Gipsputz ist eine günstige Variante zum Verputzen von Innenwänden und lässt sich sowohl glatt verarbeiten, als auch strukturieren, malern oder tapezieren. Zudem kann er sehr einfach angemischt und aufgetragen werden, wodurch er sich auch ideal für unerfahrene Heimwerker eignet. Wir verraten, worauf bei der Verarbeitung zu achten ist.

Untergrund vorbereiten

Damit der Gipsputz gut hält, muss die Wand entsprechend vorbereitet werden. Sie muss sauber, trocken und frei von Staub sowie Fetten sein. Wichtig ist zudem, dass Löcher und Risse ausgebessert werden. Wenn die Wand sauber und trocken ist, kann bei sandenden oder anderen stark saugfähigen Untergründen eine Grundierung beziehungsweise Haftgrund aufgetragen werden. Diese
sorgt dafür, dass der Gips an der Wand halten und gleichmäßiger abtrocknen kann. Dadurch lassen sich beispielsweise auch Risse vermeiden.

Anmischen

Vor dem Anmischen werden Boden, Tür- und Fensterrahmen abgeklebt beziehungsweise geschützt. Das erspart später einen großen Reinigungsaufwand.
Beim Anmischen wird dann wie folgt vorgegangen:

1. Den trockenen Gipsputz in einen Eimer oder eine Maurertuppe geben.

2. Nach Angaben des Herstellers Wasser zugeben. Dabei sollte zunächst die geringste angegebene Menge Wasser in den Putz gegeben werden.

3. Mit einem elektronischen Rührquirl, einem Quirlaufsatz für die Bohrmaschine oder per Hand werden Putz und Wasser miteinander vermischt. Empfehlenswert ist der elektronische Rührquirl, da er mit dem geringsten Aufwand eine gleichmäßige Masse herstellen kann. Rühraufsätze für die Bohrmaschine bringen oft eine vergleichsweise geringe Leistung und das Anrühren von Hand erfordert reichlich Muskelkraft und Ausdauer.

4. Nach und nach kann abhängig vom Bedarf Wasser zugegeben werden. Der Putz sollte in etwa die Konsistenz von steifem Quark haben, dann lässt er sich am besten aufbringen und verarbeiten.

Tipp: Es sollte jeweils nur so viel Putz angerührt werden, wie in 15 bis 20 Minuten an die Wand gebracht werden kann. Anderenfalls wird der Putz trocken und hart, was die Verarbeitung erschwert.

Auftragen

Gipsputz glättenDas Auftragen ist in der Theorie ganz einfach. Der Putz wird an die Wand gedrückt und glatt gestrichen. In der Praxis erfordert es jedoch einerseits ein sehr zügiges Vorgehen, da der Gipsputz sehr schnell trocknet. Und andererseits ist für das Glätten und gleichmäßige Verarbeiten etwas Fingerspitzengefühl und Übung erforderlich.

Wer zum ersten Mal eine Wand verputzt, tut daher gut daran, vorher an einer unauffälligen Stelle zu üben. Beispielsweise an dem Wandabschnitt, vor dem später große Schränke stehen werden. Alternativ kann auch ein Brett vorbereitet und aufgestellt werden, das zur Übung verputzt wird.

Ein jedem Fall wird beim
Verputzen wie folgt vorgegangen:

1. Die Wand wird angefeuchtet, damit der Putz besser hält. Sie kann mit einer Malerrolle oder mit einer Sprühflasche befeuchtet werden.

2. Der vorbereitete Putz wird mit einer Maurerkeller aufgenommen und an die Wand gedrückt. Es sollte eine Maurerkelle aus Edelstahl verwendet werden, da sich ansonsten Rostflecken bilden können.

3. Mit einer Glättkelle wird der Putz an der Wand verteilt. Für engere Bereiche oder Tür- und Fensterrahmen empfiehlt sich der Einsatz kleinerer Kellen, wie der sogenannten Katzenzunge.

