Wollläuse tragen auch die Bezeichnung Schmierläuse und haben sich als Schädlinge weit verbreitet. Diese können sowohl Zimmerpflanzen als auch diverse Pflanzen im Garten befallen. Oft siedeln sich Wollläuse an schwer einsehbaren Bereichen der Pflanzen an, sodass ein Befall erst spät und in einem fortgeschrittenen Stadium festgestellt wird. Da sich die Schmierläuse explosionsartig vermehren können, ist stets umgehender Handlungsbedarf gegeben.

Allgemeine Informationen

Die Schädlinge bilden eine eigene Familie innerhalb der Familie der Schildläuse aus. Es gibt etwa tausend verschiedene Arten von Schmierläusen, jedoch unterscheiden sich die Methoden zur Bekämpfung nicht weiter. Die Wollläuse werden nicht größer als einige Millimeter und haben sich auf der ganzen Welt verbreitet. Die kleinen Tierchen sind in der Lage, sich auch eingeschlechtlich zu vermehren. Deshalb kommen weibliche Arten viel öfter vor als männliche, ein Umstand, der zu einer explosionsartigen Vermehrung führen kann. Um einen Befall im Vorfeld zu verhindern, ist die Wahl des richtigen
Standorts extrem wichtig. Des Weiteren sind die optimale Versorgung mit Nährstoffen, Licht und Wasser unerlässlich, sodass sich eine Ausbreitung mit Schmierläusen vorbeugen lässt.
  • Tiere weisen entweder braune, rosa oder weiße Farbe auf
  • Weibchen legen etwa alle zwei Monate bis zu 600 Eier
  • Gelege befinden sich oft versteckt im Substrat, Blattachseln oder Hüllblättern
  • Larven schlüpfen nach ca. 10 Tagen
  • Schädlinge breiten sich extrem schnell aus
  • Befall wird häufig zunächst übersehen
  • Schützen sich durch wachsartige Ummantelung gegen äußere Einflüsse
  • Umgehend geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen
  • Bevorzugen krautige Natur- und Zimmerpflanzen
  • Besonders beliebt sind Orchideen, Gummibäume, Yuccas und Kakteengewächse

Ursachen & Schadbild

Wollläuse und SchmierläuseZu den Ursachen für einen Befall zählen vor allem ungünstige Standortbedingungen. Wenn der Standort zu warm, zu dunkel oder die Umgebungsluft zu trocken ist, dann fühlen sich Wollläuse besonders wohl. Deswegen tritt ein Befall besonders oft während der Wintersaison auf, da sich die Schmierläuse in der trockenen und warmen Heizungsluft bei wenig Tageslicht gut ausbreiten können. Ein weiterer Grund für einen Befall sind stark stickstoffhaltige Düngemittel, die bei den Pflanzen zum Ungleichgewicht führen. Darüber hinaus kommen Wollläuse häufig beim Kauf von neuen Pflanzen ins Haus oder in den Garten. Deshalb ist im Vorfeld eine gründliche Kontrolle auf eventuell bereits befallene Pflanzen notwendig. Schmierläuse saugen den Pflanzensaft des Wirtes aus und sondern im Anschluss giftige Sekrete ab. Dadurch wird die betroffene Pflanze stark geschwächt, es kommt zu Gewebeschäden und danach zum Abwurf der Blätter.
  • Befall zeigt sich durch weiße und Watte ähnlichen Gespinsten
  • Schädling umgibt sich mit dieser Substanz
  • Siedeln sich überwiegend an Trieben, Stängeln und auf den Blättern an
  • Bei Orchideen und Kakteen auch Wurzelbereich und Blüten möglich
  • Sondern klebrigen Honigtau ab
  • Ausgesondertes Gift hemmt das Pflanzenwachstum
  • Blätter verfärben sich gelb und vertrocknen
  • Klebrige und weiße Stellen im Pflanzgefäß sind ebenfalls Zeichen für Befall
  • Schwächen extrem die betroffenen Pflanzen
  • Übertragen häufig diverse Viruskrankheiten
  • Besonders starker Befall führt zum Absterben der Pflanze

