Das Känguruhpfötchen ist ein exotisches Gewächs, welches seinen Namen aufgrund der außergewöhnlichen Blütenform bekommen hat. In den Blütenständen drängen sich mehrere röhrenförmige Einzelblüten zusammen, sodass diese an die Pfote des australischen Nationaltiers erinnern. Anders als das Känguru bevorzugt dieses Gewächs keine trockenen und heißen Bedingungen. Damit Kangaroo Paw in mitteleuropäischen Gefilden gedeiht, sind spezielle Pflegehinweise zu berücksichtigen.

Steckbrief

  • wissenschaftlicher Gattungsname: Anigozanthos
  • Gattung enthält zehn Arten sowie einige Unterarten und Varietäten
  • Pflanzen ziehen in natürlichen Lebensräumen während der Trockenzeit ein
  • treiben als ausdauernde Pflanzen nach dem Winterregen erneut aus
  • Blütenstände einiger Arten werden bis zu 150 Zentimeter hoch
  • Blüten sind zwittrig und haben zusammengewachsene Blütenhüllblätter, die wollig behaart sind

Standort

Das Känguruhpfötchen gilt als wärmeliebend. Eine halbschattige Fensterbank in West- oder Ostlage mit hellen Lichtbedingungen eignet sich als idealer Standort für Anigozanthos-Arten. Helle Räume mit indirektem Licht unterstützen die Blütenbildung. Die Blütezeit dieser exotischen Pflanze erstreckt sich über das Frühjahr. Das sonnige Südfenster wird ebenfalls toleriert, wenn der Raum regelmäßig belüftet und die Pflegehinweise beachtet werden. Kangaroo Paw ist eine ausgesprochene Zimmerpflanze, nimmt während der Sommermonate aber gerne ein warmes Plätzchen auf Balkon und Terrasse an. Voraussetzung ist neben optimalen Lichtbedingungen ein luftiger Standort, damit sich die Hitze nicht staut.

Hinweis: Schützen Sie das tropische Gewächs vor Zugluft und Regen. Solche Bedingungen mag das Känguruhpfötchen nicht besonders.

Substrat

Die Känguru Pflanze bevorzugt ein Substrat mit lockerer Struktur, die einen optimalen Wasserabfluss gewährleistet und gleichzeitig Wasser speichert. Tongranulat und Quarzsand eignen sich ideal, um die Grobkörnigkeit der Erde zu verbessern. Für ein verbessertes Wasserspeichevermögen können Sie der Erde Kokohum beimischen. Achten Sie darauf, dass das Substrat kalkfrei ist. Ein zu hoher Kalkgehalt führt mit der Zeit dazu, dass die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen negativ beeinflusst wird.

Ideal ist ein Substrat mit einem pH-Wert von 6,0. Als gut geeignet erweisen sich diese Substrate:
  • Azaleen-Substrat
  • Laub- oder Moorerde
  • Orchideensubstrat
  • Blumenerde oder Torfersatz

Gießen

Känguruhpfote - Kangaroo paw - AnigozanthosDer Wasserbedarf der Känguru Pflanze liegt im mittleren Bereich. In den natürlichen Lebensräumen ist die Erde stets feucht. Bei einer Kultivierung im Topf sollten Sie darauf achten, dass das Substrat während der Wachstumszeit zwischen Frühjahr und Herbst weder vollständig austrocknet, noch vernässt. Mäßige Wassergaben reichen aus, um die Pflanze zu versorgen. Gießen Sie überschüssiges Wasser aus Untersetzer oder Übertopf ab. So gießen Sie richtig:

  • oberste Substratschicht vor jeder Bewässerung abtrocknen lassen
  • auf Leitungswasser verzichten und Regenwasser nutzen
  • an der Stängelbasis gießen, sodass Blüten und Blätter trocken bleiben

Staunässe verträgt Kangaroo Paw nicht. Steht die Pflanze dauerhaft in nasser Erde, kommt es zum Absterben der Feinwurzeln. Hier finden verschiedene Pilzsporen optimale Lebensbedingungen und Eintrittspforten. Sie wachsen und beschleunigen die Verrottungsprozesse. Um das zu verhindern, sollten Sie den Topfboden mit einer Drainage ausstatten. Nutzen Sie beständige Materialien wie Lavasplit, Tonscherben oder Kies. Füllen Sie den Kübel bis auf eine Höhe von drei Zentimetern mit dem Material auf, bevor Sie das Gewächs einpflanzen.