4. Schritte 2 und 3 werden so oft wiederholt, bis die gewünschte Putzdicke entstanden ist.

Tipp: Da ein zügiges Arbeiten entscheiden ist, um eine gleichmäßige Oberfläche ohne Absätze zu erhalten, empfiehlt sich das Verputzen zu dritt. Einer mischt an, einer trägt auf und einer verteilt den Putz gleichmäßig. Auch die Verwendung von Schnellputzprofilen beziehungsweise sogenannte Putzlehren können den gleichmäßigen Auftrag erleichtern.

Glätten und strukturieren

Zunächst muss die Entscheidung getroffen werden, ob der Gipsputz glatt oder strukturiert aufgebracht werden soll. Für das glatte Aufbringen reicht es aus, den Putz mit einer Kartätsche abzuziehen, um ihn gleichmäßig zu verteilen. Bei der Kartätsche handelt es sich um eine Art Leiste, die abhängig vom Modell mit Griffen versehen ist. Sie wird an der Wand angesetzt und in langen, gleichmäßigen Bewegungen darüber gezogen - damit eine ebene Oberfläche erzeugt werden kann.

Im Anschluss wird der druckfeste aber noch feuchte Gipsputz mit einem Filzreibebrett in kreisenden Bewegungen geglättet. Wann der notwendige Zustand des Putzes erreicht ist, ist abhängig von der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit. Je wärmer und trockener es in dem Raum ist, desto schneller ist der Putz druckfest.

Soll der Putz strukturiert werden, wird nach dem Aufbringen und dem Ebnen mit der Kartätsche nicht das Filzreibebrett, sondern ein geeignetes Utensil verwendet. Strukturrollen oder Nagelbretter können eingesetzt werden. Je nach gewünschter Oberflächenstruktur können die Utensilien waagerecht, senkrecht, diagonal oder in kreisenden Bewegungen über den Putz gestrichen werden.
Gipsputz strukturieren
Tipp: Sollte der Putz schon etwas zu trocken geworden sein, kann er mit einer Sprühflasche für das Glätten wieder befeuchtet werden. Finden sich dennoch Unebenheiten, können diese mit Sandpapier abgeschliffen werden.

Entfernen

Soll eine Wand neu verputzt werden oder zeigt sich Schimmel darauf, kann die Entfernung des Putzes notwendig werden. Bei Schimmel kann jedoch im Vorfeld versucht werden, diesen mit speziellen Lösungen zu vernichten - denn der Gips selbst kann nicht schimmeln. Nach dem Auftragen der Lösung, wenn die Wand wieder
abgetrocknet ist, kann zudem Kalkglätte aufgebracht werden. Diese wirkt als eine Art natürliches Fungizid.

Sollte Schimmel der Grund für die Entfernung sein, kann sie mit diesem Vorgehen meist noch gerettet und der Aufwand deutlich geringer gehalten werden. Führt kein Weg daran vorbei, den Putz von der Wand zu entfernen, kann die folgende Anleitung helfen:

1. Wenn bereits Löcher oder Risse im Putz vorhanden sind, können diese als Ansatzpunkt verwendet werden. Sollte die Oberfläche noch intakt sein, kann mit einem Hammer ein Ansatzpunkt geschaffen werden.

2. Mit einem stabilen Schaber und einem Hammer kann von dieser Stelle ausgehend der Putz stückweise von der Wand gelöst werden. Als Alternative und Arbeitserleichterung bietet sich ein Elektroschaber an.

3. Die verbleibenden Rückstände werden mit einem Schleifgerät entfernt.

Für die Entfernung sollte einige Zeit eingeplant werden, da sie sich oft sehr langwierig und aufwändig gestaltet. Zudem muss unbedingt auf den entsprechenden Schutz geachtet werden, denn der Putz staubt stark. Empfehlenswert sind die folgenden Maßnahmen:
  • Schutzbrille tragen
  • Staubmaske aufsetzen
  • Haare und Haut mit entsprechender Kleidung schützen
  • mit Staubsauger oder Absauganlage das Staubaufkommen gering halten
Elektroschaber, Schleifgerät und Absauganlagen müssen hierfür nicht gesondert angeschafft werden, sie lassen sich auch in vielen Baumärkten mieten.