Treffen Rosengärtner die richtigen Schutzmaßnahmen, verliert der Winter seinen Schrecken für die Königin der Blumen. Krone, Stamm, Veredelungsstelle und Wurzeln profitieren von einem wärmenden Wintermantel, damit Frost und Schnee keinen Schaden anrichten. Ein bewährtes Grundprinzip mithilfe von Vlies, Rindenmulch & Co stellt die Weichen. Die konkrete Vorgehensweise berücksichtigt den jeweiligen Rosentyp. Dieser Ratgeber erläutert detailliert und nachvollziehbar, wann und wie Sie Rosen gekonnt winterfest machen.

Warum ist Winterschutz empfehlenswert?

Für ihre verschwenderische Blütenpracht büßen viele Rosensorten mit einer eingeschränkten Winterhärte. Pralle Wintersonne, klirrender Frost und Trockenstress stellen die Widerstandskraft von Rosen auf eine harte Probe. Erschwerend kommt hinzu, wenn ein wiederholter Wechsel von frostigen und milden Temperaturen am Pflanzengewebe zerrt. Diesen Strapazen sollten Rosensträucher nicht schutzlos ausgeliefert sein. Es gilt,

Triebbasis und Veredelungsstelle zum richtigen Zeitpunkt winterfest zu machen. Zu diesem Zweck steht umsichtigen Rosengärtnern ein breit gefächertes Spektrum geeigneter Materialien zur Verfügung, abgestimmt auf den betreffenden Rosentyp.

Vorbereitungen beginnen im Sommer

Als Prolog für den sachkundigen Winterschutz an Rosen wird bereits im Sommer das Pflegeprogramm modifiziert. Damit junge Triebe rechtzeitig aushärten, kommt es auf die richtige Nährstoffversorgung an. Als Motor des Wachstums ist Stickstoff am Ende der Saison ungünstig. Ab August hat frischer Austrieb den ersten Frösten nichts entgegenzusetzen und friert zurück. An diesen Schadstellen haben pathogene Erreger, Fäulnis und Schimmel leichtes Spiel, sodass die betroffene Rose dem Untergang geweiht ist. So bereiten Sie Rosen auf den bevorstehenden Winter richtig vor:

  • Ab Juli keinen Stickstoff-reichen Rosendünger mehr verabreichen
  • Stattdessen Ende August mit Patentkali düngen
  • Alternativ im Juli und August mit Kalium-reicher Beinwelljauche die Wurzelscheiben überbrausen

Zu den besonderen Eigenschaften von Kalium zählt, dass der Hauptnährstoff die Zellwände im Pflanzengewebe stärkt. Das ist von besonderem Vorteil, wenn zur Winterzeit permanenter Temperaturwechsel in Kombination mit Sonnenschein an den Gewebezellen zerrt. Fernerhin vermag Kalium, im Zellwasser den Gefrierpunkt zu senken.

Tipp: Startschuss für den perfekten Winterschutz Ihrer Rosen fällt bereits am Pflanztag. Setzen Sie die Jungsträucher so tief ein, dass sich die Veredelungsstelle mindestens fünf Zentimeter unter der Erde befindet. Zu erkennen ist die neuralgische Stelle als leichte Verdickung im Übergang von Wurzeln zu Kronentrieben.

Idealer Zeitpunkt ist im November

Nördlich der Alpen öffnet sich Anfang November das Zeitfenster für den Winterschutz an Rosen. Solange die goldene Oktobersonne Beet und Balkon erwärmt, sind voreilige Maßnahmen mit dem Risiko behaftet, einen Hitzestau zu verursachen. Erst wenn die Temperaturen dauerhaft unter die 10-Grad-Marke fallen und sich Richtung Gefrierpunkt bewegen, ist der ideale Zeitpunkt gekommen, Rosen winterfest zu machen.

