Die Echte Trauerweide (Salix babylonica) wächst schnell und üppig. Selbst in großen Gärten wird es nötig sein, sie einmal im Jahr in ihre Schranken zu verweisen. Mit ihrer natürlichen Wuchsbreite von weit über 10 Metern und ihrem dichten Laub, kann sie schnell den ganzen Garten beherrschen. Wie bescheiden kommen dagegen die Züchtungen der hängenden Kätzchenweiden (Salix caprea 'Kilmarnock', 'Pendula'), daher. Mit einem jährlichen Schnitt fördert man bei ihnen eine dichte, schöne Krone mit hängenden Zweigen voller Kätzchen im Frühjahr.

Hängende Kätzchenweide (Salix caprea 'Kilmarnock', 'Pendula')

Die hängenden Kätzchenweiden sind eine Veredelung der Sal-Weide (Salix caprea).
Daraus sind viele attraktive Zierbäume und -bäumchen entstanden, die im Freiland und in Kübeln eine wunderschöne Figur abgeben. Besonders reizvoll sind sie natürlich im Frühjahr, für Mensch und Biene gleichermaßen. Die Veredelungsstelle befindet sich oberhalb des Stammes. Daher wird die hängende Kätzchenweide in der Höhe auch nicht mehr zulegen und 1 bis 2 m (je nach Veredelungsstelle) hoch. Auch im Stammdurchmesser wird sie nicht wesentlich zulegen. Lediglich die Triebe bekommen einen jährlichen Zuwachs von 30 bis 50 cm.

Standort, Pflege

Pflegeleicht sind sie auch noch, die hängenden Kätzchenweiden. Sie wachsen auf normalen Böden und brauchen es lediglich immer etwas feucht. Der Standort kann sonnig bis halbschattig sein. Ein Blickfang für kleine Vorgärten. Dort ist sie unkompliziert mit einigen Frühlingsblühern aus der Zwiebel zu kombinieren. Im Winter benötigen lediglich die Weidenkätzchen im Kübel einen Schutz gegen den Frost.

Schnitt

Wird die hängende Kätzchenweide nicht beschnitten, verzweigen sich die einzelnen Äste zunehmend und wachsen immer dichter in Richtung Boden. Die inneren Äste verkahlen, da die Blätter keine Fotosynthese mehr betreiben können. Je älter die Äste sind, desto weniger Kätzchen blühen daran.

Wuchs
Damit die Krone der hängenden Katzenweide schön kompakt wird und bleibt, benötigt sie einen regelmäßigen Schnitt. Auf keinen Fall beschneidet man sie, wie andere Sträucher und Bäume, im Februar. Es wäre zu Schade um all die schönen, samtigen Kätzchen. Zuerst sollten sich Menschen und Bienen bis zum Schluss an der Blüte erfreuen. Danach kann es allerdings direkt losgehen.

Rückschnitt
Alle Blütentriebe werden bis auf höchstens vier Augen zurückgeschnitten. Durch den Rückschnitt wird der Neuaustrieb gefördert, sodass es im nächsten Jahr wieder viele Weidenkätzchen an den Ästen gibt. Die Äste verzweigen sich im nächsten Jahr wieder. Wichtig ist es, die inneren Zweige radikal zurückzuschneiden. Da die Katzenweide sehr wuchsfreudig ist, entsteht ansonsten mit der Zeit eine unübersichtliche Krone. Die inneren Äste verkahlen und verholzen, da die Blätter kein Licht mehr bekommen.

Verjüngungsschnitt
Wenn das Bäumchen bereits überaltert ist, weil im Inneren der Krone viele abgestorbene Äste ihr Dasein fristen, hilft nur noch ein Radikalschnitt. Keine Angst, sämtliche Weidensorten sind extrem wuchsfreudig und schnittverträglich. Dafür entfernt man einfach alle abgestorbenen Zweige vollständig. Im nächsten Jahr treibt sie neu aus und auch die Kätzchen, bzw. Blüten, werden wieder üppig und groß an den Zweigen sprießen.

