Wer auf den Kräutergeschmack gekommen ist, für den wird die Fensterbank bald zu eng. Ein richtiges Kräuterbeet muss her. Doch so wie die verschiedenen Kräutersorten nicht alle gleich schmecken, so gehen auch ihre Bedürfnisse mitunter weit auseinander. Ein Leitfaden.

Kräuterauswahl

Die Sortenauswahl ist der entscheidende Punkt bei der Planung und Anlage eines Kräuterbeets. Denn die angebauten Kräutersorten, so schön sie auch anzusehen sind, sollen vor allem nützlich sein. Stellen Sie also zunächst eine Liste aller Kräuter zusammen, die Sie nutzen oder probieren möchten. Natürlich können Sie auch das eine oder andere Kraut wählen, einfach weil es dekorativ ist. Verschaffen Sie sich einen Überblick über Standort- und Pflegeansprüche.

Standortsuche

Im zweiten Schritt muss geprüft werden, ob der eigene Garten einen geeigneten Standort für das Beet bietet. Vor allem stark duftende Kräuterarten brauchen viel Sonne und Wärme. Je sonniger sie stehen, desto mehr ätherische Öle werden sie bilden. Zugleich verlangen sie nach einem eher trockenen und nährstoffarmen Boden, der nicht zu Staunässe neigt. Dazu gehören unter anderem Basilikum, Bohnenkraut, Lavendel, Oregano, Rosmarin, Salbei und Thymian. Einen eher halbschattigen Platz mit humoser, nährstoffreicher und leicht feuchter Erde wollen Bärlauch, Dill, Fenchel, Kamile, Kerbel, Liebstöckel, Minze, Petersilie, Schnittlauch und Zitronenmelisse. Einige wenige Kräuter wie beispielsweise Brunnenkresse mögen es besonders feucht.

Optimale Größe

Kräuterbeet anlegen

Das Beet sollte nicht zu groß und von allen Seiten zugänglich sein, damit das Ernten jederzeit mühelos gelingt. Bei rechteckigen Beeten haben sich Seiten bis 1,2 m als optimal erwiesen. Für eine gut bestückte Kräuterspirale sind etwa drei Quadratmeter ideal. Es können aber auch kleinere Spiralen auf nur einem Quadratmeter errichtet werden. Dann muss die Pflanzenanzahl reduziert oder durch Schnittmaßnahmen starkes Wuchern verhindert werden.

Einfaches Gartenbeet

  • niedriges Beet lässt sich am schnellsten und einfachsten anlegen
  • mit einer Einfassung aus Holz, Weidenzaun, Ziegeln oder Steinen
  • ggf. auch ohne eine Einfassung möglich

Tipp: Möchten Sie viele

Kräuterarten mit unterschiedlichen Standortansprüchen kultivieren, ist es schwer, es allen in einem einzigen Beet recht zu machen. Hier lohnt sich womöglich die Anlage von zwei kleineren Kräuterbeeten an jeweils dem idealen Standort.

Hochbeet

  • Hochbeet ermöglicht rückenschonendes Arbeiten
  • fertige Bausätze erleichtern die Montage
  • günstiger Selbstbau aus Holzresten oder Paletten möglich
  • Kräuter sind für einige Schädlinge schwerer zu erreichen

Kräuterspirale

  • eine Kräuterspirale, auch Kräuterschnecke genannt, sieht dekorativ aus
  • kann aus Steinen oder Ziegeln gebaut werden
  • windet sich auch in die Höhe
  • ermöglicht so unterschiedliche Bodenzonen
  • ideal für platzsparende und optimale Anordnung der Kräuter
  • große Steine speichern Wärme (ideal für mediterrane Pflanzen)

Kräuterbeet errichten

Errichten Sie das Kräuterbeet am besten schon im Herbst. Besorgen Sie sich eine entsprechende Anleitung mit allen Detailschritten, damit die Konstruktion stabil wird und viele Jahre hält. Die Seitenwände sollten mind. 5 cm über die Erde hinausgehen, damit diese nicht von Gießwasser oder Regen fortgeschwemmt wird. Schichten Sie Natursteine sorgsam übereinander, damit sie zu keinem Zeitpunkt ins Rutschen kommen können. Wenn Sie eigene Konstruktionen umsetzen, achten Sie auf Materialien, die Feuchtigkeit vertragen und nicht mit irgendwelchen giftigen Lacken oder Ähnlichem beschichtet sind.

