Im Garten ist das enge Miteinander von Pflanzen nicht zu vermeiden. Doch Himbeeren sind wählerisch, vertragen sich längst nicht mit jedem Gewächs. Einige Nachbarn erweisen sich allerdings als wahre Wohltäter.

Mischkultur ist nützlich

Himbeerpflanzen, botanisch Rubus idaeus, verbringen ihre komplette Lebenszeit an einer Stelle. Sie laugen den Boden einseitig aus, Krankheiten und Schädlinge haben es zunehmend einfacher, sich auszubreiten. Praktische Erfahrungen mit diesen Beerenpflanzen haben gezeigt, dass sie mit einigen anderen Pflanzen eine nutzbringende Mischkultur bilden können, welche die zuvor genannten Probleme abmildert oder gar nicht erst entstehen lässt.

Worauf ist bei der Pflanzenauswahl zu achten?

Himbeeren sollten Nachbarn bekommen, die einen anderen Nährstoffbedarf haben, sonst werden sie zu Konkurrenten. Außerdem sind sie Flachwurzler, die ihre Wurzeln nah an der Erdoberfläche ausbreiten, bis zu 1 m um ihre Basis. Nachbarswurzeln sollten ihnen dabei möglichst nicht in die Quere kommen. Als Waldpflanze verträgt sich die Himbeere gut mit anderen Waldpflanzen, aber auch mit einigen Gemüsesorten und Blühpflanzen. Nachfolgend werden die besten Nachbarn alphabetisch aufgeführt.

Gute Pflanznachbarn

Buschbohnen (Phaseolus vulgaris var. nanus)

Buschbohnen - Gartenbohnen - Stangenbohnen - Phaseolus vulgaris

Buschbohnen wachsen niedrig, sodass sich die langen Himbeerruten ungehindert entwickeln können. Ab Mai können sie an freien Stellen im Himbeerbeet gesät werden. Sie liefern uns nicht nur alsbald essbare Schoten, sie fördern auch die Gesundheit der Himbeeren. Wenn ihre Lebenszeit im Herbst zu Ende ist, lassen Sie die Wurzeln in der Erde. Sie sind mit Stickstoff angereichert, der bei Ihrer Zersetzung den Bodenspeicher auffüllt.

Erbsen (Pisum sativum)

Erbsen - Pisum sativum

Für Erbsen gilt das, was bereits zuvor für Buschbohnen gesagt wurde. Achten Sie jedoch darauf, niedrig wachsende Erbsensorten auszuwählen, damit sie den Beerenpflanzen kein Licht wegnehmen.

Farne (Pteridophyta)

Diese Waldbewohner zeigen sich mit ihren hübschen Wedeln auch im Garten überaus dekorativ. Doch ihr wahrer Nutzen für die Himbeeren spielt sich eher nebenbei und unbemerkt ab: Sie vertreiben den gefürchteten Himbeerkäfer. Farne sind mehrjährig und winterhart, eignen sich also als langjähriger Begleiter.

  • einen halbschattigen Platz finden
  • mit etwa 50 cm Abstand zur Himbeere pflanzen

Knoblauch

(Allium sativum)

Den Knoblauch mit seinen ätherischen Ölen fürchten Fliegen, Läuse, Käfer und Milben. Er ist zwar ein Flachwurzler, bleibt dabei aber so nah an der Erdoberfläche, dass er Himbeerwurzeln kaum berührt. Ihm wird auch nachgesagt, dass er das Aroma der Beeren verbessert.

Maiglöckchen (Convallaria majalis)

Als niedrig wachsende Pflanzen eignen sich Maiglöckchen als Unterpflanzung von Himbeeren bestens. Die langen Ruten spenden ihnen den gewünschten Schatten, während sie den Himbeerkäfer und damit auch seine schädlichen Würmer fernhalten.

Maiglöckchen - Convallaria majalis

Hinweis: Maiglöckchen sind stark giftig. Sie eignen sich daher nur für einen Garten, in dem ein verantwortungsvoller Umgang mit dieser Giftpflanze jederzeit sichergestellt ist. Wer kleine Kinder und Haustiere hat, sollte lieber darauf verzichten.

Ringelblumen (Calendula officinalis)

Wer Ringelblumen in der unmittelbaren Nachbarschaft hat, muss weder Milben, Läuse oder irgendwelche anderen Parasiten fürchten. Obwohl Ringelblumen so zahlreich und schön blühen, sind sie bescheidene Nährstoffverbraucher.

Ringelblume - Calendula officinalis

Tipp: Ringelblumen setzten nicht nur orangefarbene Akzente. Ihre Blüten sind in der Naturheilkunde wegen ihrer Wirkstoffe begehrt. Einige Mittel zum Wohle der Gesundheit lassen sich auch daheim einfach herstellen.

Schafgarbe (Achillea)

Schafgarbe - Achillea

Schafgarbe unterstützt die Fruchtbarkeit der Himbeeren, blüht schön und ist auch noch essbar. Dieses Wildkraut ist unverwüstlich, kann sich ohne unser Zutun stark ausbreiten. Es kann daher notwendig werden, hin und wieder

auszulichten.

Veilchen (Viola)

Veilchen - Viola

Die herrlich duftenden Veilchen können Himbeeren über ihre gesamte Lebensspane begleiten. Zunächst sporadisch hier und da eingepflanzt, weben sie mit der Zeit einen dichten Teppich. So wird verhindert, dass der Boden stark austrocknet. Das wirkt sich vorteilhaft sowohl auf das Wachstum als auch auf die Fruchtbildung von Himbeeren.

Vergissmeinnicht (Myosotis)

Vergissmeinnicht - Myosotis

Die kleinen blauen Blüten sind bei Romantikern beliebt, nicht jedoch bei Schädlingen, wie dem gefürchteten Himbeerkäfer. Die schwachzehrende Pflanze ist als langjähriger Begleiter geeignet. Wenn Sie die verblühten Blüten stehen lassen, wird sie sich selbst aussäen und im Nu den Boden rund um die Beerenpflanzen bedecken.

Zwiebeln (Allium cepa)

Zwiebel - Allium cepa

Zwiebeln vertreiben effektiv Blattläuse, die die Fruchtbildung der Beerenpflanze bedrohen können. Sie sind zwar ebenfalls Starkzehrer, suchen sich ihre Nährstoffe aber näher an der Erdoberfläche. Als Nachbarn stehen sie allerdings nur für ein Jahr zur Verfügung, müssen für die nachfolgenden vier Jahre in andere Beete umziehen.

Schlechte Nachbarn

Leider haben sich einige der am häufigsten im Hausgarten angebauten Pflanzen als schlechte Nachbarn für Himbeeren erwiesen, weil sie mit ihrer Anwesenheit die Ausbreitung der gefürchteten Verticillium-Welke begünstigen.

Namentlich sind das:

  • Auberginen
  • Erdbeeren
  • Kartoffeln
  • Paprika
  • Tomaten

Tipp: Die aufgelisteten Pflanzen sind nicht nur für eine Mischkultur ungünstig. Vermeiden Sie es auch, Himbeerbeete an Stellen anzulegen, wo diese schlechten Nachbarn im Jahr zuvor gestanden haben.