Ohne Wasser funktioniert heute kein Wohnhaus mehr. Dabei kommt es vor allem auf die richtigen Leitungsdurchmesser für die jeweilige Aufgabe der Leitung an. Diese Durchmesser sind heute üblich:

Frischwasser

Wichtig ist zunächst einmal, das frisches Wasser an die Stellen gelangt, an denen Sie es brauchen. Hierfür gibt es Frischwasserleitungen, die entweder nur kaltes Wasser transportieren, oder um eine zweite Leitung für warmes Wasser ergänzt werden. Unabhängig von der Temperatur sollen die Leitungsquerschnitte dabei so gewählt werden, dass einige grundlegende Effekte erzielt werden:

  • Bedarf an Frischwasser bereitstellen
  • Verweildauer des Wassers in der Leitung gegen Keimentwicklung möglichst reduzieren
  • Schwemmwirkung in der Leitung erhalten, um Ablagerungen und Zusetzen des Querschnitts zu vermeiden

Als Folge dieser Anforderungen geht es im Gegensatz zu landläufigen Haltungen nicht darum, immer eine möglichst große Frischwasserleitung einzubauen. Stattdessen sollte der Querschnitt so gewählt werden, dass einerseits das nötige Wasser an der Verbrauchsstelle vorhanden ist. Andererseits sollte die Dimension aber so

gering sein, dass der Wasserfluss Ablagerungen vermeidet und zugleich keine lange Standzeit in der Leitung zu erwarten ist.

HINWEIS: Vor allem bei warmem Wasser besteht die Gefahr, dass sich im Wasser so genannte Legionellen, als gefährliche Krankheitserreger, vermehren. Neben einer hohen Temperatur schützt vor allem ein häufiger Austausch des Wassers gegen den Befall. Dieser Austausch erfolgt über eine regelmäßige Entnahme des Wassers aus der Leitung.

Die Querschnitte

Welcher Leitungsquerschnitt nun für das Frischwasser ideal ist, lässt sich leider nicht pauschal festhalten. Je höher der Bedarf ist, umso größer sollte der Leitungsquerschnitt sein. Je länger die Leitung zum Verbraucher hin ist, um so dünner sollte sie dagegen sein, um lange in der Leitung stehendes Wasser zu vermeiden. Daher nimmt man hier in den meisten Fällen eine Berechnung der Leitungsquerschnitte vor. Die DIN1988-300, sowie die DIN EN 806-3 gibt in Abhängigkeit vom Wasservolumen und dem Leitungsquerschnitt maximale Leitungslängen vor, die eingebaut werden dürfen.

Wasserleitung Durchmesser - DN

Als überschlägige Anhaltspunkte können Sie allerdings diese Querschnitte als grobe Richtwerte für die Frischwasserleitungen heranziehen:

  • Hauptanschluss Hauswasser: DN32, im Neubau hin und wieder auch DN25
  • Hauptstrang zu den Geschossen: DN20 oder DN16
  • Nebenstränge zu den Endverbrauchern (Dusche, Waschbecken etc.) DN16 oder DN13
  • Untergeordnete Nebenleitungen (z.B. Gartenleitung) DN13 oder DN10

HINWEIS: "DN" bedeutet "diameter nominal" und gibt den nutzbaren Innendurchmesser der Leitungen in Millimetern an.

Abwasser

Entgegen dem Frischwasser führt das Abwasser neben Wasser auch unzählige andere Dinge mit:

  • Seife
  • Öle, Fette
  • Schmutz
  • Speisereste
  • Fäkalien

Daher kommt es bei den Schmutzwasserleitungen neben dem eigentlichen Wassertransport vor allem auch darauf an, die mitgeführten Stoffe sicher abzuleiten und gleichzeitig ein Zusetzen des Leitungsquerschnitts zu verhindern. Wichtig ist daher die so genannte Schwemmwirkung des Wassers innerhalb der Leitung. Das bedeutet, das Abwasser reißt Feststoffe mit, so dass diese nicht in der Leitung liegen bleiben. Ideal ist bei den üblichen Freispiegelleitungen nicht eine möglichst große Füllung innerhalb der Leitung. Stattdessen soll nur rund ein Drittel des Querschnitts vom Wasser belegt sein. Dann ist der Mitreißeffekt am größten und die Leitung bleibt dauerhaft frei und durchgängig. Deshalb orientieren sich übliche Querschnitte auch an der Art und Menge der angeschlossenen Verbraucher. Auch hier ist eine Berechnung erforderlich. Die gültige

Grundlage dafür ist die DIN1986. Im Einfamilienhaus ergeben sich in aller Regel folgende Durchmesser:

Anschlussleitungen

  • Waschbecken: DN30
  • Spülbecken, Spülmaschine, Waschmaschine, Dusche, Badewanne: DN50
  • Sammelleitungen der o.g. Objekte: DN70
  • WCs: DN100

Fallleitungen im Gebäude

  • Abwasser: DN100

Grundleitungen unter dem Gebäude:

  • Mindestens DN125

Regenwasser

Bei der Ableitung von Niederschlagswasser von Terrassen oder Dachflächen ist der nötige Leitungsquerschnitt vor allem von der angeschlossenen Fläche abhängig. Typisch sind Fallrohre mit DN70 oder DN100, die in Grundleitungen im Boden mit DN100 oder DN125 übergehen.

ACHTUNG: Einige Gemeinden schreiben für die Entwässerungsleitungen in ihrem Zuständigkeitsgebiet generell bestimmte Leitungsdurchmesser vor. Meist sind das Mindestquerschnitte mit DN125 oder sogar DN150. Dabei geht es dann vor allem darum, möglicherweise im Laufe der Zeit zuwachsende Leitungen immer noch ausreichend groß zu erhalten.

Sonstige Leitungsquerschnitte

graues Abwasserrohr mit Verjuengung

Natürlich gibt es in jedem Haus neben Wasser und Abwasser noch einige weitere Versorgungsmedien, die in Leitungen zur Verfügung gestellt werden. Dabei geht es vor allem um Gas und Strom, sowie eventuell um Öl vom eigenen Tank zur Heizung. Allerdings weisen diese Medien eine erhöhte Gefahr auf, so dass hier ausschließlich Fachleute tätig werden dürfen. Diese nehmen auch die Dimensionierung an Hand gängiger Vorschriften vor.