Die Liste an Küchenkräutern ist lang. Für nahezu jedes Gericht gibt es das richtige Kraut. Man kann sie frisch genießen oder trocknen und daraus seine ganz eigenen Gewürzkreationen herstellen.

Rechtzeitig ernten

Um das komplette Aroma und den vollen Geschmack dieser Gewürzpflanzen zu erhalten und nutzen zu können, kommt es auf den richtigen Erntezeitpunkt an. Viele Küchenkräuter entwickeln ihr intensivstes Aroma vor der Blüte und sollten dann möglichst zügig geerntet werden. Während der Blüte geht das Aroma in der Regel schnell verloren. Essbar sind sie dann natürlich immer noch. Im Idealfall sammelt man sie an einem sonnigen Tag, sobald der Morgentau abgetrocknet ist. Nach dem Ernten können sie an der Luft, im Dörrautomat oder Backofen getrocknet werden.

An der Luft

Trocknen ist die beliebteste und bekannteste Methode, Gewürzpflanzen zu konservieren. Man sollte sie aber auf keinen Fall waschen, sondern nur durch Schütteln oder mit den Händen von Schmutz befreien. Wäscht man sie, geht das zulasten der Pflanzenqualität und verzögert zudem den Trocknungsprozess. Die Lufttrocknung ist vermutlich die schonendste aller Trocknungsarten, aber auch die mit dem größten Zeitaufwand.

  • im ersten Schritt das frische
    Kraut reinigen
  • dann locker zu kleinen Bündeln zusammenbinden
  • dabei nicht quetschen oder drücken, kopfüber aufhängen
  • nicht zu dicht hängen wegen der Belüftung
  • an einen warmen, schattigen und windgeschützten Platz
  • Trocknungsgut keiner direkten Sonne aussetzen
  • ideale Umgebungstemperatur zwischen 20 und 30 Grad
  • nicht wärmer als 35 Grad, ätherische Öle könnten sich verflüchtigen
  • optimale Trocknungszeit zwischen zwei und vier Tage
  • durchgetrocknet, wenn die Pflanzen papierartige Konsistenz aufweisen

Leider eignen sich nicht alle Küchenkräuter für diese Methode der Konservierung. Arten mit weichen Blättern wie Petersilie, Schnittlauch, Basilikum, Dill, Kresse oder Liebstöckel friert man am besten ein. Sie würden während des Trocknungsprozesses den größten Teil ihres Aromas verlieren. Sehr gut dagegen eignen sich Pfefferminze, Rosmarin, Salbei, Thymian, Bohnenkraut, Majoran, Oregano, Lavendel sowie Kamille, Beifuß und Waldmeister.

Im Dörrautomaten

Im Dörrautomaten soll die Trocknung aufgrund der niedrigen Temperaturen besonders schonend möglich sein. Derartige Geräte arbeiten in der Regel in einem Temperaturbereich zwischen 30 und 70 Grad.

Folglich wäre es von Vorteil, wenn der Dörrautomat über einen entsprechenden Temperaturregler verfügt. Mit der richtigen Einstellung wird den Kräutern schonend das Wasser entzogen und der Aromaverlust begrenzt. Temperaturen von 40 Grad sind in der Regel optimal. Viele Küchenkräuter sind bei höheren Temperaturen einfach nicht mehr genießbar.
  • nur intakte Pflanzen zum Trocknen verwenden
  • gelbe oder angefaulte Stellen entfernen
  • im Gegensatz zum Lufttrocknen das Kraut waschen
  • mit Küchenrolle gut abtrocknen
  • gleichmäßig auf Trockengitter des Dörrautomaten verteilen
  • auf ausreichend Abstand achten, nicht übereinanderlegen
  • erst nach der Trocknung zerkleinern
  • Trocknungsprozess dauert etwa zwei bis drei Stunden

Tipp: Mediterrane Kräuterarten wie Oregano, Salbei oder Majoran entwickeln ihr intensives Aroma, Geruch und Geschmack erst nach dem Dörren.

Im Backofen

Diese Methode ist aufgrund der langen Trocknungszeit und dem damit verbundenen Stromverbrauch recht kostenintensiv. Auch hier verteilt man das Sammelgut, ohne dass sich die Pflanzen untereinander berühren, auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech und schiebt sie in den vorgeheizten Ofen. Bei 50-60 Grad werden sie nun für zwei bis drei Stunden getrocknet. Während der Trocknung sollte die Ofentür einen kleinen Spalt offen stehen, damit Feuchtigkeit entweichen kann. Am besten steckt man einfach einen Holzlöffel oder Ähnliches in die Tür.

Tipp: Bei einer Trocknung im Backofen muss man in der Regel mit einem leichten Aromaverlust rechnen.

Gewürzmischungen selber herstellen

 

Kräuter trocknen und Gewürze herstellenSelbstgemachte Gewürzmischungen liegen voll im Trend.

Um so besser, wenn man das Kraut selbst angebaut und geerntet hat. Das Tolle daran ist zum einen, dass man genau weiß, was drin ist und zum anderen lernt man einiges über die feinen Unterschiede der einzelnen Kräutermischungen. Der eigenen Fantasie und Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt, wie die folgenden Beispiele zeigen:

Kräuter der Provence

  • 1 EL Rosmarin
  • 1 EL Oregano
  • 1 EL Thymian
  • 1 EL Basilikum
  • 1 EL Bohnenkraut

Je nach Bedarf kann man diese Mischung noch mit Lorbeer, Majoran, Kerbel, Anis, Fenchel, Estragon, Salbei und/oder Liebstöckel verfeinern. Diese Gewürze bzw. Kräutermischungen passen zu unterschiedlichen Gerichten auch zu Salat.

Italienische Gewürzmischung

  • 1 EL Thymian
  • 1 EL Rosmarin
  • 1 EL Salbei
  • 2 EL Basilikum
  • 2 EL Oregano

Diese Mischung kann nach Belieben durch Petersilie, Minze, Dill oder Muskatnuss ergänzt oder ausgetauscht werden, je nach dem, was man gerne drin haben möchte.

Suppengewürz

  • 2 TL Thymian
  • 3 TL Petersilie
  • 3 TL Schnittlauch
  • 4TL Kerbel
  • 6 TL Liebstöckel

All diese Kräuterpflanzen sind bekannt für ihr intensives Aroma und ihren köstlichen Geschmack. Ergänzt man sie noch mit Sellerie, frischem Lauch und Karotten, steht einem leckeren Eintopf nichts mehr im Wege.

Kräutersalz

  • Basilikum
  • Rosmarin
  • Oregano
  • Salbei
  • Thymian

Die genannten Küchenkräuter werden mit Salz im Verhältnis 1:10 (10 g Kraut und 100 g Salz) vermischt. Je nach Geschmack und Experimentierfreudigkeit kann man noch Lavendel und Minze zugeben, allerdings nur in kleinen Mengen, denn beide Gewürze besitzen ein sehr intensives Aroma, was das der anderen leicht überdecken könnte.