Trauerfliege - Trauermücke in BernsteinTrauerfliegen umschwärmen zu Hunderten den Blumentopf auf der Fensterbank. Das ist nicht nur lästig und unangenehm für den Pflanzenbesitzer, sondern auch schädlich für die Pflanze. Zwar geht von den Fliegen selbst keine Gefahr mehr aus, die Larven allerdings fressen an den Wurzeln und können so schaden. Daher sollten die Trauerfliegen und ihre Larven erfolgreich bekämpft werden. Hierzu gibt es viele Hausmittel, die Schädlinge wieder aus der Erde zu entfernen oder vorzubeugen und es erst gar nicht zu einem Befall kommen zu lassen

Befall erkennen

Nicht sofort kann erkannt werden, dass sich Trauerfliegen in der Erde des Blumentopfes oder auf einem Gartenbeet niedergelassen haben. Wurde die betroffene Pflanze gerade mit neuer
Erde aus dem Handel versorgt, dann kann es durchaus möglich sein, dass die Larven sich bereits in dieser Erde befunden haben und nun geschlüpft sind. Aber auch von Außen können Trauerfliegen in die Wohnung gelangen und hier eine oder mehrere Pflanzen befallen. Wer ganz sicher gehen möchte, der steckt eine Kartoffelspalte in die Erde. Die Larven mögen diese und knabbern sie an. Sind also angefressene Stellen zu sehen, befinden sich bereits Larven in der Erde und es muss schnell gehandelt werden. Weitere Merkmale für einen Befall:
  • Hunderte kleiner, schwarzer Fliegen umschwirren eine, oder mehrere Pflanzen
  • wird die Erde berührt, fliegen sie in Scharen auf
  • befallen vor allem sehr feuchte Erde
  • siedeln sich meist in Blumentöpfen oder Gewächshaus an
  • seltener werden Gartenbeete befallen

Vorbeugen

Die Larven der Trauermücken benötigen eine dauerhaft feuchte Erde, damit sie sich bewegen können. Daher sollten die Pflanzen in den Töpfen oder auch im Gewächshaus nie durchgehend feucht gehalten werden. Besser ist es, die Erde zwischen zwei Gießvorgängen abtrocknen zu lassen und den Insekten somit kein für sie angenehmes Umfeld zu bieten. Damit die Insekten nicht von Außen an die Topfpflanzen in der Wohnung gelangen, diese nicht in der Nähe eines geöffneten Fensters stellen. Weitere vorbeugende Maßnahmen sind ebenfalls hilfreich:
  • Trauerfliegen können mit im Handel gekaufter Erde eingeschleppt werden
  • die Erde daher vor der Nutzung einige Monate stehen lassen
  • Erde Kälte auszusetzen hilft ebenfalls
  • genauso wie das Erhitzen der Erde auf 60° bis 70° Celsius
  • darauf achten, dass sich vor einem geöffneten Fenster kein Laubhaufen befindet
  • Laub ist in der Natur ein beliebtes Umfeld für die Trauerfliegen

Sofortmaßnahmen bei einem Befall

Wird ein Befall bei einer Topfpflanze festgestellt, dann sollte hier die erste Maßnahme das Austopfen sein. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Schädlinge nicht noch andere Pflanzen befallen und die befallene Pflanze Schäden an den Wurzeln durch die Larven erhält. Beim Austopfen wird wie folgt vorgegangen:
  • sämtliche Erde entfernen
  • in einer fest verschlossenen Plastiktüte im Hausmüll entsorgen
  • die Wurzeln der betroffenen Pflanze mit lauwarmen Wasser abspülen
  • dann in neue, nicht feuchte oder nasse Erde setzen
  • einige Tage nicht gießen
Tipp: Die Erde muss nicht zwingend entsorgt werden. Im Ofen bei 200° Celsius für eine halbe Stunde "backen" lassen, so werden die in der Erde befindlichen Larven abgetötet. Ebenso kann die Erde auch in der Mikrowelle erhitzt werden. Nach dem Abkühlen die Pflanze wieder in die Erde setzen, vorerst nicht gießen, sondern Erde einige Tage trocken halten.

Verhindern der Eiablage

Trauerfliege - Trauermücke
Wurden die kleinen Fliegen an einer Pflanze entdeckt, sollte sofort die Eiablage verhindert werden, damit nicht noch mehr Fliegen dazukommen. Denn eine weibliche Fliege legt bis zu 150 Eier, so geht es schnell mit der Vermehrung. Sofort sollte die Erde mit Sand abgedeckt werden, so kommen die weiblichen Trauerfliegen nicht mehr an die feuchte Erde, um hier ihre Eier abzulegen. Die erwachsenen Insekten mögen die Farbe gelb, so können sie mit Gelbtafeln aus dem Fachhandel angelockt werden. Die
Insekten fliegen auf die Tafeln und bleiben an dem hier aufgebrachten Kleber hängen. Diese Maßnahme sollte jedoch nur zusätzlich zu anderen Mitteln erfolgen, denn es ist nicht gewährleistet, dass alle Fliegen gefangen werden und keine Eier mehr abgelegt werden.