Düngen

Das Känguruhpfötchen gehört zu den Pflanzen, die ab Frühjahr bis in den Sommer eine optimale Nährstoffversorgung benötigen. Um Überdüngungen zu vermeiden, sollten Sie zu einem Langzeitdünger greifen. Zu hohe Konzentrationen verschiedener Mineralstoffe können das Wachstum negativ beeinträchtigen. Der Langzeitdünger wird zu Beginn der Wachstumsphase über das Gießwasser verabreicht. Alternativ können Sie zu einem herkömmlichen Flüssigdünger greifen, den Sie Ihrer Pflanze alle zwei Wochen in geringen Konzentrationen geben. Achten Sie darauf, dass die Düngemittel kalkfrei sind.

Hinweis: Die Düngung wird spätestens dann eingestellt, wenn sich die Pflanze auf den Winter

vorbereitet. Dieser Prozess startet bei der Känguru Pflanze im August.

Schneiden

Obwohl dieses exotische Gewächs bis zu 60 Zentimeter in Höhe und Breite erreichen kann, sind regelmäßige Rückschnitte überflüssig. Abgestorbene Blätter und Triebe können Sie bodennah abschneiden, sobald diese vollständig ausgetrocknet sind. Verwelkte Blütenstände werden abgeschnitten, um die Bildung neuer Triebe zu fördern. Nutzen Sie für Schnittmaßnahmen eine scharfe Gartenschere, die gründlich gereinigt und desinfiziert wurde. Dadurch verhindern Sie, dass Krankheitserreger übertragen werden. Tragen Sie Handschuhe, denn einige Anigozanthos-Arten führen Milchsaft in ihren Leitungsbahnen.

Überwintern

Das nicht winterharte Gewächs benötigt ein mildes und helles Winterquartier, in dem es vor Frost und Kälte geschützt ist. Wenn Kangaroo Paw während der Sommermonate im Freien stehen darf, sollte die Pflanze spätestens im Oktober ins Haus geholt werden. Die idealen Temperaturen für die Überwinterung liegen zwischen zehn und 15 Grad Celsius. Im Winter stellt das Känguruhpfötchen sein Wachstum ein. Lassen Sie die Pflanze nicht vollständig austrocknen und verzichten Sie auf eine Düngung. Eine solche Überwinterung ist notwendig, damit Sie sich im nächsten Jahr erneut an den Blüten erfreuen dürfen. Wenn sich der Winter dem Ende entgegen neigt, sollten Sie diese Pflegehinweise beachten:

  • Wassergaben ab Anfang März langsam erhöhen
  • die ersten zwei Wochen auf eine schattige Fensterbank stellen
  • schrittweise an die Sonne gewöhnen
  • nach den Eisheiligen Mitte Mai nach draußen stellen
  • auf einen halbschattigen Standort achten, damit keine Verbrennungen entstehen

Tipp: Bevor Sie die Pflanze ins Freiland stellen, sollten Sie diese für etwa fünf Wochen unter gleichbleibenden Bedingungen bei 14 Grad Celsius kultivieren. Das erhöht die Chance auf eine üppige Blütenpracht.

Vermehren

Die Känguru Pflanze lässt sich auf vegetative und generative Pflanze vermehren. Erstere Methode bezeichnet die Vervielfältigung der Pflanze über Wurzelstücke oder Triebe. Die generative Vermehrung ist möglich, da sich Anigozanthos-Arten selbst befruchten. Da die Teilung aufwändig ist und ebenso wie die Vermehrung über Stecklinge der Mutterpflanze schaden kann, sollten Sie Ihre Pflanzen aus Saatgut züchten. Über Samen lässt sich Kangaroo Paw einfach vermehren. Saatgut finden Sie selten im Fachhandel, weswegen Sie auf die Samen einer Mutterpflanze zurückgreifen müssen. Wenn Sie die Pflegehinweise beachten, kommt die Pflanze regelmäßig zur Blüte.

