Nach einem anstrengenden Tag freut man sich auf die Zeit mit der Familie in einer schönen gemütlichen Wohnung. Die Lust aufs gemeinsame Abendessen vergeht schlagartig, wenn ein oder gar mehrere schwarze Käfer über den Fußboden krabbeln. Wo kommen sie her? Ist fehlende Hygiene die Ursache? Übertragen sie Krankheiten? Wie wird man die lästigen Insekten wieder los?

Mehlkäfer (Tenebrio molitor)

Wenn große schwarze Käfer in der Wohnung auftreten, handelt es sich häufig um Mehlkäfer. Der Schädling tritt in Bäckereien, Lebensmittelläden und landwirtschaftlichen Betrieben auf und kann über Mehl und Getreideprodukte sowie über Hunde- und Katzenfutter in Wohnungen gelangen.

  • Länge bis 2 Zentimeter
  • schwarzglänzende Oberseite, gelbbraune Unterseite
  • gelblich gefärbte Larven (Mehlwürmer)

Auftreten

  • überall, wo Getreideprodukte und Tierfutter gelagert werden
  • in Salzteigbasteleien und Gestecken aus Trockenblumen

Schadwirkung

  • Verunreinigung von Getreideprodukten und Futtermitteln
  • Mehlwürmer übertragen Bandwürmer

Bekämpfung

Mehlkäfer (Tenebrio molitor)

Vom Mehlkäfer befallene Lebensmittel müssen vollständig vernichtet werden. Sobald Mehlkäfer in der Wohnung auftauchen, sind Mehlvorräte und Getreideprodukte auf das Vorhandensein von Mehlwürmern zu prüfen.

Tipp: Achten Sie beim Einkauf von Lebensmitteln auf unbeschädigte Verpackungen, um das Einschleppen der unbeliebten Tiere zu verhindern.

Pelzkäfer (Attagenus)

Pelzkäfer leben auf Bäumen, Büschen, auf dem Boden und auf Aas. Pelzkäfer werden vom Licht angezogen. Sie gelangen durch das offene Fenster in die Wohnung und richten großen Schaden an. Pelzkäfer zerstören Textilien, Pelze und Teppiche.

Häufig vorkommende Arten

Dunkler Pelzkäfer (Attagenus unicolor)

Dunkler Pelzkäfer (Attagenus unicolor)

  • schwarzbraune Färbung
  • bis 2,8 bis 5 Millimeter groß
  • ovale Körperform

Brauner Pelzkäfer (Attagenus smirnovi)

Brauner Pelzkäfer (Attagenus smirnovi)

  • dunkelrotbraune bis schwarze Färbung
  • Länge 3,5 bis 5,5 Millimeter
  • gelbliche Behaarung der Flügeldecken
  • häufiges Vorkommen in Wohnungen mit Parkettboden

Gefleckter Pelzkäfer (Attagenus pellio)

Gefleckter Pelzkäfer (Attagenus pellio)

  • schwarzbraun gefärbt
  • hellbraune Flecken auf den Flügeldecken
  • Länge 4 bis 5 Millimeter
  • Entwicklung vom Ei bis zum Käfer dauert zwei bis drei Jahre

Auftreten

  • Haushalte mit Haustieren
  • Wohnungen mit breiten Ritzen in den Parkett- oder Dielenfußböden
  • in Trockenblumen

Schäden

  • Zerstörung von Wohntextilien, Pelzen und Kleidungsstücken

Bekämpfung

Bei einem Befall mit Pelzkäfern muss zunächst eine gründliche Reinigung der Wohnung erfolgen. Betroffene Textilien müssen entsorgt werden. Textilien werden zur Beseitigung von Käfern, Eiern und Larven mit mindestens 60 Grad Celsius gewaschen. Im Fachhandel sind wirksame Insektizide erhältlich.

Tipp: Unsere Großmütter nutzten den Schnee im Winter und klopften die Teppiche darin aus. So wird Schmutz entfernt und Larven, Eier und Käfer durch die Kälte beseitigt.

