Beim Osterkaktus, dessen botanischer Name Hatiora gaertneri lautet, handelt es sich um eine sehr dankbare und vor allem relativ anspruchslose Zimmerpflanze. Er wächst in gegliederten Trieben und bildet in den Monaten März und April, also ungefähr in der Osterzeit, prachtvolle Blüten aus. Ihn tatsächlich zum Blühen zu bringen ist keine große Kunst - immer vorausgesetzt natürlich, es stimmen Standort und Pflege.

Art

Hatiora gaertneri, der Osterkaktus, gehört zur Familie der Kakteengewächse. Er stammt ursprünglich aus Brasilien und kommt dort vor allem in den Bundesstaaten Rio Grande do Sul und Santa Catarina vor. Typischerweise wächst er in der freien Natur vor allem in höheren Lagen von 350 bis 1 300 Metern. Das mag ein Grund dafür sein, warum er sich sowohl in der Form als auch in den Ansprüchen zum Teil deutlich von den meisten anderen Kakteenarten unterscheidet.

Beliebt ist die Pflanze bei uns vor allem wegen ihrer gegliederten, sattgrünen Triebsegmente und den prachtvollen, trichterförmigen Blüten, die sich zumeist im März und im April ausbilden und mehrere Wochen bestehen bleiben. Mit seinem botanischen Namen wird der deutsche Arzt und Botaniker Karl F. Gaertner geehrt.

Hinweis: Bei den Osterkakteen, die bei uns als Zimmerpflanzen kultiviert werden, handelt es sich in der Regel um spezielle Züchtungen bzw. Varietäten von Hatiora gaertneri, die so in der freien Natur nicht vorkommen.

Blüte

Osterkaktus - Rhipsalidopsis - HatioraÄhnlich wie der sogenannte Weihnachtskaktus wird der Osterkaktus in unseren Wohnungen vor allem seiner Blüten wegen kultiviert. Man wartet häufig förmlich darauf, dass sie sich um die Osterzeit herum ausbilden. In der Regel blüht die Pflanze auch in den Monaten März und April. Damit dies allerdings tatsächlich der Fall ist, müssen vor allem die Standortbedingungen und die Pflege stimmen. Außerdem muss die Pflanze eine ausreichend lange Ruhezeit hinter sich haben. Wurden diese Faktoren nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt, kann es zu erheblichen Verzögerungen bei der Blüte kommen. Häufig bleibt sie dann auch komplett aus.

Düngen

Kakteen sollten grundsätzlich nur sehr sparsam gedünkt werden. Das gilt natürlich auch für den Osterkaktus. Dabei greift man am besten ausschließlich auf Kakteendünger aus dem Fachhandel zurück und verabreicht den nach der Dosierungsempfehlung des jeweiligen Herstellers. Gedüngt werden darf ausschließlich in der Zeit von April bis September. Düngestäbchen mit Langzeitdünger ist dabei der Vorzug vor Flüssigdünger zu geben.

Gießen

Der Osterkaktus darf nur sehr sparsam gegossen werden. Wie alle anderen Kakteen auch speichert er das Wasser im Pflanzkörper und gibt nur sehr wenig Flüssigkeit auf dem Weg der Verdunstung über seine Triebglieder ab. In der Regel reicht es vollkommen aus, ihn circa einmal pro Woche zu gießen. Nach dem Gießen müssen unbedingt die Wasserreste aus dem Untersetzer komplett entfernt werden. Es gilt grundsätzlich: Die Erdoberfläche darf antrocknen, das Erdreich sollte aber nicht komplett austrocknen. Empfehlenswert ist übrigens auch, den Osterkaktus einmal im Monat mit leicht lauwarmen Wasser einzusprühen, um ihn von Staub zu befreien. Anschließend muss er jedoch mit einem Tuch trocken gewischt werden. Über die Lichtbrechung der Wassertropen kann es sonst nämlich zu erheblichen Verbrennungen an den Triebgliedern kommen.

Pflanzsubstrat

Osterkaktus - Rhipsalidopsis - Hatiora

Hatiora gaertneri gedeiht am besten in lockerer, durchlässiger Kakteenerde. Diese besorgt man sich entweder fertig abgemischt aus dem Fachhandel oder bereitet sie zu Hause selbst zu. Dazu benötigt man:
  • herkömmliche Blumenerde
  • Sand
  • Ton

Diese drei Komponenten werden dann in einem Verhältnis von 2:1:1 gründlich miteinander vermengt. Dabei sollen sich Erde, Sand und Ton möglichst gleichmäßig verteilen. Im Pflanztopf empfiehlt sich dann noch die Kombination mit einer Drainage aus Steinen oder Tonscherben. Wichtig ist, dass das Gießwasser stets gut abfließen kann und es nicht zu Staunässe kommt.