Rhizomteilung

Känguruhpfote - Kangaroo paw - AnigozanthosÄltere Pflanzen, die einen kräftigen Wurzelstock entwickelt haben und üppig wachsen, können behutsam geteilt werden. Achten Sie darauf, dass das Kängurupfötchen gesund ist. Sie können die Pflanze während der gesamten Vegetationsperiode teilen. Entweder führen Sie diese Maßnahme im Rahmen des Umtopfens durch, oder Sie trennen das Rhizom kurz vor dem Einsetzen der Ruhephase. Dadurch geben Sie den Teilpflanzen Zeit zum Anwachsen. Gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Wurzelballen aus dem Topf heben und Substrat abklopfen
  • Rhizom von Erdresten befreien
  • scharfes und desinfiziertes Messer nutzen
  • ein bis zwei Nebenknollen abtrennen, um die Pflanze nicht zu
    schwächen
  • Schnittstellen antrocknen lassen
  • Mutterpflanze und Rhizomstücke einpflanzen

Stecklinge

Schneiden Sie gesunde und kräftige Triebe von der Mutterpflanze. Lassen Sie den Steckling unter lauwarmem Wasser "ausbluten", bis kein Milchsaft mehr aus der Schnittstelle austritt. Anschließend kommt der Trieb in ein Glas Wasser, welches an einen hellen und warmen Platz gestellt wird. Es dauert etwa zwei bis drei Wochen, bis sich die ersten Wurzeln bilden. Haben diese eine Länge von zwei Zentimetern erreicht, werden die Stecklinge eingepflanzt.

Aussaat

Lassen Sie die Samen ausreifen und sammeln Sie diese ab, bevor die Früchte vollständig vertrocknen. Je älter das Saatgut ist, desto schlechter ist die Keimrate. Streuen Sie die feinen Samen auf ein nährstoffarmes Substrat und drücken Sie diese leicht an. Achten Sie darauf, dass die Körner nicht mit Erde bedeckt werden. Befeuchten Sie das Substrat vorsichtig mit einem Zerstäuber und platzieren Sie das Aussaatgefäß an einem hellen und warmen Ort. Bei Tagestemperaturen zwischen 18 und 22 Grad Celsius keimen die Samen nach 21 bis 28 Tagen. Nachts sollte das Thermometer nicht unter 13 Grad fallen. Die Sämlinge können vereinzelt werden, sobald sie das erste Laubblattpaar entwickelt haben.

Umtopfen

Als Zimmerpflanze bedankt sich Ihr Känguruhpfötchen über das regelmäßige Umtopfen. Gönnen Sie dem Gewächs alle zwei bis drei Jahre einen größeren Kübel. Spätestens wenn der Topf zu klein wird, sollte ein größeres Pflanzgefäß gewählt werden. Der ideale Zeitpunkt für diese Maßnahme ist das Frühjahr, kurz bevor die neue Vegetationsperiode beginnt. Wählen Sie einen Topf, der zwei bis drei Zentimeter mehr Umfang hat. Legen Sie eine Drainage an und bedecken Sie diese Schicht mit frischem Substrat. Setzen Sie den Wurzelballen ein und füllen Sie die Lücken auf. Drücken Sie den Ballen vorsichtig an und wässern Sie die Pflanze gründlich. Dadurch werden Luftlöcher geschlossen und die Wurzeln bekommen Kontakt zur Erde.

Krankheiten

Känguruhpfote - Kangaroo paw - AnigozanthosEine der häufigsten Krankheiten der Känguru Pflanze ist Wurzelfäule. Sie tritt auf, wenn das Substrat zu stark vernässt ist und die Wurzeln unter Staunässe leiden. Sie verfaulen unter Luftabschluss und bieten Pilzsporen einen optimalen Nährboden. Wurzelfäule ist erkennbar an modrigem Geruch und braunen, matschigen Wurzeln. Schneiden Sie die betroffenen Stellen großzügig heraus und setzen Sie die Pflanze in frisches Substrat.

Schädlinge

Blattläuse und Spinnmilben sind häufige Schädlinge an Kangaroo Paw. Die saugenden Insekten befallen hauptsächlich junge und geschwächte Pflanzen. Ältere Exemplare können sich gegen die Schädlinge behaupten. Blattläuse sind erkennbar am Honigtau, der sich über Blätter und Triebe zieht. Spinnmilben entwickeln typische Gespinste, die durch den Wasserzerstäuber sichtbar werden. Um einer Schädlingsausbreitung vorzubeugen, sollten Sie diese Aspekte berücksichtigen:

  • trockene Heizungsluft vermeiden
  • Pflanzen mit Pflanzenjauchen stärken
  • Gelbtafeln zur Kontrolle verwenden

Haben sich die Schädlinge stark ausgebreitet, sollten Sie die Blätter mit einem feuchten Tuch abwischen. Sie können die Pflanze mit Neem-Öl besprühen. Setzen Sie Nützlinge wie Florfliegenlarven oder Raubmilben ein. Diese ernähren sich von den Schädlingen.