Dieses Kraut ist nicht nur sehr aromatisch, sondern auch voller Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ein Grund mehr, sie im heimischen Garten oder im Topf auf dem Balkon auszusäen.

Bester Zeitpunkt

Aufgrund ihrer Herkunft handelt es sich bei diesem Küchenkraut um eine wärmebedürftige Pflanze, was sich natürlich auch auf den Zeitpunkt der Aussaat auswirkt. So sollte der Boden eine Temperatur von mindestens acht Grad aufweisen, ansonsten könnte es Probleme bei der Keimung geben. Diese Temperaturen sind je nach Wetterlage etwa im März/April erreicht. Im Idealfall bringt man die Samen im Juli/August in den Boden, dann wächst sie besonders rasch und kann bis in den Herbst hinein geerntet werden.

Da diese Pflanze zu den zweijährigen Kräutern gehört, treibt sie im nächsten Frühjahr erneut aus. Entscheidet man sich trotz allem für den frühestmöglichen Zeitpunkt der Aussaat, ist es ratsam, die Saat mit Plastikhauben zu schützen oder in ein Frühbeet zu säen. Im Topf kann theoretisch ganzjährig ausgesät werden, in der Regel von Februar bis März. Darüber hinaus können die Pflanzen auch in Töpfen vorgezogen und dann ausgepflanzt werden.

Nach Mondkalender

Richtet man sich bei der Aussaat nach dem Mondkalender, lässt sich der Zeitpunkt noch etwas genauer einschränken. Das soll sich besonders effektiv auf das Wachstum auswirken. Verantwortlich dafür sind die Kräfte des Mondes, die nicht nur die Gezeiten,

sondern auch die Säfte im Innern der Pflanzen beeinflussen sollen. Beim Gärtnern nach Mondkalender zählt dieses Küchenkraut zu der Gruppe von Pflanzen, die an den sogenannten Blatttagen ausgesät werden sollten.

Tipp: Ob sich der Mondkalender tatsächlich auf das Wachstum von Pflanzen auswirken kann, ist nicht eindeutig geklärt. Allerdings gibt es Erfahrungswerte von Hobbygärtnern, laut denen man eine Einbeziehung des Mondkalenders durchaus ausprobieren sollte.

Optimale Bedingungen schaffen

Die Samen von Petroselinum crispum haben die Eigenschaft, nur schlecht, sehr langsam und ungleichmäßig zu keimen. Bis die ersten Keimlinge zu sehen sind, kann es mehrere Wochen dauern. Doch mit einer guten Vorbereitung kann man die Keimbedingungen deutlich verbessern.

  • zunächst den richtigen Standort finden
  • sind Standortbedingungen schlecht, kann Keimung komplett ausbleiben
  • Petersiliensamen sind sogenannte Dunkelkeimer
  • kurzwelliges Licht würde Keimung beeinträchtigen
  • deshalb einen halbschattigen Standort wählen
  • sowie einen durchlässigen und humusreichen Boden
  • Erde sollte gründlich aufgelockert und von Unkräutern befreit werden
  • Einarbeiten von etwas reifem Kompost der Keimung zuträglich
  • vor allem bei mageren Böden
  • frischer Dünger würde die Keimung beeinträchtigen
  • zusätzliche Unterstützung der Keimung durch
    Einweichen der Samen
  • dazu für mehrere Stunden in lauwarmes Wasser legen

Tipp: Petroselinum crispum gehört zu den Doldenblütlern. Das bedeutet, sie ist mit sich selbst und anderen Doldenblütlern wie Dill, Fenchel oder Sellerie unverträglich, was man bei der Aussaat beachten sollte.

Aussaat im Beet

Sind Boden- und Außentemperaturen entsprechend, der Boden gründlich aufgelockert, von Unkraut befreit und geglättet, kann mit dem Aussäen begonnen werden.

