In zahlreichen Haushalten wird Basilikum im Topf gehalten. Häufig werden die Pflanzen beim Einkauf mitgenommen und anschließend komplett verbraucht oder gehen aufgrund fehlender Pflegemaßnahmen ein. Dabei gestaltet es sich recht einfach, das Königskraut selbst in kleineren Gefäßen zu kultivieren. Stimmt zudem der Standort, lässt sich ein Exemplar sogar über mehrere Jahre erhalten und dauerhaft in der Küche oder anderweitig verwenden.

Steckbrief

  • Gattung: Basilikum (Ocimum)
  • Familie: Lippenblütler (Lamiaceae)
  • Trivialnamen: Königskraut, Basilie, Basilienkraut
  • aufrecht wachsendes Kraut, je nach Haltung einjährig oder ausdauernd
  • Wuchshöhe: 20 - 60 cm
  • Blätter: längliche Blätter mit gezähnten oder glatten Rändern, je nach Art unterschiedlich gefärbt
  • Blüte: zygomorphe Scheinquirlen in jährigen Blütenständen, je nach Art unterschiedlich gefärbt, meist weiß
  • Blütezeit: Anfang Juni bis Mitte September
  • Herkunft: nordwestliches Indien (nicht sicher bestätigt)
  • wird aufgrund der Inhaltsstoffe als Küchenkraut verwendet

Vorgezogene Topfpflanzen kaufen

Die notwendigen Pflegemaßnahmen bei der Haltung des Königskrauts gestalten sich deutlich schwieriger, wenn Sie ein geschwächtes Exemplar erworben haben. Typischerweise wird das Gewürz im Supermarkt gekauft. Diese Exemplare werden aber ausschließlich für den schnellen Verbrauch gezüchtet. Falls Sie länger Freude an Ihrer Basilia haben wollen, sollten Sie falls möglich

Pflanzen in einer Gärtnerei oder dem Fachhandel erwerben. Ebenso gut geeignet sind Wochenmärkten. Achten Sie auf die folgenden Punkte bei der Auswahl:
  • vertrocknetes Substrat
  • Stängel und Blätter hellgrün
  • schwaches Aroma
  • Schädlingsbefall
  • Blattverfärbungen
  • Fäulnisgeruch

BasilikumFalls es sich ausschließlich um ein trockenes Substrat, schwache Aromen oder hellgrünes Pflanzenmaterial handelt, können Sie die Pflanze ruhig erwerben und wieder aufpeppen. Es stehen sieben Arten und Unterarten zur Auswahl zur Verfügung:

  • Basilikum (bot. Ocimum basilicum)
  • Buschbasilikum (bot. Ocimum minimum)
  • Tulsi (bot. Ocimum sanctum)
  • Horapa (bot. Ocimum basilicum var. thyrsiflora)
  • Zitronenbasilikum (bot. Ocimum citriodorum)
  • Baum-Basilikum (bot. Ocimum gratissimum)
  • Afrikanischer Basilikum (bot. Ocimum kilimandscharicum)

Lassen Sie sich ruhig Zeit bei der Auswahl, denn jede der Arten verfügt über andere Eigenschaften und Aroma. So begeistert der Zitronenbasilikum mit einem frischen Zitrusaroma, während der Horapa an Anis oder Lakritze erinnert.

Standort

Ein wichtiger Punkt für die erfolgreiche Kultivierung von Basilia im Topf ist der Standort. Da es sich beim Basilicum um eine Gattung aus den Tropen handelt, ist es wichtig, den Standort an die Anforderungen des Krauts anzupassen. Nur so werden ein guter Wuchs und eine starke Aromaentwicklung ermöglicht. Die folgenden Eigenschaften sollte das Plätzchen für das Königskraut unabhängig von jeder Art haben:

  • Lichtbedarf: sonnig
  • Halbschatten über kurze Zeiträume toleriert
  • warm
  • Minimaltemperatur: 12°C
  • geschützt

Wichtig bei der Haltung ist es, die Pflanze nicht dauernd hinter dem Glas stehen zu lassen. Basilia mag einen Platz an der frischen Luft und genießt vor allem den Sommer im Freien. Wenn Sie das ermöglichen können, werden Sie sich über eine reiche Ernte und wohlriechende Kräuter auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten freuen. Falls Sie Ihre Pflanze gerade erst gekauft und umgetopft haben, sollten Sie diese über die erste Woche nicht zu viel in die Sonne stellen, sondern langsam an diese gewöhnen. Dadurch verhindern Sie das Austrocknen der Blätter, ebenso wie einen möglichen Sonnenbrand. Die Pflanze muss sich erst auf die erhöhte Lichtmenge einstellen.

