Putzleisten werden als eine Art Rahmen an der Wand angebracht, innerhalb dessen das Verputzen leichter fällt. Der Putz zwischen den Leisten kann auf einfache Weise geglättet werden, sodass es auch Ungeübten möglich wird, eine Wand lotrecht zu verputzen. Unebenheiten können besser ausgeglichen und so auch auf schiefen Wänden gute Ergebnisse werden. Vor dem Anbringen der Leisten schrecken dennoch viele zurück.

Aufbau

Eine Schnellputzleiste ist eine lange, schmale Schiene mit einem mittigen Falz. Die Schiene ist rechts und links der Falz gelocht. Die Lochung dient der Anbringung an der Wand. Die Schienen können gerade oder
gewinkelt sein.

Arten

Die Leisten sind in verschiedenen Längen und Breiten sowie mit unterschiedlichen Falzhöhen erhältlich.
  • Breite: 21 oder 24 Millimeter
  • Länge: 1,50, 2,50, 2,60, 2,75 und 3,00 Meter
  • Höhe: 6, 10 und 12 Millimeter
Die verschiedenen Längen dienen der einfacheren Anpassung an die Wandhöhe. Generell ist es einfacher, einige längere Schienen anzubringen als viele kürzere. Die unterschiedlichen Höhen der Aufkantung bestimmen die Stärke des Putzes beziehungsweise sollten sie passend danach ausgewählt werden. In Innenräumen liegt der Standard bei zehn Millimetern. Abhängig von der Putz-Art kann die Stärke jedoch auch variieren.

Eine weitere Unterscheidung der Schnellputzschienen findet nach dem gewählten Material statt. Grundlegend finden sich verzinkte Leisten aus Metallblech und Leisten aus Edelstahl. Beide Varianten können nochmals pulverbeschichtet oder mit Kunststoff ummantelt sein. Die Arten dienen der Anpassung an den Einsatz im Innen- und Außenbereich sowie verschiedene Putz-Varianten.

Utensilien

Für die Anbringung der Schnellputzleisten und das Verputzen selbst werden die folgenden Utensilien benötigt:
  • Wasserwaage
  • Maurerlot
  • Zollstock
  • Aluminiumlatte zum Abziehen
  • Blechschere
  • Maurerkelle

Vorbereitung

Die Putzschienen werden senkrecht an der Wand ausgerichtet, daher müssen sie in der Länge an die Höhe der Wand angepasst werden. In der Regel müssen die Leisten dafür zugeschnitten werden. Nach dem Abmessen kann die überschüssige Länge mit einer Blechschere abgeschnitten werden. Alternativ kann auch ein Trennschleifer mit einer entsprechenden Metalltrennscheibe zum Einsatz kommen. Hierbei sollten aber Augen und Hände vor möglicherweise entstehenden Splittern geschützt werden. Zur Vorbereitung gehört es
zudem, dass die Wand trocken, sauber und frei von Rissen sowie staub ist.

Anbringen Schritt für Schritt

Putz auftragen verputzenObwohl viele vor der Verwendung von Putzleisten zurückschrecken, ist die Anbringung sehr einfach und kann in wenigen Schritte durchgeführt werden:

1. Für die Anbringung der Schnellputzleisten wird der Mörtel verwendet, der auch die Basis des Putzes bietet. Eine jeweils Walnuss- bis Ei-große Menge des Mörtels wird an den Stellen auf die Wand gesetzt, an der sich die Enden der Leiste befinden werden.

2. Die Leiste wird leicht in den Mörtel gedrückt. Die Aufkantung beziehungsweise Falz weist dabei von der Wand weg.

3. Die Leiste wird mit einer Wasserwaage und nach unten mit einem Maurerlot ausgerichtet. Bei einer ebenen Wand ist das vergleichsweise einfach. Bei Unebenheiten oder schiefen Wänden ist aufgrund des notwendigen Ausgleichens etwas Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt.

4. In regelmäßigen Abständen werden nun weitere Leisten an der Wand angebracht. Der Abstand zwischen ihnen sollte bei 1,0 bis 1,5 Metern liegen - abhängig von der Aluminiumlatte, mit der der Putz abgezogen wird.

5. Der Mörtel unter den Leisten sollte einen Tag trocknen und aushärten dürfen, bevor mit dem Verputzen begonnen wird.

Tipp: Bei sehr unebenen Wänden können zur Erleichterung zusätzlich Querleisten zwischen den senkrecht angebrachten Putzleisten eingesetzt werden. Auf diese Weise entstehen kleinere Felder, die einfacher glatt und plan abgezogen werden können. Dieses Vorgehen empfiehlt sich jedoch nicht, wenn die Schnellputzleisten im Anschluss wieder entfernt werden sollen.

Verputzen

Nachdem der Mörtel unter den Leisten getrocknet ist, kann mit dem Verputzen begonnen werden. Der Putz wird zwischen den Leisten auf die Wand gesetzt, mit einer Maurerkelle verteilt und grob geglättet. Die Höhe der Leistenfalz dient als Orientierung für die Stärke der Putzschicht. Anschließend wird eine Aluminiumleiste zum Abziehen des Putzes verwendet. Zu diesem Zweck wird sie so an die Wand gelegt, dass sie rechts und links jeweils Kontakt zur Falz der Schnellputzleiste hat.

Aufgrund dieses Rahmens wird es sehr viel einfacher, den Putz gleichmäßig zu verteilen und zu glätten. Zudem kann das Verputzen erheblich beschleunigt werden.

Entfernen

Wer die metallenen Leisten zwar als Hilfsmittel verwenden aber nicht an der Wand
belassen möchte, kann sich nach dem Verputzen entfernen. Die folgenden Schritte helfen dabei:

1. Für ein einfaches Entfernen der Putzschienen sollte sich der Mörtel nicht direkt an den Enden und nicht auf der gesamten Rückseite der Leisten befinden. Das Ablösen wird erleichtert, wenn die Schienen nur punktuell mit Mörtel befestigt sind und an den Enden zwischen Putzleiste und Wand noch ein Brecheisen oder Haken angesetzt werden kann.

2. Wenn der Putz leicht angetrocknet aber noch weich und formbar ist, werden die Leisten mit einem Brecheisen oder Haken vorsichtig von der Wand gehebelt. Abhängig von Putz-Art, Raumtemperatur und -feuchtigkeit kann der optimale Zustand bereits nach ein bis zwei Stunden erreicht sein. Zur Kontrolle kann direkt neben der Falz der Leiste der Putz mit dem Finger eingedrückt werden. Bietet er leichten Widerstand, gibt aber noch gut nach, können die Schienen entfernt werden.

3. Bei der Entfernung der Putzschienen wird zwangsläufig auch frischer Putz von der Wand entfernt und es entstehen Lücken. Diese müssen im Anschluss gefüllt und angeglichen werden. Der hiermit verbundene Aufwand sollte nicht unterschätzt werden. Besser als die Entfernung der Leisten ist es daher, Schienen auszuwählen, die in dem Putz verbleiben können.