Anfangs nicht mehr als eine unscheinbare krautige Pflanze, wird Dill mit Blütenbildung zu einer echten Schönheit und ziert den Garten oder Balkon mit sommerlicher Farbe. Vielfach sorgen Blüten bei Küchenkräutern für einen extrem bitteren Geschmack. Manche werden sogar giftig und können nicht mehr verzehrt werden. Zählt Dill zu diesen Gartenkräutern oder ist er trotz Blüte essbar?

Blühender Dill
essbar?

Zahlreiche Kräuter werden für den Verzehr ungenießbar, wenn sie zu blühen beginnen. Bei Dill (Anethum graveolens) ist das nicht der Fall und ist deshalb auch trotz Blüte essbar. Allerdings nimmt die Blüte dennoch Einfluss auf das Küchenkraut:

  • Das Aroma nimmt in den Dillspitzen ab
  • Blüten lassen das Kraut trockener werden (höherer Mehrbedarf, um schmeckbare Würze zu erhalten)
  • Konsistenz wird härter
  • Blüte schwächt Wachstum der Pflanze

Blüte kaum vermeidbar

Damit Dill bestens gedeiht und viel ätherisches Öl bildet, durch welches erst das einzigartige Aroma entsteht, benötigt die Pflanze einen vollsonnigen Standort, sodass viele Stunden Sonne auf sie fällt. Der Nachteil ist, dass das Sonnenlicht auch gleichzeitig die Blütenbildung begünstigt. Würde der Anethum graveolens dunkler stehen, müsste auf das Vollaroma verzichtet werden. Mit Vollsonne ist wenigstens für einige Wochen volles Dillaroma zu erwarten - ohne Vollsonne ist ganz darauf zu verzichten und die Pflanze wächst nicht üppig. Deshalb ist, die Blüte hinzunehmen, immer die clevere Entscheidung.

Ernte- und Blütezeit

Dill blüht - Anethum graveolens

Am aromatischsten ist Dill, wenn junge, frische Triebe geerntet werden. Der früheste Erntezeitpunkt liegt zwischen sechs und acht Wochen nach Aussaat/Keimung. Dagegen steht die Blüte, welche sich in der Regel im Juli und August zeigt. Da die Aussaat im Freiland erst im Mai nach den Eisheiligen empfohlen ist, bleibt nicht viel Zeit zwischen möglichem Erntetermin und Blütenbildung. Wer nur das Kraut ernten möchte, sollte bereits Ende Februar/Anfang März mit der Vorzucht im Haus beginnen.

Nach der Blüte

Ist die Blütezeit vorüber, ziehen die Krauttriebe erneut "Saft" und das beinhaltete ätherische Öl sowie das Aroma nehmen zu. Geerntet werden kann in der Regel bis Ende September/Anfang Oktober. Dill, der erst spät gesät wurde, kann auch erst im Herbst blühen. In dem Fall ist mit der Ernte von aromatischen Triebspitzen mit Blütenbeginn Schluss, es sei denn, es wird sich mit weniger aromatischem Dillkraut zufrieden gegeben.

Dillblätter-Ernte erhöhen

Steht Dill in der Vollsonne und in idealen Bodenverhältnissen, kann er enorm hochwachsen. Wer reichlich an aromatischem Dillkraut ernten möchte, sät ihn früh aus und geht vor, wie folgend beschrieben:

  • Sechs Wochen nach Keimung Spitzen schneiden
  • Ab 20 Zentimeter Zweiglänge ganze Zweige abschneiden (fördert das Neuwachstum)
  • Geernteten Dill zügig verwenden (abgeschnitten verliert er zunehmend an Aroma)

TIPP: Besteht keine direkte Verwendung für frisch geernteten Dill, kann er auch eingefroren werden. Auf diese Weise bleibt er mindestens bis zu einem Jahr haltbar, ohne an Aroma zu verlieren, was bei einem Trocknen aber der Fall

ist.

Blüten und Samen

Mit der Blüte öffnen sich für Selbstanbauer aber weitere Türen, denn auch die Blüten und die darin befindlichen Samen können Verwendung finden. Die Samen beinhalten Aromastoffe, die denen des Kümmels und Anis recht nahe kommen. Salate und Saucen lassen sich prima damit verfeinern sowie Tee gegen Verdauungsprobleme zubereiten. Die Blüten ähneln im Geschmack deutlich den Dillspitzen. Als Dekoration eignen sich ebenso wie als Würze. Vor allem auf warmen Speisen entfalten sie ihr Aroma intensiver als die Dillspitzen.

TIPP: Sobald sich die Samen bräunlich färben, ist der ideale Zeitpunkt zum Abschneiden der gesamten Blüte gekommen. Es sollte nicht zu lange gewartet werden, weil die Samen ansonsten abfallen, im Boden verschwinden oder von Tierchen im Garten gefressen werden.