Die Eberraute trägt die botanische Bezeichnung Artemisia abrotanum und gehört zur Familie der Korbblütler. Umgangssprachlich wird das Gewächs auch als Colakraut bezeichnet und ist eng mit Beifuß, Estragon und Wermut verwandt. Schon seit der Antike ist der Colastrauch als beliebtes Würz- und Duftkraut bekannt. Mit der richtigen Pflege und den passenden Standortbedingungen lässt sich die wärmeliebende Pflanze auch hierzulande erfolgreich anbauen.

Aussaat & Pflanzen

Das Colakraut lässt sich einfach aussähen, dieser Prozess gelingt normalerweise sehr zuverlässig. Jedoch lassen sich nicht immer Samen von hierzulande wachsenden Exemplaren ernten, da die meisten oft im hiesigen Klima nicht blühen. Wer in hohen Berglagen lebt, der sollte Jungpflanzen zuerst drinnen vorziehen und erst im späten Frühjahr aussetzen. Der Colastrauch eignet sich in Einzelstellung, als Gruppenpflanzung und für die Kultivierung in Pflanzgefäßen. Allerdings ist stets auf einen ausreichenden Abstand beim Pflanzen zu achten, da das Gewächs zum Wuchern neigt. Ansonsten fühlen sich schnell die Nachbarpflanzen bedroht. Allerdings profitieren viele Nutz- und Zierpflanzen von der Eberraute, da sie ätherische Öle ausbildet, die unwillkommene Fressfeinde auf Abstand halten. Jedoch sollte Artemisia abrotanum nicht zu nah bei anderen Heilpflanzen wachsen. Ihre Blätter

enthalten wachstumshemmende Substanzen, welche auf benachbarte Heilpflanzen übergehen können.
  • Aussaat im April durchführen
  • Colakraut ist Lichtkeimer
  • Samen nur lose auf den Erdboden streuen
  • Dann vorsichtig andrücken und nicht bedecken
  • Im Anschluss Erde leicht feucht halten
  • Pflanzung von vorgezogenen Exemplaren erfolgt im Frühjahr
  • In kälteren Regionen erst nach den Eisheiligen ausführen
  • Pflanzabstand von mindestens 50 cm einhalten
  • Colastrauch erreicht Größe von bis zu 1,50 m
  • Wuchert ebenfalls extrem in die Breite

Standort & Pflanzsubstrat

Colakraut - Eberraute - KolakrautIhre ursprüngliche Heimat hat die Eberraute in Vorderasien, deshalb ist sie warme und oft sogar sehr heiße Standortbedingungen gewöhnt. Aus diesem Grund fühlt sich das Colakraut nicht an schattigen und kühlen Plätzen wohl, es verträgt ebenfalls keine zu feuchten und verdichteten Böden. In diesem Fall ist das Substrat aufzulockern und zu verbessern, entweder mit Bims, Kies, Sand, Steinen oder Zeolith. An einem zu dunklen Platz kommt es oft zu keiner Blüte, genauso wie nach einem nasskalten Frühling und Sommer. Die Pflanze braucht viel Sonne, um im Sommer schöne Blüten auszutreiben. Wichtig ist auch ein ausreichendes Platzangebot zu den benachbarten Pflanzen. Früher zierte das Gewächs die Ränder von Gewürz- und Kräuterbeeten in so manchen Bauerngärten. Artemisia abrotanum passt auch sehr gut in Apothekergärten, im Innenhof von Landhäusern und im mediterran gestalteten Garten.

  • Ideal sind warme und vollsonnige Standorte
  • Auf windgeschützte Bedingungen achten
  • Optimal sind Regionen mit milden Wetterlagen
  • Gedeiht hervorragend in Weinanbaugebieten
  • Eignet sich gut für Steingärten
  • Kultivieren im Blumentopf auf Balkon oder Terrasse möglich
  • Bevorzugt kalkhaltige, durchlässige und humusreiche Böden
  • Mag steinige bis sandige Bodenbeschaffenheiten
  • Gut ist schwach alkalischer bis neutraler pH-Wert

Hinweis: Wenn der Boden sehr kalkarm ist, bietet sich das Anreichern mit Gartenkalk aus dem Fachhandel an.

Gießen & Düngen

Die Eberraute kommt deutlich besser mit Trockenheit als mit zu viel Nässe zurecht, deshalb ist das Gewächs nicht übermäßig zu gießen. Bei einer Kultivierung im Gartenbeet reichen dem Colakraut die normal eintretenden Regenfälle normalerweise aus. Allerdings ist es ratsam, während der extrem heißen und trockenen Sommermonate ergänzend zu gießen. Wenn Artemisia abrotanum auf dem überdachten Balkon oder Terrasse in einem Kübel steht, sind ebenfalls zusätzliche Gießeinheiten erforderlich. Dazu ist das Gewächs ein Schwachzehrer, sodass es keine regelmäßigen Düngergaben benötigt. Jedoch ist es hilfreich, den Boden beim Einpflanzen mit einem leichten Dünger vorzubereiten. Auf diese Weise findet das Colagewächs einen ausgeglichenen Nährstoffgehalt im Substrat vor.

