Wenn Sie Raupen im Hochbeet oder Garten beobachten, sollten Sie schnell handeln. Werden die Schädlinge nicht rechtzeitig entdeckt, dehnt sich die Population innerhalb kurzer Zeit stark aus. Um die Plage zu bekämpfen, können Hausmittel zur Abschreckung oder als Hindernis verwendet werden. Besser als eine Bekämpfung ist die gezielte Vorbeugung einer Schädlingsausbreitung.

Geringe Schädlingsausbreitung

Wenn der Befall noch nicht weit fortgeschritten ist, können Sie die Schädlinge während der Dämmerung absammeln und entsorgen. Diese Maßnahme wird solange durchgeführt, bis sich die Anzahl der Erdraupen sichtbar reduziert hat. Eine regelmäßige Nachkontrolle während der Sommermonate ist notwendig, um auch später auftretende Schädlinge zu beseitigen.

Anlocken

Erdraupen sind nachtaktiv und ziehen sich während des Tages in selbst gegrabene
Erdlöcher zurück. Diese Lebensweise erschwert das Absammeln der Schädlinge. Sie können gezielt aus ihren Verstecken gelockt werden. Als Köder eignet sich eine Mischung aus Kleie, Zucker und Wasser.
  • 200 Gramm Haferkleie
  • drei Esslöffel Zucker
  • die doppelte Menge Wasser
  • etwas gemahlenes Bitterholz

Abschrecken

Erdraupen reagieren empfindlich auf den Geruch einiger Substanzen. Ätherische Öle und intensive Aromen halten die lästigen Lebewesen fern von Hochbeet und Garten.

Gewürze
Knoblauch gegen ErdraupenGetrocknete Küchenkräuter enthalten ätherische Öle, die abstoßend auf Erdraupen wirken. Mischen Sie dem Gießwasser regelmäßig einen Teelöffel Thymian oder Salbei unter und lassen Sie den Auszug vor der Verabreichung eine Weile stehen. Jungpflanzen können mit dem Tee angegossen werden. Knoblauch hat ähnliche Wirkungen wie intensiv duftende Gewürze. Streuen Sie das Pulver auf die Erde oder setzen Sie Knoblauchpflanzen ins Beet. Eine zerschnittene Knoblauchzehe im Substrat verströmt einen intensiven Duft und hält die Schädlinge fern.

Tipp: In Mischkulturen besteht eine geringere Gefahr der Schädlingsausbreitung. Setzen Sie Tomatenpflanzen in Garten und Hochbeet, denn ihr Aroma schreckt Raupen ab.

Tabak
Der Geruch von Zigarettenstummeln wirkt abschreckend auf die Nachkommen der gefräßigen Falter. Als vorbeugende Maßnahme kann auch frischer Tabak auf dem Substrat verteilt werden. Die Verwendung sollte mit Bedacht geschehen, da Tabak ein hochwirksames Nervengift enthält. Es schädigt auch andere Organismen und darf nicht in den Boden gelangen.

Tipp: Die Röstaromen des Kaffeepulvers haben auf viele Schädlinge eine abschreckende Wirkung. Streuen Sie regelmäßig Kaffeesatz als Alternative zu Tabak auf das Substrat.

Barrieren

Einige Hausmittel haben sich als wirksame Hindernisse erwiesen, welche die Schädlinge nur schwer überwinden können. Sie eignen sich als schonende Alternativen zu Pestiziden.

Eierschalen
Eierschalen als natürliche BarriereKlein gemahlene Eierschalen werden als natürliche Barriere um die Sprossbasis der Pflanzen verteilt. Die Schädlinge können die scharfkantigen Schalenstücke nicht ohne Verletzungen überwinden. Sie verlieren Flüssigkeit und sterben nach einiger Zeit.
Zerbröselte Eierschalen eignen sich auch zur Vorbeugung von Schneckenfraß. Diese Methode führt ähnlich wie Kieselgur zu einem langsamen Tod. Für die Umwelt und andere Lebewesen bietet das Ausbringen von Eierschalen Vorteile.
  • umweltschonende Methode
  • Reste werden recycelt
  • Eierschalen bieten Vögeln eine kalkreiche Nahrungsquelle
Molasse
Die zähe Substanz verhindert, dass sich die Raupen bis zur Stängelbasis fortbewegen können. Verstärkt wird die Barrierewirkung durch Sägemehl und Weizenkleie, die mit der Molasse vermischt wird. Wenn die Schädlinge versuchen über die Masse zu kriechen, bleibt diese am Körper haften und erschwert die weitere Fortbewegung. Die Schädlinge können abgesammelt und entsorgt werden, um ihnen einen langsamen Tod zu ersparen.

