Die echte Ananas aus der Familie der Bromeliengewächse ist nicht nur lecker, sondern auch noch gesund. Während die eigentliche Pflanze nicht besonders auffällt, wird sie, sobald sich eine Frucht bildet zu einem echten Hingucker. Anzucht und Pflege der Ananas sind relativ unproblematisch und geschnitten wird lediglich zur Fruchtreife bzw. Ernte.

Die Anzucht einer Ananas-Pflanze ist auf unterschiedliche Art und Weise möglich. So kann sie aus Samen, einem Blattschopf, auch Bürzel genannt oder durch Kindel, die sich teilweise an der Mutterpflanze bilden können, herangezogen werden. Allerdings ist die Anzucht dieser tropischen Pflanze im Gegensatz zu anderen Gewächsen recht langwierig und nicht immer Erfolg versprechend, weshalb viel Geduld und Ausdauer gefragt sind. Die Ananaspflanze wächst vergleichsweise langsam. Nach der Blüte verdickt sich der Blütenschaft, woraus sich dann die Frucht entwickelt.

Standort und Boden

Der optimale Standort sollte ganzjährig warm, hell und sonnig sein, mit mehreren Stunden Sonne täglich, wobei pralle Mittagssonne vermieden werden sollte, besser ist Sonne in den Morgen- und Abendstunden. Je heller der Standort, desto intensiver ist die Färbung der Blätter. Eine hohe Luftfeuchtigkeit ist von Vorteil.

Die Ananas gehört zu den Erdbromelien und bevorzugt ein lockeres, grobes Substrat mit einem pH-Wert von 5. Optimal ist ein für Bromelien geeignetes Substrat aus Torf und Lauberde

zu gleichen Teilen. Anstelle von Torf kann auch eine auf Kompost basierende, mineralische und kalkfreie Erde verwendet werden, die zudem etwas krümelig, locker und vor allem gut durchlässig ist.

Tipp: Ein Umtopfen der Ananas ist nur selten erforderlich, in der Regel erst dann, wenn der Topf bzw. das Substrat komplett durchwurzelt ist.

Gießen und Düngen

  • Im Sommer gießt man die Ananas-Pflanze regelmäßig.
  • Möglichst nur mit kalkfreiem Wasser gießen.
  • Nicht in die Blattrosette gießen, wie es bei Bromelien eigentlich üblich ist.
  • Die Ananas reagiert hierauf relativ empfindlich.
  • Das Substrat sollte gleichmäßig feucht sein.
  • Am besten vor jedem Gießen die oberste Substratschicht etwas antrocknen lassen.
  • Trockenheit ist für diese Pflanze ebenso ungünstig wie zu viel Nässe.
  • Nährstoffbedarf der Ananas ist mäßig bis gering.
  • Ganzjährig mit einem handelsüblichen Flüssigdünger düngen.
  • Den Dünger über das Gießwasser verabreichen.
  • Von Mai bis September alle zwei Wochen und ab Oktober etwas weniger düngen.

Tipp: Braune Blattspitzen sind bei der Ananas in der Regel ein Hinweis auf Wassermangel.

Schneiden / Ernten

Ein Rückschnitt im eigentlichen Sinne ist bei der Ananas nicht erforderlich. Lediglich die Frucht muss zur Fruchtreife

abgeschnitten werden. Bis eine Ananas das erste Mal zur Blüte kommt, kann es 1-4 Jahre dauern. Die Frucht entwickelt sich innerhalb von 4-8 Monaten und mit zunehmender Reife verfärbt sie sich mehr und mehr ins Gelbliche, verströmt einen immer intensiveren Duft und das Fruchtfleisch gibt bei Druck mit dem Finger nach. Nun kann die Ananas mit einem Messer vom Stängel abgeschnitten werden. Die verbleibende Blattrosette stirbt danach in der Regel ab, sollte aber nicht weggeworfen werden, denn während des Absterbens bildet sie kleine Schösslinge.

Tipp: Ananasfrüchte, die im Sommer reifen, sind meist aromatischer als jene, die im Winter reifen.

