Wer an Tabakpflanzen denkt, frägt sich sofort, ob auch der Ziertabak Nikotin enthält. Im Gegensatz zu anderen Vertretern der Gattung Nicotiana ist Nicotiana x sanderae in keiner Form zum Rauchen geeignet, aber dank seines angenehmen Duftes ein gern gesehener Gast in der eigenen Wohnung und auf dem Balkon. Die Pflege der Zierpflanze ist recht einfach, doch sollten bestimmte Punkte beachtet werden.

Ziertabak im Porträt

Beim Ziertabak handelt es sich einen Hybriden klassischer Tabakpflanzen, der speziell auf die Nutzung als Duft- und Zierpflanze zielt. Die Pflanze ist recht klein im Ausmaß, kann aber Wuchshöhen von 40 bis 60 Zentimeter erreichen. Sie blüht im Zeitraum von Mai bis Oktober und zeigt sich dabei in üppigem Grün und einer Vielzahl von Blüten, die mit fünf Blütenblättern versehen sind. Diese präsentieren sich je nach Art in verschiedenen Farben, von weiß über rötlich bis zu purpur, was sie sehr beliebt macht als Balkon- und Topfpflanze, da sie sehr gut in Einzelstellung gedeiht.

Zusammen mit anderen Exemplaren kann sie ebenfalls angepflanzt werden und verwöhnt dabei das Auge durch die Farbgebung der Blüten. Das Nachtschattengewächs verfügt über einen intensiven Duft, der erst am Abend bemerkbar wird. Als einjährige Pflanze ist sie in keiner Form winterhart und sollte niemals mit Frost in Verbindung
kommen, sonst kann sie daran vergehen.

Standort

Wenn Sie sich für Ziertabak entscheiden, ist vor allem im Garten der Standort entscheidend für die Gesundheit der Pflanze. Sie verlangt einen sonnigen Standort, der vor Wind geschützt ist und wenn möglich warm ist. Kühle Temperaturen verträgt der Ziertabak aus Südamerika nicht so gut und die wohlriechenden Blätter können unter zu kalten und dunklen Orten leiden. Bei Nicotiana x sanderae gilt: je mehr Sonne die Pflanze aufnehmen kann, desto ausladender und größer werden die Blüten. Der Boden sollte folgendermaßen beschaffen sein:
  • stark durchlässig
  • nährstoffreich
  • sandig
So kann die Pflanze atmen und sich problemlos entfalten, was vor allem für den betörenden Duft der Pflanze sorgt. Aufgrund seiner Größe können bis zu neun Pflanzen pro Quadratmeter gesetzt werden. Tipp: Sonniger ist besser für den Ziertabak. Durch viel Sonne bleibt der Strauch kleiner, dafür intensiviert sich aber der Duft.

Anpflanzen im Frühjahr

Ziertabak schneidenWurde der Standort gewählt, muss nun der Boden vorbereitet werden. Da der Ziertabak große Ansprüche an den Boden und die Jahreszeit legt, muss vor allem auf den passenden Dünger und den richtigen Zeitpunkt geachtet werden. Beim Dünger freut sich der Tabak auf nährstoffreiche, organische Varianten, die frisch sind. Dazu eignet sich gut Kompost aus tierischen Stoffen, allen voran Horndünger, der aufgrund seines hohen Stickstoffgehalts perfekt geeignet ist für die Bedürfnisse des Nachtschattengewächses.

Andere tierische Dünger sind ebenfalls möglich, doch sollte darauf geachtet werden, den Boden nicht durch den Kompost zu übersäuern. Angepflanzt wird Nicotiana sanderae erst im späten Frühling, idealerweise nach den Eisheiligen, da hier die Gefahr für Spätfrost äußerst gering ist. Auf jeden Fall sollten Sie darauf achten, dass keine Gefahr mehr für Frost besteht, da dies fatal für die Pflanze ist.

Der Anbau im Detail:

1. Sobald Sie einen geeigneten Standort gefunden haben, entscheiden Sie sich für die Menge der Pflanzen, die Sie anpflanzen wollen. Beachten Sie dabei: zwischen einzelnen Exemplaren sollte ein Abstand von etwa 30 Zentimeter verfügbar sein, außer wenn Sie flächendeckend anpflanzen wollen. In diesem Fall passen etwa neun Pflanzen auf einen Quadratmeter.

2. Mischen Sie eine großzügige Menge an Kompost unter die Erde. So kann sich die Pflanze sofort auf das Wachstum einstellen.

3. Setzen Sie nun die Pflanzen in die Erde.

4. Nach dem Einpflanzen sollten Sie den Ziertabak nun ausgiebig gießen.

Kübelpflanzung

Eine Kübelpflanzung des Ziertabaks ist aufgrund der geringen Größe und der kurzen Lebensdauer der Pflanze sehr einfach. Dazu wählen Sie einen Topf, der einen Durchmesser von etwa 30 Zentimeter hat und über eine Form von Drainage verfügt. Füllen Sie diesen entweder mit nährstoffreicher Blumenerde oder einem Substrat für Balkonpflanzen. Setzen Sie die Pflanze anschließend in den Topf und gießen Sie das Exemplar. Hier gilt für den Standort am besten ein Balkon oder Fenster in Südrichtung, damit der Ziertabak über genügend Wärme und Sonnenschein verfügt. Sie müssen sich keine Sorgen machen, dass der Tabak verbrennen könnte, achten Sie nur darauf, dass er nicht zu viel Wind abbekommt.