Substrat

Nicht nur der Standort ist essentiell für die Haltung und Kultivierung von Basilikum im Topf. Um den Lippenblütler mit ausreichend Feuchtigkeit, Nährstoffen und einem guten Stand zu versorgen, ist das Substrat ebenso wichtig. Das Gewürzkraut benötigt eine spezielle Substratzusammensetzung, um sich in diesem etablieren zu können, wodurch die Vitalität steigt und das Überwintern leichter fällt. Gestalten Sie das Substrat wie folgt:

  • locker
  • durchlässig
  • nährstoffreich
  • humos
  • pH-Wert: 6,5 - 7,2
  • von hochwertiger Qualität

Wie Sie erkennen können, muss Basilikum in Erde gepflanzt werden, die vor allem gegen Staunässe schützt, da die Pflanze sehr empfindlich auf diese reagiert. Gut geeignet für eine ideale Struktur und Versorgung ist eine Kombination aus humoser Kräutererde, die Sie mit ausreichend Kompost anreichern. Kräutererde hat den Vorteil, dass sie nicht zu fest ist und daher für einen effektiven Sitz und gute Durchlässigkeit sorgt. Genau das wünscht sich das Basilikum.

Umtopfen

Wie oben bereits erwähnt ist das Umtopfen ein wichtiger Schritt bei der Pflege des Basilikums und ist nicht nur bei neu erworbenen Exemplaren notwendig. Während das Umtopfen nach dem Kauf sofort erfolgen sollte, ist es wichtig, dass Sie die Pflanze immer dann in einen größeren Topf setzen, wenn der alte zu klein ist. Ebenfalls sollte das der Fall bei verdichtetem oder zu altem Substrat sein, das Probleme hat, Nährstoffe zu speichern. Falls Sie im Frühling umtopfen wollen, sollten Sie das im Mai tun. Wichtig hierfür ist ein neues Pflanzgefäß, das größer wie das alte ist und über Drainagelöcher verfügt. Gehen Sie beim Umzug der Pflanze in frisches Substrat wie folgt vor:

  • Drainage anlegen
  • Drainagematerial: Kies
  • ein wenig Substrat einfüllen
  • Basilia aus alter Erde lösen
  • Erde vorsichtig abschütteln
  • Wurzel überprüfen
  • vertrocknete, abgestorbene oder verfaulte Wurzeln entfernen
  • vorsichtig in neuen Topf
    setzen
  • mit Substrat auffüllen
  • sanft andrücken
  • gut anfeuchten

Basilikum im TopfFalls Sie eine sehr große Pflanze besitzen, sollten Sie diese am besten teilen. Mehr als zehn Hauptstängel in einem Gefäß sind aufgrund des Platzmangels nicht zu empfehlen, außer Sie haben viel Platz im Kübel zur Verfügung. Wenn Sie das Gewächs teilen, benötigen Sie nicht unbedingt größere Töpfe, nur frisches Substrat.

Pflege

Ein großer Vorteil an der Kultivierung des Königskrauts ist die überschaubare Pflege. Zwar ist sie recht pflegebedürftig, da es sich um eine Tropenpflanze handelt, doch stellt sich einmal der Rhythmus ein, gestaltet sich die Pflege deutlich einfacher. Besonders viel Acht müssen Sie auf die Wasserzugaben und die Überwinterung geben. Wird das Gewächs nicht so gepflegt wie notwendig, leidet das Königskraut schnell unter Krankheiten und Schädlingen. Diese lassen sich aber ebenfalls bekämpfen.

