Basilikum gehört zu den Kräutern, die uns in der Küche am liebsten sind. Möglichst frisch und aromatisch duftend. Deswegen wird dieses Kraut gern im Garten ausgesät oder in Töpfen auf der Fensterbank gehalten. Irgendwann im Sommer treiben keine neuen Blätter mehr aus. Die ganze Kraft geht dann in die Blütenbildung. Das hat auch Auswirkungen auf die Würzkraft der Blätter.

Jährliche Blütezeit

Basilikumpflanzen können je nach Sorte sowohl einjährig als auch mehrjährig kultiviert werden. In hiesigen Breitengraden ist das Überleben des Winters jedoch nur in frostfreien Räumen möglich. Im

Frühjahr kann das Wachstum wieder an Fahrt aufnehmen. Alljährlich strebt die Pflanze auch der Blüte entgegen. Die Samenbildung sorgt schließlich für die Erhaltung der Art.
  • etwa im Juli ist es soweit
  • die ersten Blütenknospen treiben aus
  • jeweils an den Spitzen der Stängel
  • das verbraucht sämtliche Kraftreserven der Pflanze
  • sie bildet deswegen keine neuen Blätter mehr

Doch auch wenn das Kraut jetzt nur blüht, sind noch genügend grüne Blätter an den Trieben dran. Sind sie immer noch eine Bereicherung für unsere Speisen? Oder ist es mit der ersten Blüte vorbei mit der Ernte?

Das Aroma lässt nach

Wenn Sie während oder nach der Blüte die grünen Blätter des Basilikums ernten, werden Sie eine deutliche Geschmacksveränderung feststellen. Sie sind gar nicht mehr so intensiv mit Aromastoffen beladen, wie wir es von ihnen gewohnt sind. Das kann enttäuschend sein. Auch macht sich ein bitterer Geschmack breit. Doch gesundheitsschädlich oder gar giftig, wie gelegentlich behauptet wird, sind die Blätter keinesfalls. Sie bleiben weiterhin essbar.

  • Aromaintensität lässt nach
  • dennoch ist der typische Geschmack noch spürbar
  • zusätzlich entfalten sich mehr Bitterstoffe
  • Blätter sind deshalb für Rohverzehr weniger geeignet
  • sie verlieren beim Kochen jedoch die bittere Note

Basilikum kurz vor der BlüteDas Nachlassen des Geschmacks ist unausweichlich, denn die ganze Energie der Pflanze konzentriert sich auf die Blütenbildung. Derweil wird die Aromabildung vernachlässigt.

Blüte verhindern

Es ist nicht unmöglich, die typische Würzkraft der Blätter über den Juli hinaus zu erhalten. Dafür reicht es jedoch nicht aus, die

bereits blühenden Spitzen abzuschneiden. Schon das Erblühen muss konsequent verhindert werden. Doch die meisten Köche zupfen bei Bedarf einzelne Blätter von den Stängeln ab. Diese Vorgehensweise ist nicht empfehlenswert. Über kurz oder lang werden sich an den verbleibenden Triebspitzen die Blütenknospen zeigen. Wenn von den Stängeln zu viele Blätter abgezupft werden, haben sie sogar zu wenig Kraft zum Weiterleben und sie gehen ganz ein. Viel sinnvoller ist es, das Kraut wie folgt zu ernten:
  • durch die Entfernung der Spitze die Blüte verhindern
  • daher ganze Triebe schneiden
  • das abgeschnittene Stück sollte mind. 5 cm lang sein
  • jedoch einen Rest mit mindestens einem Blattpaar belassen
  • aus den Blattachseln treibt Basilikum neu aus
  • diese Art des Erntens fördert eine buschige Form
  • die Erntemenge wird gesteigert
  • die Erntezeit wird bis zum Frost ausgedehnt

Tipp: Sollte sich das Basilikum so gut entwickeln, dass Sie nicht alle Triebe zeitnah verbrauchen können, sollten Sie sie dennoch vor der Blüte ernten. Sie müssen das Abgeschnittene nicht wegschmeißen. Dieses Küchenkraut lässt sich gut einfrieren.

Blüten kulinarisch nutzen

Wenn das Basilikum blüht, müssen die kleinen Blümchen nicht zwingend und ausschließlich als ein Störfaktor betrachtet werden. Sie sind essbar. Deswegen kann auch aus ihnen etwas Schmackhaftes gezaubert werden. Getrocknete Basilikumblüten ergeben einen köstlichen Tee. Beliebt ist auch der Basilikumessig. Er wird wie folgt hergestellt:

  • etwa eine Handvoll Blüten ernten
  • zusätzlich etwa 12-15 Blätter pflücken
  • in 200 ml Weißweinessig geben
  • einen Monat darin ziehen lassen
  • danach Basilikumteile abseihen und entsorgen
  • der Essig kann für Salatdressings verwendet werden
  • oder zum Würzen von anderen Speisen

Basilikumblüten als Insektennahrung

BasilikumblüteBei einem Basilikum, das schon voll blüht, kann der Aromaverlust der Blätter nicht mehr gestoppt werden. Das Schneiden der Blüten lohnt jetzt nicht mehr, außer sie werden in der Küche verwendet. Lassen Sie sie ansonsten einfach stehen. Blühendes Basilikum im Garten ist ein Insektenmagnet und allein aus diesem Grund zu begrüßen. Wenn Sie im Frühjahr mehrere Exemplare ausgesät haben,

dann können Sie ohne Ernteeinbußen zweiglasig fahren. Während Sie bei einigen Pflanzen alle Blütenansätze unterbinden, dürfen andere Exemplare ihre weißen oder je nach Art auch andersfarbigen Blütenwerke behalten und so Bienen und Co. als Nahrung dienen.

Tipp: Sollten Sie jedoch keine Selbstaussaat wünschen, müssen Sie die verblühten Blütenreste rechtzeitig vor der Samenbildung abschneiden.

Samen sammeln

Basilikum überlebt hiesige Winter nicht, wenn es draußen im Beet verbleibt. Deswegen wird es jedes Jahr neu ausgesät oder als junges Pflänzchen gekauft. Doch weder Samen noch junge Pflanzen müssen im Handel für Geld besorgt werden. Wenn Sie ein paar Triebe wachsen lassen, ohne sie zu kappen, werden sich aus den folgenden Blüten reife Samen entwickeln.

  • erst die trockenen Blütenstände schneiden
  • über eine Schüssel zerreiben
  • Samen aussieben, Pflanzenreste entfernen
  • bis zum Frühjahr dunkel, kühl und trocken lagern

Aus den so gewonnen Samen können Sie im Frühjahr kostenlos neue Pflanzen gewinnen. Sie können aber auch auf die Samenernte verzichten und stattdessen auf eine Selbstaussaat hoffen. Meist wird es dazu kommen.