auf ein typisches Problem: Selbst nach zwei oder drei Schichten erscheint die Wand immer noch dunkel oder fleckig. Häufig zeigt sich dafür die
mindere Qualität beziehungsweise Deckkraft der Überstreichfarbe verantwortlich. Wenn nicht fünf bis sechs Lagen aufgetragen werden sollen, sollten die folgenden Punkte berücksichtigt werden:

1. Deckkraftklasse beziehungsweise Kontrastverhältnis:
Diese Einteilung erfolgt in vier Stufen. Die stärkste Deckkraft weist die Deckkraftklasse 1 auf. Wer den geringsten Aufwand beim Übermalern möchte, sollte Farben dieser Kategorie wählen, da sie die höchste Pigmentdichte aufweist.

2. Hohe Nassabriebbeständigkeit wählen
Ebenso wie die Deckkraft beziehungsweise Pigmentdichte wird auch die Abriebbeständigkeit in verschiedene Klassen unterteilt. Es finden sich fünf Klassen - wobei wiederum die Klasse 1 die hochwertigste Kategorie darstellt.

3. Nicht an der falschen Stelle sparen
Viele lassen sich durch Angebote oder generell günstige Preise verlocken. Ein Eimer Farbe für 10 Euro wird schneller gekauft, als die hochwertige Wandfarbe für 30 Euro und mehr. Das ist zwar verständlich - leider wird damit aber an der falschen Stelle gespart. Denn zum einen muss bei billigeren Produkten deutlich mehr Wandfarbe verwendet werden, was den Materialverbrauch und damit die Gesamtkosten erhöht. Zum anderen fällt auch der Aufwand für das Streichen deutlich höher aus.
Besser und insgesamt sparsamer ist es daher, eine Überstreichfarbe mit hoher Deckkraft zu wählen. Diese kann gegebenenfalls auch noch leicht verdünnt werden, was die Gesamtkosten wiederum verringert.

Grundierung verwenden

Sind die Farben nicht nur dunkel, sondern schwierig zu überdecken - wie beispielsweise Latexfarbe, Tafelfarbe oder magnetische Anstriche - reicht selbst eine deckstarke
Überstreichfarbe nicht aus. Besser ist dann die kombinierte Verwendung einer Grundierung beziehungsweise eines Haftgrunds und einer deckstarken Wandfarbe.

Gleicher Farbtyp

Kalkfarbe oder Lehmstreichfarbe? Eine gute Haftung und Deckung ergibt sich auch dann, wenn der gleiche Farbtyp zum Übermalern verwendet wird.
Das funktioniert natürlich nur, wenn der Farbtyp bekannt ist. Wer die Wand zuvor nicht selbst gestrichen hat, kann entweder eine fachmännische Meinung einholen oder im Zweifelsfall zunächst eine Grundierung aufbringen. Das erscheint zunächst zwar teurer und aufwendiger, kann jedoch sowohl Kosten als auch Arbeitszeit einsparen.

Passende Utensilien

Wenn die Wände nach dem Streichen fleckig wirken oder die intensiven, dunklen Töne durchscheinen, kann das nicht nur an den gewählten Farben, sondern auch an den Utensilien liegen. Abgenutzte Pinsel oder verbrauchte Rollen tragen Farben ungleichmäßig auf und erschweren das Malern dadurch.
richtiges Streichwerkzeug
Vor dem Malern sollte daher das Zubehör überprüft werden. Sind die Borsten durch lange oder falsche Lagerung brüchig geworden oder sind die Malerrollen stellenweise verklebt, sollten die Utensilien dringend ersetzt werden.
Ideal sind:
  • kleine Pinsel, für das Vorstreichen von Ecken und Kanten
  • kleine Farbrollen, für das Vorstreichen und das Malern von Übergängen
  • große Farbrolle mit mittelhohem Flor, für das Streichen größerer Flächen
Gut geeignet sind beispielsweise Farbrollen mit nachgebildetem beziehungsweise künstlichem Lammfell. Mit diesen ist es vergleichsweise einfach, dickere Farbschichten gleichmäßig und schnell auf größeren Flächen aufzutragen.

Richtige Technik für Ecken und Kanten

Dunkle Wandfarben können sich vor allem in den Ecken und an Kanten als schwierig erweisen und durchscheinen. Mit der richtigen Technik lässt sich dies jedoch vermeiden. Die folgenden Schritte zeigen, wie es geht:

1. Sockelleisten und Türrahmen abkleben oder die Sockelleisten, wenn möglich, für das Streichen abnehmen. Hierdurch kann einfacher gestrichen werden und "bunte" Ränder werden vermieden.

2. Mit dem Malern wird in den Ecken des Raumes begonnen. Dazu wird die Farbe zunächst mit

einem Pinsel aufgetragen. Günstig ist es dabei, zuerst streichende Bewegungen durchzuführen und dann mit dem Pinsel zu tupfen. Hierdurch lässt sich vor allem bei rauen Wänden eine gleichmäßigere Farbverteilung erzielen. Die Farbe sollte für ein paar Minuten antrocknen können, was sich bei fortlaufendem Malern aller Ecken und Kanten jedoch automatisch ergibt.

3. Für die Übergänge zwischen den Ecken und Kanten und den größeren Wandflächen wird eine kleine Farbrolle benutzt. Mit ihr kann näher an den Rändern gearbeitet werden, wodurch wiederum eine gleichmäßigere Farbverteilung und eine bessere Deckung erzielen lässt.

4. Nachdem die Ecken und Kanten gemalert wurden, werden die größeren Wandflächen mit einer großen Rolle gestrichen.


Auch bei hochwertigen Farben mit hoher Deckkraft sind in der Regel zwei Anstriche notwendig, um den dunklen Ton darunter richtig zu überdecken. Vor dem zweiten Anstrich sollte die Farbe für einige Stunden abtrocknen dürfen. Anderenfalls besteht die Gefahr, dass sie mit der Farbrolle regelrecht wieder abgezogen wird. Die Trockendauer ist natürlich davon abhängig, wie warm und trocken Luft und Wände sind.