Schon seit einigen Jahren erfreut sich die Bananenpflanze als Zimmerpflanze in den hiesigen Breitengraden immer größerer Beliebtheit. Die Pflege der dekorativen Musa ist recht unkompliziert, jedoch muss ihr ein gewisser Raum geboten werden, denn die tropischen Stauden können auch in der Wohnung sehr groß und ausladend werden. Die mehrjährige Banane ist nicht winterhart und sollte daher immer im Kübel kultiviert werden.

Standort

Wird der Bananenpflanze der ideale Standort geboten, dann wird sie dies mit einem langen Leben danken. Bei der passenden Standortwahl ist vor allem darauf zu achten, dass sie keinerlei Zugluft verträgt. Allerdings muss der gewählte Standort ausreichend Helligkeit bieten können. So könnten die passenden Standorte für die Bananenpflanze in einem Wohnraum wie folgt aussehen:
  • in einer hellen Zimmerecke
  • direkt neben einem Südfenster
  • auch Ost- oder Westfenster sind geeignet
  • neben einer Terrassen- oder Balkontüre
  • im Sommer windgeschützt ins Freie
  • Jungpflanzen nicht der direkten Sonne aussetzen
  • Luftfeuchtigkeit sollte mindestens 50 % betragen
Ist es im Zimmer, zum
Beispiel auch über die dunkle Jahreszeit für die Bananenpflanze nicht hell genug, dann hilft hier auch eine Pflanzlampe weiter, die direkt auf die Staude gerichtet wird. Dies hat neben der Helligkeit auch den Vorteil, dass die Pflanze im Raum dekorativ in Szene gesetzt wird.

Tipp: Die Musa muss im Freien auf Terrasse oder Balkon windgeschützt stehen, da ansonsten die Blätter einreißen könnten.

Pflanzen

Banane - Musa basjooIm gutsortierten Gartenfachhandel sind Bananenpflanzen im Kübel in verschiedenen Größen erhältlich. Da hier jedoch auch das verwendete Substrat bereits alt sein kann oder nicht genügend Nährstoffe mehr besitzt, ist es immer ratsam, die neu gekaufte Pflanze so zeitnah wie möglich in ein passendes Gefäß zu pflanzen. Hierbei sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • Drainage gegen Staunässe anlegen
  • Tonscherben, Blähton oder Steine über dem Abflussloch
  • hierüber Pflanzenvlies
  • einen Teil der Erde einfüllen
  • Pflanze vorsichtig dem alten Topf entnehmen
  • einsetzen und restliche Erde einfüllen
  • Topf ein paarmal auf den Boden stucken
  • so verteilt sich die Erde besser
  • leicht angießen
  • Auffangteller nach einer halben Stunde abgießen
Tipp: Der Kübel für die Bananenpflanze sollte nicht zu groß sein, denn ansonsten könnte es passieren, dass die Staude ungehindert wächst und sehr groß wird. Gerade mit dem Gefäß kann so auch die gewünschte Größe der dekorativen Pflanze beeinflusst werden.

Substrat & Boden

Große Ansprüche an das Substrat stellt die Musa nicht. So sind ihr alle Böden recht, wenn diese gut wasserdurchlässig sind. Denn Staunässe wird von der Staude gar nicht vertragen und kann zum Absterben führen. So kann für die im Gefäß kultivierten Pflanzen handelsübliche Erde für Kübelpflanzen genutzt werden.

Gießen

Für das Gießen der Bananenpflanze wird ein wenig Fingerspitzengefühl benötigt. Denn sie darf weder zu viel noch zu wenig Wasser erhalten. So ist stehende Nässe auf jeden Fall zu vermeiden. Doch auch Trockenheit, vor allem im heißen Sommer, verträgt die Pflanze nicht gut. So sollte beim Gießen auf das Folgende geachtet werden:
  • mit kalkfreiem Regenwasser gießen
  • alternativ gefiltertes Leitungswasser nutzen
  • Fingertest auf der Erde machen
  • ist die Erde noch feucht, auf Gießen verzichten
  • kein Wasser im Unterteller stehen lassen
  • für die Bananenstaude eignet sich ein Feuchtigkeitsmesser
  • je größer die Blätter, desto mehr Wasser
  • trockene Blattränder heißt Wassermangel
Tipp: Da die Bananenstaude eine hohe Luftfeuchtigkeit wünscht, sollte sie täglich mit kalkfreiem Wasser besprüht werden. Auch ein Luftbefeuchter, der in der Nähe der Pflanze aufgestellt wird, ist hilfreich.

