Das Indische Blumenrohr ist eine vergleichsweise pflegeleichte Pflanze, die problemlos im Kübel kultiviert werden kann. Sie verschönert Innenhöfe oder Gärten und setzt durch ihre lange Blütezeit leuchtende Akzente.

Standort

Zur Pflege des Indischen Blumenrohrs gehört es, den richtigen Standort zu wählen. Die Canna indica bevorzugt sonnige Plätze, an denen sie ausreichend Schutz erhält. Ideal sind daher beispielsweise Innenhöfe, die Nähe zu einer Mauer oder zwischen größeren Pflanzen, die das Indische Blumenrohr jedoch nicht beschatten dürfen.
Ideal sind auch Balkone oder Terrassen, Wassergärten und Steingärten an warmen und sonnigen Standorten.

Substrat

Bei dem Substrat ist das Indische Blumenrohr nicht anspruchsvoll oder empfindlich, sondern ausgesprochen pflegeleicht. Der Boden kann lehmig oder sandig sein und sogar einen hohen Kalkgehalt aufweisen. Wichtig sind allerdings die folgenden Punkte:

  • humusreich
  • hoher Nährstoffgehalt
  • durchlässig
  • nicht zum Verdichten neigend

Kübelkultur

Die Canna indica ist frostempfindlich und eignet sich daher nicht zum

Pflanzen ins Freiland. Stattdessen sollte sie in einem Kübel kultiviert werden. Die Staude sollte ein Pflanzgefäß erhalten, das die folgenden Merkmale aufweist:
  • guter Wasserabfluss, beispielsweise durch eine Drainage-Schicht und Abflusslöcher
  • hohe Standsicherheit aufgrund der Größe der Pflanze
  • ausreichendes Volumen, wenigstens zehn Liter fassend

Gießen

Da die Pflanze Kalk gut toleriert, kann zum Gießen normales Leitungswasser verwendet werden. Es muss weder abstehen, noch ist das Sammeln von Regenwasser erforderlich. Weiches Wasser ist langfristig dennoch die bessere Wahl, da die Qualität des Substrats unter zu viel Kalk leiden kann. Es muss zudem darauf geachtet werden, dass die Erde nie vollständig austrocknet. Wassergaben sollten daher erfolgen, sobald die oberste Schicht abgetrocknet ist.

Düngen

Zur Pflege der indischen Blühpflanze gehört auch die Düngung. Wenn das Gewächs ab Mitte Mai ins Freiland gestellt wird, kann auch mit der gesteigerten Nährstoffversorgung begonnen werden. Eine Ausnahme stellt es dar, wenn die Pflanze gerade umgetopft und mit nährstoffreicher Erde versorgt wurde. Im ersten Jahr nach dieser Maßnahme ist sie ausreichend mit den für das Wachstum entscheidenden Substanzen versorgt und eine zusätzliche Düngung ist nicht erforderlich.

Ab dem zweiten Standjahr benötigt Indisches Blumenrohr dann jedoch wieder eine wöchentliche Nährstoffversorgung mit Flüssigdünger für Blühpflanzen. Die zusätzlichen Nährstoffe werden von Mitte Mai bis spätestens September in das Gießwasser gegeben. Hierdurch lässt sich verhindern, dass es an den Wurzeln zu chemischen Verbrennungen kommt.

Blüte

Das Indische Blumenrohr hat eine vergleichsweise lange Blütezeit von etwa Juni bis Oktober. Die Blütenfarbe reicht von Weiß über Rose und Orange bis hin zu Rot. Bereits die Farben aber auch die ungewöhnlichen Formen der Blüten sind ein Blickfang. Die ausdauernde Blühphase sorgt monatelang für wunderschöne Akzente.

indisches Blumenrohr - Canna indica

Blüht sie nicht oder blüht sie nicht mehr, können sich verschiedene Ursachen dafür verantwortlich zeigen:

Alter

Im ersten Jahr nach dem Austrieb kann die Blüte noch ausbleiben. Gleiches gilt bei sehr alten Exemplaren, die nicht geteilt und dadurch verjüngt wurden.

