Der Gemeine Schneeball trägt die botanische Bezeichnung Viburnum opulus und ist ein aparter Zierstrauch. Den Namen hat die Pflanze dank ihrer schneeweißen Blütenstände bekommen, die in einer kugeligen Form wachsen. Jedoch sind die diversen Sorten dieser Ziersträucher sehr anfällig für Schädlinge, dazu gehört vor allem der Schneeballblattkäfer. Dieser wird in der Wissenschaft als Galerucella viburni bezeichnet und richtet oft große Schäden an der Pflanze an.

Schneeballblattkäfer

In ihrem Stadium als Erwachsene werden die Schneeballblattkäfer zwar nur einige Millimeter groß, dafür haben diese aber einen starken Appetit. Zum Herbstanfang bohren die
weiblichen Käfer an vielen Stellen tiefere Löcher in die Triebe und Zweige. Dort legen diese dann ihre Eier ab. Da jedes Weibchen mehrere hundert Eier produzieren kann, ist der dadurch entstandene Schaden erheblich. Im Anschluss verkleben die Käfer diese Löcher, sodass der Nachwuchs gut geschützt ist. Im darauf folgenden Frühling schlüpfen dann die gefräßigen Raupen, diese richten die meisten Schäden an den Zierpflanzen an.
  • Käfer werden ca. 5-6 mm groß
  • Länglicher Körper ist oval, mit hellbrauner Färbung
  • Pflanzen sich ab Ende September bis Anfang Oktober fort
  • Bei Störungen lassen sich Käfer zu Boden fallen
  • Diese ziehen danach weiter zu einem anderem Strauch
  • Käfer fressen bis Ende Oktober am Schneeball
  • Fraßspuren führen zur Schwächung der Pflanzen

Larven

Im Mai schlüpfen die gefräßigen Larven aus den Eiablagestellen in den Trieben. Diese richten unansehnliche Fraßschäden am Schneeball an, davon sind vor allem die jungen Blätter betroffen. Wenn es zu einem extrem starken Befall kommt, dann kann dieser zu einem kompletten Absterben der betroffenen Pflanzen führen. Die Larven richten den größten Schaden an den Ziersträuchern an und sollten deshalb zeitnah bekämpft werden.
  • Größe beträgt etwa 6-9 mm
  • Gelbgrün gefärbt mit schwarzen Flecken
  • Körper ist mit zahlreiche Warzen versehen
  • Bildet im Brustbereich drei Paar Beine aus
  • Verpuppt sich ab Ende Juni im Boden, etwa 2-5 cm unter der Erdoberfläche
  • Neue Population an Käfern schlüpft daraus im Juli bis August
  • Dann geht der Kreislauf erneut weiter

Befall erkennen

Schneeballblattkäfer -  Pyrrhalta viburniWenn der Zierstrauch vom Schneeballblattkäfer befallen wurde, dann lässt sich dies schnell an den Fraßstellen erkennen. Davon betroffen sind
vor allem die Blätter, aber auch die Löcher in den Trieben und Zweigen sind ein guter Indikator. Ein extrem starker Befall führt oft zu komplett kahl gefressenen Blättern und im Anschluss zum Absterben der Pflanze. Wenn sich der Schädling am Schneeball satt gefressen hat, dann zieht dieser häufig zu anderen Zierpflanzen weiter, die sich in der Nachbarschaft befinden.
  • Ziersträucher regelmäßig auf Befall kontrollieren
  • Idealerweise schon die Käfer vor der Eiablage entfernen
  • Im Mai sind Fraßschäden durch Larven deutlich zu erkennen
  • Larven fressen das Gewebe zwischen den Blattadern
  • Oft werden Blätter komplett skelettiert
  • Raupen befinden sich überwiegend auf den Unterseiten der Blätter
  • Übrig gebliebenes Blattgewebe verfärbt sich häufig braun
  • Erwachsene Käfer suchen die Pflanzen ab Juli bis August erstmalig auf
  • Ab Herbst bohren diese in den einjährigen Trieben Löcher für Eiablage
  • Eiablagestellen sind ca. 3 mm groß

Bekämpfungsmaßnahmen

Der Befall mit dem Schneeballblattkäfer kann nicht ganz verhindert, aber dafür deutlich reduziert werden. Wichtig ist stets ein zeitnahes Eingreifen, damit sich die Schädlinge nicht zu einer Plage entwickeln und alle Zierpflanzen im Garten befallen. Chemische Gegenmittel, welche auf der Erde auszubringen sind, dürfen im Privatgebrauch nicht angewendet werden. Bewährt haben sich allerdings Spritzmittel gegen Läuse, die im Fachhandel erhältlich sind. Jedoch sollten diese nicht gefährlich für Bienen sein, da sich diese nützlichen Insekten von den Blüten des Schneeballs ernähren.
  • Raupen per Hand absammeln
  • Tücher auf dem Boden unter der Pflanze auslegen
  • Schädlinge abschütteln und abklopfen
  • Käfer sind vor allem am frühen Morgen aktiv
  • Im Extremfall pyrethrumhaltige Präparate ausbringen

Vorbeugung

Zu den geeigneten Vorbeugemaßnahmen zählt vor allem der Rückschnitt. Auf diese Weise lassen sich nachhaltig die Nester entfernen, sodass es erst gar nicht zu einem Befall kommen kann. Sinnvoll ist auch das Anbringen von Barrieren an der Zierpflanze, sodass sich weder die Raupen noch die Käfer gut weiter bewegen können. Auf diese Weise wird auch das Abwandern in den Boden erschwert, wo sich die Schädlinge verpuppen. Wer den Boden unter dem Zierstrauch bearbeitet, der kann die darin liegenden Puppen zerstören. Mit einer entsprechenden Düngung lassen sich die Zierpflanzen stärken und gegenüber Schädlingen widerstandsfähiger machen.
  • Junge Triebspitzen im Herbst zurück schneiden
  • Dickere
    Leimringe anbringen
  • Vor allem am Stammfuß und um größere Zweige herum
  • Im Juni bis Juli den Boden unter den Sträuchern ausreichend aufhacken
  • Stärkende Präparate auf Algenbasis im Fachhandel erhältlich

Schmierseife & Brennnesselsud

BrennnesselsudUm schon das Auftauchen der Schneeballblattkäfer zu vermeiden, eignen sich Schmierseife und Brennnesselsud. Diese Substanzen sind auch bei den Raupen nicht besonders beliebt. Die daraus hergestellten Mischungen sind biologisch unbedenklich und schonend für die Flora und Fauna. Läuse werden dadurch ebenfalls vertrieben. Wichtig ist eine gewisse Kontinuität bei den Anwendungen, diese sollten an vielen Tagen in kurzen Abständen hintereinander erfolgen.
  • Schmierseife in Wasser auflösen
  • Wiederholt auf Blättern, Trieben und Zweigen ausbringen
  • Vom Frühling bis zum Herbst einsetzen
  • Sud aus Brennnesseln herstellen
  • Frische Brennnessel mit heißem Wasser übergießen
  • Mindestens 24 Stunden ziehen lassen
  • Im Anschluss alle festen Bestandteile heraus filtern
  • Pflanze mit der Lösung regelmäßig einsprühen
  • Alternativ Sprays auf Basis von Niem- oder Rapsöl verwenden