Die würzigen Lorbeerblätter können zwar ganzjährig gepflückt werden, allerdings besteht hierfür nicht immer Bedarf. Allerdings lassen sich die Blätter durch verschiedene Methoden konservieren, sodass sie auch Monate und manchmal sogar Jahre später verwendet werden können. Welche Konservierungsvariante sich am besten eignet, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Denn es können sowohl einzelne Blätter als auch ganze Zweige getrocknet oder eingefroren werden.

Ernte

Die Lorbeerblätter werden in der Regel von Pflanzen gepflückt, welche sich im zweiten Standjahr befinden. Denn dadurch ist sichergestellt, dass sich diese ausreichend entwickelt und die Blätter ihr volles Aroma haben. Einzelne Lorbeerblätter können das ganze Jahr über gepflückt werden, wohingegen die Ernte von größeren Mengen im Idealfall im Frühjahr oder Herbst stattfindet. Die Ernte
gestaltet sich relativ simpel, wobei jedoch Folgendes beachtet werden sollte:
  • größten Blätter abzupfen
  • diese haben das meiste Aroma
  • Zweige abschneiden
  • vollständige Triebspitze mitsamt den Blättern
Tipp: Beim Ernten von ganzen Zweigen lassen sich rund 30 Blätter auf einmal ernten.

Trocknen an der Luft

Das Trocknen der Lorbeerblätter hat mehrere Vorteile: Zum einen verlängert sich die Haltbarkeit der Blätter enorm, denn die konservierten Kräuter behalten bis zu zwei Jahre ihr Aroma. Zum anderen werden durch das Trocknen die Bitterstoffe reduziert, denn frische Lorbeerblätter sind deutlich bitterer. Dadurch ergibt sich wiederum ein weiterer positiver Aspekt, denn das Würzen mit getrocknetem Lorbeer gestaltet sich meist einfacher. Denn die frischen Blätter würzen wesentlich stärker, wodurch die Gerichte nicht selten überwürzt werden. Wer die frisch geernteten Lorbeerblätter trocknen möchte, hat zwei Methoden zur Auswahl. Allerdings haben beide Varianten folgende Gemeinsamkeiten:
  • schonendste Art zu trocknen
  • vor dem Trocknen die Blätter nicht waschen
  • das Waschen kann die Qualität beeinträchtigen
  • Blätter durch Schütteln vom Staub befreien
  • Temperatur nicht über 35 Grad
  • Aroma wird sonst beeinträchtigt
Tipp: Falls die Lorbeerblätter dennoch vor dem Trocknen gewaschen werden, sollten diese stets mit einem Küchenpapier abgetupft werden.

Aufhängen

GewürzlorbeerBei dieser Methode werden die gesamten Zweige einfach kopfüber an einem trockenen Ort aufgehängt. Es lassen sich zwar auch die gepflückten Blätter auf diese Variante trocknen, allerdings sind hierfür zusätzliche Handgriffe erforderlich. Denn die Lorbeerblätter müssen zunächst mit Nadel und Faden "aufgefädelt" werden, ehe sie aufgehängt werden können. Für beide Methoden gilt jedoch, dass während der Trocknung Folgendes zu beachten ist:
  • Standort möglichst warm, windgeschützt und trocken
  • ideal sind Dachböden, Gartenhäuser oder Trockenräume
  • keinesfalls direkte Sonneneinstrahlung
  • Blätter/Zweige locker und nebeneinander aufhängen
  • Lorbeerblätter regelmäßig durchschütteln
  • verklebte Blätter auseinandernehmen
  • dadurch wird Schimmelbildung vorgebeugt
Tipp: Ob die Lorbeerblätter trocken sind, lässt sich leicht erkennen: Wenn die Blätter noch dunkelgrüne
und/oder weiche Stellen haben, enthalten sie meist noch Feuchtigkeit. In solchen Fällen ist es ratsam, die Blätter für eine weitere Woche trocknen zu lassen.

Backblech

Die Lorbeerblätter lassen sich zudem ohne viel Aufwand auf einem Backblech trocknen. Hierfür werden die Blätter zunächst mit ausreichend Abstand zueinander auf dem Backblech verteilt. Um sicherzugehen, dass der Gewürzlorbeer gleichmäßig trocknet, ist es wichtig, dass die Blätter neben- und nicht aufeinandergelegt werden. Anschließend wird das Backblech an einen warmen, luftigen Standort platziert. Die Blätter benötigen etwa zwei Wochen zum Trocknen, wobei in dieser Zeit folgende Arbeitsschritte ratsam sind:
  • Blätter regelmäßig kontrollieren
  • Lorbeerblätter zwischendurch umdrehen
  • dadurch trocknen sie gleichmäßig
Tipp: Das Einrollen der Blätter lässt sich verhindern, indem diese mit einem Tuch abgedeckt werden. Das Tuch muss anschließend beschwert werden, wofür sich beispielsweise ein Brett eignet.

