Das Kleine Fettblatt (bot. Bacopa monnieri) ist unter den geläufigeren Namen Brahmi oder Gedächtnispflanze bekannt und wird aufgrund ihrer Beständigkeit gern für Aquarien genutzt. Das Wegerichgewächs findet aber auch Verwendung als Heilkraut, denn es wirkt positiv auf das Gedächtnis des Menschen. Die kleine Pflanze benötigt kaum Pflege und ist daher selbst für Neulinge auf dem Gebiet der Zimmerpflanzen gut geeignet.

Standort

Der Standort des Kleinen Fettblatts sollte der asiatischen Herkunft entsprechen:
  • Lichtbedarf: sonnig bis halbschattig
  • helle Plätze ohne direkte Sonne werden toleriert
  • kürzere Zeiträume an schattigen Standorten werden toleriert
  • von April bis Oktober: Standort im Freien erwünscht
Beim Standort im Freien können Sie zum Beispiel Ihren Balkon oder die Terrasse nutzen. Es empfiehlt sich, die Pflanze nicht ungeschützt im Wind stehen zu lassen, da sie aufgrund ihrer geringen Größe sehr schnell umfallen kann. Dies könnte die Wurzeln beschädigen und
aus diesem Grund sollten Sie auf diesen Punkt während der Positionierung achten.

Substrat

In Bezug auf das Substrat stellt Bacopa monnieri keine besonderen Anforderungen. Hier kommt es ausschließlich auf die Nutzung der Pflanze an, denn das Kleine Fettblatt kann sich für zwei unterschiedliche Zwecke einsetzen lassen:
  • Zierpflanze: Blumenerde
  • Gewürzpflanze: Gemüse- oder Kräutererde
Wichtig ist hier vor allem, dass die ausgewählten Substrate eine gute Qualität aufweisen und sehr nährstoffreich sind.

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Brahmi - Bacopa monnieri - kleines FettblattAufgrund der großen Popularität im Bereich der Aquariumpflanzen finden sich zahlreiche Händler für das Kleine Fettblatt und auch Fachhändler führen das Wegerichgewächs. Aufgrund der Robustheit der Brahmi müssen Sie beim Kauf nur darauf achten, ob die Pflanze gesund wirkt und nicht vertrocknet ist. Weiterhin müssen Sie darauf achten, dass Sie nicht aus Versehen ein Exemplar des Indischen Wassernabels (bot. Centella asiatica), auch als Gotu Kola bekannt, kaufen. Diese werden von manchen Händlern unter dem gleichen Namen geführt.

Umtopfen

Das Umtopfen der Bacopa monnieri erweist sich als unproblematisch und ist nur nach zwei bis drei Jahren notwendig, da sich in dieser Zeit das Substrat verdichtet. Beim Umtopfen gehen Sie wie folgt vor:
  • bereiten Sie frisches Substrat vor
  • lösen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf
  • achten Sie hier vor allem auf die zahlreichen Wurzeln der Brahmi
  • spülen Sie den Wurzelballen gründlich ab
  • checken Sie die Wurzeln auf faulige Stellen und entfernen diese mit einem sauberen und scharfem Messer
  • reinigen Sie den Blumentopf und Untersetzer
  • füllen Sie die Erde zu zwei Dritteln auf und setzen Sie die Pflanze hinein
  • füllen Sie den Rest des Substrats hinein und drücken dieses immer wieder an, um Löcher zu vermeiden
  • anschließend ausreichend wässern
Tipp: Brahmi Pflanzen lassen sich äußerst gut in Hängeampeln kultivieren, da sich die Wurzeln aufgrund der höheren Luftzufuhr besser entwickeln können.

Pflege

Die Pflege der Brahmi gestaltet sich äußerst einfach, nur beim Gießen müssen Sie darauf achten, die richtigen Wassermengen zu verabreichen. Wenn Sie sich lange am Kleinen Fettblatt erfreuen wollen, müssen Feuchtigkeit, Nährstoffe und das passende Winterquartier stimmen, um die ostasiatische Schönheit mit den kleinen, weißen Blüten vor allem während Vegetationsphase die besten Voraussetzungen für einen starken Wuchs zu ermöglichen.

Gießen

Das Gießen der Brahmi ist der wichtigste Teil der Pflege, da sie äußerst durstig ist, was auf ihre Herkunft als Sumpfpflanze zurückzuführen ist:
  • regelmäßig gießen
  • Substrat sollte immer feucht sein
  • Staunässe wird toleriert, sollte aber nicht der Dauerzustand sein
  • im Winter nicht weniger gießen
  • Wasser kann im Untersetzer gesammelt werden
  • riecht das überschüssige Wasser abgestanden, sofort wegschütten
  • danach den Untersetzer reinigen

Düngen

Brahmi - Bacopa monnieri - kleines FettblattBeim Düngen gestaltet sich die Brahmi äußerst unkompliziert und verlangt keine speziellen Mischungen. Verwenden Sie hierfür organische Universal-Flüssigdünger, die sie in zahlreichen Gartencentern und Baumärkten erhalten. Vor allem qualitativ hochwertige Bio-Dünger wie die Produkte von Neudorff, Naturen und Dehner sind hier zu empfehlen. Gedüngt wird von Anfang April bis Ende September einmal im Monat. Achten Sie bei der Dosierung auf die Herstellerangaben und verabreichen Sie das Düngemittel am besten über das Gießwasser. Düngen Sie nicht innerhalb des ersten Jahres, nachdem Sie ein Exemplar gekauft oder umgetopft haben.