Überwintern

Bei der Überwinterung der Ananas ist nicht viel zu beachten. Sie sollte weiterhin warm und hell stehen, bei Raumtemperaturen nicht unter 17 Grad und einer reduzierten Wasser- und Nährstoffversorgung. Aufgrund trockener Heizungsluft im Winter ist es ratsam, sie regelmäßig mit Wasser zu besprühen, was auch einem Schädlingsbefall entgegenwirken kann. Exemplare, die im Freien standen, sollten spätestens zu Herbstbeginn ins Haus geholt werden.

Vermehrung

Es gibt die Möglichkeit die Ananas zu vermehren. Hier werden drei verschiedene Techniken unterschieden:

  • aus einem Blattschopf
  • durch Aussaat der Samen
  • durch Kindel, die sich von der Mutterpflanze gebildet haben

Schädlinge

Damit es der Ananas gut geht muss sie regelmässig auf Schädlinge kontrolliert werden. 

Ananasschmierlaus

Die Ananasschmierlaus ist Hauptüberträger der sogenannten Ananaswelke. Sie kann die Wasserversorgung im Innern der Pflanze unterbrechen, die Pflanze zum Welken bringen und die Früchte an der Basis faulen lassen. Die Blätter weisen häufig streifenförmige Verfärbungen auf. Verantwortlich für die Übertragung der Ananasschmierlaus sind häufig Ameisen, denn die schützen die Schädlingskolonien vor Fressfeinden, insbesondere wenn die Ananas im Freien steht. Um diesen Schädling wirkungsvoll zu bekämpfen, müssen

zunächst die Ameisen ferngehalten bzw. bekämpft werden. Anschließend bieten sich natürliche Fressfeinde wie Erzwespen, Gallmücken und Marienkäfer zur Bekämpfung an.

Schildläuse

Einen Schildlausbefall erkennt man an kleinen dunklen, hochgewölbten Schildchen besonders an Blattadern und Stängeln. Bei einem fortgeschrittenen Befall kommt es zu Verkrüppelungen der Blätter und Blüten sowie zu Verfärbungen der Blätter und zum Blattfall. Wurde ein Befall entdeckt, sollten betroffene Pflanzen schnellstens von anderen isoliert werden, um eine Ausbreitung zu unterbinden. Im Handel werden geeignete systemisch wirkende Mittel in Form von Sprays zur Bekämpfung angeboten. Wer auf derartige Mittel verzichten und auf eine biologische Bekämpfung setzen möchte, kann Marienkäfer oder Schlupfwespen gegen die Schildläuse und deren Larven einsetzen. Das regelmäßige Besprühen mit Wasser kann helfen, einem Befall vorzubeugen.

Tipp: Schildläuse sollten nicht von der Pflanze abgekratzt werden, denn unter den Schilden sitzen meist bereits geschlüpfte Larven, die dann über die Pflanze verteilt werden und sich so weiter ausbreiten können.

Spinnmilben

Ein Befall mit Spinnmilben zeigt sich an feinen weißen Gespinsten besonders in den Blattachseln. Er ist meist die Folge zu geringer Luftfeuchtigkeit. Zur Bekämpfung braust man die Pflanze zunächst mit einem stärkeren Wasserstrahl gründlich ab. Anschließend stellt man sie tropfnass in eine Plastiktüte, verschließt diese und lässt die Ananas 3-4 Tage darin stehen. Das feuchte Mikroklima unter der Folie tötet die Schädlinge in der Regel ab.

Fazit
Die Anzucht einer Ananas ist relativ unproblematisch, sofern man einige Kleinigkeiten berücksichtigt. Am einfachsten lässt sie sich aus einem Blattschopf oder Kindeln ziehen. Bis zur Bewurzelung kann es jedoch einige Zeit dauern und nicht jeder Versuch ist von Erfolg gekrönt. Auch bis sich das erste Mal eine Frucht entwickelt, kann es bis zu 4 Jahre dauern. Doch mit etwas Glück wird das lange Warten mit einer leckeren, selbst geernteten Ananas belohnt.