Gießen

Basilikum ist eine Tropenpflanze und stark abhängig von ausreichend Feuchtigkeit. Aus diesem Grund müssen Sie diese regelmäßig wässern, um die Versorgung mit Feuchtigkeit zu garantieren. Nebenbei müssen Sie darauf achten, die Pflanze nicht ertrinken zu lassen. Staunässe führt beim Basilikum schnell zu einer Vielzahl von Problem, vor allem im Topf. Die folgenden Punkte werden Ihnen beim Gießen behilflich sein:

  • bei viel Sonne häufiger gießen
  • gießen bei angetrockneter Substratoberfläche
  • Fingerprobe nutzen
  • geringe Mengen Wasser verabreichen

Niemals sollte das Wasser im Untersetzer stehen bleiben. Schütten Sie dieses am besten nach wenigen Minuten ab, damit sich die Feuchtigkeit nicht zu stark sammelt und es am Ende zu verfaulten Wurzeln kommt, die die ganze Pflanze hinraffen können. Zum Bewässern verwenden Sie am besten kalkarmes Wasser, da Basilikum nur geringe Mengen an Kalk aushält. Gut geeignet sind dafür:

  • abgestandenes Leitungswasser
  • Filterwasser
  • Regenwasser

Wenn Sie gießen, sollten Sie niemals direkt auf das Königskraut gießen. Das erhöht die Gefahr auf Pilzerkrankungen und bei starkem Sonnenschein für Verbrennungen des Laubs. Es wird ausschließlich das Substrat gegossen, damit diese Gefahr eingedämmt werden kann.

Hinweis: Stellen Sie Ihren Basilikumtopf niemals in den Regen. Das führt in den meisten Fällen zu Staunässe und kann die Pflanze stark beschädigen, was einen Regenschutz im Sommer sehr wichtig macht.

Düngen

Wie viele andere Gewächse aus den tropischen Gebieten der Erde ist es beim Königskraut wichtig, diese mit dem richtigen Düngemittel zu den notwendigen Zeiten mit Nährstoffen zu versorgen. Damit das Basilikum sein intensives Aroma ausbilden und gleichzeitig die Vitalität erhalten kann, ist eine regelmäßige Düngung über das gesamte Jahr notwendig. Selbst im Winter wird gedüngt, da das Gewächs nicht wirklich eine Winterpause einlegt, vor allem nicht wenn Sie es abernten. Das Düngen gelingt wie folgt:

  • Häufigkeit: 2 - 4 Wochen
  • hochwertigen Kräuterflüssigdünger nutzen
  • über Gießwasser verabreichen
  • idealerweise morgens düngen

Der Flüssigdünger eignet sich deutlich besser zum Düngen, da dieser leichter mit dem Gießwasser verabreicht werden kann und sich schneller im Substrat verteilt. Düngen sollten Sie am Morgen, damit die Mittagssonne nicht den Dünger in das Substrat regelrecht einbrennen lässt. Wenn Sie düngen, wird der Dünger wie das Gießwasser nicht über die Blätter gegeben.

Hinweis: Wenn Sie Ihre Ocimum-Exemplare regelmäßig abernten und über einen Zeitraum von mehreren Jahren kultivieren wollen, sollten Sie ausschließlich mit Produkten auf biologischer Basis düngen. Das verhindert die Einnahme von Chemikalien, die sich negativ auf Ihre Gesundheit auswirken könnten.

Schneiden

Neben der Düngung und dem Gießen ist der Schnitt des Basilikums ein weiterer essentieller Pflegeschritt. Dabei kommt es vor allem darauf an, das Basilikum an der Blütenbildung zu hindern, da das Aroma der Blätter sonst spürbar abnimmt. Während der Blüte nehmen sie sogar ein stark bitteres Aroma an. Geschnitten wird je nach Belieben das gesamte Jahr über, verstärkt über den Sommer. Schneiden Sie ausschließlich die Triebspitzen ab und niemals in den verholzten Teil des mehrjährigen Basilikums. Lassen Sie an jedem Trieb immer das unterste Blattpaar stehen, um den Neuaustrieb zu fördern. So halten Sie das Basilikum zudem in Schach, wenn dieser Ihnen zu schnell wächst.

Tipp: Falls Sie das Basilikum im Garten als Insektenweide nutzen wollen, sparen Sie sich den Schnitt im Frühjahr und warten die Blüte ab. Kurz vor Ende der Blüte schneiden Sie das Königskraut einfach und verwenden die Blüten zur Herstellung von Essig oder als Bestandteil eines Salats, da sie essbar sind.

Überwintern

Das Überwintern schützt Ocimum vor den niedrigen Temperaturen, die in Mitteleuropa über den Winter herrschen. Gehen Sie wie folgt vor:

  • bei unter 15°C nach innen befördern
  • Winterquartier-Temperatur: 15°C - 20°C
  • hell
  • geschützt vor Zugluft
  • nicht über Heizkörpern platzieren

Ganz wichtig über diesen Zeitraum ist eine ausreichende Luftfeuchtigkeit, da das Königskraut sonst unter der Trockenheit leidet. Nutzen Sie hierfür eine Sprühflasche oder einen automatischen Luftbefeuchter. Falls Sie Probleme mit ausreichend Licht haben, nutzen Sie am besten Pflanzenlampen, bis der Frühling eingezogen ist.

