Diese extravaganten Tropenpflanzen gehören zu den schönsten Blattschmuckpflanzen und sind der Blickfang in jedem Wohnzimmer, Wintergarten oder auf der Fensterbank. Ihre attraktiven gestielten Blätter werden im Laufe der Jahre immer größer. Sie können komplett grün sein oder durch eine weiß-grüne Musterung auffallen. An den eher seltenen weißen Blütenkolben zeigt sich ihre Verwandtschaft zu den Aronstabgewächsen.

Pflege-Anleitung

Die Pflege dieser sehr edel wirkenden Pflanzen ist etwas aufwendiger als die der meisten Zimmerpflanzen. Um optimal gedeihen zu können, benötigen sie Umgebungsbedingungen, wie sie auch in ihrer natürlichen Heimat vorherrschen. Nur so können sie sich zu wahren Schönheiten entwickeln und ihre ganze Pracht entfalten. Wesentliche Unterschiede in der Pflege gibt es zwischen den zahlreichen Vertretern dieser Pflanzengattung nicht. Das Hauptaugenmerk liegt dabei vor allem auf der Versorgung mit Wasser und dem richtigen Standort.

Standortansprüche

Am besten gedeiht das Elefantenohr an warmen, halbschattigen Standorten mit ausreichend Tageslicht und ohne pralle Sonne. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase kommt diese Pflanze auch an komplett schattigen Standorten sehr gut zurecht.
  • Vorteilhaft ist Sonne am Morgen und am Abend
  • Pralle Sonne kann schnell zu Verbrennungen der Blätter führen
  • Standort vor einem nach Osten oder
    Westen ausgerichteten Fenster empfehlenswert
  • Gut geeignet ist ein beheizbarer Wintergarten
  • Von Ende Mai bis etwa September auch ein Standort im Freien möglich
  • Dazu einen geschützten Platz im Garten, auf Balkon und Terrasse wählen
  • Direkte Sonneneinstrahlung, Zugluft und Temperaturschwankungen vermeiden
  • Das gilt für Standorte im Haus und im Freien
  • Elefantenohr benötigt das ganze Jahr über viel Wärme
  • Optimale Raumtemperatur liegt zwischen 15 und 22 Grad
  • Unter 15 Grad sollten die Temperaturen nicht fallen, auch nicht im Winter
Tipp: Da die Alocasia gerne in Richtung des Lichtes wächst, ist es ratsam, sie regelmäßig entsprechend zu drehen.

Bodenbeschaffenheit

Elefantenohr - Alocasia - AlokasiaDas Substrat sollte vor allem locker und leicht sauer sein. Dazu kann man hochwertige Kübelpflanzenerde mit etwas Sand und grobkörnigen Anteilen wie z.B. feinem Kies, Splitt, Blähton oder Lavagrus mischen. Die Zugabe von Kokohum erhöht die Strukturstabilität des Substrats, es wird lockerer und die Speicherfähigkeit von Wasser und Nährstoffen wird erhöht.

Eine weitere Alternative ist eine Mischung aus handelsüblicher Blumenerde, Kokoshumus und Tongranulat oder Perlite. Etwa getrockneter Kaffeesatz kann das saure Milieu des Substrats verbessern. Darüber hinaus bietet sich ein Gemisch aus Lauberde, Torf und Sphagnum-Moos an. Anstelle von Lauberde kann auch handelsübliche Einheitserde genutzt werden, der man etwas Torf zusetzt.

Tipp:Torf als Beimischung hat die Eigenschaft, den Säuregehalt des Bodens zu regulieren und trägt somit zur Bodenverbesserung bei.

Gießen

Erdkultur
Der Wasserbedarf dieser faszinierenden Pflanze ist vergleichsweise hoch. Das Substrat bzw. der Ballen sollte jederzeit gleichmäßig feucht sein. Vor allem im Sommer ist aufgrund der höheren Verdunstung eine konstant hohe Bodenfeuchte wichtig. Staunässe sollte jedoch unbedingt vermieden werden, durch sie könnten die Wurzeln schnell Schaden nehmen. Deshalb sollte überschüssiges Wasser in Untersetzern und Übertöpfen immer zügig entfernt werden. Auch völlig austrocknen sollte das Substrat nicht.