Standort

Kakteen lieben die Sonne und kommen normalerweise auch mit dauerhafter, direkter Sonneneinstrahlung problemlos zurecht. Beim Osterkaktus sieht das allerdings etwas anders aus. Sicher, auch er mag es grundsätzlich warm und hell. Die pralle Mittagssonne bekommt ihm hingegen ganz und gar nicht. Auch ein starker Luftdurchzug ist so ganz und gar nicht seine Sache. Der ideale Standort für Hatiora gaertneri sollte deshalb folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • hell, mit Morgen- und Abendsonne
  • keine direkte Mittagssonne
  • vor Durchzug geschützt
  • grundsätzlich warmer Standort
  • ausreichend Platz, um sich entfalten zu können

Osterkaktus - Rhipsalidopsis - HatioraDie Temperatur am gewählten Standort sollte in der Zeit von Oktober bis hin zur Blüte zwischen 15 und 20 Grad Celsius betragen. Wird der Osterkaktus auf einer Fensterbank platziert, sollte stets ein gewisser Abstand zur Fensterscheibe bestehen. Die Glasscheibe hat von sich aus eine gewisse Filterfunktion in Bezug auf die Sonnenstrahlen. Mit etwas Abstand zur Scheibe wird diese Funktion noch verstärkt. Im Sommer kann Hatiora gaertneri auch auf den Balkon oder in den Garten gestellt werden. Allerdings sollte man ihn schrittweise an die neue Umgebung gewöhnen.

Tipp: Die Pflanze zunächst täglich nur für wenige Stunden tagsüber im Freien platzieren. Nach circa einer Woche kann sie dann dauerhaft im Sommer draußen verbleiben.

Kurz vor und während der Blütezeit sollte der Standort auf keinen Fall verändert werden. Schon das geringfügige Verschieben des Pflanztopfes kann unter Umständen dazu führen, dass die Blüte verzögert wird, ganz ausbleibt oder nur sehr kurz ausfällt. Am besten man bewegt die Pflanze in dieser Zeit gar nicht.

Hinweis: Steht der Osterkaktus während des Sommers draußen, muss er spätestens dann wieder ins geschützte Haus, wenn die Temperaturen unter die Marke von zehn Grad Celsius fallen. Die Pflanze hat praktisch keine Kältetoleranz.

Überwintern

Hatiora gaertneri braucht während der Wintermonate unbedingt eine ausgedehnte Ruhephase. Es muss also überwintert werden. Ab Anfang November wird er deshalb an einen Standort mit weniger Licht verfrachtet. Die Temperatur dort sollte sich in einer Spanne von zehn bis 15 Grad Celsius bewegen. Die unter Grenze darf dabei auf keinen Fall unterschritten werden. Das Düngen wird in dieser Zeit komplett eingestellt. Auch die Wassergaben müssen erheblich reduziert werden. Die Ruhephase sollte sich auf jeden Fall bis Mitte Februar erstrecken.

Umtopfen

Wird der Osterkaktus zu groß für sein bisheriges Pflanzgefäß, muss zwingend umgetopft werden. Das Umtopfen selbst sollte stets im zeitigen Frühjahr erfolgen. Es muss dabei mit größter Vorsicht vorgegangen werden, um Beschädigungen des Wurzelwerks zu verhindern. Beim Umtopfen sollte auch das komplette Pflanzsubstrat erneuert werden. Im ersten Jahr nach dem Umtopfen kann man übrigens getrost auf das Düngen verzichten.

Vermehren

Osterkaktus - Rhipsalidopsis - HatioraHatiora gaertneri lässt sich ausgesprochen leicht vermehren. Man nutzt dabei das Prinzip der Stecklingsvermehrung. So geht man konkret vor:

  • einen zehn bis 15 Zentimeter langen Trieb aus einem oder zwei Gliedern abschneiden
  • dabei ein sehr scharfes Messer verwenden
  • Quetschungen unbedingt vermeiden
  • den Ableger in Kakteenanzuchtsubstrat stecken
  • an einen hellen Standort bringen
  • direkte Sonneneinstrahlung vermeiden

Das Anzuchtsubstrat lässt sich leicht selbst herstellen, indem man Blumenerde und Sand im Verhältnis 2:1 mischt. Das Substrat sollte stets feucht gehalten werden, darf aber unter keinen Umständen so richtig nass sein. Nasch rund vier bis sechs Wochen sollten sich an dem Ableger die ersten neuen Triebe ausbilden. Alternativ lässt sich der Osterkaktus auch aus Samen ziehen, die man im Fachhandel erhält. Sie werden einfach auf das feuchte, nicht nasse Substrat gelegt und anschließend mit einer Haube abgedeckt (Treibhaus-Prinzip). Nach etwa drei Wochen bilden sich dann Sämlinge aus. Haben diese eine Größe von zwei bis drei Zentimetern erreicht, kann die Haube entfernt werden. Der Kakteennachwuchs kommt dann bereits bestens mit dem normalen Raumklima

zurecht.