Entfernen

Wenn der Befall frühzeitig entdeckt wurde, dann lassen sich die Wollläuse durch das Abstreifen bekämpfen. Diese müssen auf jeden Fall immer entfernt werden, auch wenn sich der Befall noch in Grenzen hält. Das Abstreifen lässt sich mit diversen Gerätschaften durchführen und erfordert etwas Geduld und Fingerspitzengefühl, denn die Pflanze sollte nicht darunter leiden. Mit dünnen Holzstäbchen lassen sich auch extrem schmale Ritzen in der Pflanze erreichen, zum Beispiel bei einem Kaktus. Wenn der Befall deutlich fortgeschritten ist, dann sind größere Partien der wattierten Flächen zu
entfernen, inklusive der Nester samt deren Inhalt. Wenn sich Honigtau auf der Pflanze befindet, dann muss dieser ebenfalls entfernt werden. Ansonsten können sich auf diesen Stellen Schadpilze ansiedeln, welche die Pflanze stark schwächen.
  • Zum Entfernen Holzstäbchen, Zellstofftücher und Wattestäbchen verwenden
  • Nester herauslösen und ins Zellstofftaschentuch umwickeln
  • Im Hausmüll direkt entsorgen
  • Wattestäbchen bei glatten Stellen einsetzen
  • Mit hochprozentigem Alkohol (Melissengeist, etc.) tränken
  • Alkohol löst wachsähnliche Schicht der Schädlinge auf
  • Wollläuse komplett mit Gespinst abstreifen
  • Bei größerem Befall Zahnbürste verwenden
  • Prozedur regelmäßig wiederholen
  • Honigtau mit Seifenlösung abwischen
  • Schmierseife vorher in Wasser auflösen

Biologische Bekämpfungsmaßnahmen

Wollläuse und SchmierläuseUm die Wollläuse erfolgreich zu bekämpfen, müssen die betroffenen Pflanzen von ihren Nachbarn getrennt werden, um ein weiteres Ausbreiten des Schädlings zu verhindern. Beim Einsatz von biologischen Mittel gibt es einige Ausnahmen zu beachten, da nicht alle Pflanzen die Produkte gut vertragen. Allerdings sind die meisten davon gut verträglich und extrem wirkungsvoll. Auf das Einsprühen mit ölhaltigen Mitteln reagieren vor allem weichblättrige Pflanzen sehr empfindlich. Präparate auf Mineralölbasis können zu Verbrennungen an den Pflanzen führen, deshalb ist zunächst die Verträglichkeit zu testen. Im Vorfeld eine Probemaßnahme an einem einzelnen Blatt oder Trieb durchführen und die Reaktion überprüfen. In Eigenregie hergestellte Sprühmittel sind nicht nur günstiger, sondern auch besser für die Umwelt und die menschliche Gesundheit, im Vergleich zu den Chemiekeulen aus dem Fachhandel.
  • Wechsel an kühlen und hellen Standort
  • Bei Befall an einzelnen Trieben, diese komplett entfernen
  • Luftbefeuchter aufstellen
  • Mit starkem Wasserstrahl abbrausen
  • Mit biologischen Lösungen einsprühen
  • Niemhaltige Produkte einsetzen
  • Seifenlösungen einsetzen
  • Paraffin- und Lampenöl eignen sich ebenfalls
  • Rapsölhaltige Mittel für empfindliche Pflanzen
  • Lösung in Sprühflasche füllen
  • Betroffene Pflanzen zweimal pro Tag besprühen
  • Blattunterseiten nicht vergessen
  • So lange durchführen, bis Läuse komplett verschwunden sind