Düngen

Banane - Musa basjooDie im Zimmer kultivierte Bananenpflanze wird das ganze Jahr über gedüngt. Hierbei ist jedoch darauf zu achten, dass sie vom Frühling bis Herbst eine wöchentliche Düngung erhält. Im Winter kann sie dann monatlich gedüngt werden. Für die Staude eignet sich ein spezieller Flüssigdünger für Bananenstauden aus dem gut sortierten Gartenfachhandel.

Schneiden

Einen Rückschnitt benötigt die
Musa nicht. Wird sie jedoch zu groß, dann kann es unter Umständen sein, dass hier einzelne, sehr große und in die Breite gewachsene Blätter entfernt werden müssen. Auch kann bei einer Winterruhe im kühlen und dunklen Raum die Staude bis zur Basis zurückgeschnitten werden. Sie treibt dann im nächsten Frühjahr mit neuen Blättern wieder aus. Ansonsten sollte hier Folgendes beachtet werden:
  • gelbe Blätter entfernen
  • Blätter mit braunen Stellen entfernen
  • durch vom Wind zerrissene Blätter entfernen
Die Blätter werden jeweils direkt an der Basis mit einem scharfen Messer abgeschnitten. Das gewählte Schneidewerkzeug sollte immer scharf und desinfiziert sein. Für die Desinfektion kann reiner Alkohol aus der Apotheke oder ein spezielles Mittel aus dem Gartenfachhandel genutzt werden.

Umtopfen

Die Musa wächst sehr schnell, daher benötigt sie ab und an auch ein größeres Gefäß. So darf sie auch jedes Jahr umgetopft werden. Der richtige Zeitpunkt ist hierfür direkt nach dem Winter, bevor die Pflanze wieder neue Blätter austreibt. Es sollte jedoch immer nur ein geringfügig größerer Topf gewählt werden, ansonsten wird die Banane zu schnell zu groß. Beim Umtopfen wird wie unter dem Punkt "Pflanzen" erklärt vorgegangen.

Tipp: Da die Bananenpflanzen mit den Jahren immer größer werden und so eine stattliche Höhe erreichen können, bietet es sich an, das Umtopfen zu Zweit durchzuführen. Denn so kann Einer die Pflanze dem alten Gefäß nach oben entnehmen, während der Andere den Kübel vorsichtig nach unten zieht.

Vermehren

Bananenpflanzen vermehren sich in der Regel von selbst, denn sie bilden Ableger, die sogenannten Kindel. Diese wachsen direkt aus der Basis heraus. Der Vorteil für die Vermehrung durch die Ableger ist vor allem, dass es sich hierbei bereits um fertige Pflanzen handelt, die nur noch abgetrennt und in einen eigenen Topf gesetzt werden müssen. So wird bei der Vermehrung wie folgt vorgegangen:
  • Arbeit einfach beim Umtopfen durchführen
  • hier können die Ableger einfach entfernt werden
  • direkt an der Basis abschneiden
  • scharfes und desinfiziertes Messer nutzen
  • Ableger in Topf mit Erde setzen
  • direkt an neuen Standort
  • hell und warm
  • Erde feucht halten
  • neue Wurzeln zeigen sich schnell
Tipp: Das Vermehren durch die Ableger gelingt einfach und geht schnell. Gerade, wenn die vorhandene Bananenstaude schon älter ist, lohnt es sich, diese zu vermehren. Denn ist sie in einem Alter, in dem sie Früchte tragen könnte, dann stirbt sie nach der ersten Fruchtbildung ab.