Tipp: Einen Wundverschluss, wie man es bei den öffentlichen Bäumen manchmal
sieht, ist auch nach einem radikalen Rückschnitt nicht notwendig. Er schützt zwar vor Krankheiten, birgt zugleich aber die Gefahr, durch die Versiegelung, Fäulnis zu begünstigen. Bei gesunden Bäumchen also besser nicht anwenden.

Trauerweide (Salix babylonica)

Weide - SalixWer kennt sie nicht, die mächtigen Baumriesen, die in Parks oft dicht an Gewässern stehen und deren herunterhängende Zweige so manchen Sichtschutz versprechen. Trauerweiden wachsen schnell und bis zu 20 Meter hoch. Gute 15 Meter können sie in die Breite gehen. Dabei werden sie mit 80 bis 100 Lebensjahren, im Vergleich mit anderen Bäumen, gar nicht mal so alt.

Standort, Pflege

Trauerweiden lieben es, an einem Gewässerrand, am Ufer zu stehen. Wer diesen Standort nicht bieten kann, sollte auf eine ausreichende Wasserversorgung übers Jahr achten. Die Trauerweide zählt zu den wenigen Bäumen und Pflanzen, die sogar Staunässe vertragen können. Als besondere Herausforderung lässt sich eine Trauerweide aber auch im Kübel kultivieren. Das Gefäß muss breiter als hoch sein, da die Salix babylonica Flachwurzler sind. Natürlich ist dann jedes Jahr ein radikaler Rückschnitt fällig.

Tipp: Wer Trauerweiden auf seinem Grundstück anpflanzt, sollte einen Mindestabstand von rund 20 Metern zum Haus und zum Zaun des Nachbarn einhalten. Als Flachwurzler erobert er nicht nur den Luftraum, sondern auch den Boden in vollem Umfang.

Schnitt

Eine Trauerweide, in der freien Natur, kann wachsen wie sie will und wird nichts von ihrem Zauber verlieren. Im Garten sieht das schon anders aus. Die gute Nachricht, beim Rückschnitt kann man nicht viel verkehrt machen. Die starkwüchsige Trauerweide verzeiht fast alles und treibt jedes Jahr aufs Neue fleißig aus. Für die Trauerweide ist der Vorfrühling die perfekte Zeit für den Schnitt.
  • der Schnitt erfolgt von außen nach innen, von unten nach oben
  • alle kranken, trockenen Äste entfernen
  • überkreuz wachsende Äste entfernen
  • nach Bedarf kann jetzt die eigentliche Baumkrone beschnitten werden
  • bei einem Formschnitt werden die gewünschten Äste um zwei Drittel gekürzt
  • der Schnitt erfolgt schräg, immer wenige Millimeter über einem nach außen zeigendem Auge
  • beim Schneiden nicht die Harmonie der Krone aus dem Auge verlieren
  • größere Schnittwunden glätten, dann wird kein Baumwachs nötig sein

Kübelkultur

Ganz anders wird natürlich mit der Trauerweide in der Kübelkultur umgegangen. Wie? Im Grunde sehr rabiat. Durch radikale Rückschnitte wird zwar immer auch das Wachstum gefördert, doch was bleibt einem anderes übrig? Man geht ähnlich vor, wie bei einem Bonsai, nur etwas gröber. Beim Umtopfen können auch immer die Wurzeln etwas gestutzt werden.

Fazit
Bei diesen wuchsfreudigen Vertretern der Gattung Salix, können sich auch Anfänger trauen, einen Form- oder Radikalschnitt vorzunehmen. Wer den Schnitt allerdings versäumt, der bringt sich, zumindest bei der kleinen hängenden Katzenweide, um eine reichhaltige Blüte. Übrigens, der Schnitt gehört nicht in die grüne Tonne. Gehäckselt ist er eine wertvolle Bereicherung des Komposts. Sein Holz enthält Acetylsalicylsäure, das wirkt auf Pflanzen immunstimulierend und mach sie stressresistent (zur Erinnerung: Weidenrinde, der Stoff aus dem ASS entstand).