Wenn sich beim Hausbau, der Gartengestaltung oder einem Poolbau Erdaushub sammelt, stellen sich viele die Frage nach dem Entsorgen und den möglichen Kosten. Alle Details darüber, sind im Folgenden zu erfahren.

Erdaushub Definition

Die Bezeichnung "Erdaushub" umfasst Bodenmassen aus Sand, Ton sowie Lehm- und Mutterboden. Ebenso zählen Grasböden dazu, wenn die Grasnarbe entfernt wurde. Besteht er aus Pflanzenresten, Steinen oder Wurzelwerken, handelt es sich im rechtlichen Sinne nicht um eine klassische Erdaushebung. Lediglich geringe Anteile genannter Materialien sind zugelassen und dementsprechend als erdiger Aushub zu entsorgen. Ein Bodenaushub, der mit chemischen Fremdstoffen vermengt ist, wie sie beispielsweise durch in größeren Mengen an abgefallenen Putzfarben oder Asbestlagerungen nach Sanierungs-/Renovierungsarbeiten in die Erde gelangen können, gelten als kontaminierter beziehungsweise Sondermüll.

TIPP: Haus- und Gartenbesitzer haften in vollem Umfang für die Erdbestimmung. Besteht das Wissen oder die Annahme, es könnten sich "verbotene" Fremdmaterialien darin befinden, ist mit einem Bodengutachten immer auf der sicheren Seite.

Annahme und Entsorgungsarten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Erdaushübe loszuwerden. Sind Unternehmen involviert und/oder die Bereitstellung von

Utensilien/Abtransportbehältnissen erforderlich, ist dies mit Kosten verbunden.

Loch gegraben - Erde entsorgen

Wertstoffhof / Deponien

An vielen Wertstoffhöfe/Deponien ist die Annahme von Erdaushüben möglich. Diese Entsorgungsart zählt zu den günstigsten Varianten, weil der Bodenaushub lediglich gelagert wird. Folgend die Kosten und weitere wissenswerte Details:

  • Preise für Annahme: zwischen drei und fünf Euro pro Tonne
  • Meist Annahme nur bis zu einem Kubikmeter Bodenaushub
  • Ein Kubikmeter Gewicht: je nach Feuchtigkeitsgrad zwischen 900 und 1.000 Kilogramm
  • Preis ohne Abholungs- und Transportkosten

Big Bag

Bei der Entsorgung von Erde bieten auch sogenannte Big Bags eine kostengünstige Lösung. Sie sind in verschiedenen Größen erhältlich und bestehen aus einem sehr strapazierfähigen Bio-Material. Folgend die wichtigsten Informationen dazu:

  • Erhältlich in gut sortierten Baumärkten, zahlreichen Recyclingunternehmen oder im Internet
  • Kaufpreis: je nach Größe und Anbieter zwischen 3 und 7 Euro
  • Maximales Fassungsvermögen: zwei Kubikmeter
  • Keine kostenlose Entsorgung über städtische Müllabfuhr
  • Kostenpflichtige Entsorgung über städtische oder
    private Unternehmen
  • Abholung in nahezu jeder größeren Stadt möglich
  • Abholungspreise: je nach Gewicht und Region zwischen 90 und 300 Euro

Container-Entsorgung

Wer sich für das Entsorgen mittels Container entscheidet, erhält die Möglichkeit zum Sammeln und "sauberen" Abholen durch den Anbieter.

  • Mögliche Containergrößen: 3, 5, 7 oder 10 Kubikmeter
  • Wahlweise Selbstbefüllung oder durch Containerdienst
  • Zusatzkosten für Fremdbefüllung pro 10 Kubikmeter: zwischen 200 und 250 Euro
  • Preise: etwa ab 100 Euro pro Kubikmeter (Preise variieren je nach Anbieter stark - Preisvergleich lohnt sich)
  • Vorteil: Standzeit zwischen einem Tag und 14 Tagen

LKW-Entsorgung

Fallen regelmäßig Massen an Erdaushub an, wie beispielsweise häufig beim Hausbau, kann der Abtransport und das Entsorgen durch eine Spedition/einen LKW sinnvoll sein, weil hiermit die größten Mengen abzutransportieren sind.