  • Nur mäßig gießen, erst wenn oberste Erdschicht trocken ist
  • Verträgt kalkhaltiges Leitungswasser
  • Pflanzsubstrat trocken bis leicht feucht halten
  • Kommt mit gelegentlichen Trockenperioden gut zurecht
  • Mag absolut keine Staunässe
  • Kübelpflanzen öfter gießen
  • Wurzelballen darf nie komplett austrocknen
  • Geringer Nährstoffbedarf
  • Etwa einmal pro Jahr im Frühling düngen
  • Ideal sind Hornspäne oder Kompost als Düngemittel
  • Bei Kübelhaltung kalkhaltigen Langzeitdünger verwenden

Schneiden

Wenn ein ausreichendes Platzangebot besteht, ist das Schneiden bei der Eberraute nicht erforderlich. Allerdings sind Rückschnitte zu empfehlen, um die Artemisia abrotanum in Form zu bringen und wuchernde Partien im Zaum zu behalten. Ansonsten werden schnell benachbarte Pflanzen in Mitleidenschaft gezogen und am Wachstum gehindert. In hohen Berglagen ist

außerdem ein Rückschnitt im späten Herbst sinnvoll, damit die frostigen Temperaturwerte die Pflanze nicht schädigen. Danach wuchert der Colastrauch im nächsten Jahr nicht so hoch und breit aus, das Wachstum bleibt eher klein und überschaubar. Deshalb eignet sich ein extremer Winterschnitt ebenfalls für Kübelpflanzen, welche in kleineren Gefäßen wachsen.
  • Formgebenden Rückschnitt im Frühjahr durchführen
  • Verblühte und vertrocknete Pflanzenteile entfernen
  • Sinnvoll ist radikaler Rückschnitt vor dem Winter
  • Pflanze bis zum Boden herab schneiden
  • Treibt im Frühjahr erneut aus
  • Nur scharfe Schneidwerkzeuge verwenden
  • Schnittflächen vorher gut desinfizieren

Vermehren

Eberraute - Artemisia abrotanum - ColakrautDas Colakraut lässt sich durch Stecklinge und die Teilung des Wurzelstocks vermehren. Jedoch ist zu bedenken, dass es bei dem Vermehren mit Stecklingen relativ lange dauert, bis sich Wurzeln ausbilden. Bei dieser Methode gibt es auch keinen garantieren Erfolg. Dafür lassen sich die Triebe verwenden, welche im Frühjahr durch den Rückschnitt anfallen. Das Teilen des Wurzelstocks funktioniert normalerweise ohne Probleme. Allerdings ist dabei auf einen sanften Umgang mit den Pflanzen zu achten, um sie nicht unnötig zu verletzen.

  • Im Frühjahr langen Trieb mit Triebspitze schneiden
  • Ideal sind leicht verholzte Stecklinge
  • In Topf mit feuchtem Pflanzsubstrat und etwas Sand stecken
  • Durchsichtige Folie und Tüte über das Gefäß stülpen
  • Funktioniert als Mini-Gewächshaus
  • In milden Regionen direkt in den Erdboden stecken
  • Alternativ Wurzelstock teilen
  • Gewächs samt Wurzel aus dem Boden nehmen
  • Wurzeln vorsichtig freilegen
  • Danach teilen und erneut einpflanzen

Blätter & Blütezeit

Die Eberraute ist ein ausdauernder und wintergrüner Halbstrauch, der einen stark aromatischen Duft verströmt. Der Colastrauch bildet einen kräftigen Wurzelstock aus, der sich im Erdreich weit verästeln kann. Zuerst wachsen die Triebe aufrecht und verzweigen sich nach einer Weile nach oben hin in einer rispenartigen Form. Außerdem verholzen die Stängel von unten her im Laufe der Zeit. Bei guten Standortbedingungen und optimaler Pflege stellt sich schnell ein stark wucherndes Wachstum ein, deshalb ist das Schneiden unerlässlich. Aufgrund der vielseitigen Einsatzmöglichkeiten lohnt sich das Abernten der Blätter. Auf diese Weise wird der Wuchs überschaubar gehalten.

  • Wächst etwa 70-150 cm hoch, in die Breite etwa 60 cm
  • Bildet fein gefiederte und silbrig-grüne Blätter aus
  • Blattwerk ist schmal und wechselständig
  • Blätter sind mit vielen Duftdrüsen besetzt
  • Verströmen süßlich-zitronigen Duft
  • Blütezeit ist von Juli bis Oktober
  • Kugelige Blütenköpfe stehen in dichten Rispen
  • Blüten sind aber nur 3-4 mm groß
  • Blütenfarbe ist blasses Gelb bis Grün

Ernte & Verwendung

Eberraute - Artemisia abrotanum - ColakrautDas Colakraut findet schon seit vielen Jahrtausenden seine Verwendung, als Würzkraut in der Küche und als Heilpflanze bei gesundheitlichen Problemen. Außerdem eignet es sich aufgrund seiner intensiven Duftstoffe als Raumduft. Zum Einsatz kommen die zarten Triebspitzen der Pflanze, welche sich den ganzen Sommer über frisch ernten lassen. Den höchsten Wirkstoffgehalt bilden die Blätter in den Monaten Juli und August. Allerdings ist das Kraut aufgrund seiner ätherischen Öle in der Küche nur sehr sparsam zu verwenden. Vor dem Verwenden sollten die Triebspitzen an einem luftigen Ort trocknen. Bei einer Nutzung in der Küche ist das getrocknete Kraut in einem Behälter gut verschlossen aufzubewahren. Darüber hinaus findet der Colastrauch nach dem Trocknen im Haushalt in vielen Bereichen seine Verwendung.