  • dazu entsprechende Saatreihen ziehen
  • in Abständen von 20-30 cm und ca. ein bis zwei Zentimeter tief
  • zuvor eingeweichte Samen bei der Aussaat mit etwas Sand mischen
  • soll Zusammenkleben der Samenkörner verhindern
  • die Samen dünn in den Rillen verteilen
  • anschließend mit Erde bedecken
  • damit ausreichend Samen keimen, besser zusätzliche Reihen anlegen
  • in den folgenden vier bis sechs Wochen Erde ausreichend feucht halten

Trocknet der Boden zwischenzeitlich aus, besteht die Gefahr, dass die Samen keimfaul werden und bis zu zwei Jahre im Boden liegen können, bis sie keimen oder die Keimung bleibt ganz aus. Sind die jungen Sämlinge groß genug, können sie pikiert werden, sowohl im Beet als auch im Topf.

Tipp: Durch das Spannen einer Schnur werden nicht nur die Sattreihen gerade, man kann sie auch während der Keimphase problemlos lokalisieren und Unkräuter regelmäßig entfernen, ohne Schaden anzurichten.

Im Topf

Für eine Anzucht im Topf befüllt man Anzuchtschalen oder kleine Töpfe mit gesiebter, nährstoffarmer Anzuchterde und drückt diese leicht an. Darauf verteilt man die Petersiliensamen und bedeckt sie wieder mit Substrat. Die abdeckende Substratschicht sollte etwa einen Zentimeter dick sein.

Petersilie - Petroselinum crispum

Nach erneutem Andrücken wird die Erde befeuchtet, im Idealfall mittels einer herkömmlichen Sprühflasche. Nun stellt man das Ganze an einen warmen, nicht sonnigen Platz. Die Keimtemperatur

sollte zwischen 20 und 25 Grad betragen. Sobald die ersten Keimlinge zu sehen sind, können sie etwas kühler gestellt werden.

Tipp: Um ausreichend Blattgrün ernten zu können, sollte man pro Topf bis zu zehn Samen auszusäen, bei großen Töpfen entsprechend mehr.

Sämlinge pikieren

In den meisten Fällen werden die feinen Samen zu dicht gesät, sodass man sie zu gegebener Zeit vereinzeln muss. Dieser Moment ist gekommen, wenn die jungen Pflänzchen nach den eigentlichen Keimblättern weitere Blätter entwickelt haben. Dann sind sie kräftig genug, um an ihren endgültigen Standort gepflanzt zu werden.

Pflanzen, die im Frühjahr gesät wurden, brauchen meist etwas mehr Zeit, bis sie groß genug zum Vereinzeln sind. Etwas schneller geht es bei Augustaussaaten, sie keimen schneller und können früher pikiert werden. Zwischen den einzelnen Pflänzchen empfiehlt sich ein Abstand von etwa 10 cm und zu anderen Gemüsepflanzen von etwa 20 cm.

Tipp: Möchte man eine zu dichte Aussaat verhindern, bietet sich eine sogenannte Markiersaat mit Radieschensamen an, wobei man beide mischt. Wenn die Petersilienpflanzen mit ihrem Wachstum beginnen, können die Radieschen bereits geerntet werden und schaffen somit Platz.

Eigenes Saatgut sammeln

Wer kein Saatgut kaufen möchte, kann dieses auch problemlos von bereits vorhandener Petersilie ernten und aussäen. Dazu lässt man die Pflanzen blühen, was übrigens erst im zweiten Jahr zwischen Juni und Juli passiert. Sind die Samen reif, können sie einfach abgezupft werden. Danach lässt man sie einige Tage an der Luft trocknen. Anschließend können sie ausgesät werden. Übrig gebliebene Samenkörner können in einer Papiertüte für die nächste Saison aufbewahrt werden. Sie sind teilweise bis zu drei Jahren keimfähig.

Achtung giftig!

Petersilie bildet während der Blüte giftiges Apiol, ein ätherisches Öl in hoher Konzentration, was gesundheitliche Beschwerden hervorrufen kann. Folglich sollte man sie nach der Blüte nicht mehr verzehren und auch Schwangere sollten besser darauf verzichten. Generell sollte man dieses Kraut nur in Maßen genießen.