Eine Ligusterhecke bietet Tieren Lebensraum und Menschen Schutz vor unerwünschten Blicken, sie kann Schatten spenden und Wind abschwächen. Doch obwohl das Gewächs in vielerlei Hinsicht pflegeleicht und praktisch ist, ist das Zurückschneiden ausgesprochen wichtig. Wann ist der beste Zeitpunkt, um den Liguster zu schneiden und worauf muss dabei geachtet werden? Wir verraten es hier.

Hygiene und Schnittwerkzeuge

Bevor der Verschnitt erfolgen kann, muss zunächst das richtige Schnittwerkzeug gewählt werden. Stumpfe Scheren oder die falschen Utensilien können dafür sorgen, dass die Schnittflächen ausfransen und dadurch Eintrittspfoten für Parasiten und Krankheitserreger bilden. Wichtig ist es daher, die folgenden Faktoren zu berücksichtigen:

  • scharfe Scheren und Schnittwerkzeuge wählen oder vor dem
    Verschnitt schärfen
  • Schnittwerkzeuge vor und nach dem Einsatz gründlich reinigen
  • Scheren angepasst an die Dicke der Zweige wählen

Geeignet für das Zurückschneiden der Ligusterhecke sind unter anderem:

  • manuelle und elektrische Heckenscheren
  • Astscheren
  • Gartenscheren beziehungsweise Rosenscheren
  • Ratschenscheren

Vor allem bei größeren Hecken empfiehlt sich der Einsatz von elektrischen Heckenscheren oder Akku Heckenscheren. Mit ihnen kann schnell gearbeitet werden und es lässt sich mit verhältnismäßig wenig Aufwand ein gutes Ergebnis erzielen.

Vorbereitung der Hecke

Zu der Vorbereitung gehört neben der Wahl des richtigen Werkzeugs für das Zurückschneiden auch das Anzeichen des Schnittverlaufs. Auch wer ansonsten ein gutes Augenmaß hat, kann beim Schneiden der Hecke schnell schief und krumm schneiden, worunter das Aussehen erheblich leiden kann. Eine Orientierung hilft dabei, die angestrebte Form zu erzielen oder zu erhalten.

Liguster als Hecke schneidenViel Aufwand ist dafür nicht notwendig, die folgenden Schritte reichen aus:

  1. Stangen oder Latten werden an den Anfang und das Ende der Hecke in die Erde gesetzt. Sie sollten höher sein als der Liguster und einen stabilen Stand aufweisen.
  2. Zur Begrenzung der Höhe wird nun ein Faden oder Strick zwischen den Stäben gespannt. Er sollte nicht durchhängen, sondern eine gerade Linie bilden.
  3. Ist die Hecke in der Höhe verschnitten, können Stäbe und Faden dazu eingesetzt werden, eine Orientierung an den Seiten zu setzen. Hierdurch kann auch vor und hinter der Ecke ein gerade Verschnitt erfolgen.

Häufigkeit

Abgesehen von der Vorbereitung und dem richtigen Schnittwerkzeug ist auch die Häufigkeit des Verschnitts entscheidend. Zwei bis drei Mal pro Jahr sollte der schnellwüchsige Liguster verschnitten werden, damit er dicht wächst und gesund erhalten wird. Die Form lässt sich durch das häufige Zurückschneiden ebenfalls einfacher und besser erhalten.

Vor allem bei jungen Pflanzen ist es wichtig, dass drei Mal jährlich ein Verschnitt erfolgt. Anderenfalls schießt das Gewächs zwar in die Höhe, kann aber in den unteren Bereichen schnell kahl werden oder zumindest sehr Licht erscheinen. Das regelmäßige Schneiden gibt der Pflanze zudem Impulse, neu auszutreiben und sich stärker zu verzweigen.

Bei

älteren Pflanzen kann es hingegen ausreichen, zwei Mal pro Saison zu schneiden. Sofern die Maßnahme regelmäßig und zum richtigen Zeitpunkt durchgeführt und nicht zu zaghaft vorgegangen wird.

Zeitpunkt

Wann der Verschnitt stattfindet, entscheidet über die Gesundheit der Pflanze. Der Liguster kann zwischen Februar und Oktober erfolgen. Während des späten Herbstes und Winters sollte das Gewächs hingegen nicht verschnitten werden. Ob das Schneiden im Frühjahr, Sommer oder im frühen Herbst erfolgt - wichtig ist in jedem Fall, dass der Zeitpunkt richtig gewählt wird. Zu vermeiden sind in jedem Fall:

  • pralle Sonne, da sie zu Verbrennungen führen kann
  • feuchte Tage und Regen, da die Schnittflächen dann nur verzögert abtrocknen und sich schließen
  • Frost, da er Schäden erzeugen kann

 

Optimal ist ein bedeckter, aber trockener Tag oder der späte Nachmittag. Dadurch wird das Risiko für Verbrennung vermieden und die Schnittflächen können sich über Nacht schließen und abtrocknen.