Umtopfen

Oft werden die Schmierläuse von der Oberfläche der Pflanzen entfernt und es zeigt sich eine deutliche Besserung. Wenn sich diese jedoch im Wurzelbereich aufhalten und dort Eier ablegen, dann taucht der Befall erneut auf. Um auch die Wurzeln komplett von Läusen und Eiern zu befreien, ist bei einem Befall ein Umtopfen zwingend notwendig. Dabei dürfen weder Läuse noch Eier in den Wurzeln hängen bleiben, da sich der Befall ansonsten schnell wiederholt.
  • Alte Erde restlos von den Wurzeln entfernen
  • Wurzelstöcke gründlich mit kaltem Wasser abspülen
  • Altes Pflanzsubstrat im Hausmüll entfernen
  • Nur vollständig neue Erde zum Umtopfen benutzen
  • Pflanze erneut und vorsichtig eintopfen
  • Beim Umtopfen immer sorgfältig vorgehen
  • Zukünftig auf stickstoffbetonte Dünger verzichten
Tipp: Um ganz sicher zu gehen, dass im neuen Pflanzsubstrat keine Keime, Insektengelege oder Viren bereits vorhanden sind, kann die frische Erde vor dem Umtopfen für etwa 20 Minuten bei 200 Grad im Backofen desinfiziert werden.

Fressfeinde

SchlupfwespeWer den Einsatz von chemischen Präparaten scheut und langfristig gegen die Schädlinge vorgehen möchte, der ist mit den natürlichen Fressfeinden der Schmierläuse gut beraten. Diese verhindern auf eine ungefährliche Art und Weise die weitere, invasive Ausbreitung der Schädlinge. Aufgrund der Effizienz der Fressfeinde im Kampf gegen die Wollläuse, gibt es diese sowohl im Fachhandel als auch über das Internet zu erhalten. Der Einsatz ist nicht nur für den Garten gedacht, sondern auch für Wohnräume. Es ist kein Problem, die Fressfeinde zur Bekämpfung von Schmierläusen auch in der Wohnung einzusetzen. Wenn die Tiere keine weitere Nahrung auf den betroffenen Pflanzen finden, dann verlassen diese die Wohnräume aus eigenem Antrieb.
  • Nützliche Insekten vertilgen die Schädlinge
  • Florfliege, benötigt Temperaturen von mindestens 24° C
  • Australischer Marienkäfer, braucht Temperaturwerte von mindestens 20° C
  • Schlupfwespe, verträgt Temperaturen von 10-30° C

Chemische Bekämpfungsmaßnahmen

Wollläuse und SchmierläuseWenn die biologischen Bekämpfungsmittel nicht erfolgreich waren, dann bleibt als letzte Maßnahme nur noch die Behandlung mit einem chemischen Insektizid. Mit diesem lassen sich selbst sehr stark befallene Pflanzen eventuell noch retten. Allerdings sind bei der Verwendung von chemischen Mitteln deren Toxizität für Mensch und Tier zu beachten. Speziell kleine Kinder, neugierige Haustiere und ältere Menschen können unter starken Vergiftungserscheinungen nach einem Kontakt mit dem Mittel leiden. Viele der chemischen Insektizide müssen in bestimmten Zeitabständen erneut angewendet werden, da die Eier der Schmierläuse nicht dadurch abgetötet werden. Durch den wiederholten Einsatz der Behandlung lassen sich auch die nachschlüpfenden Generationen der Schädlinge bekämpfen. Da die Mittel zum Einsprühen auch Öle enthalten, ist eine Verträglichkeit im Vorfeld zu überprüfen.
  • Bei extrem starken Befall sind Insektizide wirkungsvoll
  • Auf pflanzenverträgliche Mittel achten
  • Systemische Insektizide sind anwenderfreundlich
  • Anwendungshinweise strikt beachten
  • Sofortiger Einsatz möglich
  • In Form von Sprays, Sticks, Stäbchen und als Granulat zu erhalten
  • Wirksame Produkte sind: Dimethoat, Imidacloprid und Thiacloprid
  • Beim Sprühen auf schützenden Mindestabstand zum Körper achten
  • Blattunterseiten ebenfalls einsprühen
  • Maßnahmen ausreichend lange
    wiederholen