Bambus ist bei vielen Gärtnern beliebt, weil er sich gut als Sichtschutz eignet und pflegeleicht ist. Dies gilt besonders für die mehrere Meter hohen Sorten. Der Zwergbambus hingegen eignet sich zwar nicht für Hecken, dafür können die sehr kleinen Arten als Rasenersatz genutzt werden. Dabei ist er nicht pflegeintensiver als andere Gräser und bei der richtigen Behandlung robust und langlebig.

Allgemeine Informationen

Ursprünglich kommen die meisten kleinwüchsigen Bambussorten aus Japan. Dort werden sie auch gern in der Gartengestaltung eingesetzt. Vor allem als Bodendecker oder als Rasenpflanze. Bambus ist langlebig und wenig krankheitsanfällig. Er blüht nur selten, im Fall von kleinen Sorten etwa alle 12 bis über 100 Jahre. Nach der Blüte sterben die Pflanzen in der Regel ab, im Garten ist blühender Bambus allerdings kaum zu sehen.

Sorten

Pleioblastus

fortunei

  • buschiges Wachstum
  • grün-weiß gestreifte Blätter
  • 40 bis 80 cm hoch
  • Standort sonnig bis schattig

Pleioblastus pumilus

  • schnell wachsend
  • dunkelgrüne Blätter
  • 40 bis 80 cm hoch
  • Standort windgeschützt, sonnig bis halbschattig

Pleioblastus pygmaeus

  • rasenartiges Wachstum
  • schmale Blätter
  • 10 bis 30 cm hoch
  • Standort am besten großflächig

Pleioblastus distichus

  • dichtes Wachstum
  • grüne Blätter
  • 40 bis 60 cm hoch

Pleioblastus viridistriatus

  • grün-weiß gestreifte Blätter
  • bis 80 cm hoch
  • Standort halbschattig

Winterhärte

Kleiner Bambus ist genau wie seine größeren Verwandten in der Regel winterhart. Je nach Sorte verträgt er Tiefsttemperaturen von minus 15 bis minus 20 Grad. Einige Sorten überstehen auch Minus 24 Grad. Diese Werte beziehen sich allerdings auf die Pflanzung im Freiland. Anders verhält es sich bei Bambus in Töpfen und Kübeln. Wegen des geringeren Erdvolumens vertragen sie nur geringe Minustemperaturen. Sicherer ist es, Kübelpflanzen im Winter frostfrei zu halten und ihnen Winterschutz zu geben.

Im Freien müssen nur junge Pflanzen vor Frost geschützt werden. Sollten ältere Zwergbambusse zurückfrieren, betrifft dies meist nur die oberirdischen Triebe, nicht aber die Wurzelstöcke. Der Bambus treibt in der Regel wieder aus.

Hinweis: Im Winter ist allenfalls Feuchtigkeit gefährlich, sie kann zu Fäulnis führen. Der Bambus sollte also vor zu viel Schnee oder Regen geschützt werden.

Tipps zur Pflege

Mit der richtigen Pflege haben Sie mehr von Ihrem Zwergbambus. Wir zeigen wie es geht und was die wichtigsten Punkte sind.

Standort

Je nach Sorte gedeihen Zwergbambusse gut in der Sonne, im Halbschatten oder sogar im Schatten. Was Licht betrifft, ist der Bambus meist sehr genügsam. Wichtig ist ein feuchter, nicht staunasser Boden in windgeschützter Lage. Verdichteter Boden sollte gut gelockert werden und eine Drainage erhalten. Bambus benötigt eine gute Nährstoffversorgung. Da der Bambus jedoch nicht so groß wird, muss er nicht so oft gedüngt werden. Der Standort sollte so bemessen werden, dass die Pflanzen sich frei ausbreiten können, ohne den ganzen Garten zu überwuchern. Ist nur wenig Platz vorhanden, benötigen die Pflanzen unbedingt eine Rhizomsperre.

Pflanzabstand

Zwergbambus - Pleioblastus viridistriatusWie der Bambus gepflanzt

wird, hängt davon ab, wofür er genutzt werden soll. Im Kübel reicht immer eine einzige Pflanze. Im Freien beträgt der Pflanzabstand ungefähr 50 cm. Um einen Quadratmeter Fläche schnell zu begrünen eignen sich zwei bis drei Pflanzen. Der Bambus neigt schnell dazu, auch andere Pflanzen zu bedrängen, nur kräftige, tief wurzelnde Gewächse können sich gegen ihn durchsetzen.

Pflanzen

Gepflanzt wird der kleine Bambus im Herbst. Im Freiland ist die beste Zeit von August bis Oktober. Dann kann sich der Zwergbambus noch gut eingewöhnen und das Rhizom beginnt zu wachsen und sich auszubreiten. Am geplanten Standort wird ein Loch ausgehoben, welches etwa so groß ist, wie der gekaufte Topf des Zwergbambusses. Der Bodengrund wird aufgelockert, bei magerem Boden kann Kompost untergemischt werden. Bei dichtem Substrat, wie etwa bei Lehm, kann eine Drainage hilfreich sein und der Boden wird mit Sand gemischt, damit er durchlässiger wird. Bevor der Zwergbambus eingesetzt wird, muss er gründlich gewässert werden. Nach der Pflanzung wird er angegossen und während der ersten Zeit regelmäßig gewässert und feucht gehalten.

