Rauputz, wie der bekannte Münchner Rauputz, bietet viele Möglichkeiten der Gestaltung, kann problemlos gestrichen werden und hält mehrere Jahrzehnte lang. Er eignet sich für die Wandgestaltung innen und außen und kann auch von Laien sehr einfach selbst aufgebracht werden. Die passende Anleitung dazu gibt es hier.

Untergrund und Grundierung

Bevor der Putz aufgetragen werden kann, muss der Untergrund entsprechend vorbereitet werden. Er muss sauber, glatt, aufnahmefähig und trocken sein. Für die Vorbereitung sind drei Schritte erforderlich:

1. Reinigen:
Tapeten-, Farb- und Putzreste müssen von der
Wand entfernt werden. Wer manuell nicht weiterkommt, kann einen Sandstrahler oder einen Hochdruckreiniger einsetzen.

2. Ebnen und reparieren:
Falls Löcher, Risse oder andere Unebenheiten vorhanden sind, müssen diese vor dem Verputzen repariert und die Wand geebnet werden. Mit einer geeigneten Spachtelmasse oder Gips ist das sehr einfach möglich.

3. Grundieren:
Damit der Putz später gut hält, sollte die Wand grundiert werden. Bei Mineralputz wie dem Münchner Rauputz sollte eine Silikat-Grundierung verwendet werden. Bei Kunstharzputz ist eine Dispersions-Grundierung besser geeignet. Ist die Wand nach dem Auftragen der Grundierung getrocknet, kann mit dem Auftragen des Rauputzes begonnen werden.

Putz-Arten

Beim Rauputz wird zwischen Kunstharzputz und Mineralputz. Beide weisen verschiedene Vorzüge und Nachteile auf.

Kunstharzputz:

Vorteile
  • ist sehr elastisch und passt sich flexibel an
  • ist gut für Außenwände geeignet
  • bildet nur selten Risse
  • kann sehr dünn aufgetragen werden
Nachteile
  • trocknet nur langsam ab, daher anfällig für Pilzsporen und Algen
  • wasserabweisend, lässt auch Wasserdampf kaum durch

Mineralputz:

Vorteile
  • auf natürliche Weise beständig gegen Schimmel
  • kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben, dadurch positiver Einfluss auf das Raumklima
  • im Vergleich günstiger als Kunstharzputze
Nachteile
  • anfälliger für Rissbildung
  • muss dicker aufgetragen werden
Neben der Entscheidung zwischen Kunstharz- und Mineralputz muss auch bei der Größe der Körnung eine Wahl getroffen werden. Die Größe der Körnung bestimmt zusammen mit dem Auftragen und dem Gestaltungswerkzeug die Optik der
verputzten Wand. Bei ein bis drei Millimetern ist die Struktur feiner und glatter, als beispielsweise bei fünf Millimeter Körnung.

Anleitung für innen: Schritt für Schritt

Rauputz auftragenWenn die Vorbereitungen abgeschlossen und die Wände gut abgetrocknet sind, kann mit dem Verputzen begonnen werden. Dabei ist wie folgt vorzugehen.

1. Tür- und Fensterrahmen abkleben und den Boden abdecken, damit diese geschützt sind.

2. Nur so viel Putz anrühren, wie in etwa 20 Minuten verarbeitet werden kann. Im Normalfall finden sich hierzu Angaben des Herstellers auf der Verpackung.

3. Mit einem Traufel wird der Putz auf eine Maurerkelle aufgetragen. Mit der Maurerkelle wird der Putz von unten nach oben auf die Wand aufgetragen und gleichmäßig verteilt.

4. Mit einem Edelstahlglätter wird der Putz auf Kornstärke abgezogen. Das heißt, dass die entsprechende Schichtstärke hergestellt wird. Erst hierdurch wird es möglich, den Putz im Anschluss richtig und gleichmäßig zu strukturieren.

5. Mit einem Kunststoffglätter, einem Nagelbrett oder eine Strukturrolle wird der Putz nach einer kurzen Trockenzeit von etwa 15 Minuten nun noch strukturiert. Es kann waagerecht, senkrecht, diagonal oder in Kreisen gerieben oder gerollt werden - je nach gewünschtem Effekt.

Tipp: Damit sich keine Absätze an der Wand finden ist es sinnvoll, zumindest bei größeren Wänden zu zweit zu arbeiten. So kann die Wand schneller verputzt und strukturiert werden. Günstig ist es dabei erfahrungsgemäß, wenn einer verputzt und einer strukturiert. So lassen sich sehr gleichmäßige Ergebnisse erzielen.

Außenwände verputzen

Das grundlegende Vorgehen gestaltet sich beim Verputzen von Außenwänden ebenso wie beim Verputzen von Innenwänden. Allerdings sind Außenwände größer und vor allem höher, sodass ein passendes Gestell oder eine Leiter vorbereitet werden muss. Im Außenbereich sollte daher dringend mit einem oder mehreren Helfern gearbeitet werden, um zum einen die Sicherheit zu gewährleisten und zum anderen zügig und gleichmäßig arbeiten zu können.

Zudem sollte in Erwägung gezogen werden, Putzleisten beziehungsweise Schnellputzprofile zu verwenden. Diese werden in gleichmäßigen Abständen angebracht, unterteilen die Wand somit in kleinere Abschnitte und helfen dabei, den Putz schneller anbringen und glätten zu können. Sie bilden einen Rahmen und erleichtern so das ebene Abziehen des
Putzes.

Strukturieren

Für das Strukturieren des Rauputzes stehen verschiedene Möglichkeiten und Hilfsmittel zur Verfügung. Darunter:
  • Strukturwalzen
  • Nagelbretter
  • Kunststoffglätter
Zudem können verschiedene Strukturtechniken beziehungsweise -richtungen angewendet werden. Senkrecht, waagerecht, diagonal, in Kreisen oder Wellen - jede Richtung bringt ein anderes Ergebnis. Hersteller der verschiedenen Rauputz-Varianten geben in der Regel Hinweise und Strukturbeispiele. Dennoch ist es sinnvoll, das Strukturieren und das Ergebnis zuvor an einem Probestück zu testen.

Kosten

Die Kosten für das Verputzen setzen sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Zu diesen gehören:
  • Putzart
  • Utensilien
  • Reinigung und Grundierung
Beim Verputzen mit einem mineralischen Rauputz muss mit etwa 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Beim Einsatz von Kunstharzputz sollten 10 bis 20 Euro pro Quadratmeter einkalkuliert werden. Allerdings handelt es sich hierbei nur um vage Angaben, denn selbst farbiger Kunstharzputz ist mittlerweile schon für weniger als 10 Euro pro Quadratmeter erhältlich und die Kosten hängen unter anderem davon ab, ob Schnellputzprofile verwendet werden und was notwendig ist, um die Wand vorzubereiten.