Tipp: In einem Garten, wo viele Wühlmäusen unterwegs sind, sollte in ausreichender Tiefe ein feinmaschiger Drahtzaun waagerecht in den Boden eingearbeitet und ggf. mit der Konstruktion verbunden werden. So schützen Sie die Wurzeln der Kräuterpflanzen.

Bodenoptimierung

Auch die Bodenbearbeitung sollte im Herbst in Angriff genommen werden, damit sich die Erde bis zum Frühjahr setzen kann. Zunächst wird das Gartenbeet tiefgründig, etwa 20 cm tief, aufgelockert. Im gleichen Arbeitsgang sollten größere Steine und Unkrautwurzeln entfernt werden. Auch Hochbeet und Kräuterspirale werden idealerweise im Herbst mit Erde befüllt.

Zumindest jedoch zwei Wochen vor der Bepflanzung. Je nach Bedarf der Kräuter wird die Erde mit Sand, Kompost und Kalk optimiert. Trockene Bereiche im Garten und Hochbeet

brauchen eine Drainageschicht. Eine sich in die Höhe windende Kräuterspirale wird von oben nach unten in folgende Bereiche unterteilt:
  • trockener Bereich: je 50 % Sand und Gartenerde oder Kräutererde
  • gemäßigter Bereich: je 30 % Sand, Kompost und Garten- oder Kräutererde, 10 % Lavagranulat
  • feuchter Bereich: je 50 % Gartenerde und Kompost
  • Wasserbereich (optional): Kompost, ggf. mit Gartenerde

Tipp: Ein Kräuterbeet soll für viele Jahre Bestand haben. Es lohnt sich daher, vor dem Anlegen eine Bodenanalyse durchzuführen. So kann die Bodenverbesserung zielgenau mit den benötigten Mineralstoffen erfolgen.

Kräuterbeet bepflanzen

Kräuterbeet anlegen

Zeitpunkt

Beginnen Sie im Frühjahr das Kräuterbeet zu begrünen. Sie können dafür Samen, selbst gezogene Pflänzchen oder größere Pflanzen aus dem Handel verwenden. Im letzten Fall kann die Ernte früher starten und fällt dadurch insgesamt üppiger aus. Die gekauften Pflanzen sollten kräftig und gut verzweigt sowie mit gutem Wurzelwerk und mit einwandfreiem Laub sein. Dann schleppen Sie keine Schädlinge oder Krankheiten ins Beet ein. Frostempfindliche, einjährige Kräuter dürfen erst nach Mitte Mai gepflanzt bzw. draußen ausgesät werden. Beachten Sie die Aussaatbedingungen auf dem Samentütchen.

Regeln für die Pflanzung

  • Topfkräuter in ein Wasserbad stellen, bis sich Wurzelballen vollgesogen hat
  • ausreichend großes Pflanzloch ausgraben
  • Pflanztiefe beibehalten
  • für guten Bodenschluss Erde gut andrücken
  • mit feiner Brause angießen

Tipp: Vor der Pflanzung können Sie über die Erde noch ein spezielles Unkrautvlies ausbreiten, in das Sie Pflanzöffnungen hineinschneiden. So werden später kaum Unkräuter wachsen. Doch das Vlies ersetzt keine Winterschutzmaßnahmen für frostempfindliche Kräuterarten.

Tipps zur Anordnung der Kräuter

1. Kräuterarten für Trockenbereich in voller Sonne

  • Berg-Bohnenkraut (Satureja montana)
  • Currykraut (Helichrysum italicum)
  • Lavendel-Thymial (Thymus thracicus)
  • Majoran (Origanum majorana)
  • Oregano (Origanum vulgare)
  • Rosmarin (Rosmarinus officinalis)
  • Salbei (Salvia)
  • Thymian (Thymus vulgaris)

2. Kräuterarten für den gemäßigten Bereich/Halbschatten

  • Basilikum (Ocimum basilicum)
  • Estragon (Artemisia dracunculus)
  • Gewürz-Fenchel (Foeniculum vulgare)
  • Kleiner Wiesenknopf (Sanguisorba minor)
  • Koriander (Coriandrum sativum)
  • Zitronenmelisse (Melissa officinalis)
  • Petersilie (Petroselinum crispum)
  • Pimpinelle (Sanguisorba minor)
  • Schnitt-Knoblauch (Allium tuberosum)
  • Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
  • Ysop (Hyssopus officinalis)