Tipp: Gegossen werden sollte vorzugsweise mit weichem, zimmerwarmem Regenwasser, gegebenenfalls auch mit Mineralwasser. Kalkhaltiges Leitungswasser ist weniger gut geeignet.

Hydrokultur
Um Exemplare in Hydrokultur optimal mit Wasser zu versorgen, ohne sie zu ertränken, bietet sich die Verwendung eines Wasserstandsanzeigers an. Der zeigt anhand einer Skala an, wann und wie viel Wasser die Pflanze benötigt. Je weniger sich der Wasserstandsanzeiger speziell beim Elefantenohr bewegt, desto besser. So reicht es bei Hydrokulturen in der Regel aus, einmal wöchentlich und im Winter etwa einmal alle zwei Wochen zu gießen.

Luftfeuchtigkeit

Neben ausreichend Wasser benötigt diese attraktive Pflanze eine gleichbleibend hohe Luftfeuchtigkeit. An ihrem natürlichen Standort liegt diese bei über 90 Prozent. Um dem annähernd gerecht zu werden, sollte man sie regelmäßig, am besten täglich, mit wohltemperierten, kalkfreien oder kalkarmen Wasser besprühen. Zusätzlich ist es hilfreich, die Pflanze in eine mit Steinen und Wasser befüllte Schale zu stellen. Dabei sollte sie nicht direkt im Wasser stehen.

Tipp: Optimale Luftfeuchtigkeit lässt sich beispielsweise sehr gut in einem geschlossenen Blumenfenster oder einer Pflanzenvitrine erzielen.

Düngen

  • Bedarf an Nährstoffen ist mäßig hoch
  • Pfeilblatt von März/April bis September regelmäßig mit Dünger versorgen
  • Im 14-tägigen Rhythmus einen hochwertigen Flüssigdünger über das Gießwasser verabreichen
  • Handelsübliche Langzeitdünger weniger gut geeignet
  • Überdüngung sollte unbedingt vermieden werden
  • Das Substrat würde übersäuern und die Wurzeln schädigen
  • Im Zweifelsfall lieber etwas weniger düngen als zu viel

Schneiden

Alocasia - Elefantenohr - AlokasiaGrundsätzlich ist ein Schnitt dieser Pflanzen nicht erforderlich und in der Regel auch nicht wünschenswert. Ratsam ist lediglich das gelegentliche Ausputzen trockener, welker Blätter. Eine Verzweigung, wie man sie beim Rückschnitt anderer Pflanzen erreicht, bleibt bei der Alocasia aus. Gelbe, unansehnliche Blätter, die sich von Natur aus von Zeit zu Zeit im unteren Bereich der Pflanze zeigen, können jederzeit problemlos entfernt werden.

Blüte herausschneiden
Eine Blüte, in Form eines weißen Kolbens, der von einem anfangs hellgrünen und später weißen Hüllblatt umgeben ist, zeigt sich bei der Alocasia nur selten. In der Regel bringen nur ältere und große Exemplare Blüten hervor und nur unter optimalen Haltungsbedingungen. Sollte es tatsächlich zur Blüte kommen, wird empfohlen, diese abzuschneiden. Lässt man sie stehen, kostet das der Pflanze sehr viel Energie, aufgrund dessen sie schlimmstenfalls absterben könnte.

Tipp: Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich leuchtend rote Beeren, die zwar sehr dekorativ, dafür aber stark giftig sind, sofern man die Blüten nicht vorher abschneidet.