Gießen

Der Ziertabak benötigt ausreichend Wasser, verträgt aber dennoch Trockenheit sehr gut. Trotzdem sollte Nicotiana sandarae niemals zu trocken werden, da sonst die Wurzeln absterben. Je wärmer es ist, desto öfter können Sie gießen. Orientieren Sie sich beim Gießen einfach an der Erde, denn diese ist der beste Anhaltspunkt für die Menge an Wasser, die die Pflanze zum Überleben benötigt. Bitte beachten: Tabakpflanzen werden niemals von oben gegossen, da zuviel Wasser auf den Blättern zu Mehltau führen kann. Gießen Sie nur von untern und dort ausgiebig.
Dadurch garantieren Sie eine gute Wasserversorgung, besonders in anhaltenden Trockenperioden. Leitungswasser ist für die Pflanzen unproblematisch, da sie eine hohe Verträglichkeit zu Kalk haben.

Düngen

Der Ziertabak ist ein hungriges Nachtschattengewächs, das häufig gedüngt werden sollte. Das Düngen unterscheidet sich vom Standort im Garten zur Kübelpflanze. Für Exemplare im Garten gehen Sie wie folgt vor:

1. Verwenden Sie zum Düngen einen Mehrnährstoffdünger, den Sie in jedem Gartencenter oder Baumarkt finden können. Als Alternative bietet sich eine Brennnesseljauche in schwacher Konzentration an.

2. Düngen Sie die Pflanze von Anpflanzen im Frühling bis zum Ende der Blütezeit im Oktober wöchentlich.

3. Achten Sie dabei darauf, nur feuchte Erde mit dem Dünger zu benetzen. Ist die Erde zu trocken, verbrennen die Wurzeln und der Ziertabak stirbt.

Kübelpflanzen werden folgendermaßen gedüngt:

1. Da sich diese Exemplare im Topf befinden, beziehen sie keine Nährstoffe aus der Umgebung, können aber aufgrund ihres isolierten Standorts gut mit Düngestäbchen versorgt werden. Hierfür eignen sich ebenfalls handelsübliche Düngestäbchen, die für blühende Pflanzen vorgesehen sind. Diese Vergabe erfolgt alle drei Monate.

2. Ebenfalls können Sie einen Flüssigdünger wöchentlich verabreichen. Dafür nutzen Sie am Besten einen organischen Dünger, da Ziertabak anorganische Dünger nicht so gut verarbeiten kann.

3. Als dritte Möglichkeit bieten sich Langzeitdünger an. Diesen je nach Packungsangabe verabreichen. Dies stellt die einfachste Methode dar und ist ebenso effektiv wie die beiden oben genannten Dünger. Ziertabak ist nicht anspruchsvoll was das Düngen angeht, solange sie regelmäßig gedüngt wird.

Schnitt

Ziertabak schneidenAufgrund der Wuchsform als einjährige Pflanze ist ein Rückschnitt allgemein beim Ziertabak nicht erforderlich. Einjährige Pflanzen vergehen über den Winter und müssen im Folgejahr neu angepflanzt oder ausgesät werden. Trotzdem bieten sich zwei Schnitte für den Ziertabak an, die vor allem vom Standort abhängig sind:
  • Pflegeschnitt
  • Rückschnitt bei Kübelpflanzen

Pflegeschnitt

Der Pflegeschnitt ist notwendig beim Ziertabak, um das Blühen und Austreiben über den Sommer und Frühling anzuregen. Mit der Zeit verblühen viele der Blüten und es kann passieren, dass einzelne Pflanzenteile austrocknen. Sie sollten diese Pflanzenteile regelmäßig überprüfen und falls Sie verwelkte Blüten und vertrocknetes Pflanzenmaterial erkennen, dieses mit einer scharfen Schere entfernen.

Die Pflanze erleidet bei genügend Sonne und ausreichend Dünger keine Verletzungen. Beim Pflegeschnitt sollten Sie darauf achten, so wenig wie möglich von der jeweiligen Stelle zu schneiden. Somit regen Sie das Wachstum der Pflanze an und sorgen für einen gesunden Wuchs. Wenn Sie Ihre Tabakpflanze etwas buschiger und aromatischer wünschen, können Sie ihn immer mal wieder an den Spitzen stutzen. Die Pflanze wächst sehr schnell und bildet durch diese Maßnahme verspätete aber intensiv duftende Blüten aus.

Rückschnitt

Der Rückschnitt eines Ziertabaks erfolgt ausschließlich, falls dieser in einem Topf im Wintergarten oder dem Haus überwintert. Da der Tabak immer weiter wächst, sobald er nicht durch den Rhythmus der Jahreszeiten verendet, kann er innerhalb eines Winter stark austreiben und recht groß werden. Falls Sie die Pflanze im Folgejahr wieder im Garten anpflanzen oder auf Ihren Balkon stellen wollen, empfiehlt sich ein Rückschnitt. Beim Rückschnitt achten Sie vor allem darauf, abzweigende Triebe zu entfernen und allgemein eine einheitliche Form zu erzielen.