Nährstoffversorgung

Bei einer unzureichenden Düngung fehlen den Gewächsen die Nährstoffe. Bei einer Überdüngung kann die Blüte jedoch ebenfalls ausbleiben. Es sollte daher genau darauf geachtet werden, dass der Bedarf gedeckt aber das Düngemittel nicht überdosiert wird.

Standort

Indisches Blumenrohr blüht nicht oder deutlich schwächer, wenn der Standort zu schattig ist. Auch bei zu wenig Schutz vor Wind und starkem Regen kann die Blüte reduziert sein oder sogar ganz ausfallen.

Umtopfen

Durch falsches oder fehlendes Umtopfen kann sich eine Reihe von Problemen einstellen. Wenn die Erde verbraucht oder verdichtet ist, kann das Gewächs keine Nährstoffe mehr aufnehmen. Ist das Pflanzgefäß zu groß, steckt das Gewächs anfangs hingegen mehr Kraft in das Wachstum von Wurzeln, als in die Ausbildung von Blüten.

Wasser

Sowohl zu viel als auch zu wenig Wasser können dem Indischen Blumenrohr schaden. Blüht es nicht mehr, kann dies an einer Über-

oder Unterversorgung liegen. Auch, wenn zum Gießen ausschließlich sehr hartes, kalkhaltiges Wasser verwendet wird, kann das auf Dauer die Wurzeln und damit auch die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen und somit zu einem Verlust an Blühkraft führen.

Verschnitt

Ein regelmäßiger Verschnitt ist bei der Canna indica nicht erforderlich. Es reicht aus, die verblühten und vertrockneten Blütenstände zu entfernen. Ebenfalls entfernt werden sollten Pflanzenteile, wenn sie:

  • verwelkt sind
  • einen Parasitenbefall aufweisen
  • Verfärbungen auftreten
  • abgeknickt wurden

In diesen Fällen kann die Maßnahme zur Pflege und zur Vorbeugung von Schädlingen und Krankheiten eingesetzt werden.

Überwintern

Das Indische Blumenrohr ist frostempfindlich und sollte daher ins Haus verbracht werden, wenn die nächtlichen Temperaturen auf zehn Grad fallen. Für die Überwinterung gibt es zwei Möglichkeiten. Zum einen kann die Pflanze zehn bis 20 Zentimeter über dem Erdboden abgeschnitten und dann ausgegraben werden. Nachdem die Erde gründlich von den Wurzeln entfernt wurde, kann das Gewächs in Sand gelegt werden. Es sollte leicht feucht gehalten werden aber nicht nass sein und auch nicht austrocknen.

indisches Blumenrohr - Canna indica

Zum anderen kann die Pflanze in einem Kübel belassen werden. Diese Variante ist einfacher und mit deutlich weniger Aufwand verbunden. Das Pflanzgefäß muss lediglich ins Haus verbracht werden und das Substrat darf nicht vollständig austrocknen.

In beiden Fällen sollte die Pflanze unter den folgenden Bedingungen überwintert werden:

  • dunkel
  • trocken
  • kühl, bei zehn Grad
  • Austrocknen dringend vermeiden

Umtopfen

Aller zwei bis drei Jahre sollte das Indische Blumenrohr umgetopft und mit neuer Erde versorgt werden. Ein häufigeres Wechseln des Substrats und Pflanzgefäßes ist notwendig, wenn die Pflanze zu schnell wächst und nicht mehr ausreichend Erde vorhanden ist beziehungsweise die Wurzeln aus den Löchern des Kübels wachsen.
Bei dieser Pflege-Maßnahme wird wie folgt vorgegangen:

  1. Die Pflanze wird vorsichtig aus dem Kübel gezogen. Die Wurzeln werden vollständig von dem Substrat befreit. Dies kann zunächst trocken mit einer weichen Bürste durchgeführt werden. Die letzten Reste sollten jedoch besser abgespült werden. Die Reinigung ist wichtig, damit eventuell vorhandene Krankheitserreger und Parasiten beseitigt werden können.

  2. Der neue Kübel sollte nur wenig größer sein als das bisherige Pflanzgefäß. Wird ein deutlich größeres Gefäß gewählt, wachsen zunächst die Wurzeln verstärkt. Dadurch nimmt die Blühkraft ab.