Reismehlkäfer

Der schwarzbraune Reismehlkäfer stammt aus Südostasien und gelangt über Lebensmittelexporte in die ganze Welt. Reismehlkäfer sind Vorratsschädlinge. Sie befallen Mehl- und Getreidevorräte aber auch Nüsse. Sie können gut fliegen und breiten sich schnell in der gesamten Wohnung aus.

Häufig vorkommende Arten

Großer Reismehlkäfer (Tribolium destructor)

Großer Reismehlkäfer (Tribolium destructor)

  • kastanienbraune bis schwarzbraune Färbung
  • stark glänzend
  • Länge bis 5,5 Millimeter
  • Antennen aus 11 Segmenten

Schwarzer Reismehlkäfer (Tribolium madens)

  • schwarzbraune
    Färbung
  • Länge bis 5 Millimeter

Schadwirkung

  • Verunreinigung von Mehl und Getreideprodukten
  • Abgabe von Chinonen, die als krebserregend gelten

Bekämpfung

Befallene Lebensmittel müssen vernichtet werden. Bei großen Vorräten wird eine Hitzebehandlung empfohlen.

Hinweis: Die von Reismehlkäfern abgegebenen Chinone färben Mehl rosa. Es entsteht ein unangenehmer Geruch. Das Mehl verliert seine Backfähigkeit und darf nicht mehr verarbeitet werden.

Schaben (Blattodea)

Schaben treten nahezu überall auf. Sie sind die bekanntesten Vorrats-, Material- und Hygieneschädlinge. Wichtiger als die durch Schaben angerichteten Materialschäden ist ihre Funktion als Krankheitsüberträger. Sie übertragen Krankheiten wie Tuberkulose, Cholera, Ruhr, Hepatitis B und Typhus. Gleichzeitig stehen sie im Verdacht, Schimmelpilze zu verbreiten. Schaben besitzen kräftige Beine und können schnell laufen. Die Schädlinge entwickeln einen unangenehmen Geruch.

Schaben sind wärmeliebende Insekten. Sie werden von der Wärme elektrischer Geräte angezogen, dringen in diese ein und bewirken nicht selten Kurzschlüsse und Defekte.

Häufig vorkommende Arten

Australische Schabe (Periplaneta australasiae)

Australische Schabe (Periplaneta australasiae)

  • schwarzbraun gefärbt
  • gelbliches Quergebinde, gelber Flügelrand
  • Länge bis 30 Millimeter

Orientalische Schabe (Blatta orientalis)

Orientalische Schabe (Blatta orientalis)

  • dunkelbraune Färbung
  • Länge bis 30 Millimeter
  • Auftreten hauptsächlich in Kellern
  • Aktivität in der Dunkelheit

Braunbandschabe / Möbelschabe (Supella longipalpa)

Braunbandschabe / Möbelschabe (Supella longipalpa)

  • schwarzbraune Färbung
  • Länge 10 bis 12 Millimeter
  • nicht flugfähig
  • Auftreten in Wohnungen, Hotelzimmern
  • wichtiger Verursacher von Allergien
  • gefährlicher Krankheitsüberträger

Vorkommen

  • in Lebensmittelbetrieben, Restaurants, Hotels, Krankenhäusern, Kellern und Wohnungen

Schäden

  • Krankheitsüberträger
  • Auslöser von Allergien
  • Verbreitung von Schimmelpilzen
  • Fraßschäden
  • übler Geruch

Bekämpfung

Schaben werden mit Fraßködern und Klebefallen bekämpft. Zum Einsatz hinter Schränken und Herden eignen sich Kontaktinsektizide. Die Fraßköder müssen für die vollständige Beseitigung der Schädlinge über mehrere Monate ausgebracht werden.

Speckkäfer (Dermestidae)

Speckkäfer zählen zu den häufigsten Hygiene-, Vorrats- und Materialschädlingen in Wohnungen. Während sie früher hauptsächlich in Fleischereien auftraten, werden sie heute vor allem in verwahrlosten Wohnungen entdeckt. Ihre Bekämpfung ist schwierig, da Fraßköder nicht zur Verfügung stehen und Insektengifte nur selten eine Wirkung erzielen.