Verwenden Sie für den Rückschnitt ausschließlich eine saubere Schere, um die Triebe nicht unnötig zu quetschen oder zu verletzen. Orientieren Sie sich beim Schnitt an der ursprünglichen Form aus dem Frühjahr und scheuen Sie sich nicht, den Ziertabak stark zurückzuschneiden. Der Rückschnitt erfolgt kurz vor dem Pflanzen in den Garten und die Pflanze sollte danach genügend Wasser bekommen. Achten Sie nun noch stärker darauf, den Ziertabak keinem Frost auszusetzen.

Vermehrung

Der große Vorteil bei der Vermehrung von Ziertabak ist die einfache Aussaat. Wenige Samen reichen schon aus, um viele, kräftige Pflanzen zu ziehen, die sich mit ihrem Duft und den wunderschönen Blüten präsentieren. Für die Vermehrung können Sie entweder Samen Ihrer eigenen Exemplare oder Samen aus dem Handel verwenden. Achten Sie bei gekauften Samen aber unbedingt auf die Qualität, denn sonst werden Sie frustriert sein von Pflanzen, die sich nur schwach präsentieren. Die Aussaat erfolgt schon im März in der Wohnung oder dem Gewächshaus und ermöglicht starke Tabakpflanzen, die sich ab Ende Mai mit ihrer Blütenpracht in Szene setzen. Das Vermehren erfolgt in zwei Schritten:
  • Keimen
  • Wachstum der Jungpflanze

Keimen

1. Sie benötigen zum Auskeimen der Samen neben dem Saatgut ein Substrat, hierfür eignet sich am besten Kakteenerde oder Quelltöpfe mit Torf, die an einen sonnigen Standort innerhalb der Räumlichkeiten gestellt werden.

2. Ziertabak ist ein Lichtkeimer

und aus diesem Grund werden die Samen auf das Substrat gelegt und leicht eingedrückt.

3. Feuchten Sie die Samen mit Wasser an, am besten über eine Sprühflasche.

4. Halten Sie das Substrat die gesamte Zeit über feucht, dafür nutzen Sie zusätzlich eine lichtdurchlässige Folie, damit die Feuchtigkeit im Substrat bleibt.

5. Es empfiehlt sich, die Folie täglich zu wechseln oder anzuheben, um eine Schimmelbildung zu vermeiden.

6. Sobald erste Keimlinge zu sehen sind, wird die Folie entfernt, damit die Keimlinge weiterwachsen können.

Jungpflanze

1. Ab Mitte April können die kräftigsten Exemplare in einzelne Töpfe gesetzt werden. Orientieren Sie sich beim Substrat an den Informationen für das Anpflanzen des Ziertabaks.

2. Diese Kultivierung ermöglicht den stärksten Exemplaren eine gute Wurzelbildung innerhalb der Töpfe, sodass Sie ab Mitte Juni in den Garten gesetzt werden können.

3. Es empfiehlt sich, die jungen Pflanzen tagsüber für einige Stunden ins Freie zu stellen und am Abend wieder hereinzuholen. So werden sie abgehärtet und der Wuchs des Wurzelwerks wird angeregt.

Überwintern

Ziertabak schneidenAufgrund der hohen Frostempfindlichkeit darf der Ziertabak niemals im Garten über den Winter gehalten werden. Der Wintergarten bietet sich dafür besser an, doch darf es niemals zu kalt werden und das Gewächs darf zudem nicht in Berührung mit Frost kommen, sonst verendet es innerhalb kurzer Zeit. Ein Lagern bei Zimmertemperatur ist ebenfalls nicht zu empfehlen, da der Ziertabak sonst ein gefundenes Fressen für Spinnmilben darstellt.

Wenn Sie Ihre Exemplare über den Winter aus dem Garten holen wollen, bieten sich Blumentöpfe dafür hervorragend an. Dieser Schritt erfolgt noch vor dem ersten Frost. Gelagert werden die Pflanzen bei einer Temperatur von zehn bis 15°C und gegossen wird regelmäßig, damit die Erde nur etwas feucht bleibt. Überwässern Sie den Ziertabak nicht, sonst leiden die Wurzeln.

Tipp: Ist der Winter sehr mild, können Samen des Ziertabaks in der Erde überwintern. Im Frühling ist es möglich, dass die Samen austreiben und neue Pflanzen bilden.

Wissenswertes

Nicotiana x sanderae verfügt über eine kaum wahrnehmbare Konzentration an Nikotin, die sich vor allem in den Blättern der Pflanze findet. Da sie ein Nachtschattengewächs ist, sollte auf den rohen Verzehr der Pflanze verzichtet werden. Nachtschattengewächse verfügen über Inhaltsstoffe wie Cumarin, die bei übermäßigem Verzehr schlecht auf die Gesundheit wirken.