Kübel

Zwergbambus kann gut in größeren Kübeln gehalten werden. Damit entfällt die Rhizomsperre und es ist gesichert, dass das Gewächs sich nicht unerwünscht ausbreiten kann.

  • sehr großen Kübel wählen
  • mit durchlässigem, nährstoffreichen Substrat füllen
  • Bambus einsetzen
  • Erde rundherum gut andrücken
  • gründlich angießen
  • in nächster Zeit feucht halten
  • auch später regelmäßig gießen, wenn das Substrat auszutrocknen beginnt
  • düngen einmal im Jahr notwendig
  • schneiden muss man Topfbambus nicht unbedingt
  • umtopfen ist notwendig, wenn der Kübel zu klein wird
  • Gefäß wählen, das mindestens doppelt so groß ist
  • Kübel im Winter unbedingt einräumen oder anders vor Frost schützen

Dünger

Zwergbambus muss in nährstoffreicher Erde nicht zwingend gedüngt werden. Durch die Ausbreitung der Wurzeln holt er sich die benötigten Nährstoffe selbstständig. Dennoch kann eine Düngung den Bambus beim Wachsen unterstützen oder in magerer Erde angezeigt sein. Es reicht wenn einmal im Jahr, am sinnvollsten zu Beginn der Wachstumsperiode im Frühjahr Kompost unter die Erde gemischt wird. Auch spezieller Bambusdünger kann gegeben werden.

Tipp: Wird der Bambus als Rasenersatz verwendet, kann er auch mit gewöhnlichem Rasendünger versorgt werden.

Wässern

Wie alle Gräser benötigt auch Bambus genug Wasser zum Wachsen. Bei Trockenheit sollte er regelmäßig gewässert werden. Ansonsten ist eine Bewässerung wie bei Rasen nicht notwendig, da die Rhizome genug Flüssigkeit speichern können. Nur in der Anwachsphase und bei Kübelpflanzen sollte man mit Wasser großzügiger sein.

Schädlinge

Bambus kann von verschiedenen Läusen oder Spinnmilben befallen werden. Dies gilt besonders, bei hoher Lufttrockenheit oder wenn die Pflanzen im Kübel gehalten werden. De erste Maßnahme sollte immer sein, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Die Bambuspflanzen können mit Wasser abgespritzt werden, um die Läuse zu entfernen. Bei starkem Befall hilft auch ein entsprechendes Mittel aus dem Gartenfachmarkt.

Bambus - BambusoideaeJunge Triebe können auch von Schnecken gefährdet werden. Dagegen hilft es, um die Pflanzen neben der Rhizomsperre einen Schneckenzaun zu installieren. Dieser schützt auch davor, dass das Rhizom über die Sperre hinweg wächst.

Krankheiten

Da

Bambus zu den Gräsern gehört, kann er auch von Krankheiten befallen werden, die sonst auf Getreidesorten vorkommen. Dazu zählen zum Beispiel Pilzkrankheiten, wie der Getreiderost. Dieser zeichnet sich durch gelb-orange Flecken auf den Blättern aus. Betroffene Halme können bodennah entfernt werden.
Vorbeugung gegen Schädlinge und Krankheiten
  • Bambus seinen Ansprüchen entsprechend pflegen
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen, besonders bei Topf- oder Kübelpflanzen
  • Bambus nicht zu eng pflanzen
  • richtigen Standort wählen
  • Staunässe vermeiden
  • kranke Triebe entfernen
  • nicht zu viel Düngen, dies führt zu schwächlichen Trieben

Schneiden

Zwergbambus muss nicht geschnitten werden, verträgt Schnittmaßnahmen jedoch sehr gut. Handelt es sich um eine Pflanzung, die Rasenersetzen soll, kann der Bambus sogar einfach mit dem Rasenmäher geschnitten werden. Damit Bambus im Winter keine Probleme bekommt, wird er nicht im Herbst geschnitten. Eventuell zurückgefrorene Triebe werden im Frühjahr vor dem Neuaustrieb bodennah entfernt. Auch abgestorbene Alttriebe können zurückgeschnitten werden.

Eignung des Zwergbambusses

Neben dem Einsatz als Rasenpflanze, kann kleiner Bambus auch dazu genutzt werden, Böschungen zu befestigen oder große, kahle Flächen im Garten rasch zu begrünen. Er eignet sich gut als Bodendecker. Für niedrige Hecken eignet sich Zwergbambus, der etwas höher wird. Besonders dekorativ sind Bambusse mit mehrfarbigen Blättern.

Vermehrung

Soll der Bambus vermehrt werden, geschieht dies über Teilstücke des Rhizoms. Sie werden am alten Standort ausgegraben und einfach am neuen Standort wieder eingepflanzt. Die Vermehrung durch Samen ist schwieriger und unüblich. Außerdem brauchen die Pflanzen viel länger, um groß und kräftig zu werden.