Überwintern

Etwa ab September legt das Elefantenohr
eine Wachstumspause ein. Dann sollte es hell stehen, bei Temperaturen nicht unter 15 Grad. Diese Pflanze toleriert auch ganzjährige Temperaturen um die 20 Grad. Bei einer kühleren Überwinterung welkt ein Teil der Blätter und fällt ab. Der Neuaustrieb erfolgt dann ab April. Auch wenn der Wasserbedarf im Winter deutlich geringer ist, sollte eine gleichmäßige Bodenfeuchte beibehalten werden und das Substrat nicht völlig austrocknen. Gedüngt wird während dieser Zeit nicht. Erst zu Beginn der Vegetationsperiode wird wieder etwas mehr gegossen und mit dem ersten neuen Austrieb wieder regelmäßig gedüngt.

Umtopfen

Aufgrund der Starkwüchsigkeit der Alocasia ist alle 2-3 Jahre das Umtopfen in frisches Substrat und ein größeres Pflanzgefäß empfehlenswert. Spätestens, wenn die Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen oder bereits an der Oberfläche sichtbar werden, ist es Zeit umzutopfen.
  • Bester Zeitpunkt ist der späte Winter von Mitte Februar bis Ende März
  • Das neue Pflanzgefäß sollte groß genug sein
  • Durchmesser des neuen Topfes ca. 20 % größer als der des alten
  • Zuerst die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf herausnehmen
  • Ballen von der alten Erde befreien
  • Dabei die Wurzel so wenig wie möglich beschädigen
  • Dann den neuen Topf mit einer Drainage zum Schutz vor Staunässe ausstatten
  • Einen Teil des Substrats hineingeben und die Pflanze einsetzen
  • Beim Auffüllen mit Substrat Pflanze vorsichtig hin und her rütteln
  • So sollen Hohlräume im Wurzelbereich verhindert werden
  • Diese könnten die Stabilität der Pflanze gefährden
  • Pflanzgefäß bis auf wenige Zentimeter unter den Rand mit Erde auffüllen
  • Erde leicht andrücken und das Ganze gut angießen
Tipp: Bei höheren Pflanzgefäßen bietet sich die Verwendung geeigneter Pflanzeinsätze an, die dafür sorgen, dass die Wurzeln nicht mit stehendem Wasser in Berührung kommen.

Vermehren

Aussaat
Eine Aussaat ist ganzjährig möglich. Allerdings sollten die Samen so frisch wie möglich sein, da sie nur eine recht kurze Zeit keimfähig bleiben und demzufolge auch nur sehr begrenzt lagerfähig sind. Am besten sät man sie direkt nach dem Kauf aus. Bevor man mit der eigentlichen Aussaat beginnt, lässt man die Samen für ca. 24 Stunden in handwarmem Wasser vorquellen. Anschließend verteilt man sie auf einer Mischung aus handelsüblicher Aussaaterde und Sand oder Perlite und bedeckt sie maximal 1 cm mit Substrat. Auch Kokohum eignet sich sehr gut als Anzuchtsubstrat.
Alocasia - Elefantenohr - Alokasia
Das Substrat wird leicht angedrückt und befeuchtet. Es sollte während des gesamten Prozesses der Keimung konstant feucht aber keinesfalls nass sein. An einem warmen Platz, bei Temperaturen zwischen 25 und 28 Grad keimen die Samen mit etwas Glück nach ca. 3-6 Wochen. Dabei keimen nicht alle Samen gleichzeitig, sondern eher unregelmäßig.

Teilung
Eine weitere, effektivere Möglichkeit, das Elefantenohr zu vermehren ist die Teilung des Rhizoms. Am besten nutzt man das Umtopfen zum Teilen der Pflanze. Nachdem man sie aus dem Topf herausgenommen hat, teilt man den Wurzelstock in einzelne Teilstücke, die man dann etwas antrocknen lässt. Jedes dieser Teilstücke sollte über kleine Triebansätze verfügen. Nun lässt man sie antreiben, indem man sie waagerecht auf feuchten Torf legt und vorzieht.