Beet-, Strauch- und Edelrosen anhäufeln

Anhäufeln der Triebansätze nimmt im Winterschutz von Rosen eine Schlüsselfunktion ein. Der frostempfindliche Bereich von Veredelungsstelle und Zweigbasis erhält ein natürliches Bollwerk gegen Frost und Nässe. So machen Sie es richtig:

  • Triebbasis von Rosensträuchern 15 bis 20 cm hoch mit Erde bedecken
  • Idealerweise anhäufeln mit einem Mix aus Kompost und Mutterboden
  • Alternativ Kokosmatte auslegen auf einer Unterschicht aus Herbstlaub oder Stroh
  • Aus einem Erdhügel herausragende Zweige abdecken mit Nadelreisig

Die ergänzende Abdeckung mit Nadelreisig erfüllt zwei Aufgaben. Vornehmlich bremsen dicht benadelte Zweige den eisigen Ostwind und beugen Frostrissen infolge der

Sonneneinstrahlung vor. Überdies verleihen Tannenwedel den unansehnlichen Erdhügeln eine dekorative Note.

Hinweis: Rindenmulch ist ungeeignet zum Anhäufeln von Rosen im Beet. In erster Linie gibt die zerkleinerte Rinde von Nadelbäumen ein Übermaß an Gerbsäure ab, was den edlen Ziergehölzen nicht behagt. Darüber hinaus erweist es sich als schwieriges Unterfangen, den zersetzenden Rindenmulch im Frühjahr zu entfernen.

Vlieshaube schirmt Krone ab

Winterschutz an mannshohen Strauch- und Edelrosen erfordert eine weitergehende Maßnahme. Anhäufeln der Strauchbasis und Nadelreisig-Decke reichen nicht aus, weil die Krone nicht oder lediglich teilweise einbezogen wird. Für diesen Zweck bietet der Fachhandel atmungsaktive Vlieshauben an. Stülpen Sie die Haube locker über alle Rosentriebe und ziehen das offene Ende oberhalb der angehäufelten Erde mit Schnüren zusammen. Alternativ umwickeln Sie alle Zweige mit Jutebändern oder einem vergleichbaren, wetterfesten und atmungsaktiven Stoff. Nicht geeignet als Kronenschutz für Rosen ist Folie. Unter dem wasser- und luftdichten Material bildet sich innerhalb kurzer Zeit Kondenswasser, das unweigerlich Fäulnis auslöst.

Hochstämmchen winterfest machen

Büschelrose - Rosa multifloraIn der fantasievollen Gestaltung von Beet und Balkon erstrahlen opulente Rosen, deren malerische Krone auf einem Stamm als robuste Unterlage thront. Die sensible Veredelungsstelle befindet sich am Kronenansatz, was eine alternative Strategie für den versierten Winterschutz erfordert. Darüber hinaus unterliegt die Stammrinde der Gefahr von Spannungsrissen, wenn an kalten Tagen unvermittelt warme Sonnenstrahlen auftreffen. Mit einer Kombination aus Kronen- und Stammschutz wappnen Sie Ihr Rosenstämmchen vor den Unbilden der Winterzeit. So geht es:

  • Vlieshaube über die Krone stülpen
  • Unterhalb der Veredelungsstelle am Stamm zusammenbinden
  • Den Stamm umwickeln mit Jute- oder Vliesbändern

In winterrauen Regionen empfehlen wir, den eingewickelten Stamm zusätzlich zu schützen mit Matten aus Schilf oder Kokos.

Tipp: Den letzten Rosenschnitt der Saison absolvieren Sie bitte etliche Wochen vor dem ersten Frost. Kurz vor Wintereinbruch verschnittene Rosenbüsche sind massiv bedroht von Frostschäden bis hin zum Totalausfall. Im Zweifel vertagen Sie die Schnittpflege auf das kommende Frühjahr. Bester Zeitpunkt für den Hauptschnitt ist während der Forsythienblüte.