Tipp: Werden Trauerfliegen entdeckt ist es hilfreich, nicht nur mit einer einzigen Maßnahme dagegen vorzugehen, sondern verschiedene Bekämpfungsmaßnahmen zu kombinieren.

Hausmittel zur Bekämpfung

Trauerfliegen - Trauermücken bekämpfenEs gibt einige einfache Hausmittel zur Bekämpfung der Trauerfliegen, die sich bewährt haben. Hierbei handelt es sich um die Folgenden:
  • Mix aus Backpulver, Salz, Öl und lauwarmen Wasser - Pflanze damit besprühen
  • Streichhölzer mit den Köpfen nach unten in Erde stecken
  • ganze Knolle Knoblauch in die befallene Erde stecken
  • alternativ Knoblauch hacken und über Erde verstreuen
  • auch Zimt auf Erde gestreut hilft
  • ins Gießwasser Lavendel- oder Teebaumöl geben
  • einen Feinstrumpf für Damen über den Topf ziehen
  • muss fest verschlossen sein
  • auf Lochbildung achten
  • so kommen keine neuen Fliegen hinein
  • die Fliegen aus dem Inneren nicht mehr hinaus
  • auf diese Weise kann die Eierbildung verhindert werden
  • diese Maßnahme sollte mindestens vier Wochen anhalten

Fadenwürmer

Fadenwürmer sind natürliche Feinde der Larven und können als Dauerlösung gegen einen Befall gesehen werden. Die Würmer sind im gutsortierten Fachhandel erhältlich und werden einfach mit dem Gießwasser in die Erde befördert. Hier siedeln sie sich an und beginnen, sich von den Larven zu ernähren. So können keine weitere Trauerfliegen schlüpfen und die Population wird nach einiger Zeit aussterben. Da Fadenwürmer feuchte Erde mögen, muss in diesem Fall der Bekämpfung die Erde feucht gehalten werden, sonst sterben die Würmer ab.

Raubmilben

Gerade wenn Trauerfliegen in einem Gewächshaus gesichtet wurden bietet es sich an, diese mit ihrem natürlichen Fressfeind, der Raubmilbe zu bekämpfen. Im Handel werden die verschiedenen Raubmilbenarten mit ihren unterschiedlichen Vorlieben angeboten. Eine Art hiervon bevorzugt vor allem die Larven der Trauerfliegen als Nahrung. Die Lieferung der etwa 1 mm großen Milben erfolgt in einem Gemisch aus Torf und Vermiculit und muss auf der betroffenen Erde ausgestreut werden. Da hierbei eine Temperatur zwischen 15° bis 30° Celsius wünschenswert ist, ist dies die ideale Bekämpfung im Gewächshaus. Natürlich können auch die Pflanzen auf der Fensterbank mit Raubmilben von den lästigen Trauerfliegen befreit werden. Bei der Anwendung sollte wie folgt vorgegangen werden:
  • für die längere Anwendung sinnvoll
  • Entwicklung bis zur erwachsenen Raubmilbe dauert etwa 12 Tage
  • doch bereits nach dem Schlüpfen aus dem Ei ernährt die Milbe sich von Larven
  • Raubmilben können auch ohne Nahrung mehrere Wochen überleben
  • können daher auch vorbeugend eingesetzt werden
  • so reichen 100 Milben auf einem Quadratmeter zur Vorbeugung
  • bei einem Befall sollten mindestens 250 Milben pro Quadratmeter ausgesetzt werden
  • bei einem sehr starken Befall, weitere Milben nach einer weiteren Woche aussetzen
Tipp: Da die Raubmilben nur die Larven, nicht aber die erwachsenen Trauerfliegen bekämpfen ist es sinnvoll, weitere Maßnahmen gegen die erwachsenen Schädlingen zu ergreifen. Hiergegen kann auch in diesem Fall gleichzeitig wieder mit Gelbstickern vorgegangen werden.

Fazit
Wurden eine oder mehrere Pflanzen von den lästigen Trauerfliegen befallen, dann sollte sofort gehandelt werden. Denn nicht nur lästig sind die Insekten, da sie in Schwärmen zu Hunderten um eine Blume fliegen, die Larven, die in der feuchten Erde leben, sind zudem auf Dauer schädlich für die Pflanzen, da sie die Wurzel anknabbern. Doch es gibt einige Mittel, um die lästigen Schädlinge wieder loszuwerden, dazu gehören auch natürliche Fressfeinde und für die Pflanzen unschädliche Haushaltsmittel. Und auch die Vorbeugung ist wichtig, damit die Blumen auf Fensterbank und im Gewächshaus gar nicht erst befallen werden.