  3. Bevor frisches Substrat eingefüllt und die Canna indica eingesetzt wird, sollte eine Drainageschicht gefertigt werden. Diese kann aus Steinen, Keramikscherben oder sehr grobem Kies bestehen und sollte wenigstens drei Zentimeter hoch sein. Diese Schicht sorgt dafür, dass die Wurzeln nicht direkt im Wasser stehen, wodurch Fäulnis vermieden werden kann.

  4. Auf die Drainage wird so viel Substrat gefüllt, dass die Wurzeln der Pflanze vollständig in der Erde sind.

  5. Nach dem Umtopfen sollte das Indische Blumenrohr leicht angegossen werden.

Vermehrung

Indisches Blumenrohr lässt sich sehr einfach über Teilung vermehren.

Diese Maßnahme kann direkt während des Umtopfens durchgeführt werden. Sobald das Rhizom vollständig von dem Substrat befreit ist, wird es mit einem scharfen Messer der Länge nach durchgeschnitten. Beide Teile der Wurzel werden für einige Stunden zum Trocknen an der Luft in einen trockenen Bereich gelegt. Die Schnittflächen können sich hierdurch schließen und das Risiko für Fäulnis wird reduziert. Im Anschluss können die so entstandenen Tochterpflanzen ganz normal eingepflanzt werden.

indisches Blumenrohr - Canna indica - Samen

Hinweis: Der beste Zeitpunkt für das Umtopfen und Vermehren ist das Frühjahr, wenn die Pflanze wieder ins Freie verbracht wird.

Typische Pflegefehler

Bei der Pflege des Indischen Blumenrohrs können sich verschiedene Fehler einschleichen, die die Pflanze schwächen und anfälliger für Krankheiten und Schädlinge werden lassen oder das Wachstum verringern. Bei diesen handelt es sich häufig um:

Falsches Gießen

Zu kaltes Wasser und zu geringe Wassergaben können sich ebenso nachteilig äußern wie übermäßiges Wässern oder gar Staunässe.

Fehlende Düngung

In frischer Erde muss keine Düngung erfolgen. Wird die Nährstoffzufuhr aber auf Dauer vernachlässigt, ist das vor allem bei der Kübelkultur problematisch. Denn hier steht der Canna indica deutlich weniger Substrat zur Verfügung als im Freiland.

Falsches Substrat

Zwar kann lehmige Erde verwendet werden, sie sollte sich jedoch nicht zur sehr verdichten, denn das bekommt den Wurzeln nicht. Neigt sie zur Verdichtung, kann die Zugabe von Sand für eine Auflockerung sorgen.

Ungünstiger Standort

Zu wenig Sonne oder häufiger kalter Wind schwächen das Gewächs mit dem Ursprung in warmem Klima. Besser sind Standorte auf der Ost- oder Südseite, viel Wärme und Licht.

Krankheiten und Schädlinge

Indisches Blumenrohr ist eine vergleichsweise robuste Pflanze. Dennoch können sich die folgenden Probleme einstellen:

Fäulnis und Pilzinfektionen

Durch zu feuchtes Substrat wird das Risiko für Fäulnis erhöht. Ein Entfernen der betroffenen Bereiche und ein vollständiger Wechsel des Substrats können die Pflanze meist noch retten.

Blattläuse

Natürliche Fressfeinde, wie Marienkäfer oder die Schlupfwespen sind im Handel erhältlich und können direkt an dem Gewächs ausgebracht werden und vernichten die Schädlinge.

Schnecken

Schnecken und vor allem Nacktschnecken ernähren sich von den jungen Trieben. Absammeln und das Aufstellen von Schneckenfallen schafft Abhilfe.

Spinnmilben

Steht die Pflanze zu trocken, steigt die Gefahr für die Parasiten. das Abspritzen mit Wasser reicht bei einem leichten Befall in der Regel bereits aus.

indisches Blumenrohr - Canna indica

Giftig oder nicht?

Das Indische Blumenrohr ist in keinem Teil giftig und kann daher bedenkenlos auch in Bereichen mit Kindern und Haustieren kultiviert werden. Ein Schutz beim Verschnitt oder der Vermehrung ist dadurch ebenfalls nicht erforderlich, da der Pflanzensaft weder giftig noch reizend wirkt. Die unterirdischen Abschnitte des Gewächses sind gekocht sogar essbar.