Die aus Westasien stammende Quitte (Cydonia oblonga) ist eine Frucht mit sehr langer Tradition. Unsere Urgroßeltern wussten die einst sehr begehrte Frucht noch zu schätzen. Heute gehört sie, zu Unrecht, zu den vergessenen Obstsorten. Dabei sind die Früchte echte Alleskönner. Aus ihnen lassen sich schmackhafte Gelees, Kompott, Quittenbrot und viele andere Leckereien zaubern. Zum Rohverzehr sind Quitten allerdings nicht geeignet.

Reifegrad von Quitten erkennen

Bis dieses Gehölz das erste Mal Früchte trägt, dauert es in der Regel zwischen vier und acht Jahre. Aber die lange Wartezeit lohnt sich auf jeden Fall. Zwischen Mai und Juni öffnet die Quitte ihre wunderschönen bis zu fünf Zentimeter großen Blüten, die allein sind schon eine Pracht. Aus ihnen entwickeln sich bis zum Spätherbst die Früchte. Im unreifen Zustand sind Quitten matt grün.
Sobald sie sich von einem blassen Gelb zu einem gleichmäßigen, satten und intensiven Gelb verfärben, sind sie reif. Der feine Flaum auf der Schale ist bei reifen Früchten verschwunden, die Schale ist glatt. Die Kerne ausgereifter Quitten sind

dunkel gefärbt. Auf eine erntereife Frucht deutet auch ein ausgeprägter, aromatischer Duft hin.

Die beste Erntezeit

Die Erntezeit beschreibt nicht unbedingt, wann Cydonia oblonga geerntet werden muss, sondern eher die Zeitspanne, in der die Ernte möglich ist. Quitten zählen zu den letzten Früchten des Jahres, da sie erst im Spätherbst ausgereift sind. Dabei hängt der richtige Erntezeitpunkt von der jeweiligen Sorte, der Witterung und davon ab, ob sie zeitnah nach der Ernte weiter verarbeitet oder länger gelagert werden sollen.

  • Ernte beginnt, wenn die Früchte kurz vor der Vollreife stehen
  • Je nach Region, Sorte und Klima, von Ende September bis Ende Oktober
  • Ernte teilweise auch bis in den November hinein
  • Oktober gilt als typischer Erntemonat für die Quitte
  • In milderen Regionen, Ernte oft schon Anfang Oktober möglich
  • Beispielsweise in der Pfalz, Baden-Württemberg oder im Westen Bayerns
  • Vorausgesetzt das Wetter spielt mit
  • Im Rest Deutschlands in der Regel erst Mitte oder Ende Oktober Erntezeit
  • Je nördlicher die
    Lage, desto länger benötigt die Quitte zum Reifen
  • Kälte bremst sie dabei eher aus
  • Lagerfähige Quitten weder zu früh noch zu spät bzw. zu reif ernten
  • Bester Erntezeitpunkt, wenn Farbe der Früchte von Grün in Gelb umschlägt
  • In diesem Reifezustand bis zu drei Monate lagerfähig
  • Wird noch früher geerntet, können sich Aroma und Geschmack nicht entwickeln
  • Typischer Quittenduft zu unreif geernteter Früchte bleibt aus, auch beim Nachreifen

Quitte - Cydonia oblonga - unreifFrüchte, die direkt nach der Ernte weiterverarbeitet werden sollen, können so lange am Baum oder Strauch bleiben, bis sie ausgereift und goldgelb sind, ihr volles Aroma und den typischen Quittenduft entwickelt haben. Der richtige Zeitpunkt zum Ernten sollte aber nicht verpasst werden, denn sind die Quitten zu reif, baut sich das Pektin in den Früchten ab, das Fruchtfleisch wird braunfleckig, Geschmack und Aroma lassen deutlich nach. Die letzten Früchte sollten abgeerntet sein, bevor die ersten länger anhaltenden Fröste drohen.

Tipp: Reicht der Platz im Garten für einen zweiten Baum, bietet es sich an, sowohl früh- als auch spät reifende Sorten anzubauen. So kann man über einen längeren Zeitraum Quitten ernten.

Richtig ernten

Quitten Cydonia oblonga sollten möglichst schonend geerntet und transportiert werden. Nur so lassen sich Druck- und Faulstellen vermeiden, die die Früchte schneller verderben lassen. Reife Früchte lassen sich in der Regel leicht vom Baum abdrehen. Bei

Quitten, die gelagert werden sollen, ist es wichtig, sie mit Stängel zu ernten. Früchte mit Druckstellen sollten ebenso wie Fallobst schnellstens verarbeitet werden.

Während der Lagerung nachreifen lassen

Zum Zeitpunkt der Ernte sind die meisten Früchte noch nicht voll ausgereift. Bei richtiger Lagerung reifen sie aber problemlos nach. Allerdings sollte man nur intakte Früchte nachreifen lassen.

  • Abgeerntete, intakte Früchte an einem kühlen Ort lagern
  • Beispielsweise in einem Keller oder frostfreien Schuppen
  • Je länger sie nachreifen, umso intensiver ist das Aroma
  • Auf ideale Lagerbedingungen achten
  • Optimale Lagertemperaturen zwischen null und zwei Grad
  • Bei diesen Temperaturen, Quitten bis zu drei Monate lagerfähig
  • Je höher die Temperaturen, desto schneller verderben die Früchte
  • Bei eher warmer Lagerung, die Früchte schnellstmöglich verarbeiten
  • Quitten nicht in unmittelbarer Nähe anderer Obstsorten aufbewahren
  • Das intensive Aroma der Quitten, leicht auf benachbartes Lagergut übertragbar
  • Es würde den Geschmack der Quitte annehmen
  • Quitten nicht übereinander liegend lagern
  • In gut belüftete Obststiegen oder ähnlichen Behältnissen nebeneinander auslegen
  • Früchte sollten sich möglichst nicht berühren
  • Quitten während der Lagerung regelmäßig auf Schad- oder Faulstellen kontrollieren
  • Betroffene Früchte immer sofort aussortieren und entsorgen

Tipp: Der Kühlschrank bzw. das Gemüsefach eignet sich nur für eine kurzzeitige Aufbewahrung von maximal zwei Wochen.