Aussaat

Banane - Musa basjooDie Musa kann ganz einfach ausgesät werden. Die Samen hierfür sind im Handel erhältlich. Natürlich dauert es bei diesem Verfahren länger, bis die Pflanze groß geworden ist. Doch für Hobbygärtner ist es oft auch eine Freude zu sehen, wie die kleinen Pflanzen langsam heranwachsen. So sollte bei der Aussaat der Bananenpflanze wie folgt vorgegangen werden:
  • Topf mit Torf-Sand-Gemisch füllen
  • Samen leicht in Erde stecken
  • Erde feucht halten
  • Gefäß mit durchsichtiger Folie bedecken
  • alternativ PET Flasche nutzen
  • hiervon den Flaschenhals abschneiden
  • umgedreht über den Topf stellen
  • täglich gut lüften
Die Töpfe mit dem Samen benötigen einen hellen und warmen Standort, Temperaturen von über 25° Celsius sind ideal. Hier kann auch mit einer Heizlampe nachgeholfen werden. Haben sich die ersten Keimlinge gezeigt, wird die Abdeckung entfernt. Werden die kleinen Pflanzen größer werden sie in eigene Töpfe pikiert und warm und hell gestellt. Mit dem Einsprühen der Blätter mit Wasser sollte nun begonnen werden.

Überwintern

Auch wenn es sich bei der Bananenpflanze in den hiesigen Breitengraden um eine ganzjährige Zimmerpflanze handelt, so benötigt sie im Winter dennoch eine andere Behandlung und eine gewisse Winterruhe. Das warme Wohnzimmer ist hierfür nicht der geeignete Standort. Bei der Überwinterung kommt es jedoch auch immer auf die Sorte der Musa an. Wichtig für alle Sorten ist bei der Überwinterung jedoch das Folgende:
  • auch im Winter genügend Licht und Helligkeit
  • gerne auch mit Pflanzlampe
  • Temperatur bei etwa 10° Celsius
  • helles Treppenhaus ideal
  • unbeheizter Wintergarten
  • je dunkler der Raum, desto kälter
  • immer frostfrei
  • für längere Zeit nicht kälter als 5° Celsius
Je kälter und dunkler es ist, desto weniger Wasser
benötigt die Pflanze auch. Gerade für einen dunklen Winterstandort sollte die Bananenpflanze zurückgeschnitten werden. Hierfür werden alle Blätter der Staude entfernt. Sobald die Pflanze dann wieder heller und wärmer gestellt wird, treibt sie wieder neu aus.

Tipp: Wenn die Bananenpflanze im Winter an einen dunklen und kalten Winterstandort verbracht und vorher zurückgeschnitten wird, dann kann auf diese Weise auch das Wachstum eingedämmt werden. Die Pflanze kann so über die Vegetationszeit auch einen Standort in der Wohnung beziehen, der nicht so viel Platz bietet.

Fruchtbildung

Banane - Musa basjooJe nach Sorte der Bananenpflanzen können sich durchaus Früchte an den Stauden bilden. Diese reifen ohne Bestäubung und können sich daher auch bei reinen Zimmerpflanzen an dem hierfür verantwortlichen Rhizom bilden. Doch meist dauert es viele Jahre. Auch die Bedingungen von Standort und Pflege müssen hierfür optimal sein. Leider stirbt die Pflanze ab, wenn sie einmal Früchte gebildet hat. Doch durch ihre Kindel kann sie bereits vorher leicht vermehrt werden.

Pflegefehler, Krankheiten oder Schädlinge

Werden die Blätter am Rand oder bereits schon insgesamt braun, dann ist dies ein Anzeichen dafür, dass sich die Pflanze nicht wohl fühlt. Die braunen Blätter weisen so entweder auf einen Wassermangel hin, auch eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann die Ursache sein. So sollten die braunen Blätter entfernt werden, da diese die Pflanze schwächen. Die Pflanze sofort ausreichend gießen und einsprühen. Hilfreich ist auch, einen Luftbefeuchter in direkter Nähe zur Musa aufzustellen. Zudem können die folgenden Schädlinge die Bananenpflanze befallen:
  • Spinnmilben
  • Wollläuse
  • befallen in der Regel im Winterquartier
  • wenn Pflanze zu trocken ist
  • wenn der Raum sehr kühl ist
  • regelmäßig Pflanze in Augenschein nehmen
  • Insektizid einsetzen
  • mit feuchtem Tuch die Blätter abwaschen
  • Pflanze öfter gießen und Luftfeuchtigkeit erhöhen
  • ein wenig wärmer stellen
Tipp: Gibt es keinen anderen Raum zur Überwinterung dann hilft hier auch eine Wärmelampe, die die Temperatur rund um die Pflanze leicht erhöhen kann.