Häufig vorkommende Arten

Gemeiner Speckkäfer (Dermestes lardarius)

Gemeiner Speckkäfer (Dermestes lardarius)

  • Länge 6 bis 9,5 Millimeter
  • zweifarbig gefärbte Flügel

Dornloser Speckkäfer (Dermestes frischi)

  • Länge bis 6,5 bis 10 Millimeter
  • auffällige gelbe Borsten zwischen Hals und Flügeldecken

Peruanischer Speckkäfer (Dermestes peruvianus)

Peruanischer Speckkäfer (Dermestes peruvianus)

  • Länge bis 10 Millimeter
  • kann gut fliegen
  • weißlich behaarte, glänzende Flügel
  • Auftreten in Großküchen

Gestreifter Speckkäfer (Dermestes bicolor)

  • Länge 7 bis 9 Millimeter
  • tiefe Längsfurchen an den Flügeln

Dornspeckkäfer (Dermestes maculatus)

Dornspeckkäfer (Dermestes maculatus)

  • Länge 6 bis 10
    Millimeter
  • Flügeldecken leicht behaart und dornförmig verlängert

Auftreten

  • in verschmutzten Wohnungen
  • im Müll
  • in Großküchen
  • in Textilien, Pelzen, Insektensammlungen

Schäden

  • Fraßschäden an Speck, Fleisch, Käse, Trockenfisch
  • Zerstörung von Insektensammlungen und Tierpräparaten
  • Schädigung von Pelz, Fellen und Leder durch Larven
  • Schäden in Möbeln und Dielen

Bekämpfung

Es ist ausgesprochen schwierig, Speckkäfer in der Wohnung wieder loszuwerden. Die Tiere leben versteckt, daher ist der Einsatz von Insektengiften oft nicht möglich.Speckkäfer reagieren empfindlich auf sehr hohe oder niedrige Temperaturen. Die Behandlung mit Hitze (über 50 Grad Celsius) führt zum Absterben der Tiere innerhalb weniger Stunden. Kältebehandlungen (unter -20 Grad Celsius) erfordern mehr Zeit. Hochwertige Textilien und Pelze vertragen die Hitzebehandlung nicht. Sie werden vom Fachmann mit Stickstoff von den Schädlingen befreit.

Tipp: In Wohnungen mit Holzdielen wird das Versiegeln der Dielen zur Bekämpfung der Speckkäfer empfohlen.

Vorbeugende Maßnahmen im Haus

Auch wenn das Auftreten von großen schwarzen Käfern im Haus nicht vollständig zu verhindern ist, gibt es wirksame Möglichkeiten der Vorbeugung.

  • Lebensmittelvorräte regelmäßig kontrollieren
  • beim Auftreten von Larven und Käfern, Lebensmittel sofort entsorgen
  • Lebensmittel wie Mehl, Getreide, Nudeln, Nüsse und Trockenobst gut verschließen
  • Räume, Schränke und Vorratsbehälter, in denen Lebensmittel aufbewahrt werden, regelmäßig putzen
  • Staubsauger reinigen
  • Fliegengitter anbringen
  • ausgiebig lüften
  • Kleidung bügeln
  • nur gewaschene Kleidung in Schränken aufbewahren
  • Teppiche abbürsten, ausklopfen, säubern
  • Ritzen und Ecken in der Wohnung reinigen
  • Parkett und Dielenfußböden versiegeln
  • Küchenabfälle schnell entsorgen
  • beim Auftreten von Schädlingen schnell reagieren
  • bei starkem Befall professionellen Schädlingsbekämpfer beauftragen

Achtung: Auf Grund der toxischen Wirkung ist die Verwendung von Insektiziden in der Wohnung nicht empfehlenswert. Bei einem starken Befall helfen professionelle Schädlingsbekämpfer.