Tipp: Da die Raupen Löcher graben, sollten Sie die dickflüssige Masse nahe der Stängelbasis verteilen. Ziehen Sie Kreise um die Pflanze.

Pflanzkragen
Für Pflanzen im Hochbeet eignen sich selbst gebaute Kragen, die im Substrat um jede einzelne Pflanze gesetzt werden. Hierfür können Sie Konservendosen oder Plastikreste verwenden, die Sie entsprechend zuschneiden. Die Kragen sollten etwa zehn Zentimeter hoch sein, damit die Erdraupe nicht über das Hindernis klettern kann. Sie werden etwa 2,5 Zentimeter tief in das Substrat gesteckt.
  • einfach herzustellen
  • kostengünstig und ökologisch
  • für kleine Beete mit wenig Pflanzen geeignet

Gezielt bekämpfen

Wurde der Schädlingsbefall nicht rechtzeitig entdeckt, kann sich die Population bereits stark ausgedehnt haben. In diesem Fall hilft eine direkte Bekämpfung der Raupen mit tödlich wirkenden Mitteln.

Maisgrieß
Das Pulver wird gerne von den Raupen gefressen. Auf diese Weise gelangen die feinen Körner in den Verdauungstrakt, wo sie Schaden anrichten. Große Mengen Maisgrieß führen zum Absterben der Schädlinge. Streuen Sie das Pulver auf dem Substrat aus. Sie sollten das Mittel mit Bedacht einsetzen, da der süßliche Duft weitere Schädlinge anlocken könnte.

Kieselgur
Es besteht aus fein gemahlenen Fossilien und stellt eine ökologische Variante dar, weil Kieselgur weder Menschen noch Pflanzen oder anderen Tieren schadet. Das Pulver enthält einen glasähnlichen Quarzstaub, dessen Körner sehr scharfkantig sind. Sie verletzen die Außenhaut der Erdraupe, sodass diese dehydrieren und langsam absterben. Der mehlige Staub legt sich auf die Oberfläche der Schädlinge. Er zerstört die Lipidschicht der Außenhaut, welche die Raupen vor Flüssigkeitsverlust schützt. Der Nachteil dieser Methode besteht darin, dass die Raupen sehr langsam sterben und das Austrocknen einer gesamten Population sehr lange dauern kann.
  • pulverförmiges Mittel zum Bekämpfen von Erdraupen
  • kann jederzeit ausgestreut werden
  • Regen schwemmt das Pulver weg
Fadenwürmer
Nematoden - FadenwürmerDie als Nematoden bezeichneten Nützlinge leben im Substrat. Sie erreichen eine Länge von 0,6 Millimeter und erweisen sich als natürliche Gegenspieler zahlreicher Larven, die im Boden und auf dem Substrat leben. Die Art Steinernema carpocapsae hat sich auf Erdraupen spezialisiert. Sie töten die Raupen ab
und ernähren sich vom Gewebe. Damit die Nematoden überlebensfähig sind, muss die Temperatur im Boden für einige Stunden über 14 Grad Celsius liegen. Ein Temperaturabfall in der Nacht schadet den Nützlingen nicht.
  • Nematoden sind in Pulverform erhältlich
  • Pulver wird mit Wasser vermischt und auf das Substrat gegossen
  • Nützlinge können zwischen Mai und September eingesetzt werden
Bakterien
Bacillus thuringiensis gehört zu den nützlichen Bakterien, die Erdraupen abtöten. Da sie auch nicht schädliche Motten- und Schmetterlingsarten vernichten, sollten die Bakterien mit Vorsicht verwendet werden. Sie werden direkt auf das Substrat ausgebracht und können sowohl als gezielte Bekämpfung als auch vorbeugend eingesetzt werden. Um Jungpflanzen dauerhaft vor einem Schädlingsbefall zu schützen, werden die Mittel solange eingesetzt, bis die Pflanzen kräftige Stängel entwickelt haben.
  • Bakterien sind als Pestizid erhältlich
  • Ausbringung am Nachmittag
  • nach Regenfällen erneut ausbringen

Vorbeugen

Die erste Fressperiode endet mit dem Frühling. In den kommenden Monaten suchen die Falter Stellen für ihre Eiablage. Unkräuter und Gräser, deren Pflanzenteile im Herbst absterben, bieten mit ihren hohlen Stängeln einen optimalen Schutz für Eier. Ein Entfernen verwelkter Pflanzen verhindert die Eiablage. Diese Maßnahme sorgt auch dafür, dass nützliche Insekten keine geschützten Stellen finden. Besser ist eine Anpflanzung von verschiedenen Pflanzenarten, sodass ein intakter Lebensraum entsteht. In Kulturen mit großer Pflanzenvielfalt können sich nützliche Tiere wie Kröten, Wiesenerlchen oder Glühwürmchen ausbreiten.