3. Kräuterarten für den feuchten Bereich

  • Bärlauch (Allium ursinum)
  • Boretsch (Borago officinalis)
  • Dill (Anethum graveolens)
  • Garten- Bergminze (Calamintha grandiflora)
  • Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus)
  • Kerbel (Anthriscus
    cerefolium)
  • Sauerampfer (Rumex acetosa)

4. Kräuterarten für die Wasserzone

  • Bachbunge (Veronica beccabunga)
  • Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
  • Kalmus (Acorus gramineus)
  • Sedanina (Apium nodiflorum)
  • Wasserminze (Mentha aquatica)
  • Wassernuss (Trapa natans)

5. Diese Kräuter nicht ins Kräuterbeets setzen

Auf Kräuterarten, die stark wuchern oder aus ihren Wurzeln Hemmstoffe verströmen, sollten Sie besser außerhalb des Kräuterbeets pflanzen. Das sind unter anderen diese Arten:

  • Beinwell (Symphytum)
  • Gewürz-Lorbeer (Laurus nobilis)
  • Kurkuma (Curcuma longa)
  • Lavendel (Lavandula officinalis)
  • Liebstöckel, Maggikraut (Levisticum officinale)
  • Wermutkraut (Artemisia absinthium)
  • Ysop, Essigkraut (Hyssopus officinalis)
  • Zitronengras (Cymbopogon citratus)

Lavendel nimmt gern Platz unter einem Rosenstock. Wermutkraut kann in der Nähe von Johannisbeeren gesetzt werden, weil es Krankheiten von ihnen fernhält.

6. Einjährige und mehrjährige Pflanzen nicht mischen

Achten Sie darauf, dass Sei bei der Anordnung mehrjährige und einjährige Kräuterpflanzen nicht unnötig mischen. Die alljährlichen Bodenarbeiten, die bei einjährigen Pflanzen notwendig sind, sind für die anderen Kräuter störend.

Kräuterbeet anlegen

7. Auf gute Nachbarschaften achten

Einige Kräuterarten haben sehr ähnliche Ansprüche an Standort und Pflege, andere wiederum bilden eine gute Symbiose gegen Schädlinge oder fördern gegenseitig das Wachstum. Planen Sie bei der Anordnung diese guten Nachbarschaften für eine gesunde, reiche Ernte:

  • mediterrane Kräuter untereinander
  • Basilikum mit Oregano, Petersilie und Rosmarin
  • Petersilie mit Basilikum, Dill, Gartenkresse, Kerbel und Schnittlauch
  • Estragon, Melisse, Salbei, Schnittlauch und Thymian
  • Oregano, Salbei und Winter-Bohnenkraut

8. Ungünstige Kombinationen meiden

  • Petersilie: Boretsch, Estragon, Kerbel, Koriander, Lavendel und Pfefferminze
  • Basilikum: Majoran, Dill, Pfefferminze und Zitronenmelisse
  • Kamile und Pfefferminze
  • Koriander: Fenchel, Kerbel und Schnittlauch
  • Thymian: Majoran und Pfefferminze
  • Wermut: Melisse, Fenchel und Kümmel

9. Intensiv duftende Kräuter an Beetrand platzieren

In einem einfachen Kräuterbeet oder Hochbeet sollten Sie intensiv duftende Kräutersorten wie Thymian, Minze und Oregano sind am Beetrand platzieren. Ihre ätherischen Öle werden Schädlinge vertreiben.

10. Auf genügend Pflanzabstand achten

Berücksichtigen Sie das Größenpotenzial und auch die Wuchsgeschwindigkeit eines Krauts. Wenn das Beet sehr klein ist, sollten Sie besser die Kräuterauswahl reduzieren, satt auf eine enge Bepflanzung zu setzen. Das beugt Schädlinge und Krankheiten vor.

11. Tagetes ins Beet pflanzen

Finden Sie im Kräuterbeet einen sonnigen Platz für die Tagetes. Sie wehrt Läuse, schädliche Nematoden und andere Schädlinge ab. Ihre Blüten sind zudem essbar.