Sonderfall Kletterrosen

Der Versuch, Kletterrosen mit einer Haube auszustatten, ist zum Scheitern verurteilt. Gleichwohl sollten die langen Ranken von Climbern und Ramblern nicht schutzlos durch den Winter gehen. Findige Rosengärtner bedienen sich folgender Optionen, um Rosen am Spalier unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu geleiten:

  • Eingangs die Strauchbasis 20 cm hoch anhäufeln und mit Tannenwedeln bedecken
  • Nadelreisig in die Kletterrose hängen, um eisigen Wind zu brechen
  • Wahlweise Winterschutzmatten aufstellen aus Kokos, Schilfrohr, Stroh oder Heidewurzelkraut

Es ist kein Grund zur Beunruhigung, wenn vereinzelte Ranken den Winter nicht überleben. Rosen sind allesamt gut schnittverträglich. Warten Sie den diesjährigen Austrieb ab, um erfrorene Holzpartien zu erkennen. Im April oder Mai schneiden Sie die geschädigte Kletterrose im Rahmen der jährlichen Schnittpflege zurück bis ins gesunde Holz. Solange die Veredelungsstelle den Winter gesund übersteht, treibt eine Rose kraftvoll wieder aus.

Wintermantel für Kübel und Kasten

In den Pflanzgefäßen befindet sich der Wurzelballen einer Rose in exponierter Position und ist angreifbar für strengen Frost. Ein dicker Wintermantel und warmer Fuß sorgen dafür, dass die Wurzeln nicht erfrieren. So machen Sie Rosen in Kübel und Kasten winterfest:

  • Kübel und Kasten umsiedeln in eine windgeschützte Mauernische
  • Holzblock, Styroporplatten oder Pflanzenroller unterschieben
  • Gefäß ummanteln mit Noppenfolie, Jute, Vlies oder Kokosmatten
  • Wichtig: Bodenöffnungen frei lassen zum Schutz vor Staunässe
  • Krone schützen mit einer Haube aus Vlies
  • Substrat abdecken mit Stroh, Kokosscheiben oder Komposterde

Rindenmulch - Winterschutz für RosenFindige Balkongärtner stellen Kübel und Kasten in ein größeres Gefäß oder einen Jutesack und stopfen die Hohlräume aus mit Rindenmulch.
Jeglicher Winterschutz läuft ins Leere, wenn Rosen im Topf und Kasten verdorren. Insbesondere in geschützt aufgestellten Pflanzgefäßen trocknet die Erde im Winter rasch aus. An milden Tagen prüfen Sie bitte per Daumenprobe den Feuchtigkeitsgehalt der Erde, um bei Trockenheit mäßig zu gießen.

Winterschutz passgenau entfernen

Ein Blick auf den Kalender gibt nur bedingt Auskunft, wann Sie den Winterschutz Ihrer Rosen entfernen sollten. Immerhin will der richtige Zeitpunkt mit Bedacht gewählt sein. Ein verfrühter Termin liefert die edlen Blütensträucher schlimmstenfalls verspäteten Nachfrösten hilflos aus. Zu spät entfernter Winterschutz birgt die Gefahr von Fäulnis- und Schimmelbildung. Der entscheidende Hinweis für den idealen Zeitpunkt kommt aus der Natur. Wenn die Forsythien erblühen, hat Winterschutz an Rosen seine Pflicht erfüllt.

Kein Winterschutz für Wildrosen und Bodendeckerrosen

Schutzmaßnahmen für die Winterzeit können Sie vom Pflegeprogramm streichen, wenn Wild- und Bodendeckerrosen Ihren Garten zieren. Beide Rosentypen gedeihen wurzelecht und ohne eine empfindliche Veredelungsstelle. In Verbindung mit einer ausgeprägten Wuchskraft und zuverlässigen Winterhärte bieten diese Rosenformen der kalten Jahreszeit furchtlos die florale

Stirn.