Wenn sich Würmer in Süßkirschen befinden, handelt es sich oft um die Nachkommen der Kirschfruchtfliege. Sie ist der bedeutendste Schädling, der an Süßkirschen auftritt. Der Schädling breitet sich immer weiter aus, denn die klimatischen Bedingungen begünstigen die Entwicklung von der Larve zum Insekt. Es ist daher umso wichtiger, dass Sie bei einem Befall schnell handeln und vorbeugende Maßnahmen ergreifen.

Lebenszyklus der Kirschfruchtfliege

Die Insekten überwintern im Puppenstadium in der Erde und schlüpfen im folgenden Jahr zwischen Mai und Juni, um sich zu paaren. Weibchen legen jeweils ein Ei an eine heranreifende Frucht, die sich gerade gelb bis

gelblich-rot verfärbt. Es dauert etwa sechs bis acht Tage, bis die Made schlüpft und sich in das Fruchtfleisch bohrt. Hier leben die Würmer die nächsten drei Wochen und ernähren sich von den Kirschen. Der Lebenszyklus schließt sich, indem die Larven wieder in den Boden kriechen und sich dort für die nächste Überwinterung verpuppen. Wie stark ein Kirschbaum befallen ist, hängt in erster Linie von der Witterung ab. Somit variiert die Befallstärke von Jahr zu Jahr. Wenn während der Flugzeit der Insekten viel Regen fällt und niedrige Temperaturen herrschen, vermehren sie sich weniger stark.

Vorbeugung statt Bekämpfung

Verzichten Sie auf den Einsatz chemischer Mittel. Diese sind vor allem bei großen Bäumen weniger effektiv und schaden zudem der Gesundheit, wenn Sie die Kirschen noch essen möchten. Eine relativ wirksame Bekämpfungsmethode ist das Ausbringen von Nematoden. Diese haben jedoch nur einen Wirkungsgrad von 50 Prozent, sodass Sie die Methode öfter durchführen müssen. Fadenwürmer leben parasitisch und dringen durch die Larvenhaut, um die Schädlinge von Innen aufzufressen.

  • Steinernema-Arten erweisen sich als wirkungsvoll
  • Pulver mit Nematoden wird in handwarmem Wasser aufgelöst
  • den Baum Anfang Juni mit der Lösung gießen

Damit es nicht zu einem Schädlingsbefall kommt, ist die richtige Vorbeugung wichtig. Die folgenden Tipps helfen Ihnen auch dann, wenn Sie den Befall durch die Kirschfruchtfliege in den Griff bekommen möchten. Um die Insekten einzudämmen, sollten Sie verschiedene Maßnahmen ergreifen.

Frühe Ernte

SauerkirscheWenn sich die Schädlinge bereits im Fruchtfleisch angesiedelt haben, sollten Sie den Befall für die Folgejahre durch eine frühzeitige Ernte vorbeugen. Dadurch verhindern Sie, dass die nächste Generation in den Boden kriecht und dort überwintert.

Auffangplane

Legen Sie eine Plane unter den Baum, damit Sie die

herabgefallenen Süßkirschen leichter aufsammeln können. Lassen Sie die Plane für längere Zeit liegen. Diese muss vor allem an der Stammbasis eng anliegen. Kleben Sie diese mit Klebeband fest, um die Wanderung der Maden zu verhindern. Als Alternative zur Plane eignet sich auch ein transparentes Gartenvlies, damit das Gras darunter noch ausreichend Licht abbekommt und nicht abstirbt.

Fruchtmumien und Fallobst entfernen

Pflücken Sie überreife Süßkirschen, die nicht selbst zu Boden fallen. Die Larven können sich mit einem selbst gesponnenen Faden von den Früchten zum Boden abseilen. Fallobst sollte zusammen gerecht und mindestens 20 Zentimeter tief im Boden vergraben werden, damit sich die Larven nicht verpuppen können. Eine Entsorgung auf dem Kompost ist nicht empfehlenswert.

Mulchen

RindenmulchBedecken Sie den Boden rund um den Stamm im Frühjahr mit Mulchmaterial. Dadurch verzögert sich die Erwärmung des Substrats, sodass auch die Entwicklung der Puppen ins Stocken gerät. Die Fliegen schlüpfen später und finden keine geeigneten Nistplätze vor, wenn sich die Kirschen bereits rot gefärbt haben. Einen ähnlichen Effekt erzielen Sie, wenn Sie den Rasen unter dem Baum bis zur Kirschernte nicht mähen.

Gelbtafeln

Ab Mitte Mai, wenn die Früchte noch grün sind, können Sie mit Leim bestrichene Gelbtafeln in den Baum hängen. Die Farbe lockt fliegende Kirschfruchtfliegen an, denn sie verwechseln die Tafel mit einer heranreifenden Frucht. Oft sind Gelbtafeln mit bestimmten Lockstoffen versehen, welche die Insekten anziehen sollen. Beim Landeversuch bleiben sie an der Oberfläche kleben.

Hinweis: Diese Maßnahme dient zwar nicht der Bekämpfung, gibt aber einen guten Aufschluss über die Populationsdichte der Insekten. So können Sie die Ausbreitung der Schädlinge jedes Jahr überprüfen.

Kulturschutznetze

Diese Methode ist sehr wirksam und wird im ökologischen Obstbau angewendet. Allerdings ist sie nur für kleinere Gehölze empfehlenswert, da das Überspannen von großen Bäumen nicht mehr praktikabel ist. Hier kann es helfen, einzelne Äste einzunetzen oder den Baum vor dem Überspannen stark zurückzuschneiden.

Frühreifende Kirschsorten pflanzen

Wenn Sie noch keinen Kirschbaum haben, sich aber über eine Anschaffung Gedanken machen, sollten Sie zu frühreifenden Sorten greifen. Diese Gehölze kommen zur Fruchtreife, bevor sich die Kirschfruchtfliegen paaren. Sie finden keine geeigneten Eiablageplätze, sodass sich die Bestände automatisch reduzieren.

Natürliche Feinde fördern

Hühner gegen Kirschfliegen

Gestalten Sie Ihren Garten so naturnah wie möglich. In vielfältig strukturierten Lebensräumen mit Totholz, Steinhaufen und Blühstreifen finden verschiedene Vögel und Insekten lebensnotwendige Rückzugsorte und Nahrungsquellen.
  • Mauersegler und Schwalben: jagen fliegende Insekten
  • Laufkäfer, Spinnen und Schlupfwespen: Larven fressen Kirschfruchtfliegenmaden
  • Hühner und Enten: fressen Puppen aus dem Boden

Keine Gefahr beim Verzehr

Sie müssen sich keine Sorgen machen, wenn Sie Kirschen mit Maden essen. Die Larven sind geschmacklos und völlig unbedenklich für die Gesundheit. Sie werden durch Kosten nicht bemerken, ob eine Frucht befallen ist oder nicht. Da schon die Vorstellung bei vielen Menschen abstoßende Gefühle hervorruft, können Sie auf Nummer sicher gehen und die Früchte entwurmen:

  • Früchte in einer tiefen Schüssel mit kaltem Wasser übergießen
  • etwa 30 Minuten stehen lassen
  • Früchte quellen auf und Maden kriechen heraus
  • durch ein Sieb abgießen
  • bei Bedarf mehrmals wiederholen

Tipp: Sie können die Früchte auch per Hand entwurmen, indem Sie diese Aufschneiden und die Maden mit einem Messer auskratzen. Allerdings ist diese Methode deutlich arbeitsintensiver.