Ableger
Ab einem Alter von ca. drei Jahren bildet eine Alocasia sogenannte Tochterpflanzen, die man sehr gut für eine Vermehrung verwenden kann. Dazu sollten sie eine Mindestgröße von 15 cm aufweisen. Man trennt sie vorsichtig von der Mutterpflanze ab und steckt sie in ein Gemisch aus Sand und Torf. Das Ganze wird angefeuchtet und an einen geschützten und vor allem warmen Platz gestellt. Die Bedingungen sollten bis zur vollständigen Bewurzelung konstant bleiben.

Ursachen für Blattverfärbungen

Das gelegentliche Auftreten von gelben Blättern ist ein ganz natürlicher Vorgang und kein Grund zur Sorge. Kommt es jedoch vermehrt dazu, kann das auch andere Ursachen haben, wie z.B. einen ungünstigen Standort oder Fehler in der Pflege. Sehr häufig ist zu viel Nässe bzw. stauende Nässe für die Gelbfärbung von Blättern verantwortlich. Das wiederum kann die Folge einer fehlenden Drainage oder eines undurchlässigen Substrats sein.

Auch wenn das Substrat dauerhaft zu trocken ist, kann das zu gelben Blättern führen. Braun-gelbe Blattspitzen sind in der Regel ein Indiz für eine zu geringe Luftfeuchtigkeit. Sind dagegen die Blätter samt Blattadern gelb bzw. aufgehellt, kann ein Eisenmangel vorliegen, der häufig durch einen zu hohen pH-Wert bzw. zu kalkhaltiges Gießwasser hervorgerufen wird. Gelbe Sprenkelungen auf den Blättern können dagegen auf einen Befall mit saugenden Insekten hindeuten.

Hilfe bei gelben Blättern

Alocasia - Elefantenohr - AlokasiaDie verspricht zunächst ein entsprechender Standortwechsel. Darüber hinaus sollte das Gießverhalten den Bedürfnissen der Pflanze angepasst und betroffene Pflanzen gegebenenfalls in frisches Substrat umgetopft werden. Überschüssiges Gießwasser ist zeitnah zu entfernen. Die Luftfeuchtigkeit lässt sich durch häufiges Besprühen entsprechend erhöhen. Gießen mit kalkfreiem Wasser kann Eisenmangel und einem ungünstigen pH-Wert des Bodens entgegenwirken. Liegt ein Schädlingsbefall vor, sollte dieser schnellstmöglich beseitigt werden.

Schädlinge

Ursachen für einen Schädlingsbefall beispielsweise mit Spinnmilben, Woll- oder Schmierläusen sind häufig ungünstige Haltungsbedingungen, insbesondere trockene Heizungsluft in den Wintermonaten. Abhilfe kann das manuelle Entfernen sowie das Abbrausen mit zimmerwarmem Wasser und die Behandlung mit Neemöl- oder paraffinölhaltigen Präparaten schaffen. Zusätzlich kann der Einsatz von Nützlingen hilfreich sein.

Worauf beim Kauf achten?

Beim Kauf einer Alocasia sollte man auf einige Dinge achten, um lange Freude an dieser wunderschönen Pflanze zu haben. Bester Zeitpunkt zum Kauf ist das Frühjahr, so kann sie sich am besten an die neuen Bedingungen gewöhnen. Die Größe des Topfes und die Dichte der Pflanze kann viel über die Qualität der Pflanze aussagen. Die Blätter sollten bereits eine stattliche Größe haben und die individuelle Zeichnung gut zu erkennen sein.

Beschädigte Blätter aber auch Verfärbungen der Blätter oder Blattränder sind oft das Ergebnis schlechter Transport- und Lagerbedingungen. So können beispielsweise Blattflecken auf Schäden hindeuten, die sowohl durch Kälte als auch zu viel Sonne verursacht wurden. Darüber hinaus sollte man auf einen möglichen Schädlingsbefall achten und derartige Pflanzen besser meiden.