Schneiden

Bacopa monnieri benötigt keinen Rückschnitt, da die Gedächtnispflanze eine endgültige Höhe von zehn bis 15 Zentimetern erreicht und bei ausreichend Feuchtigkeit und Wärme immergrün bleibt. Dennoch kann es vorkommen, dass über die Winterzeit  einige Triebe oder Blätter verwelken, was die Gesundheit der Pflanze einschränken könnte. Die befallenen Triebe sollten Sie einfach mit einem scharfen, sauberen Messer oder einer Schere abschneiden und im Hausmüll entsorgen.

Tipp: Sie können die Brahmi Pflanze von März bis November abernten und die Blätter für Tees oder in Salaten verwenden. Die Ernte erhält die Vitalität des Kleinen Fettblatts, wirkt als Schnittersatz und sorgt dafür, dass sie immer wieder einen Wachstumsschub erhält.

Überwintern

Das Winterquartier der Brahmi Pflanze ist äußerst wichtig, denn sie verträgt weder Frost noch Kälte. Da sie aus den ostasiatischen Sumpfgebieten stammt, ist sie die Winter in Mitteleuropa nicht gewohnt und benötigt aus diesem Grund eine Überwinterung mit einer
Mindesttemperatur von 5°C. Eine normale Zimmertemperatur, etwa 19°C ist empfohlen, wird aber nicht benötigt, solange die Pflanze nicht im kalten Windzug steht. Sie hält trotz ihres Wasserbedarfs die typische niedrige Luftfeuchtigkeit aus, doch ist eine hohe Luftfeuchtigkeit ideal. Bezogen wird das Winterquartier vor den ersten, nächtlichen Frösten im Herbst. Vorteilhafte Standorte für die Überwinterung:
  • Badezimmer
  • beheizte Wintergärten mit viel Licht
  • Süd- oder Westfenster mit Heizung unter der Fensterbank
  • im Aquarium bei einer Temperatur um die 30°C
Falls Sie über ein Aquarium verfügen, lohnt sich eine Überwinterung im Wasser problemlos. Schon seit Jahren wird die Pflanze für Aquarien benutzt und kann sogar nach dem Winter wieder aus dem Wasser in einen Topf mit feuchtem Substrat gesetzt werden. Sie erhält auf diese Weise sogar einen Energieschub, da die Wurzeln die richtige Menge an Feuchtigkeit erhalten, ohne vom Substrat "erdrückt" zu werden.

Stecklingsvermehrung

Das kleine Fettblatt lässt sich äußerst gut über Stecklinge vermehren. Da es kaum Saatgut der Pflanze im Handel zu kaufen gibt, bietet sich diese Methode effektiv zur Vermehrung an. Die Stecklingsvermehrung gelingt wie folgt:

1. Die Stecklinge sollten frisch und gesund sein. Suchen Sie nach Trieben, die mindestens zwei, drei wären ideal, Blattpaare haben. Entfernen Sie diese mit einer scharfen, sauberen Schere oder einem kleinen Messer.

2. Bereiten Sie entweder einen Blumentopf, der mit dem gleichen Substrat der adulten Exemplare gefüllt ist, oder ein Wasserglas vor. Platzieren Sie den Steckling in das gewählte Gefäß. Falls Sie sich für den Blumentopf entscheiden, sollte die Erde besonders feucht gehalten werden, das regt die Wurzelbildung an.

3. Über die nächsten Wochen bilden sich Wurzeln und der Steckling wird zu einer Jungpflanze heranreifen. Sobald Sie erste Wurzeln am Steckling im Wasserglas entdecken, sollten Sie diesen anschließend umtopfen.

4. Danach fahren Sie wie gewohnt mit der Pflege fort.

Vermehrung über Saatgut

Brahmi - Bacopa monnieri - kleines FettblattFalls Sie es schaffen, Saatgut der Brahmi zu erhalten, können Sie diese natürlich auch selbst ziehen. Diese gibt es entweder bei spezialisierten Fachhändlern für asiatische Pflanzen oder Bio-Läden, die diese manchmal anbieten. Sie müssen also Ausschau nach den Pflänzchen halten. Bei der Saatgut-Vermehrung von Bacopa monnieri gehen Sie wie folgt vor:

1. Der beste Zeitpunkt für die Aussaat ist der Frühling, Ende März bis Mitte April. Gezogen werden die Keimlinge in einem Zimmer- oder Mini-Treibhaus, da die Samen eine Temperatur von 25°C bis 28°C und ausreichend Licht benötigen

2. Die Anzuchterde sollte folgendermaßen beschaffen sein:
  • nährstoffarm
  • enthält hohe Anteile an Torf, da Sumpfpflanze
  • organisches Substrat
Füllen Sie die Erde in ein Anzuchtgefäß und stecken Sie die Samen einen halben Zentimeter in den Boden. Bedecken Sie diese nicht, da es sich um Lichtkeimer handelt. Feuchten Sie die Erde ausgiebig an.

3. Innerhalb von zwei Wochen werden sich die Keimlinge ausbilden, die während der gesamten Zeit ausreichend befeuchtet werden sollten. Staunässe sollten sie aber nicht erdulden müssen. Platzieren Sie das Anzuchtgefäß nun auf einem Brett, das auf einem Heizkörper liegt oder einem Fensterbrett, das sich über solch einem befindet. Das regt die Wurzelbildung an.

4. Nach wenigen Wochen können Sie die Keimlinge in separate Töpfe umziehen lassen. Dafür verwenden Sie das gleiche Substrat wie für die adulten Exemplare. Da keine Pflanzung ins Freiland für die Brahmi möglich ist, müssen Sie diese nicht mehr aus den Töpfen lösen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Brahmi ist äußerst beständig gegenüber einer Vielzahl von Krankheiten und Schädlingen. In ihrer Heimat in Ostasien leiden wilde Exemplare häufig unter Insektenfraß, vor allem durch Heuschrecken, was in Deutschland jedoch kein Problem darstellt.