  • Triebspitzen duften nach Zitrone
  • Schmecken leicht bitter nach Cola
  • Passen geschmacklich gut zu dunklen Soßen und Braten
  • Vor allem fettere Speisen profitieren von der Zugabe
  • Kraut trocknen und als Potpourri verwenden
  • Würzige Blätter halten mit starkem Geruch Insekten fern
  • In Säckchen verpackt ist das Kraut vielseitig einsetzbar
  • Duftnote beugt im Schrank gefräßigen Motten vor
  • Verwendung als Flohschutzmittel bei Tierhaltung möglich
  • Verfügt über heilende Wirkung auf den menschlichen Körper
  • Als Tee aufbrühen und regelmäßig konsumieren
  • Wirkt appetitanregend und magenstärkend
  • Fördert die Menstruation und hilft gegen Krämpfe
  • Eignet sich für die Herstellung eines Wurmmittels

Tipp: Aus dem Colakraut lässt sich ein bitteres Tonikum herstellen, welches die Verdauung anregt und beim Reizdarm die Symptome lindern kann.

Überwintern

Der Colastrauch ist nur bedingt winterhart, da das Gewächs seine ursprüngliche Heimat in warmen Ländern hat. Deshalb können ihr tiefe Minusgrade und langanhaltender Frost stark zusetzen. Besonders in hohen Berglagen mit einem langen und frostigen Winter ist die Pflanze auf einen zusätzlichen Schutz vor der Kälte

angewiesen. Dagegen muss das Gewächs in Regionen mit einem milden Winter nicht ergänzend geschützt werden. Allerdings ist es zu empfehlen, den Boden im Winter vor übermäßiger Nässe zu bewahren. Darüber hinaus ist die Pflanze im Gartenbeet bodennah zurückzuschneiden, wenn harte Winter anstehen. Außerdem sind auch die Wurzeln vor extremen Frost zu schützen. Wenn das Colakraut im Kübel kultiviert wird, bietet sich das Überwintern in einem Winterquartier an.
  • Stark gestutzte Gewächse mit Pflanzenvlies umwickeln
  • Boden mit Herbstlaub mulchen
  • Oberhalb der Wurzeln Reisig auslegen
  • Draußen verbleibende Kübel in Vlies einpacken
  • Kübel sollte winterhart sein
  • Gefäß auf Styropormatte setzen
  • In geschützte Ecke stellen, ideal ist vor einer sonnigen Mauer
  • Alternativ in unbeheizten Wintergarten umziehen
  • Möglich ist auch ein Gartenhaus oder heller Dachboden

Hinweis: Tonkübel sehen zwar schön aus, eignen sich aber nicht für extremen Frost, da diese Gefäße auseinanderbrechen können.

Krankheiten & Schädlinge

Eberraute - Artemisia abrotanum - ColakrautBeim Colastrauch kommen Krankheiten und Schädlinge relativ selten vor. Dank der ätherischen Öle hält das Gewächs sogar Schädlinge ab, welche ebenfalls die benachbarten Pflanzen befallen könnten. Deshalb findet sich das Colakraut oft bei Mischkulturen zwischen anderen Gartenpflanzen. Auf diese Weise hält der Colastrauch durch seine starken Duftstoffe unter anderem den gefürchteten Kohlweißling vom Kohl fern. Allerdings können sich bei falscher Pflege und unpassenden Standortbedingungen bestimmte Schädlinge leichter ansiedeln, zum Beispiel verschiedene Arten von Blattläusen. Deren Ausscheidungen glänzen als klebriger Honigtau auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln können. Da die Rußtaupilze die Artemisia abrotanum noch zusätzlich schwächen, sind geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung zeitnah notwendig. Außerdem kommen oft die Wurzeln durch Staunässe zu Schaden, sodass die Pflanze verkümmert und eingeht.

  • Generell sehr robuste Pflanze
  • Geschwächte Exemplare sind anfällig für Blattläuse
  • Führen durch Saugtätigkeit zu Schäden an Blättern und Trieben
  • An deformierten Triebspitzen zu erkennen
  • Hinweise sind ebenfalls eingerollte Blätter, die vergilben und vertrocknen
  • Schädlinge mit scharfem Wasserstrahl abspülen
  • Befallene Bereiche mit Lösung aus Wasser und Kernseife abspritzen
  • Chemische Gegenmittel nur im äußersten Notfall einsetzen