Trocknen mithilfe von Geräten

GewürzlorbeerNicht immer ist ausreichend Platz vorhanden, um die Lorbeerblätter an der Luft zu trocknen. Zum Glück ist dies keine Voraussetzung, denn die Gewürzblätter lassen sich auch mithilfe von technischen Geräten dorren. Hinzu kommt, dass sich die Trocknungsdauer bei diesen Varianten erheblich reduziert. Denn die Blätter benötigen hierbei anstatt mehrerer Wochen nur wenige Stunden zum Trocknen. Wenngleich die Zeitersparnis für diese Varianten spricht, gibt es dennoch einen Nachteil: Im Gegensatz zur Trocknung an der Luft werden hierbei die Aromen nicht so sehr geschont, weshalb mit leichten Aromaverlusten zu rechnen ist.

Entfeuchter
  • Gerät auf 35-46 Grad vorheizen
  • Blätter mit klarem Wasser abwaschen
  • überschüssiges Wasser abschütten
  • Blätter mit einem Papiertuch abtupfen
  • Blätter auf Einsätze verteilen
  • Einsätze einsetzen
  • etwa 4 Stunden trocknen lassen
Backofen
  • niedrigste Temperaturstufe wählen
  • optimaler Temperaurbereich 30-50 Grad
  • Backblech mit Backpapier auslegen
  • Lorbeerblätter darauf verteilen
  • auf ausreichend Platz und Abstand achten
  • Backofen nicht ganz verschließen
  • zwischendurch immer wieder kontrollieren
  • etwa 2-3 Stunden trocknen lassen
Mikrowelle
  • eignet sich für wenige Blätter
  • Blätter auf einem Teller verteilen
  • Teller mit etwas Küchenpapier bedecken
  • möglichst geringe Wattzahl einstellen
  • nicht mehr als 300 Watt
  • sonst verlieren die Blätter ihr Aroma
  • etwa 2-3 Minuten trocknen lassen
  • bei Bedarf die Blätter mit einem Küchenpapier nachtrocknen
Tipp: Die getrockneten Lorbeerblätter können anschließend zerkleinert und praktisch in Gewürzgläsern oder Blechdosen gelagert werden.

Einfrieren

GewürzlorbeerEine weitere Methode, um die Lorbeerblätter zu konservieren, ist das Einfrieren. Der Vorteil bei dieser Variante ist, dass die Aromastoffe des gefrorenen Gewürzlorbeers besonders gut erhalten bleiben. Wer den Gewürzlorbeer auf diese Weise
konservieren möchte, kann sowohl die ganzen Zweige als auch einzelne Blätter einfrieren. Bevor es jedoch an das Einfrieren geht, müssen bei dieser Methode die Blätter zunächst gewaschen werden. Anschließend werden diese vom überschüssigen Wasser befreit und mit einem Papiertuch abgetupft. Der weitere Vorgang unterscheidet sich - je nachdem ob Zweige oder Blätter eingefroren werden - nur minimal:

Zweige einfrieren
  • Zweige auf dem Backblech ausbreiten
  • Blech für 45 Minuten in das Tiefkühlfach geben
  • Zweige entnehmen und in Gefrierbeutel umfüllen
  • erneut einfrieren
Blätter einfrieren
  • Blätter pflücken und bei Bedarf kleinhacken
  • Gewürzlorbeer auf dem Backblech auslegen
  • Blech für etwa 30 Minuten in das Gefrierfach geben
  • Blätter entnehmen und in Gefrierbeutel umfüllen
  • erneut einfrieren
Eiswürfel-Methode
Wer den Gewürzlorbeer nicht nur einfrieren, sondern im selben Arbeitsschritt praktisch portionieren möchte, kann diesen in Eiswürfelbehälter konservieren. Hierfür werden lediglich die frischen Lorbeerblätter sowieso ein Eiswürfelbehälter benötigt. Diese Konservierungsmethode erfordert etwas mehr Aufwand, allerdings ist dieser nur einmalig:
  • frische Blätter kleinhacken
  • Kräuter in Eiswürfelbehälter füllen
  • Behälter mit Wasser auffüllen
  • Kräuter sollen bedeckt sein
  • optimal sind 2/3 Kräuter zu 1/3 Wasser
  • anschließend Eiswürfelbehälter einfrieren
Tipp: Die Kräuter-Eiswürfel können im Ganzen zum Würzen verwendet werden und müssen nicht zuvor aufgetaut werden!