  • Fassungsvermögen: bis zu 26 Kubikmeter (Sattelkipper)
  • Kosten: bei Selbstfüllung zwischen 800 und 1.000 Euro
  • Gegebenenfalls zuzüglich Anmietung von Minibagger: zwischen 180 und 300 EUR
  • Kosten für Fremdbefüllung pro 10 Kubikmeter: zwischen 200 und 250 Euro
  • Zusätzliche Transportkosten für An- und Abfahrt zur Deponie: zwischen 180 und 250 Euro
  • Zusätzliche Deponie-Lagerkosten: zwischen 300 und 500 Euro
  • Nachteil: Sammlung des Erdaushubs - bei erreichtem Füllvermögen umfangreicher Platzbedarf

HINWEIS: Alle Preisangaben dienen der groben Orientierung und geben keine verbindlichen Preise wieder.

Kostenlose Entsorgung

Wer sich das Geld für das kostenpflichtige Entsorgen von Erdaushub sparen möchten, dem stehen kostenlose Methoden zur Auswahl:

Selbstverwertung

Die beste kostenlose Variante bietet die Selbstverwertung des Erdaushubs. Vor allem beim Hausbau wird nach Fertigstellung häufig Erde für den Garten benötigt. Aber

auch nach der Erdaushebung für einen Pool oder Gartenteich fällt vor allem Mutterboden an. Gerade dann, sollte über eine Weiterverwendung nachgedacht werden. Bis dahin kann der Bodenaushub an einer Stelle auf dem Grundstück gelagert werden, wo er nicht stört.

Erdaushub mit Baggerschaufel

Abnehmer finden

Wer selbst keine Verwendung für Erdaushübe hat, sollte für die kostenlose Variante nach Abnehmern suchen. Bis zu zehn Kubikmeter werden häufig gern angenommen. Insbesondere Mutterboden ist sehr gefragt. Die Transportkosten übernimmt dann der Abnehmer. Folgend mögliche Abnehmer und wie sie erreicht werden können:

  • Hausbauer beziehungsweise in Neubaugebieten nachfragen
  • Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen
  • Bekannte und Freunde ansprechen
  • Anzeigen in Verkaufsportalen schalten
  • Angebot in regionaler Zeitung aufgeben

HINWEIS: Erdaushübe sind kein Ackerboden und dürfen deshalb auch dort nicht "entsorgt" werden. Aus diesem Grund ist eine Annahme durch Landwirte meist nur in Ausnahmefällen möglich.

Aushub-Berechnung

Mit der Berechnung des Erdaushubs tun sich viele Hausbesitzer schwer. Nur weil Erde beispielsweise für einen 50 Kubikmeter großen Wassertank ausgehoben wurde, fallen nicht automatisch 50 Kubikmeter Bodenaushub an. Bei der Berechnung spielen neben Länge, Breite und Tiefe der Fläche auch der sogenannte Bewegungsraum eine Rolle. Im Folgenden einige Berechnungsbeispiele, um die Mengen mit den Kosten und Möglichkeiten der Entsorgung abzugleichen.

  • Versenkung von starren Hohlkörpern (beispielsweise Erdtanks oder Pools): doppelt so großer Bodenaushub, wovon 2/3 übrigbleiben
  • Kelleraushub: Beispiel Innengröße 10 x 10 Meter plus 2.50 Meter Fundamenttiefe - für Wandstärke, Dämmung und Drainage 2 Meter hinzurechnen = 12 x 12 x 2.5 ergibt einen Erdaushub von 364 Kubikmetern, der übrig bleibt