Vermehren

Ja, Basilikumpflanzen lassen sich neben der Teilung noch durch eine Aussaat oder Stecklinge vermehren. Falls Sie eine Aussaat vorhaben, müssen Sie die Pflanze entweder blühen lassen oder Saatgut erwerben:

  • Zeitpunkt der Aussaat: April
  • Substrat: 2 Teile Anzuchterde, 1 Teil Sand
  • anfeuchten
  • in Anzuchtgefäß füllen
  • max. zwölf Samen pro Gefäß
  • auf Erde platzieren
  • leicht
    andrücken
  • Anzuchtgefäß abdecken
  • dafür Klarsichtfolie verwenden
  • alternativ Minigewächshaus
  • Temperatur: 20°C - 25°C
  • Standort: hell
  • täglich lüften
  • Substrat feucht halten
  • Samen keimen recht schnell

BasilikumDie Keimlinge werden anschließend selektiert und in eigene Töpfe mit passendem Substrat gesetzt. Die Stecklinge dagegen können Sie das gesamte Jahr über zur Vermehrung nutzen. Diese sollten zehn Zentimeter groß sein über ein bis zwei Blattpaare verfügen. Nach zwei bis drei Wochen im Wasserglas sollten sich Wurzeln ausgebildet haben, was das Pflanzen in einen Topf (maximal zehn Stecklinge pro Gefäß) ermöglicht.

Schädlinge und Krankheiten

Basilikum ist trotz seiner Herkunft recht resistent, kann aber schnell an Pilz- oder Virenerkrankungen leiden. Falls das Kraut an einer der folgenden Pilzerkrankungen leidet, müssen Sie die betroffenen Pflanzenteile sofort entfernen und im Restmüll entsorgen. Chemische Mittel sind nicht anwendbar, da Ocimum für den Verzehr genutzt wird.

Stängelgrundfäule

Entsteht durch Staunässe und kann die gesamte Pflanze vernichten, da die Wurzeln verfaulen und ein unangenehmer Geruch vernehmbar ist. Die Stängel können ebenfalls eine andere Farbe annehmen. Leider müssen Sie in diesem Fall die gesamte Pflanze vernichten, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreitet.

Blattfleckenkrankheit

Flecken in gelb oder braunrot entstehen durch Feuchtigkeit auf den Blättern. Das Basilikum erholt sich schnell davon, wenn die Blätter entfernt werden. Die einzelnen Flecken können ineinander verlaufen, was die Pflanze sehr schwächt.

Luzernemosaikvirus

Wenn Sie vergilbte Blätter und Flecken im Muster eines Mosaiks erkennen, handelt es sich um diese Virusinfektion. Ebenso sind Blattläuse zu erkennen und Blätter mit Deformationen oder Stauchungen. Falls der Befall stark ist, das gesamte Kraut vernichten. Ansonsten Blattläuse bekämpfen und befallene Stellen entfernen.

Fusarium-Welke

Diese schlimme Pilzerkrankung mit tödlichem Ausgang für die Pflanze ist am Vergilben der Blätter, hauptsächlich der älteren, erkennbar. Zudem schwächelt die Pflanze stark. Mit der Zeit geht das Kraut einfach ein und es gibt keine Gegenmaßnahme.

Bei der Haltung im Garten sind zudem Schädlingsbefälle zu verzeichnen. Dazu gehören vor allem Schnecken und die Raupen der Ampfer-Rindeneule (Acronicta rumicis), die sich gerne an den Blättern vergnügen. Schnecken können Sie durch einen Schneckenschutz fernhalten, während die Nachtfalterraupen abgesammelt und befallene Teile entsorgt werden.

Tipp: Keine Sorge, ein verholzter Stängel ist kein Anzeichen für eine Krankheit oder einen Befall durch Schädlinge, wenn die Blatt- und Stängelfarbe erhalten bleibt. Bei allen Basilikumarten handelt es sich um verholzende Pflanzen, die mit Jahren guter Pflege sehr robust wachsen und somit stellt die Verholzung einen positiven Aspekt dar, wenn es dem Gewächs im Topf gut geht.