Radikaler Rückschnitt

Ein radikaler Rückschnitt oder Radikalschnitt kann sowohl bei Jungpflanzen als auch bei älteren Pflanzen sinnvoll sein, um wieder die gewünschte Form zu erzielen und einen neuen, dichteren Austrieb anzuregen. Dabei werden die Triebe um bis zu 50 Prozent gekürzt - verlieren also die Hälfte ihrer Länge. Das mag zunächst wenig sinnvoll erscheinen, ist aber gerade bei älteren und verkahlenden Pflanzen oftmals die einzige Möglichkeit, um wieder eine dichtere Beblätterung und die angestrebte Form zu erzielen.

Liguster Hecke - PflegeDer Radikalschnitt darf jedoch nicht zwischen dem 1.März und dem 30.September durchgeführt werden. Der Grund hierfür ist in dem ökologischen Gleichgewicht beziehungsweise in der Tierwelt zu finden. Da einige Vogelarten die Ligusterhecke gerne als Brutplatz verwenden, könnte ein Radikalschnitt Nester samt Eiern oder Jungvögel vernichten oder aber die Vögel so sehr stressen, dass sie ihre Jungen vernachlässigen.

Richtig ist der Zeitpunkt, nach dem der Liguster ausgetrieben hat - aber vor dem 1. März. Ende Februar ist daher ideal. Ein Radikalschnitt im Herbst, also nach dem 30.September ist zwar ebenfalls möglich, kostet die Pflanze aber viel Energie, wodurch sich der Austrieb verzögern und verringert ausfallen kann.

Pflegeschnitt

Bei einem Pflegeschnitt wird nicht annähernd so radikal vorgegangen, wie bei dem Verjüngungsschnitt.

Wichtig ist es:

  • kahle und beschädigte Zweige und Triebe zu entfernen
  • zu lange Triebe auf die gewünschte Länge zu bringen
  • sehr dicke und sich überkreuzende auszulichten

Der Pflegeschnitt kann in dem Zeitraum zwischen dem 1.März und dem 30.September erfolgen. Wichtig ist jedoch, dass dabei vorsichtig vorgegangen wird, um eventuell in der Hecke brütende Vögel nicht zu verschrecken. Wann der Pflegeschnitt am besten durchgeführt wird, ist von dem Austrieb abhängig. Der erste Austrieb erfolgt bereits im Februar oder im zeitigen Frühjahr. Wurde ein radikaler Verschnitt durchgeführt, ist der nächste Pflegeschnitt meist erst im Juni oder Juli erforderlich. Ging kein Radikalverschnitt voran, kann das

Schneiden bereits im Mai oder Juni erfolgen. Etwa ab August bilden sich weitere Triebe aber auch Knospen aus. Aus letzteren entwickeln sich nach der Blüte Beeren. Wer die Beeren ernten oder Vögeln als Nahrung zur Verfügung stellen möchte, sollte den letzten Verschnitt des Jahres also möglichst frühzeitig durchführen.

Liguster schneiden - ZeitpunktEine Möglichkeit hierfür ist es, das Gewächs vor März radikal zu verschneiden und im frühen Sommer einen Pflegeverschnitt durchzuführen, bevor der erneute Austrieb und die Bildung von Knospen stattfinden.

Vorsicht: Giftig

Die Beeren des Ligusters dienen Vögeln als Nahrung, auch noch im späten Herbst und Winter. Für den menschlichen Verzehr sind sie als Likör oder Marmelade geeignet. Im rohen Zustand sind sie allerdings giftig. Bereits geringe Mengen reichen aus, um beispielsweise Kleinkinder schwer oder sogar tödlich zu vergiften.

Spielen im Garten häufiger Kleinkinder oder Haustiere, sollte also entweder auf den Liguster verzichtet oder aber den Beeren vorgebeugt werden. Sinnvoll ist es dazu, das Gewächs vor oder während der Blüte zu verschneiden. Hierdurch wird die Bildung von Beeren vermieden und das Risiko für Vergiftungen wird gesenkt oder ihm vollständig vorgebeugt.

Allerdings sitzen die Giftstoffe nicht nur in den Ligusterbeeren. Auch alle anderen Pflanzenteile können für eine Vergiftung sorgen. Entscheidend ist es daher, den Grünschnitt richtig zu entsorgen und direkten Kontakt zu den vermeiden. Handschuhe sollten daher zwingend zu den Utensilien beim Zurückschneiden gehören.